Stena Line Kiel-Göteburg

Torge
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Stena Line Kiel-Göteburg

Beitrag von Torge »

Hallo Forum,

wenn ich anliegenden Link richtig verstehe, dann werden die beiden Schwesterschiffe Stena Germanica und Stena Scandinavica nach Polen wechseln

http://www.blt.se/jobbet_o_pengarna/article1131029.ece

"Nästa år byter Stena Line ut fartygen Stena Baltica och Finnarrow som i dag trafikerar linjen Karlskrona och Gdynia i Polen.
I stället kan de betydligt större systerfartygen Stena Germanica och Stena Scandinavica komma att sättas in i trafik på linjen".

Jetzt kommen entweder die England-Fähren nach Kiel oder die Neubauten..... ich tippe auf die englische Lösung!

Schönes Wochenende aus Hamburg

Torge
ArneKiel

Re: Stena Line Kiel-Göteburg

Beitrag von ArneKiel »

Hallo,

klingt interessant aber irgendwie auch völlig gaga....
Offenbar sind weder Polen noch Schweden von der weltweiten Rezession betroffen, warum sollte man dort die Kapazitäten der Route mehr als verdreifachen??
Die beiden Kieler Schiffe können immerhin jeweils knapp 2500 Paxe befördern, die Stena Baltica nur 1.200 - die Finnarrow sogar nur 200 Passagiere.
Nach Deiner Interpretation muss das Fracht- bzw. Paxaufkommen auf der Linie geradezu explodieren....
Carsten
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Re: Stena Line Kiel-Göteburg

Beitrag von Carsten »

Hi,

im Artikel steht auch das Stena auf dieser Strecke vermehrt auf die Cruisereisenden setzt.
Mit 400000 Reisenden gibt es, im Gegensatz zur Fracht auf dieser Route, nur wenig Rückgang.
Für schwedische Touristen ist Polen wohl durch die Kursentwicklung Krone/Zloty ein lohnendes Ziel.

Grüße
Carsten
Bitte beachtet: Fotos in meinen Beiträgen sind, wenn nicht anders erwähnt, mein Copyright
Mario
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Re: Stena Line Kiel-Göteburg

Beitrag von Mario »

Spannender ist, welche Schiffe auf die Kiel-Göteborg-Route wechseln:
  • Die Stena Germanica und Scandinavica haben zusammen eine Kapazität von 4.728 Personen - Lanemeter: 3.256
  • Die Stena Britannica und Hollanica können zusammen 2.107 Personen befördern. - Lanemeter: 8.220
  • Die beiden Neubauten, die 2010 ausgeliefert werden, sollen zusammen 2.400 Personen transportieren können. - Lanemeter: 11.000
Wie man darauf sind, können eigentlich eigentlich weder die beiden England-Schiffe, noch die Neubauten eine ähnliche Kapazität bieten.
Overandout
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Re: Stena Line Kiel-Göteburg

Beitrag von Overandout »

Die Diskussion darüber gab es ja schon mal im Forum.

Wie lange braucht man eigentlich mit dem Auto/LKW von Rödby ;) nach Göteborg?
Es stellt sich doch die Frage(mittelfristig),ob sich diese Route( mit dem Fehmarnlink als Konkurrenz)überhaupt rentieren würde,oder nicht?
Suche alte Fotos vom Hafen Helsingør
FBehling
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Re: Stena Line Kiel-Göteburg

Beitrag von FBehling »

Die Fähren brauchen den Wettbewerb mit den Brücken nicht unbedingt fürchten. Es wird natürlich Veränderungen geben. Aber die Fährgesellschaften können sich ja vorbereiten.

Anders als bei Privat-Pkw-Fahrer sind Trucker an Lenkzeiten gebunden, die gerade in Schleswig-Holstein auf den beiden Achsen A7 und A1 gern kontrolliert werden. Nach der Fertigstellung der Fehmarnbelt-Bücke in zehn Jahren wird es bestimmt zu einem Rückgang bei Pkw, Wohnmobilen und Wohnwagen auf Kiel-Göteborg kommen. Das war auch nach der Fertigstellung der Brücke im Großen Belt vorübergehend sichtbar. Es kamen aber auch Kunden zurück zur Stena Line, die vorher die Landstrecke genommen haben. Der Charme einer entspannten Übernachtfahrt nach Göteborg mit dem Schiff bei überschaubaren Mehrkosten ist einfach größer, als die Nachtfahrt mit ständiger Koffeineinspritzung und ZZ-Top-Tacktung aus den Boxen. Und ganz entscheidend: Wer einmal nachts mit 180 Sachen auf Dänemarks Autobahnen erwischt wurde, der erkennt schnell, wie günstig Fährlinien sein können....


