Wohl als letztes Frachtschiff passierte gestern Früh gegen 7 Uhr in dicken Packeisschollen die „Dettmar Tank 3“ die Dömitzer Elbbrücke – ab 13 Uhr wurde die Elbe für den Schifffahrtsverkehr komplett gesperrt. Alle Eisbrecher der WSA Lauenburg waren dann bereits im Hamburger Hafengebiet im Einsatz. Harald Schulz
Eisbrecher eskortieren Frachter durch zugefrorenen Bodden
Rostock (dapd-lmv). Nach zwei Wochen Dauerfrost stößt die Schifffahrt vor Vorpommerns Küste allmählich an ihre Grenzen. Im Greifswalder Bodden behindere eine bis 15 Zentimeter starke Eisdecke die Passage von Frachtern zu den Häfen Wolgast, Greifswald-Ladebow, Vierow und Lubmin, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Dienstag mit.
Schiffe dürfen nur noch im Konvoi mit dem Tonnenleger «Görmitz» das Seegebiet passieren. An den ebenfalls allmählich einfrierenden Außenküsten von Rügen und Usedom übernimmt der Eisbrecher «Arkona» die Schiffsbegleitung. Meteorologen erwarten für die nächsten Tage Wind und Wasserschwankungen, die in einigen Bereichen zu Eisaufbruch und Aufschiebungen führen.
Ostdeutsche Eisbrecherflotte vor Vorpommerns Küste im Dauereinsatz
Stralsund (dapd-lmv). Zunehmende Vereisung behindert immer mehr die Schifffahrt in den vorpommerschen Küstengewässern. Nach Angaben des Stralsunder Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Stralsund befindet sich seit einigen Tagen fast die gesamte ostdeutsche Eisbrecherflotte im Dauereinsatz. Neben dem Mehrzweckschiff «Arkona» eskortiert auch die Besatzung des eisbrechenden Tonnenlegers «Görmitz» die Frachter zu den Häfen Wolgast, Greifswald-Ladebow, Lubmin und Vierow. Im Kleinen Haff unterstützt zudem der Eisbrecher «Kienitz» die Schifffahrt zum Hafen Ueckermünde-Berndshof.
Am Mittwoch brach der Eisbrecher «Görmitz» einem holländischen Frachter eine Schneise durch die geschlossene Eisdecke nach Lubmin, um dort Großrohre für den Bau eines Offshore-Windparks anzuliefern. Nach Meldungen der Eisbeobachter ist die Eisdecke auf dem Greifswalder Bodden bereits auf 20 Zentimeter Stärke angewachsen. Auch in den Revieren vor Lübeck, Wismar und Rostock behindert inzwischen dichter werdendes Eis die Schifffahrt.
Eiszeit: Fischer könnten bis Mitte März festsitzen
Im Hafen der Marina Boltenhagen ist das Eis 20 Zentimeter dick.
Die Kutter sind seit zwei Wochen nicht auf die Ostsee gefahren.
Die Netze bleiben seitdem leer.