Dji hat geschrieben:Hm, der Verband läuft seit einiger Zeit mit über 3 Kn gen Westen und entfernt sich immer weiter von Helgoland. Die Trift gegenüber dem Platz vom Abend, als man sw von Helgoland war, beträgt schon ca. 15 km westlicher...
Das beobachte ich auch schon längere Zeit. Beim Havariekommando ist dies zu lesen:
"Der Schleppverband mit der MSC FLAMINIA hat im Verlauf des Tages seine Reise in Richtung Tiefwasserreede weiter vorgesetzt. Wenn der Schleppverband seine Geschwindigkeit von derzeit 3,5 Knoten beibehält, wird er gegen 21.30 Uhr das Gebiet der Tiefwasserreede erreichen. Die MSC FLAMINIA wird dort nicht ankern, sondern von Schleppern auf Position gehalten."
Das mit dem auf Position halten ist wohl aus unbekannten Gründen nicht möglich oder nicht erwünscht, ich denke dass sie nicht mitten im verkehrsreichen Bereich von Elbe / Weser / Jade bleiben wollen.
Daher vermute ich dass der Schleppzug momentan gen Westen in ein verkehrsärmeres Gebiet ausweicht, um dann später direkt nach Wilhelmshaven einzudrehen.
Dji hat geschrieben:Hm, der Verband läuft seit einiger Zeit mit über 3 Kn gen Westen und entfernt sich immer weiter von Helgoland. Die Trift gegenüber dem Platz vom Abend, als man sw von Helgoland war, beträgt schon ca. 15 km westlicher...
Das beobachte ich auch schon längere Zeit. Beim Havariekommando ist dies zu lesen:
"Der Schleppverband mit der MSC FLAMINIA hat im Verlauf des Tages seine Reise in Richtung Tiefwasserreede weiter vorgesetzt. Wenn der Schleppverband seine Geschwindigkeit von derzeit 3,5 Knoten beibehält, wird er gegen 21.30 Uhr das Gebiet der Tiefwasserreede erreichen. Die MSC FLAMINIA wird dort nicht ankern, sondern von Schleppern auf Position gehalten."
Das mit dem auf Position halten ist wohl aus unbekannten Gründen nicht möglich oder nicht erwünscht, ich denke dass sie nicht mitten im verkehrsreichen Bereich von Elbe / Weser / Jade bleiben wollen.
Daher vermute ich dass der Schleppzug momentan gen Westen in ein verkehrsärmeres Gebiet ausweicht, um dann später direkt nach Wilhelmshaven einzudrehen.
Grüsse
Andreas
Und wie auf Kommando dreht der Schleppverband in diesen Minuten (23:10) von West nach Süd, Anglian Sovereign und die Bad Bramstedt laufen bereits wieder nach Osten.
Somit scheint sich meine Vermutung des "in Bewegung bleiben" zu bestätigen.
Marinetraffic hat den Schleppverband samt Begleitschiffe wieder auf dem Schirm. Mit dabei neben der "MSC FLAMINIA" folgende Schiffe: "BAD BRAMSTEDT" und "NEUWERK" von der Küstenwache sowie die Schlepper "CARLO MAGNO", "FAIRMOUNT EXPEDITION" und "ANGLIAN SOVEREIGN". Position südwestlich von Helgoland.
9.9.2012-07:40 Uhr
In den letzten Tagen fiel auf, dass bei den von den Medien veröffentlichten Fotos der "MSC FLAMINIA" die vom Feuer schwer beschädigte Backbordseite des Schiffes NICHT gezeigt wurde.
Dann wollen wir uns doch mal die Backbordseite genauer anschauen:
Die Fotos stammen aus einer niederländischen Quelle und sind vom 6.9.2012.
Alle Fotos von Peter Hartung sind (falls nicht anders angegeben) unter einer
Creative Commons-Genehmigung lizenziert. Siehe hier: Foto-Lizenz: CC-BY-NC-ND
Die Begleiteskorte formiert sich, mittlerweile sind die Polizeiboote WSP 3, Bayreuth und Sylt zusätzlich zur Bad Bramstedt im Bereich der Flaminia.
