Stab.-Tank auf oberen Decks von RoRo-Schiff?

bonito
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Re: Stab.-Tank auf oberen Decks von RoRo-Schiff?

Beitrag von bonito »

Globus hat geschrieben:Eine Interringanlage pumpt während der Beladung Wasser von Bb nach Stb und umgekehrt, damit das Schiff immer gerade liegt.
Die Anlage besteht aus einer großen Luftpumpe und zwei Tanks von geringer Größe.
Die Tanks liegen oben, damit der Hebelarm größer ist und weniger Masse (Wasser) gebraucht wird.
Die Tanks liegen oben, damit die gesamten Doppelbodentanks für Ballastwasser genutzt werden können.
Auf See wird sie abgeschaltet.

Gruß Globus
Ich kann nicht ganz nachvollziehen, daß der Hebelarm bei oben liegenden Tanks größer sein soll, um ein Schiff gerade zu legen, es sei denn, man nutz dabei den Stabilitätsabbau bei oben liegenden Tanks ; weniger Stabilität = weniger Ballast erforderlich um ein Schiff gerade zu legen.
Ebenfalls sehe ich nicht, daß oben liegende Tanks dazu dienen sollen, die Doppelbodentanks für die Stabilität freizuhalten.
Die oben liegenden Tanks bauen dermaßen Stabilität ab, das können die Doppelbodentanks gar nicht ausgleichen.
Mir scheint die Antwort von Haasenpeter da einleuchtender.
Gruß
Bernd U
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Re: Stab.-Tank auf oberen Decks von RoRo-Schiff?

Beitrag von Bernd U »

Moin Bonito!
Globus hat aber recht,denn so sind die Tanks angeordnet.
Die Ausgleichtanks befinden sich hoeher,damit man schneller einen Effekt erzielt.
Wenn du mit den Doppelboden-Ballasttanks arbeitest,hast du bei einem leeren Schiff ziemlich schnell Stabilitaetsprobleme
und beim vollen Schiff sollten diese Tanks leer sein,den Du hast Ladung!
Also:
Viel Ladung =Mehr Geld
mehr Ballast=weniger Ladung,weniger Geld.
Mfg Bernd
Video:https://www.youtube.com/watch?v=8y0kTkMJp2M
bonito
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Re: Stab.-Tank auf oberen Decks von RoRo-Schiff?

Beitrag von bonito »

Bernd U hat geschrieben:Moin Bonito!
Globus hat aber recht,denn so sind die Tanks angeordnet.
Die Ausgleichtanks befinden sich hoeher,damit man schneller einen Effekt erzielt.
Wenn du mit den Doppelboden-Ballasttanks arbeitest,hast du bei einem leeren Schiff ziemlich schnell Stabilitaetsprobleme
und beim vollen Schiff sollten diese Tanks leer sein,den Du hast Ladung!
Also:
Viel Ladung =Mehr Geld
mehr Ballast=weniger Ladung,weniger Geld.
Mfg Bernd
Hallo Bernd,
ich kann immer noch nicht nachvollziehen daß oben liegende Tanks einen schnelleren Ausgleich erziehlen sollen, logisch wäre für mich eigentlich ein möglichts aussen liegender Tank, also ein Wing Tanks.
Und oben liegende Tanks sind für die Stabilität sowas von kontraproduktiv, soviel Ballast kann man in die DB Tanks gar nicht reinpumpen, um dieses auszugleichen. Überleg mal, wie hoch die Tanks angeordnet sind und setzte das mal ins Verhätniss zur Lage der DB Tanks. Bedenke bitte, daß RO-RO Schiffe ohnehin ja einen geringen Tiefgang haben. Desweitern gilt RO-RO Ladung als ziemlich leicht, sehe somit nicht unbedingt das Gewichtsproblem.
Es mag natürlich sein, daß das Schiff soviel Stabilität hat, daß man sich den 'Luxus' leistet, die Ausgleichstank oben anzuordnen. Durch die Verringerung der Stabilität haben diese dann tatsächlich eine stärkere Wirkung als unten liegende Tanks.
Last but not least : wenn die Tanks wie auf dem Foto zu erkennen eher kurz und breit sind, ist der Hebelarm zum Krängungsausgleich ja recht begrenzt. Sinnvoller wären dann ja Tanks, welche Längsschiff verlaufen.
Gruß
Bernd U
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Re: Stab.-Tank auf oberen Decks von RoRo-Schiff?

