Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

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Alexander
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Alexander »

Henri hat geschrieben:Ja aber dann reden wir immernoch über ein dreistelligen MIo Betrag. Die KfW soll da recht tief drinstecken. Naja wie weit und wie tief wird man in den nächsten Wochen ja sehen.
Ich hab aus anderen Quellen (die ich in diesem speziellen Fall nicht offenlegen kann) etwas von einem insgesamt mittleren zweistelligen Millionenbetrag gehört, wobei insgesamt eine recht hohe Besicherungsquote gegeben sein soll, also verhältnismäßig wenig unbesichert sein soll (wobei naürlich die Frage ist, was die Sicherheiten derzeit tatsächlich wert sind). Die genaue Höhe werden wir hier vielleicht nie erfahren, vielleicht aber auch im Rahmen des weiteren Insolvenzverfahrens oder eines evtl. Gerichtsverfahrens.

Alexander
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Garsvik
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Garsvik »

Mit 18 Schiffen und 80 Angestellten ist die jetzige Firma überschaubar. Gewinn wird bei Beluga wohl auf längere Zeit keiner überbleiben, erstmal hat ja Oaktree noch viel Geld raustun müssen, damit die Schiffe wieder fahren können. Das wird wohl zeitnah zurückgezahlt werden müssen.

Ob jemand um 50 Millionen oder um 150 Millionen betrügt, ist vermutlich bei der Strafzumessung unerheblich.

Garsvik
KaiR
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von KaiR »

Alexander hat geschrieben: Wenn Du meinst, daß die übliche Praxis der Risikosteuerung in Banken "Murks" ist, dann kannst Du das glauben.
Du verwechselst die Kalkulation bzw. das Risikomanagement mit der GuV. In der Kalkulation wird Vorsorge für Forderungsausfälle getroffen. Diese dürfen aber in keiner Weise bilanziell berücksichtigt werden, das ist eine reine Rechengröße.

Die Einnahmen werden als Forderungen in der Bilanz und natürlich als Ertrag in der GuV gebucht. Erst wenn absehbar ist, dass diese Forderungen ausfallen darf man Wertberichtigungen bilden und erst dann werden aus den schönen Erträgen viel geringere Erträge (wenn nicht gar Verluste). Dass das vorher einkalkuliert war, spielt allenfalls im Bewußtsein der Verantwortlichen eine Rolle. Eine Forderung, die nicht ausfällt ist immer besser als ein einkalkulierter Verlust der auch eintritt.
Alexander hat geschrieben: Ein Ausfall bis zu dieser Höhe würde also zwar zu einer einem Aufwand in der GuV führen, jedoch wäre als Gegenposten ein Ertrag da, so daß zwar der Gewinn geschmälert, aber eben kein bilanzieller Verlust entstehen würde (natürlich nur für diese Geschäfte gerechnet - aus anderen Geschäften der Bank könnte dann natürlich trotzdem ein Verlust auftreten).
Einfaches Rechenbeispiel: Nehmen wir an, die Forderung hat die Höhe 2. Davon fallen 50% aus, bleiben also 2-1 = 1. Jetzt das gleiche Beispiel ohne Forderungsausfall: 2-0 = 2. Was ist besser?
Alexander hat geschrieben: Erst wenn die tatsächliche Ausfallquote höher als die geschätzte ist (was vorkommen kann, aber dann durchaus ein Indiz für Mängel im Risikomanagement der Bank sein kann), entsteht aus diesen Krediten tatsächlich ein bilanzieller Verlust.
diese Aussage ist falsch.

Grüße

Kai
Grüße,

Kai
Alexander
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Alexander »

quote="KaiR"]Eine Forderung, die nicht ausfällt ist immer besser als ein einkalkulierter Verlust der auch eintritt.[/quote]

Das ist logisch! Das Gegenteil habe ich übrigens nie behauptet!

Ansonsten? Deine Sichtweise wäre dann evtl. korrekt, wenn ich Risikosteuerung und Gewinn-/Verlustrechnung als völlig voneinander losgelöste Themenbereiche sehen würde. Diese Sichtweise ist aber nicht (mehr) zwingend korrekt. Wenn man klassisch nach HGB bilanziert, geb ich Dir recht. Wenn eine Bank allerdings nach IFRS bilanziert, sieht es schon ein wenig anders aus, da dort nach Fair Value zu bewerten ist. Das heißt, daß die einzelnen Forderungen und Verbindlichkeiten z.B. mit einem anerkannten Bewertungsverfahren zu bewerten sind. Daraus ergibt sich dann schon deutlich früher GuV-wirksamer Bewertungsbedarf

Aber das hier im öffentlichen Forum weiter auszudiskutieren, das bringt wohl wenig. Insofern biete ich Dir an, daß wir dieses Thema gerne per PN vertiefen können. Immerhin sind wir hier nicht im Forum "Bilanzierung", sondern im Forum "Schiff". DAS Thema ist dann doch zu speziell, um es hier zu diskutieren.

Also, ggf. per PN weiterdiskutieren...