Als zusätzlicher Schlepper war bis vor kurzem die Hunte ebenfalls anwesend, momentan im AIS nicht mehr sichtbar.
Moin,Moin !
Nun geht es los Bugsier 2,20,6 von Wilhelmhaven und Bugsier 1 sowie Ibaizabal Diaz von Bremerhaven machen sich auf den Weg Richtung Flaminia,die
die Hochseereede gerade umschifft.
Mfg Bernd
Das "HAMBURGER ABENDBLATT" bringt neue Fakten, aber auch Spekulationen:
Havarie wird über zehn Millionen Euro kosten
09.09.2012, 10:23 Uhr von Claus-Peter Tiemann
Frachter steuert auf Wilhelmshaven zu. Wrack wohl nur noch Schrott. Schaden an Fracht völlig unklar. Angeblich viel Getreide an Bord
Hamburg/Wilhelmshaven/Cuxhaven. Die Havarie des auch mit Gefahrgut beladenen deutschen Containerschiffs „MSC Flaminia“ wird voraussichtlich weit über zehn Millionen Euro Schaden nach sich ziehen. Das geht aus Schätzungen von Schiffsmaklern, Versicherungsexperten und Reedereimitarbeitern hervor. Genauere Informationen wird es erst geben, wenn das Schiff in Wilhelmshaven ist und man sehen kann, wie viele Container samt Inhalt noch heil sind.
Das Schiff selbst wird voraussichtlich zum Totalschaden: Ein Schiffshändler, der ungenannt bleiben wollte, sagte, die 2001 in Dienst gestellte knapp 300 Meter lange „Flaminia“ würde heil zur Zeit für etwa 22 Millionen Dollar gehandelt werden. Den Schrottwert taxierte er auf 7,5 Millionen Euro.
Eine Reparatur ist unwahrscheinlich: Nach den Fotos ist die ganze Mitte des Schiffs zerstört, auch über den ganzen Rumpf sind Schäden zu sehen. Eine Reparatur dürfte nicht mehr als 15 Millionen Dollar kosten, sonst wäre der Zeitwert überschritten. Das Schiff ist nach unbestätigten Angaben mit 40 Millionen Dollar versichert.
Schwieriger ist der Wert der Ladung zu schätzen. Die Reederei macht bisher keine Angaben dazu. Der Wert der Ladungsboxen kann zwischen ein paar Hundert Dollar für einen Container voller Altpapier liegen, oder einigen Millionen Dollar, wenn etwa ein Kernspintomograf in der Transportkiste steckt.
Nach Angaben aus Hamburger Schifffahrtskreisen war im großen Stil Saatgut und anderes Getreide an Bord. Damit läge ein Container voll damit eher am unteren Ende der Skala: Eine Tonne Weizen kostet um 300 Dollar pro Tonne. In einen Normalcontainer passen geschätzt 20 Tonnen, das würde rund 6.000 Dollar Wert pro Getreidecontainer ausmachen. Das Schiff hat etwa 3.000 Container geladen, nach Luftbildern sieht die Hälfte beschädigt aus.
Auf jeden Fall wird die Havarie viele Versicherungen beschäftigen: „Der Reeder hat eine Haftpflicht- und eine Kaskoversicherung wie die meisten Autohalter“, sagte Olaf Fölsch, Schifffahrtsexperte beim Versicherungsmakler Aon. Dazu kommt die Transportversicherung, die der Eigentümer der Ladung abschließt, sowie eine Versicherung des Spediteurs, falls die Fracht Schäden am Schiff oder anderer Fracht anrichtet. „Jeder versichert das, was ihm lieb ist“, sagt Völsch.
Was im Detail auf dem Schiff ist, wissen nur die Eigner der Ladung: Wenn der Container-Inhalt als „Kleidung“ ausgewiesen ist, können das Billighemden oder Designeranzüge sein.