Beitrag von Bernd U »

Moin Bonito!Du hast Deine Frage hiermit schon beantwortet:
Bedenke bitte, daß RO-RO Schiffe ohnehin ja einen geringen Tiefgang haben.
Geringer Tiefgang=Viel Ballast(also Gewicht ) unten!!!
Wie Globus schon sagte,sind die oberen Tanks nicht so gross,aber durch die hohe Lage bekommt man eben mit wenig Wasser einen grossen Effekt,
um ein Schiff gerade zu legen.
Und so klein ist die Ballastmenge eines Schiffs nicht.Panamax Bulker 75000 dwt nehmen im Leerzustand etwa 25000 Tonnen Wasser in den Ballasttanks
mit,einige fluten auch noch meistens Luke 4( ca. 13000 to),die oft als Ballast-und Ladeluke ausgelegt ist.
Ro-Ro Schiffe fahren eigentlich immer mit Ballast,da die Ladung nicht so schwer ist zum Volumen . Wenn Du da unten die Ballasttanks halb leer laesst,
verlierst du an Stabilitaet.Wie gesagt,oben brauchst Du nur ganz wenig Wasser,um einen Effekt zu erhalten.
Zur Ladung bei einem Ro-Ro:
Auf einen 40 To LKw kann Du locker 38 to Getreide laden,darfs aber nur 27 to laden,damit bleibt viel Luft !


Mfg Bernd
Video:https://www.youtube.com/watch?v=8y0kTkMJp2M
Andreas_Elmshorn
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Re: Stab.-Tank auf oberen Decks von RoRo-Schiff?

Beitrag von Andreas_Elmshorn »

Bernd U hat geschrieben:Moin Bonito!Du hast Deine Frage hiermit schon beantwortet:
Bedenke bitte, daß RO-RO Schiffe ohnehin ja einen geringen Tiefgang haben.
Geringer Tiefgang=Viel Ballast(also Gewicht ) unten!!!
Wie Globus schon sagte,sind die oberen Tanks nicht so gross,aber durch die hohe Lage bekommt man eben mit wenig Wasser einen grossen Effekt,
um ein Schiff gerade zu legen.
Und so klein ist die Ballastmenge eines Schiffs nicht.Panamax Bulker 75000 dwt nehmen im Leerzustand etwa 25000 Tonnen Wasser in den Ballasttanks
mit,einige fluten auch noch meistens Luke 4( ca. 13000 to),die oft als Ballast-und Ladeluke ausgelegt ist.
Ro-Ro Schiffe fahren eigentlich immer mit Ballast,da die Ladung nicht so schwer ist zum Volumen . Wenn Du da unten die Ballasttanks halb leer laesst,
verlierst du an Stabilitaet.Wie gesagt,oben brauchst Du nur ganz wenig Wasser,um einen Effekt zu erhalten.
Zur Ladung bei einem Ro-Ro:
Auf einen 40 To LKw kann Du locker 38 to Getreide laden,darfs aber nur 27 to laden,damit bleibt viel Luft !


Mfg Bernd

Moin, Moin!
Soso, auf einen 40t- LKW lädst Du 27 Tonnen.....! Na, dann viel Spaß beim fahren.... :D :D :D
Bei modernsten Einheiten, die ein Ladevolumen von 50m3 haben wirst Du nicht über 23 Tonnen zuladen können. Außer Du verdonnerst den Kollegen Kraftfahrer zum Gesetzesbruch!
Aber das nur am Rande und O.T.!
Grüße aus dem verschneiten Norden
Andreas B.
Geduld zu haben bedeutet nicht, sich alles gefallen zu lassen!
Bernd U
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Re: Stab.-Tank auf oberen Decks von RoRo-Schiff?

