Gerade wenn professionelle Sicherheitsdienstleister eingesetzt werden, müssen diese das deutsche Recht beachten. Und da gibt es durchaus Abstufungen der Notwehr, sprich, es ist in der Regel das mildeste geeignete Abwehrmittel zu verwenden. Überspitzt gesagt: wenn Dir einer eine Ohrfeige gibt, hast Du vor Gericht schlechte Karten, wenn Du ihn dann "in Notwehr" tötest...ArneKiel hat geschrieben:[
Im übrigen muss man den Piraten im Notwehrfall ja nicht gleich erschiessen - man kann ihn ja auch verletzen - oder rechtfertigt die Notwehrsituation in jedem Fall den finalen Todesschuss?
Sicherung vor Piraten
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
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ArneKiel
Re: Sicherung vor Piraten
Danke für die Erläuterung!Alexander hat geschrieben:Gerade wenn professionelle Sicherheitsdienstleister eingesetzt werden, müssen diese das deutsche Recht beachten. Und da gibt es durchaus Abstufungen der Notwehr, sprich, es ist in der Regel das mildeste geeignete Abwehrmittel zu verwenden. Überspitzt gesagt: wenn Dir einer eine Ohrfeige gibt, hast Du vor Gericht schlechte Karten, wenn Du ihn dann "in Notwehr" tötest...ArneKiel hat geschrieben:[
Im übrigen muss man den Piraten im Notwehrfall ja nicht gleich erschiessen - man kann ihn ja auch verletzen - oder rechtfertigt die Notwehrsituation in jedem Fall den finalen Todesschuss?
Wieso das deutsche Recht - ich dachte, die professionellen Sicherheitsdienstleister dürfen "offiziell" auf "echten" deutschen Schiffen gar nicht eingesetzt werden?
Diese Notwehrregelung gilt doch dann auch für deutsche Marinesoldaten, oder?
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
Wie es im Militär aussieht, kann ich nicht beurteilen, allerdings gehe ich davon aus, daß auch dort entsprechende Regelungen gelten (sollte eine Lehre aus der deutschen Geschichte sein).ArneKiel hat geschrieben: Wieso das deutsche Recht - ich dachte, die professionellen Sicherheitsdienstleister dürfen "offiziell" auf "echten" deutschen Schiffen gar nicht eingesetzt werden?
Diese Notwehrregelung gilt doch dann auch für deutsche Marinesoldaten, oder?
Die Frage, welches Recht wo gilt, ist natürlich immer schwer zu beurteilen, aber wenn wir mal davon ausgehen, daß die Sicherheitsfirma in Deutschland registriert ist bzw. deren Mitarbeiter Deutsche sind, dann wäre hier deutsches Recht wohl auch dann anwendbar, wenn sie auf einem Schiff unter fremder Flagge eingesetzt würden (ist allerdings nur so eine Vermutung meinerseits, bin kein Anwalt).
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Spleißen
Re: Sicherung vor Piraten
Zu meiner Zeit galt < und so hieß es auch immer > Hoheitsgebiet des jeweiligen Landes. dessen Flagge es trägt ???? Es turfte auch nur die Polizei Handlungen tätigen. Zoll war was anderes.
Also wenn es in Deutschland ein Gesetz gibt für den Einsatz von Sicherheitskräften, dann ist es doch erlaubt diese mit Waffen
an Bord zu haben. Es muss halt nur in den Häfen die Waffen versiegelt eingeschlossen werden.
Auf DSR-Schiffen war das Gerücht, dass beim Kapitän Waffen gewesen sein sollten ?? Was , wie viel ????
Spleißen
Also wenn es in Deutschland ein Gesetz gibt für den Einsatz von Sicherheitskräften, dann ist es doch erlaubt diese mit Waffen
an Bord zu haben. Es muss halt nur in den Häfen die Waffen versiegelt eingeschlossen werden.
Auf DSR-Schiffen war das Gerücht, dass beim Kapitän Waffen gewesen sein sollten ?? Was , wie viel ????
Spleißen
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ArneKiel
Re: Sicherung vor Piraten
Moin,
Waffen an Bord (in den Händen der Besatzung) sind offenbar überhaupt kein Problem.