Die „Flaminia“ hat die letzte Etappe auf der Fahrt nach Wilhelmshaven in Angriff genommen und ist dabei planmäßig unterwegs. Am späten Nachmittag werde das Schiff im Tiefwasserhafen erwartet, sagte am Sonntagmorgen der Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven, Florian Krekel. „Die Wetterbedingungen sind ideal. Wir haben ruhige See und Sonnenschein.“ Der im Juli im Atlantik in Brand geratene Frachter hatte die Fahrt gegen 8.00 Uhr nach einer nächtlichen Pause vor Helgoland fortgesetzt. Das Schiff hat mehr als 2800 Container geladen, darunter 151 mit Gefahrgut. Es wird von Schleppern nach Wilhelmshaven gezogen.
Nach der Ankunft werden auch bald die Schätzer der Versicherungen da sein, um in die geborgenen Container zu spähen: Erst nach Wochen wird feststehe, wie teuer der Unfall wird.
An Bord des deutschen Schiffs war am 14. Juli auf dem Weg von Charleston im US-Bundesstaat South Carolina nach Europa westlich der Azoren ein Feuer ausgebrochen. Ein Besatzungsmitglied kam bei einer Explosion ums Leben, ein weiteres wird vermisst.
mfg Peter Hartung
Zuletzt geändert von Peter Hartung am So 9. Sep 2012, 11:33, insgesamt 1-mal geändert.
Alle Fotos von Peter Hartung sind (falls nicht anders angegeben) unter einer
Creative Commons-Genehmigung lizenziert. Siehe hier: Foto-Lizenz: CC-BY-NC-ND
Uwe Richter hat geschrieben:... mal eine evtl. naive Frage:
Funktioniert auf der Flaminia eigentlich garnichts mehr? Ich meine mal auf Fotos gesehen zu haben das Wasser seitlich austrat. Kühlung? Kann es sein das irgendwie noch Hilfsaggregate laufen oder ist das Schiff völlig "Spannungsfrei"? Dann wird es aber nicht wirklich angenehm im Deckshaus sein, oder Gnade dem, der die Reefer aufmachen muss. *schmunzel* .
Grüße aus dem Backofen
Moin Uwe,
ein wenn auch nur kleines Detail: die Flaminia sendet seit ich sie beobachte von Bord ein AIS-Signal, daraus schliesse ich dass zumindest ein Teil der Meschinen noch betriebsfähig sind.
Grundsätzlich ist der Maschinenraum und die Brücke nach meiner Einschätzung vom Feuer ja nicht betroffen, somit sollte eigentlich von dieser Seite aus noch nicht alles ausser Betrieb sein.
Uwe Richter hat geschrieben:... mal eine evtl. naive Frage:
Übrigens Hochachtung vor den Kollegen der FW Wilhelmhaven die sicherlich jetzt schon TONNEN von Material am JadeWeserPort bevorhalten und auf die TAGELANGE Arbeit wartet. Und das ist nicht nur Berufsfeuerwehr sondern viele Freiwillige Feuerwehrmänner aus diversen Dekon- oder Katschutz-Einheiten aus dem Umland die das alles abarbeiten werden !
Grüße aus dem Backofen
Aus meiner Sicht ist dies keine Arbeit für die Feuerwehr, es geht nicht mehr um das Abwenden einer Notlage sondern kann ruhig geplant und mit genügend Zeit durchgeführt werden. Aus meiner Sicht ist dies ganz klar Arbeit für private Entsorgungsfirmen, die einzige Arbeit der Feuerwehr ist die Sicherstellung des Brandschutzes.
Ich weiss aber auch, dass in Deutschland die Feuerwehren oft für Aufgaben zugezogen werden, die grundsätzlich nichts mit der Gefahrenabwehr zu tun haben, zB das Räumen einer Autobahn nach einem Unfall mit einem LKW mit Flaschen, da käme in der Schweiz kenie Feuerwehr auf den Platz, das ist alleine Aufgabe der Strassenunterhaltsdienste.