Beitrag von Bernd U »

Moin Andreas!
Wenn Du nur 50 m3 hattest,musst Du wohl mit einem LKW aus der Nachkriegszeit unterwegs sein.
Bei uns im Braker Hafen kommen taeglich an die 300 LKW`s und die meisten haben zwischen 70-90 m3 .Sie fahren Fumi und sind dementsprechend gross.
Sie wiegen leer meistens 13.100kg und laden bis Brutto ca.40.900 kg.
Soviel aus der Praxis aus einem Hafen!!
Mfg Bernd
Video:https://www.youtube.com/watch?v=8y0kTkMJp2M
Globus
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Re: Stab.-Tank auf oberen Decks von RoRo-Schiff?

Beitrag von Globus »

bonito hat geschrieben:
Globus hat geschrieben:Eine Interringanlage pumpt während der Beladung Wasser von Bb nach Stb und umgekehrt, damit das Schiff immer gerade liegt.
Die Anlage besteht aus einer großen Luftpumpe und zwei Tanks von geringer Größe.
Die Tanks liegen oben, damit der Hebelarm größer ist und weniger Masse (Wasser) gebraucht wird.
Die Tanks liegen oben, damit die gesamten Doppelbodentanks für Ballastwasser genutzt werden können.
Auf See wird sie abgeschaltet.

Gruß Globus
Ich kann nicht ganz nachvollziehen, daß der Hebelarm bei oben liegenden Tanks größer sein soll, um ein Schiff gerade zu legen, es sei denn, man nutz dabei den Stabilitätsabbau bei oben liegenden Tanks ; weniger Stabilität = weniger Ballast erforderlich um ein Schiff gerade zu legen.
Ebenfalls sehe ich nicht, daß oben liegende Tanks dazu dienen sollen, die Doppelbodentanks für die Stabilität freizuhalten.
Die oben liegenden Tanks bauen dermaßen Stabilität ab, das können die Doppelbodentanks gar nicht ausgleichen.
Mir scheint die Antwort von Haasenpeter da einleuchtender.
Gruß

Immer schön so sehen :

Die Interringanlage ( also die Seitenhochtanks ), wird nur gebraucht, wenn das Schiff eine Schieflage hat. Und dann siehst Du, dass die Seitenhochtanks sehr wohl eine Hebelwirkung ausüben. Damit kannst Du den Dampfer zu Kentern bringen.


Sieh nach!!


Globus.
Peter Hartung
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Re: Stab.-Tank auf oberen Decks von RoRo-Schiff?

Beitrag von Peter Hartung »

Moin miteinander!

Habe Eure Diskussion mit interesse gelesen. Ich halte die Erklärung von "Haasenpeter" für plausibel. Einen Hinweis dazu habe ich in den Schiffsdaten gefunden, die Transatlantic AB für die "TRANSPULP" veröffentlicht hat.

Dort liest man unter der Rubrik Tankkapazitäten u. a. wie folgt:

Ballast water 9.435 m3
Stabilizing water 1.356 m3
Heeling water 1.645 m3

Mehr siehe hier: http://rabt.se/Flottan/Industriell-Sjofart/TransPulp/

"Heeling water" heißt - wörtlich übersetzt - "Krängungwasser". "To heel" heißt "krängen".
Es kann sich aber auch um das "Stabilizing water" in den "Stab.Tanks" auf den oberen Deck 7 und 8 handeln.
Welche genauen Auswirkungen nun das "Heeling Water" und das "Stabilizing Water" auf Trimm und Stabilität in der Praxis haben, sollte Freighter, der die Frage ja aufgeworfen hat, am besten mal bei seiner Tour direkt vor Ort klären. Und uns danach noch einmal in diesem Thread berichten. Wäre jedenfalls nicht schlecht.