Zitat Polizei Hamburg:
Bezieht sich die "geringe Menge" nun auf normale Waffen oder auch auf die "schweren Waffen" - leider habe ich bei der Polizei Hamburgs keine entsprechende PM gefunden
weiter vorne hier im Thread konnten wir lesen, dass Automatikwaffen an Bord nicht gestattet sind - was ist denn nun richtig?
Waffen an Bord (in den Händen der Besatzung) sind offenbar überhaupt kein Problem.
Zitat Polizei Hamburg:
Aus dem Hamb Abendblatt: http://www.abendblatt.de/politik/auslan ... raten.htmlAus Sicht der Hamburger Sicherheitsbehörden stellen Waffen an Bord von Seeschiffen bisher allerdings noch "kein Problem dar", wie Polizeisprecher Andreas Schöpflin sagt. Waffen, die unter das deutsche Waffenrecht fallen, müssten bei der Polizei 24 Stunden vor Ankunft in Hamburg gemeldet und im Hafen sicher verwahrt werden. Schöpflin: "Und da hat es bisher noch nie einen Zwischenfall gegeben, den wir registriert haben."
Eine Statistik über die Anzahl der Waffen und Meldungen führe die Polizei jedoch nicht, so Schöpflin. Zahlen über eine Zunahme der Bewaffnung auf Seeschiffe gebe es daher nicht. Das gelte ebenso für schwere Waffen wie Panzerfäuste, die unter das Kriegswaffen-Kontrollgesetz fallen. Mit richtigen Frachtpapieren versehen, gelten solche Waffen als Handelsware. Eine "geringe Menge zum Selbstschutz" können Seeschiffe ebenfalls mit sich führen. "Das ist legal", so der Polizeisprecher.
Bezieht sich die "geringe Menge" nun auf normale Waffen oder auch auf die "schweren Waffen" - leider habe ich bei der Polizei Hamburgs keine entsprechende PM gefunden
weiter vorne hier im Thread konnten wir lesen, dass Automatikwaffen an Bord nicht gestattet sind - was ist denn nun richtig?
Zuletzt geändert von ArneKiel am Mi 29. Dez 2010, 10:42, insgesamt 2-mal geändert.
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ArneKiel
Re: Sicherung vor Piraten
Moin,M Sicherheit hat geschrieben:Hallo Henri,
ich hoffe, dass ich zu keinem Zeitpunkt die Marinen und deren Aufgaben in Frage gestellt hab. War selbst einige Jahre in den Streitkräften tätig. Die endgültige Lösung ist tatsächlich Aufgabe von Politik, Diplomatie und der Marine oder der Bundespolizei.
Ich käme nie auf die Idee zu behaupten, das Piratenproblem lösen zu wollen. Ich rede hier von individuellem Schutz gefährdeter Personen und Wirtschaftsgüter. Damit verdienen wir unser Geld. Das machen wir seit Längerem international, obwohl es ja Polizei gibt.
Ich gebe dir natürlich recht, dass derartige Sicherungsaufgaben im Grundsatz von der Marine geleistet werden müssten. Das weltweit und dauerhaft zu leisten halte ich hier für unwahrscheinlich. Aus dem gleichen Grundsatz heraus müssten ja auch alle Geldtransporte innerhalb der BRD von Polizei geschützt werden.
Gruß
Patrick
die deutschen Sicherheitsunternehmen arbeiten aber auch eng mit der deutschen Polizei zusammen - bei in Hamburg registrierten Schiffen ist das im Falle einer Kaperung auch so vorgeschrieben.
Zitat Hochschule der Polizei HH: Rolf Zander aus der Beratergruppe für Fälle schwerster Gewaltkriminalität bei der Hamburger Polizei erzählte den Studenten aus erster Hand, wie Polizeibeamte und Sicherheitsmanager gemeinsam gegen die Piraterie am Horn von Afrika kämpfen..... Rolf Zander ging auf die Aufgaben und Zuständigkeiten der Polizei im Falle von Piraterie ein. Die Polizei Hamburg ist zuständig, wenn die Reederei des gekaperten Schiffes ihren Sitz in Hamburg hat. Die Eingriffsmöglichkeiten der Polizei zur Befreiung eines Schiffes sind im Prinzip nicht vorhanden. Die Gefahr für das Leben der Geißeln ist zu groß. Die Polizei kann die Reederei nur bei der Verhandlungsführung mit den Piraten beraten. Es läuft eigentlich immer auf eine Lösegelderpressung hinaus.