Alexander
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Henri
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Henri »

Garsvik hat geschrieben:Mit 18 Schiffen und 80 Angestellten ist die jetzige Firma überschaubar. Gewinn wird bei Beluga wohl auf längere Zeit keiner überbleiben, erstmal hat ja Oaktree noch viel Geld raustun müssen, damit die Schiffe wieder fahren können. Das wird wohl zeitnah zurückgezahlt werden müssen.
Das sehe ich genauso. Da hat Oaktreee wohl in den sauren Apfel gebissen weil sonst alles weggewesen wäre. Weil allein die Forderungen für nicht gezahlte Zeitcharter Raten belaufen sich ja auch mehere Mio Euro.
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Henri
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Henri »

constantin hat geschrieben:moin,

also ich habe gehört(wenn das nicht schon hier drin steht, da ich nicht so sehr in der thematik bin), dass die hamonia redeerei einen großen teil der flotte von beluge übernehmen wird.
ich gebe aber keine garantie.
wer fragen hat kann sich gern per pn melden.

gruß constantin
Das ist schon seit dem 15.03 so. Wurde auch offiziel bekanntgeben. Dabei handelt es sich um die Schiffe von HCI die auch an HAMMONIA Reederei beteiltigt sind.
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Garsvik
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Garsvik »

Beluga College: Beluga-Pleite reißt Bildungsprojekte mit
http://www.ftd.de/karriere-management/k ... 33875.html

Ein umfangreicher (3 Seiten) Bericht über die Ausbildungsaktivitäten, die Nils Stolberg angestoßen hat. Die meisten wohl vor ca. 2 Jahren - also zu einem Zeitpunkt, wo die Firma Beluga bereits "schöngerechnet" wurde. Die anderen Reedereien wurden damals nicht gefragt, ob sie mitziehen wollen bei diesen Ausbildungsaktivitäten und jetzt mögen sie nicht Geld raustun für etwas, was stets mit dem Namen Beluga verbunden bleibt.

Garsvik
Dieter
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Dieter »

Moin moin,

heute in der "NORD-WEST-ZEITUNG":

Stolberg: Oaktree hat mich in Insolvenz gestürzt

http://www.nwzonline.de/Region/Artikel/ ... uerzt.html
Viele Grüße von der Weser

Dieter

Ueber 11100 Schiffsvideos: https://www.youtube.com/user/DiFooII
18.08.2025 QUEEN MARY 2 - Elbe / Müggendorf Glameier Stack: https://youtu.be/IBQ2pGcKJ_M
Garsvik
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Garsvik »

Oaktree mag den Namen Beluga nicht mehr: „Hansa Heavy Lift“ - ob das jetzt förderlich ist? Was der geplante Umzug nach Hamburg soll, ist mir unklar.
Das jetzige Gebäude wird den Banken gehören und muß daher geräumt werden, da es für die inzwischen nur noch 65? Firmenangestellten zu üppig ist.

Die Privatinsolvenz von Niels Stolberg hatte ich erwartet - bei Betrug ist die Verjährungsfrist 30 Jahre - und nur eine grobe Verletzung der Pflichten eines GmbH-Geschäftsführers läßt es zu, daß auf sein Privatvermögen zurückgegriffen wird. Außerdem mag es im Einzelfall sein, daß er eine persönliche Haftung für Firmenkredite unterschrieben hat. Privatinsolvenzen der anderen gefeuerten Mitarbeiter sind weniger wahrscheinlich.

Garsvik
Alexander
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Alexander »

Immerhin scheint die Sache mit dem Spendenbetrug aus der Welt geräumt zu sein; zumindest wird Willi Lemke entsprechend zitiert. DAS ist zumindest mal eine kleine positive Nachricht (wobei sich hier zeigt, wie tendenziös manchmal die Presseberichterstattung ist, denn über die angeglichen Unregelmäßigkeiten bei der Spendenaktion wurde groß, mit entsprechenden Schlagzeilen, berichtet, während die Aufklärung dazu klein in einem Artikel steht - da hat irgendjemand, vermutlich Oaktree, eine gute Presseabteilung :-().

Den neuen Firmennamen halte ich für sehr unglücklich, da damit gewisse Assoziationen an die DDG Hansa geweckt werden - sicher eine Reederei, die im Bereich Schwergut beachtliches geleistet hat, die aber letztlich auch in die Pleite ging. Aus PR-Gründen hätte ich da eher einen anderen Namen gewählt.

Zur Privatinsolvenz: Diese dürfte zunächst mal vorsorglich angemeldet worden sein, denn selbst wenn Oaktree die Forderung von 132 Mio. erhebt, heißt das ja noch lange nicht, daß die zum einen berechtigt und zum anderen auch gerichtlich bestätigt ist. Ich vermute mal, daß letztlich erst ein Strafverfahren gegen Stolberg beendet werden muß, in dem klar rauskommt, daß er seine Pflichten verletzt hat, ehe überhaupt zivilrechtlich über diese Forderungen verhandelt werden kann. Immerhin hat er durch die bereits jetzt angemeldete Privatinsolvenz insofern klare Fakten geschaffen, als daß er sein Privatvermögen nun selbst nicht mehr antasten kann (z.B. für "Geschenke" an Verwandte und Freunde, um dann später darauf zurückgreifen zu können).

Alexander
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