Sicherung vor Piraten

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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

Dachte mir schon das du das so gemeint hast wollte nur sicher gehen. ;)

Normalerweise muss ja jede Marine bzw. Küstenwache vor ihrer eigenen Haustür kehren. Da es dort aber keinen gibt der kehren kann und es zum größten Teil in internationalen Gewässern geschieht sind halt die Marinen der Länder gefragt die auf den Internationalen Handel angewiesen sind. Der Internationale Handel ist ein sehr großer Pfeiler unserers Wohlstandes also müssen wir ihn schützen. Natürlich kann es nicht Aufgabe der deutschen Marine sein jedem Überfall auf ein Schiff weltweit nachzugehen. Dort sind dann die lokalen Behörden zuständig. Aber wenn es derart ausufert liegt die Verantwortung da aufzuräumen ganz klar bei denen. Alles andere kann man ja noch "normale" Kriminalität bezeichnen.

Wenn in dem Maße Geldtransporter entfürhrt würden in Deutschland und Monate lang die Besatzungen der Geldtransporter entführt würden. Würde die Polizei sich darum ja auch kümmern oder??

Aufgabe der Marine ist es ja nicht jedes einzelne Schiff zu schützen sondern das Umfeld (halbwegs-)sicher zu machen. Also das was bei uns die Polizei übernimmt.
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

Moin aha,

bei der RPG steht bei wiki (keine ahnung ob das stimmt) das die Teile max. 1000m fliegen. Das sind ein bischen mehr als 5 Kabel. Das ist nichts. Wenn die Piraten schon so dicht rangekommen sind...

Die Hansa Stavander läuft max. 18kn Wieviel sie bei dem Angriff lief weiß ich nicht. Hat da jemand ein Bericht zu??

@ M Sicherheit

Da haste mich falsch verstanden. Ich hab dir schon zugestimmt das so etwas wie Objektschutz von Privaten übernommen werden sollte. Eine funkionierende Polizei stellt sicher das sich die Leute mit Recht einigermaßen sicher fühlen kann. Für Leute oder Firmen die über den allgemeinen Schutz der Polizei hinaus ein Sicherheitsbedürfnis haben, sind Firmen wie deine da. Oder sehe ich das falsch?? Und im Golf von Aden fehlt nun mal die Polizei bzw. hat dort die Marine die Polizeiaufgaben zu übernehmen.
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

Als Antwort auf deinen zweiten Beitrag. Ja die Malaka Strasse ist ein gutes Beispiel das es doch geht. Und das unter sehr viel schweren Bedinungen da es sich dort um Küstenpiraterie handelt. Die Distanz zum Land ist kurz, viele Inseln etc. Dort gibt es immernoch einiges an Piraterie, was sich aber mehr auf lokale beschränkt (Schlepper werden dort ständig entführt). Das wird auch so bleiben bis sich die Lebensumstände dort entsprechend gebessert haben.
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Henri hat geschrieben: Ja das dachte ich mir... Wenn du deine Meinung ändern willst dann setze dich doch auf einen dicken, langsamen und unagilen abgeladenen Bulki/Tanker. Dessen Aufbauten mit Natodraht bepflastert sind und der mit 13kn dahinschleicht. Jedes Fischerboot das du siehst ist ein potenzieller Pirat, jedes das näher kommt quasi sicher einer aber wissen wirst du es erst wenn sie wirklich angreifen. Kommen welche näher suchst nach einer Möglichkeit denen auszuweichen aber scheiße da sind ja auch welche! Was nun schneller? Geht auch nicht, Hebel liegt ja schon aufn Tisch! Naja bleibt nur abzuwarten. Ah die drehen ab sehr schön, jetzt ist wieder für eine Stunde Ruhe bis die nächsten einem auf die Nerven gehen. Nebenbei darf man sich dann noch mit anhören wie andere überfallen werden. Das beste aus dem Bereich, war ein Schiff das unter jemenitischen Küste fuhr (in begleitung der jemenitischen Küstenwache). Erst haben sie mit zwei Booten angegriffen, wurden abgewehrt dann kamen sie mit vier wieder, wurde auch noch abgewehrt. Zum Schluss kamen sie mit sechs Booten, das konnten sie nicht mehr abwehren... Und das alles darf man wie Fischländer ja schon so schön beschreibt über UKW alles mithören.