Des weiteren erläuterte der Kollege Zander die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsunternehmen. Er ging auch ausführlich auf die Entwicklung dieser Zusammenarbeit ein. Die Lösegeldübergabe wird z.B. durch Sicherheitsunternehmen und nicht durch die Polizei durchgeführt.
http://www.hdp-freunde.de/studierende_t ... rofis.html
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
"Schwerere Waffen" ist natürlich ein definitinswürdiger Begriff. Fakt ist allerdings, daß hierzulande u.a. automatische Waffen unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen und grundsätzlich (außer in der Hand staatlicher Organe) verboten sind.ArneKiel hat geschrieben:
Bezieht sich die "geringe Menge" nun auf normale Waffen oder auch auf die "schweren Waffen" - leider habe ich bei der Polizei Hamburgs keine entsprechende PM gefunden
weiter vorne hier im Thread konnten wir lesen, dass Automatikwaffen an Bord nicht gestattet sind - was ist denn nun richtig?
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten
@ Alexander
Also ich habe nie verlangt das die PRIVATEN Sicherheitsdienste die Piraten jagen und bekämpfen sollen. Das ist nicht ihre Aufgabe, das ist Aufgabe der Marine. Die Privaten sind dazu da das Schiff im Falle eines Angriffes zu verteidigen und das ist reine Notwehr mehr sollen die nicht machen.
Die Marine hingegen soll die Piraten jagen und vernichten. Bevor du gleich wieder dagegen gehst. In Afganistan macht die Bundeswehr genau das was sie bitte schön auch mit den Piraten machen soll. Oder was die Polizei auch mit Geiselnehmern macht. Wir haben da ja quasi ganz in der Nähe ein sehr schönes Beispiel. Die entführung der Lufthansa Maschine nach Mogadischu. Da hat die GSG 9 den Flieger gestürmt und drei von vier Terroristen getötet. Da hat auch niemand gesagt das seinen Mörder, ganz im Gegenteil. Das waren die Helden der Stunde und gibt sogar ein Film drüber.
Nun erlaubst du mir anzumerken das die Piraten momentan über 500 Geiseln haben (in der Landshut saßen 82). Und diese seit Monaten festgehalten werden. Natürlich sind das nur Seeleute und damit ja schon mal grundsätzlich weniger Wert als ein Tourist. Was meinst was passieren würde wenn dort unten ein Kreuzfahrer mit 500 deutschen Touristen an Bord entführt würde und Monatelang festegehalten würde! Klar dann sagen natürlich alle man müsse erstmal in Ruhe verhandeln und die armen Piraten könenn ja nichts dafür und auch in Zukunft sollte man sie in Ruhe lassen. Klar...
Was spricht dagegen die angrifenden/fliehenden Piratenboote einfach zu versenken?? Genauso mit den Mutterschiffen, Granate rein und fertig. Das reicht ja schon, ich rede ja nicht davon die Piratennester an Land auszuräuchern sondern nur davon, bei der Bekämpfung von Piraten die gleichen Maßstäbe anzuwenden wie bei der Bekämpfung der Taliban. Und im Gegensatz zum Kampf gegen die Taliban ist der Kampf gegen die Hochsee Piraterie einer der ziemlich leicht zu Gewinnen ist. Das liegt einfach daran das die Piraten sich nicht verstecken können.
Um das einmal zu verdeutlichen. Stelle dir vor du stehst mit deinem Auto auf einer riesigen 180 x180km großen glatten Betonfläche. Dein Auto fährt max. 40km/h und du stehst in der Mitte dieser Fläche. Um von der Polizei zu fliehen musst du den Rand erreichen. Die Polizei steht am Rand. Sie kennt deine Ausgangsposition und hat zur Verfügung: Ein Auto das 60km/h schnell ist, ein Hubschrauber der 260 km/h schnell ist und ein Flugzeug das 1100 km/h schnell ist. Wenn dich einer davon erreicht bist du weg vom Fenster. Wenn du mir jetzt erzählen könntest wie man da entkommen kann..
Ziel des ganzen ist die Abschreckung. Wenn die Piraten wissen das ein Angriff auf ein Schiff ihren sichern Tod nach sich zieht werden sie ihn unterlassen. Entkommen nur mit sehr sehr viel Glück möglich. Nach diesem schema hat es Jahrhunderte lang funktioniert. Wer Marinegeschichtlich etwas versiert ist, kennt sicherlich die Handelsstörer des zweiten Weltkrieges. Selbst diese, auf allen Weltmeeren, professionell operierenden "Piraten" hatten nur eine begrenzte Zeit Erfolg. Dann wurden sie alle entweder zerstört oder gar nicht mehr losgeschickt.