Von der Schiffstheorie, also u.a. von den Stabilitäts- und Trimm-Berechnungen her ist "Haasenpeter"s Argumentation auch schlüssig.
Dazu könnt Ihr einiges in diesem Theoriepapier der TU Harburg nachlesen, das Ihr hier herunterladen könnt: http://www.hafen-von-elmshorn.de/assets ... /kosys.pdf
Nach dem öffnen bitte zur Seite 1 im PDF-Dokument zurück-scrollen. Enthält einige interessante Schaubilder (siehe Abb. 1 bis 3) und Berechnungsformeln.

Praktisch erscheinen mir diese Hochtanks insbesonders dann sehr brauchbar, wenn sich das RoRo-Schiff bei stetem Seitenwind auf ein Ohr legt und mit dem Hochtank die Krängung und die Rollgeschwindigkeit gemindert werden können. Oder der Trimm (also Bug-Heck-Lage) muss wegen der Gewichtsverteilung der rollenden Ladung auf den Decks korrigiert werden.

mfg Peter Hartung
Zuletzt geändert von Peter Hartung am Fr 24. Dez 2010, 14:21, insgesamt 1-mal geändert.
Alle Fotos von Peter Hartung sind (falls nicht anders angegeben) unter einer
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Bernd U
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Re: Stab.-Tank auf oberen Decks von RoRo-Schiff?

Beitrag von Bernd U »

Moin Peter:
Du hast geschrieben:
Von der Schiffstheorie, also u.a. von den Stabilitäts- und Trimm-Berechnungen her ist "haasenpeter"s Argumentation auch schlüssig.
Dazu könnt Ihr einiges in diesem Theoriepapier der TU Harburg nachlesen, das Ihr hier herunterladen könnt.
Ist sicher richtig.
Ich spreche nur aus meiner eigenen Fahrenszeit auf See,und da hat die Maschinencrew noch das Ballastsystem bedient,haben wir das so gemacht,wie Globus es geschildert hat.
Theorie und Praxis sind meistens unterschiedlich,und jeder Offizier an Bord ballastet wahrscheinlich in anderer Reihenfolge !
Mit Weihnachtlichen Gruss
Bernd
Video:https://www.youtube.com/watch?v=8y0kTkMJp2M
Peter Hartung
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Re: Stab.-Tank auf oberen Decks von RoRo-Schiff?

Beitrag von Peter Hartung »

Bernd U hat geschrieben:Moin Peter:
(...)
Ich spreche nur aus meiner eigenen Fahrenszeit auf See,und da hat die Maschinencrew noch das Ballastsystem bedient,haben wir das so gemacht,wie Globus es geschildert hat.
Theorie und Praxis sind meistens unterschiedlich,und jeder Offizier an Bord ballastet wahrscheinlich in anderer Reihenfolge !
Mit Weihnachtlichen Gruss
Bernd
Moin Bernd,
danke für die Ergänzung. Ich wollte Eure praktischen Erfahrungen auch garnicht in Frage stellen. Mein Beitrag bezog sich allein auf diesen speziellen Ro-Ro-Schiffstyp, wie ihn die "TRANSPULP" darstellt und "Haasenpeter"s Erklärungsansatz. Ich glaube auch, dass man sich die verschiedenen Ballastwasser-Arten (Ballast, Heeling, Stabilizing) als zusammenhängendes System vorstellen muss, das entsprechend beeinflusst werden kann.
Hope you understand.
mfg Peter Hartung
Zuletzt geändert von Peter Hartung am Sa 25. Dez 2010, 05:10, insgesamt 1-mal geändert.
Alle Fotos von Peter Hartung sind (falls nicht anders angegeben) unter einer
Creative Commons-Genehmigung lizenziert. Siehe hier: Foto-Lizenz: CC-BY-NC-ND
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