Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

MariusC
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von MariusC »

Hallo Titanic,

damit du nicht unter gehst, könnte ich dir raten: "Lass es!"

Allerdings gibt es Dinge die man unbedingt will und dann klappen sie auch mit Ehrgeiz und Fleiß, daher ist es schwer zu sagen, ob es eine Garantie dafür gibt, dass dein Studium naturwissenschaftlicher Art erfolgreich endet oder eben nicht.

Für Nautik kann ich sagen, dass die Ansprüche sehr unterschiedlich sind und sich von Standort zu Standort auch unterscheiden.
E-Technik, Mechanik und Mathe 1 und Mathe 2 war in Bremen zweitweise mit Durchfallquoten von 50-70 %. Allerdings klappte das dann bei vielen im 2. Versuch.
Bei Seeverkehrsrecht lag der Durchschnitt auch mal bei 80 % (Erstversuch), hat sich aber auf 50 % reduziert.

In Warnemünde soll es angeblich so sein, das Informatik und Mathe die absoluten Siebvorlesungen sein sollen. Wie es in Leer und Elsfleth ist, weiß ich nicht.

Du musst also selbst entscheiden was du machen willst, die Entscheidung kann dir niemand abnehmen und es ist in der Hochschule machmal wie in der Schule, ist ein anderer Dozent da, wird die Vorlesung besser und es gibt weniger "Durchfaller", manchmal ist es aber auch genau anders herum.

Gut, die Entscheidung habe ich dir hiemit nicht einfacher gemacht, aber Aspekte aufgezeigt, die dir vllt. helfen eine eigene Entscheidung zu treffen.

Marius
RMS Titanic
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von RMS Titanic »

Vielleicht könnt ihr mir parallel zum Beruf des Schiffbauingenieurs Info´s zum Beruf des Nautischen Offiziers geben.

Wäre der Beruf des Nautischen Offiziers eine empfehlenswerte Alternative für mich?

Könnt ihr mir allgemein was zum Beruf des Nautischen Offziers sagen (Karrierechancen, Vergütung, Zukunftschancen, etc.)?

Bisher hat mich immer der Beruf des Nautischen Offziers ein wenig abgeschreckt, da ich mit einem Nautischen Offizier immer viel Fahrtzeit in Verbindung bringe, sprich man ist monatelang auf einem Schiff unterwegs und kann sich so neben dem Beruf nicht wirklich viel aufbauen.

Könnt ihr mir weiterhelfen?

:|
Langer

Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von Langer »

Moin,

auch nur ein Tipp von mir, wer nicht bereit ist zu Fahren, auch mal 6 Monate z.b, der sollte es lassen. ;)
Du kannst ja entweder über den Schiffsmechaniker dein Weg bestreiten (3 Lj.) oder über "Schule", wie Marius schon sagte.
Aber dafür musst du auch 2 mal 6 Monate fahren........

Guckst du hier.....

http://www.berufsbildung-see.de/index.htm

Achja, in Flensburg an der Fachschule für Seefahrt liegt das Gewicht auch bei Mathe und Physik


Schön Abend aus Travemünde

Langer
RMS Titanic
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von RMS Titanic »

uiuiui ... jetzt habt ihr aber viel Angst und Schrecken verbreitet (Piraten!) :D

langsam aber sicher fange ich stark an zu zweifeln, ob ein Schiffbau-Studium überhaupt für mich in Frage kommt :|
(meine Note in Mathematik verspricht nicht wirklich große Bereitschaft etwas sehr mathelastiges zu studieren)

mein Augenmerk schwenkt ändert sich wohl eher in Richtung Schifffahrt ;)

jetzt ist eure Meinung gefragt: ist es besser eine Schiffsmechaniker-Ausbildung zu machen (3 Jahre) und anschließend Nautik studieren (+2 Jahre) oder direkt von vorneherein Nautik studieren (2x6 Monate "Praktikum" + 2 Jahre Studium)?

ich habe zudem in Erfahrung gebracht, dass die Möglichkeit besteht auch bei Fährreedereien diese 6monatigen Praktikas zu absolvieren.
dies würde mir natürlich wesentlich besser gefallen, da dort der Rhytmus zwischen mindestens 5 Tagen und maximal 4 Wochen beträgt.

was haltet ihr davon? (hat vielleicht sogar jemand von euch Erfahrungen gesammelt wie ein solches Praktikum ausschaut?)