Also ich habe nie verlangt das die PRIVATEN Sicherheitsdienste die Piraten jagen und bekämpfen sollen. Das ist nicht ihre Aufgabe, das ist Aufgabe der Marine. Die Privaten sind dazu da das Schiff im Falle eines Angriffes zu verteidigen und das ist reine Notwehr mehr sollen die nicht machen.
Die Marine hingegen soll die Piraten jagen und vernichten. Bevor du gleich wieder dagegen gehst. In Afganistan macht die Bundeswehr genau das was sie bitte schön auch mit den Piraten machen soll. Oder was die Polizei auch mit Geiselnehmern macht. Wir haben da ja quasi ganz in der Nähe ein sehr schönes Beispiel. Die entführung der Lufthansa Maschine nach Mogadischu. Da hat die GSG 9 den Flieger gestürmt und drei von vier Terroristen getötet. Da hat auch niemand gesagt das seinen Mörder, ganz im Gegenteil. Das waren die Helden der Stunde und gibt sogar ein Film drüber.
Nun erlaubst du mir anzumerken das die Piraten momentan über 500 Geiseln haben (in der Landshut saßen 82). Und diese seit Monaten festgehalten werden. Natürlich sind das nur Seeleute und damit ja schon mal grundsätzlich weniger Wert als ein Tourist. Was meinst was passieren würde wenn dort unten ein Kreuzfahrer mit 500 deutschen Touristen an Bord entführt würde und Monatelang festegehalten würde! Klar dann sagen natürlich alle man müsse erstmal in Ruhe verhandeln und die armen Piraten könenn ja nichts dafür und auch in Zukunft sollte man sie in Ruhe lassen. Klar...
Was spricht dagegen die angrifenden/fliehenden Piratenboote einfach zu versenken?? Genauso mit den Mutterschiffen, Granate rein und fertig. Das reicht ja schon, ich rede ja nicht davon die Piratennester an Land auszuräuchern sondern nur davon, bei der Bekämpfung von Piraten die gleichen Maßstäbe anzuwenden wie bei der Bekämpfung der Taliban. Und im Gegensatz zum Kampf gegen die Taliban ist der Kampf gegen die Hochsee Piraterie einer der ziemlich leicht zu Gewinnen ist. Das liegt einfach daran das die Piraten sich nicht verstecken können.
Um das einmal zu verdeutlichen. Stelle dir vor du stehst mit deinem Auto auf einer riesigen 180 x180km großen glatten Betonfläche. Dein Auto fährt max. 40km/h und du stehst in der Mitte dieser Fläche. Um von der Polizei zu fliehen musst du den Rand erreichen. Die Polizei steht am Rand. Sie kennt deine Ausgangsposition und hat zur Verfügung: Ein Auto das 60km/h schnell ist, ein Hubschrauber der 260 km/h schnell ist und ein Flugzeug das 1100 km/h schnell ist. Wenn dich einer davon erreicht bist du weg vom Fenster. Wenn du mir jetzt erzählen könntest wie man da entkommen kann..
Ziel des ganzen ist die Abschreckung. Wenn die Piraten wissen das ein Angriff auf ein Schiff ihren sichern Tod nach sich zieht werden sie ihn unterlassen. Entkommen nur mit sehr sehr viel Glück möglich. Nach diesem schema hat es Jahrhunderte lang funktioniert. Wer Marinegeschichtlich etwas versiert ist, kennt sicherlich die Handelsstörer des zweiten Weltkrieges. Selbst diese, auf allen Weltmeeren, professionell operierenden "Piraten" hatten nur eine begrenzte Zeit Erfolg. Dann wurden sie alle entweder zerstört oder gar nicht mehr losgeschickt.
Speed has never killed anyone. Suddenly becoming stationary, that's what gets you.