Gruß aus Kiel
MariusC
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Re: Stena Line Kiel-Göteburg

Beitrag von MariusC »

Ich würde da auch erstmal den Ball sehr flach halten.

In Nordeuropa denkt man im übrigen immer noch zu stark über die Konkurrenz Straße-Fähre nach, welche in Südeuropa zu großen Teilen kaum eine Rolle spielt.
Meeresautobahnen haben im Süden besonders viel Erfolg und die Strecken führen genau an den Küsten entlang um Autobahnen zu entlasten.
z-B. Genua-Barcelona, Genua/Livorno-Palermo, Neapel-Palermo, Salerno-Messina, Genua/Civitavecchia-Barcelona, Civitavecchia-Catania, Ravenna-Catania usw. Besonders die Grimaldi Gruppe und Grandi Navi Velcoi sind in Sachen Meeresautobahn aktiv geworden.
Routen wie Venedig/Ancona-Patras stehen da im gleichen Zusammenhang, schließlich könnte man auch bis Brindisi fahren und dann nach Griechenland übersetzen, trotzdem werden diese Routen so stark genutzt, dass wieder größere Neubauten bestellt wurden, u.a. von Minoan Lines.

Infos hier:
http://ec.europa.eu/transport/maritime/ ... sea_en.htm
Indian
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Re: Stena Line Kiel-Göteburg

Beitrag von Indian »

Ich bin nach dem Artikel vorsichtig. Denn die Infos darin stammen vom Linienchef. Eine Entscheidung ist nicht getroffen und für mich heißt das eher, die Sache ist ein Wunschdenken. Er hofft, dass man in Göteborg so entscheidet.

Bei Bestellung der Neubauten ist man von einem weiteren Wachsen des Frachtverkehrs ausgegangen. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde im Göteborgsposten gesagt, dass die Schiffe für England oder die Polenroute bestimmt sind. Im Augenblick sind sie wohl für alle bestehenden Routen zu groß. Wenn sie also vergleichbare Kapazität ersetzen sollen, käme rein logisch nur Kiel-Göteborg in frage, wenn sie die vier Schiffe (K-G/K-T) ersetzen. Die Frage ist nur, ob Stena Travemünde fallen lassen will. Alternativ könnte natürlich auch Kiel darunter leiden. Glaube ich aber kaum, weil dort der neue Terminal gebaut wird.

Ich denke, die endgültige Entscheidung dürfte so kurzfristig wie möglich vor der Alieferung der Neubauten erfolgen.
Gruß
Peter
Gunnar
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Re: Stena Line Kiel-Göteburg

Beitrag von Gunnar »

Wobei beim Stichwort Travemünde die wesentlich bessere Hinterlandanbindung und Terminallage nicht zu vergessen ist. Wie ist das denn mit Gefahrgütern? Ich meine, mal gehört zu haben, dass die Bedienung mit den reinen Frachtfähren ab Travemünde den Vorteil hat, dass man wesentlich besser Gefahrgüter mitnehmen kann als bei den RoPax ab Kiel.

Gruß
Gunnar
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MariusC
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Re: Stena Line Kiel-Göteburg

Beitrag von MariusC »

Hallo Gunnar,

das liegt einfach daran, dass die Schiffe ab Travemünde von Stena über ein Wetterdeck verfügen. Auf dem Wetterdeck dürfen z.B. auch die Mehrzahl von Gütern der IMDG Klasse 1 (Explosive Stoffe) gestaut werden, solange nicht mehr als 12 Passagiere an Bord sind. Auch dürfen dann andere Stoffe die nach Klassen 2-8 klassifiziert sind befördert werden, wenn weniger als 25 Passagiere oder 1 Passagier pro 3 Meter Schiffslänge an Bord sind, die höhere Anzahl ist maßgeblich.

Für unter Deck verladung und das ist alles bis auf das Wetterdeck und auf Passagierschiffen, gelten strengere Richtlinien. Allerdings kann ein und dasselbe Schiff einmal Passagierschiff sein und einmal Frachtschiff, je nachdem wieviele Passagiere an Bord sind, kann dies geändert werden um ggf. mehr Gefahrgut zu transportieren. Hat man jedoch kein Wetterdeck, dann kann man in keinem Fall Gefahrgut für Wetterdeck transportieren.

Marius
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