Viele Grüße aus dem Bergischen Land (weit weit weit weg vom Meer :D )

Jan P.
horkini

Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von horkini »

Moin,
also so richtig "bequeme" Studiengänge bzw. Berufe gibt es eher selten, es sei denn, man wird z.B. Lehrer für Relegion, Erdkunde oder Biologie.
Gab es eigentlich noch nie.
Öffentlicher Dienst vielleicht, wer`s mag?
Aber wenn man keinen Bock auf Mathematik, Physik und Chemie hat (bzw. die Begabung fehlt) und die Zensuren entsprechend sind, sollte man doch lieber kein Studium beginnen, das irgendwie mit Technik zu tun hat.....
Grüße
horkini
RMS Titanic
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von RMS Titanic »

ich gehe einfach mal davon aus, dass bei Studiengängen wie z.B. Nautik nicht wirklich höhere Mathematik und "Abiturstoff" nötig ist.
also ich wüsste nicht, was "Lineare Algebra", "Exponentialrechnung" oder "Matrizenrechnung" mit Schifffahrt zu tun haben sollte.
allgemeine Mathematik (bis Jgst. 11/12) habe ich bisher immer hingekriegt ohne große Probleme.

:D
MariusC
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von MariusC »

Ich will dir ja nicht zu Nahe treten, aber vllt. solltest du dich besser informieren:

Lineare Algebra hat meines Wissens mit analytischer Mathematik zu tun, oder? Analytische Mathematik (Geometrie) kommt im Grundstudium vor, aber auch trigonometrische Mathematik.
Hatte ich im 2. Semester und auch E-Technik, Mechanik, Thermodynamik, Informatik und trigonometrische Mathematik. Und das alles haben wir gemacht, ohne hierbei immer erkennen zu können, was das mit Schiffahrt zu tun hat. So ist eben ein Grundstudium.

Du glaubst gar nicht was du alles im Studium lernen wirst/musst, ohne sofort zu 100% zu wissen, was das mit deinem späteren Beruf zu tun hat.

Zu den Praktikumszeiten: Du musst Nettofahrzeit vorweisen. 6 Monate sind da 6 Monate, machst du zwischendrin 3 Monate frei, dann bist du auch netto nur 3 Monate gefahren. ;-)

Grüße,
Marius
Lübecker
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von Lübecker »

Moin,

mein Plan geht auch in Richtung Nautik studieren ab dem Sommersemester 2011. Doch habe ich noch ein paar Fragen.

Wo kann ich meine Praxiszeit absolvieren und in welchen Betrieben?
Sind Bremen oder Elsfleth empfehlenswert?
Muss ich mich über eine Firma einschreiben oder geht das auch als Privatmensch?
Ich schließe im Januar 2011 die 2,5 jährige Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann ab, habe die Fachhochschulreife, sowie eine Ausbildung zum kaufm. Assistenten (2 Jahre, gleichzeitig mit Fachhochschulreife) - wird mir das irgendwie angerechnet? Mein Abschlusszeugnis war leider mit 3,1 nicht so toll :roll:


ich würde mich freuen von euch zu hören :)

lg Eike

PS.: Ich hoffe, keine Frage doppelt gestellt zu haben ;)
Carsten H. Petersen
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von Carsten H. Petersen »