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
Der Vergleich hinkt aber mehr als gewaltig: Warum wurden 3 der 4 Geiselnehmer getötet? Weil sie genau in dem Moment ganz konkret eine Gefahr für die Geiseln waren. Wären sie, um es mal überspitzt zu formulieren, schlafend auf den Flugzeugsesseln gessen, wäre eine Erschießung nicht rechtmäßig gewesen.Henri hat geschrieben: Die Marine hingegen soll die Piraten jagen und vernichten. Bevor du gleich wieder dagegen gehst. In Afganistan macht die Bundeswehr genau das was sie bitte schön auch mit den Piraten machen soll. Oder was die Polizei auch mit Geiselnehmern macht. Wir haben da ja quasi ganz in der Nähe ein sehr schönes Beispiel. Die entführung der Lufthansa Maschine nach Mogadischu. Da hat die GSG 9 den Flieger gestürmt und drei von vier Terroristen getötet. Da hat auch niemand gesagt das seinen Mörder, ganz im Gegenteil. Das waren die Helden der Stunde und gibt sogar ein Film drüber.
Dir ist sicher bekannt, daß JEDER Schußwaffeneinsatz z.B. seitens der Polizei im Nachhinein untersucht wird. Dabei wird genau geprüft, ob der Schußwaffengebrauch und im Extremfall die Tötung eines Menschen in der ganz konkreten Siutation als Ultima Ratio nötig war oder nicht. Und war er es nicht, dann wird die betreffende Einsatzkraft (völlig zu Recht) juristisch belangt. Aufgabe der Polizei ist es nicht, einfach so Leute zu erschießen. Dies ist im Regelfall nur dann zulässig, wenn diese Personen eine ganz konkrete Gefahr für eine ganz konkrete Person darstellen. Auch das berüchtigte "Auf der Flucht erschossen" ist nach deutschen Recht mehr als fragwürdig...
Genau das wäre (nicht nur nach deutschem Recht) Mord! Warum? Weil hier gar keine Notwehrsituation o.ä. mehr bestehen würde. Diese fliehenden Piraten stellen in dem Moment keine Gefahr für irgendjemanden dar.Henri hat geschrieben:Was spricht dagegen die angrifenden/fliehenden Piratenboote einfach zu versenken?? Genauso mit den Mutterschiffen, Granate rein und fertig.
Du bist hier gewaltig auf dem falschen Dampfer. Auch in Afghanistan darf die Bundeswehr nicht einfach so willkürlich Leute töten. Eine Grundlage der deutschen Militärdoktrin für Afghanistan ist u.a., daß nur dann geschossen werden darf, wenn man selbst angegriffen wird.Henri hat geschrieben:Das reicht ja schon, ich rede ja nicht davon die Piratennester an Land auszuräuchern sondern nur davon, bei der Bekämpfung von Piraten die gleichen Maßstäbe anzuwenden wie bei der Bekämpfung der Taliban.
[/quote]Henri hat geschrieben:Ziel des ganzen ist die Abschreckung. Wenn die Piraten wissen das ein Angriff auf ein Schiff ihren sichern Tod nach sich zieht werden sie ihn unterlassen. Entkommen nur mit sehr sehr viel Glück möglich. Nach diesem schema hat es Jahrhunderte lang funktioniert.
Nur weil man etwas über Hunderte von Jahren gemacht hat, heißt das nicht, daß es richtig ist. Über viele Hundert Jahre hat man Verdächtige gefoltert, hat man Menschen ohne ordentliches Gerichtsverfahren eingekerkert, hat man unliebsame Personen einfach verschwinden lassen. Heute ist das zumindest in rechtsstaatlich geprägten Ländern nicht mehr so. Das nennt man Fortschritt - und ich bin verdammt froh, daß wir diesen Fortschritt erreicht haben.
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
Gut!M Sicherheit hat geschrieben: Wir müssen aus einer Garantenpflicht heraus dafür einstehen, dass nach Vertragsabschluss ein Erfolg von Straftaten nicht eintritt. Hierbei wehren wir im Rahmen unserer Möglichkeiten alle Gefahren ab, die festgelegt wurden. Dass dabei Menschen Schaden nehmen können schließe ich nicht aus. Angestrebt wird jedoch die Eskalation so gering wie möglich zu halten.
Aber z.B. der Vorschlag von Henri, einfach die fliehenden Piratenboote mitsamt ihrer Crew komplett zu vernichten, widerspräche dem schon sehr deutlich. Ebenso seine Meinung, generell alle Geiselnehmer, egal ob notwendig/sinnvoll oder nicht, zu eliminieren.
Alexander
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