Uwe Richter hat geschrieben:... mal eine evtl. naive Frage:
Funktioniert auf der Flaminia eigentlich garnichts mehr? Ich meine mal auf Fotos gesehen zu haben das Wasser seitlich austrat. Kühlung? Kann es sein das irgendwie noch Hilfsaggregate laufen oder ist das Schiff völlig "Spannungsfrei"? Dann wird es aber nicht wirklich angenehm im Deckshaus sein, oder Gnade dem, der die Reefer aufmachen muss. *schmunzel* .
Grüße aus dem Backofen
Moin Uwe,
ein wenn auch nur kleines Detail: die Flaminia sendet seit ich sie beobachte von Bord ein AIS-Signal, daraus schliesse ich dass zumindest ein Teil der Meschinen noch betriebsfähig sind.
Grundsätzlich ist der Maschinenraum und die Brücke nach meiner Einschätzung vom Feuer ja nicht betroffen, somit sollte eigentlich von dieser Seite aus noch nicht alles ausser Betrieb sein.
Grüsse aus der herbstlichen Schweiz
Andreas
Moin Andreas,Moin Uwe!
Sicherlich laueft im Moment der Not-Generator,der nur die Wichtigen Verbraucher bedient.( z. b.Bruecke, Rudermaschine,Feuerloeschpumpe, Notbeleuchtung).
Da der Maschinenraum wahrscheinlich nicht vom Feuer betroffen war,wird er sicherlich intakt sein,aber in Moment nicht zu gebrauchen sein,da durch
das Feuer diverse Kurzschluesse in der Elektrik verhanden sind.Hier muessen erst einmal alle Kabel abgeklemmt werden,auf denen ein Kurzschluss ist,
um die Hilfsdiesel wieder anfahren zu koennen.
Mfg Bernd
Moin!
Lasst mich an Eurer interessanten Diskussion teilhaben. --- Dass das Havariekommando die "MSC FLAMINIA" zusammen mit den Smit-Bergern sicher an die Pier des Jade-Weser-Hafens (JWP) bringen wird, daran habe ich keine Zweifel. Aber was dann? Wo ist die Infrastruktur im JWP vorhanden, einen solchen Schadensfall zu bewältigen? Wo ist der Tanker, der das kontaminierte Löschwasser aufnehmen soll? Wo ist das Kran-Equipment, um die verbeulten ausgebrannten Kisten auf den Kai zu drehen, denn mit den Brücken wird man wohl nur die unbeschädigten Container an Land bekommen. Wo soll der Container-Schrott mit gefährlichem Inhalt abgestellt werden? Wohin soll das Zeugs verbracht werden? Und wer soll diese Scheißarbeit überhaupt erledigen. Die Leute brauchen Schutzkleidung und müssen abgesichert sein im Fall von möglichen Schadstoff-Zwischenfällen.
Ausser Eurogate, einem Kühl-Lagerhaus-Betreiber, dem Zoll, einem Truck Service Center, einem Güterverkehrszentrum mit Dienstleistern daneben und dem Zoll scheint alles andere, was man für eine solchen "General Average" vorhalten müsste, nicht vor Ort zu sein. Schaut mal auf diese Luftbildaufnahme, die eine Simulation des Normalbetriebs (d. h. die vollen Containerabstellflächen sind noch leer) darstellen soll, also wenn alles fertig ist am JWPl:
Es wird gesagt, dass die Havariearbeiten Monate dauern können. Und möglicherweise wird es noch Tage dauern, bis die Arbeit begonnen wird. Und letztlich: Wohin kommt das leere Schiff? Wird es gleich abgebrochen, aber wo? Oder soll es vielleicht vorher noch mal in ein Dock? Aber wer nimmt den Eimer? Und --- wieviel bleibt letztlich dem Steuerzahler an der Backe, wenn die Schlußrechnung aufzumachen ist?
Den möglichen Beschwichtigern und Relativierern sei jetzt schon mal gesagt: Man wird ja wohl noch fragen dürfen, nicht wahr?
Nachtrag:
Eine ganze Schlepper-Armada ist auf dem Weg zu dem Havaristen:
Alle Fotos von Peter Hartung sind (falls nicht anders angegeben) unter einer
Creative Commons-Genehmigung lizenziert. Siehe hier: Foto-Lizenz: CC-BY-NC-ND