Moin RMS Titanic ,

ich würde mich nicht entmutigen lassen , zumindest dann nicht , wenn Deine mediokren ABI-Noten -wie bei mir- auf notorische Faulheit zurückzuführen sind . Mit ein bisschen Aufwand , regelmäßigem strukturiertem Repetieren und der Erkenntnis , dass es eben nicht anders geht und dem Wissen , für welches Berufsziel man sich diese Studieninhalte ´reinziehen darf , läßt sich Vieles erreichen , ohne sich übermäßig verausgaben zu müssen . Zumindest ging es mir so . Man sollte von Anfang an "am Ball bleiben" , das Tempo ist schon recht hoch . Tatsache jedoch ist , dass gerade im Rahmen der neukonzipierten Studiengänge die Studieninhalte verakademisiert worden sind . Zumeist mangelt es meines Erachtens den DozentInnen ( jetzt fange ich auch schon mit diesem Gleichstellungsbeauftragtendeutsch an ) auch an der praktischen Borderfahrung , um Sachverhalte plakativ und praxisorientiert vermitteln zu können . Viele Professoren schweben in höheren akademischen Sphären . In Warnemünde beinhaltet der Nautikstudiengang -aus welchem Grunde auch immer- Thermodynamik . Ohne den Ehrgeiz , sich mit Infinitesimalrechnung ( oder wie es so schön hieß : höherer Mathematik für Ingenieure ) eingehend auseinandersetzen zu wollen , geht es leider nicht , auch nicht für den nautischen Nachwuchs . Inwieweit Seefahrtsstudiengänge derzeit einem NC unterliegen , entzieht sich meiner Kenntnis . Auf jeden Fall sind Schiffsbetriebstechnik und Seefahrt sicher keine Schmalspurstudiengänge bei denen man die Diplome quasi hinterhergeworfen bekommt . Für den normalen Schiffsbetrieb gem. STCW langt eigentlich auch ein 4 semestriges Fachschulstudium , höchstens im Sekundärbereich legt man in diversen Branchen Wert auf das FH-Diplom . Das Fachschulstudium beschränkt sich eher auf die Kenntnisse , die für den Bordbetrieb unabdingbar sind , verzichtet aber auf den ganzen Wissensballast in Form von mathematisch/naturwissenschaftlichen Grundlagen , die den Löwenanteil des FH-Grundstudiums ausmachten und den man i.d.R. nie wieder benötigt . Auf jeden Fall würde ich mich zügig vom Glauben verabschieden , seefahrtsbezogene Studiengänge sei "Studium light" für verkrachte und latent hirnamputierte Existenzen , die ansonsten geistig nichts auf die Reihe bekommen . Grundsätzlich würde ich sagen , der nautische Studiengang ist universeller , sicher auch abwechslungsreicher , dringt jedoch nicht so tief in die Materie ein wie der technische Studiengang . Man könnte sagen , der Nautiker , ganz Generalist , kann alles ein bisschen , aber eigentlich nichts so richtig . Der Techniker / Schiffsingenieuer ist in einem kleineren Bereich hochspezialisiert , was man auch den Studiengängen anmerkt , die sicher profundere mathematisch / naturwissenschaftliche Kenntnisse erordern , als das beim Nautiker der Fall ist , kennt sich aber natürlich mit der ganzen Peripherie , die der Nautiker rudimentär beherrscht ( BWL , Meteorologie , Medizin etc. ) möglicherweise nicht sonderlich aus . So , hoffentlich bin ich jetzt niemandem zu nahe getreten , aber so würde ich es beschreiben wollen .

Carsten
Fischländer
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Re: Start ins Berufsleben in der Schifffahrt oder im Schiffbau

Beitrag von Fischländer »

Moin,
es gibt leider ziemlich viele Unterschiede zwischen den einzelnen Seefahrtschulen.
So muss man z.B. in Warnemünde folgende Vorlesungen des Grundstudiums besuchen.
Thermodynamik, Technische Mechanik, Elektrotechnik, Werkstoffkunde, Mess- und Regelungstechnik und Chemie
Diese Fächer gibt es z.B. an der Seefahrtschule Leer nicht und damit ist das Studium dort Praxisorientierter.
Jedes Bundesland und jede Seefahrtschule hat ihr eigenes Konzept und jede Seefahrtschule will die Beste sein.
Es gibt leider immer weniger Dozenten die noch einen Bezug zur Seefahrt haben.
Und falls jemand in Warnemünde studieren möchte, sollte dieser jemand Turbo Pascal programmieren können.
Auf Turbo Pascal wird in Warnemünde sehr sehr viel wert gelegt. Es ist viel wichtiger als Navigation!
Ein guter Nautiker ist man nur, wenn man das Programmieren beherrscht. (Ironie)
Da kann ich nur drüber lachen :D

@ Lübecker:
Ein Praxissemester ist nicht leicht zu bekommen.
Da hilft wohl nur telefonieren
http://www.reederverband.de/index.php?kat=291&kat2=322
Angerechnet wird dir von deiner Ausbildung leider nichts.

freundliche Grüße
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