Und das geht ja schon seit Jahren so. Und das einzige was man hört um die Angelegenheit in Griff zu kriegen ist: Ja mit mehr Entwicklungshilfe evtl. in ein paar Jahren, könnte man es evtl. in den Griff kriegen. Oder auch nicht... Sprich das übrige blabla von dem man von vornerein weiß das es so nicht klappen und auch nicht passieren wird. Oder hab ich was verpasst und ist Entwicklungshilfe mittlerweile ein hoch effektives Wundermittel??
Schön und gut! Und das alles würde für Dich einen Mord - denn nichts anderes wäre die Konsequenz aus Deiner Idee "Nur ein toter Pirat ist ein guter Pirat!" - rechtfertigen? Na toll, dann bin ich arg froh, daß Leute wie Du zum Glück keine Gesetze machen...

Nur mal so zum Nachdenken: Selbst in rechtstaatlich einwandfreien Staaten, die noch an der Todesstrafe festhalten, darf diese (zum Glück) nur durch ein Gericht verhängt werden. "Standrechtliche Erschießungen" von Piraten oder was auch immer sind in Rechtsstaaten unzulässig. Hierzulande ist die Todesstrafe übrigens komplett abgeschafft.
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Spleißen

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Spleißen »

Alexander hat geschrieben: Schön und gut! Und das alles würde für Dich einen Mord - denn nichts anderes wäre die Konsequenz aus Deiner Idee "Nur ein toter Pirat ist ein guter Pirat!" - rechtfertigen? Na toll, dann bin ich arg froh, dass Leute wie Du zum Glück keine Gesetze machen...
Hut ab vor Deinen jugendlichen (39) Meinung. Sie ist richtig......aber wenn es um das eigene Leben von Dir oder das der Schiffsbesatzung geht, kann man doch nicht von Mord sprechen !!! Ich denke eher an Selbstverteidigung /oder eher Notwehr.
Also sind die vielen Uno-Schutztruppen die in Krisenherden eingesetzt werden (auch Deutsche im Auftrag der Regierung) potenzielle
Mörder, wenn sie angegriffen werden und sich verteidigen ???.
Mein Vater oder Dein Opa mussten in den Krieg....haben eventuell um das eigene bisschen Leben zu retten andere erschossen und keiner hat sie als Mörder bezeichnet.....sehe ich das richtig ????

mit vielen Grüßen Spleißen

Ps ......das Thema "Sicherung vor Piraten" wird langsam verfehlt ????
Spleißen

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Spleißen »


Französisches Parlament


Anti-Piraterie-Gesetz beschlossen

Frankreich hat jetzt ein Gesetz gegen die internationale Piraterie. Das Parlament beschloss Mitte vergangener Woche in zweiter Lesung einen Entwurf, der die Festnahme und spätere Verurteilung von Seeräuber erleichtern soll. Das neue Gesetz regelt französische Polizeiaufgaben auf hoher See. Es passt die nationale Rechtsprechung an internationale Standards an und gibt dem Militär eine bessere Rechtsgrundlage bei internationalen Polizeiaufgaben. So können etwa Kapitäne der Militärschiffe künftig legal die gleiche Macht ausüben wie ein Polizeioffizier und etwa Durchsuchungen verdächtiger Schiffe anordnen, deren Umleitung anordnen oder auch Piraten festnehmen.

Der konservative Abgeordnete André Dulait hatte das von ihm eingebrachte Gesetz damit begründet, dass es in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 4000 Fälle von Piraterie gegeben habe.

Quelle: THB von Mittwoch, 29. Dezember 2010

Nach Angaben der EU NAVFOR befinden sich derzeit noch 25 Schiffe mit 587 Geiseln in der Hand somalischer Piraten

K_F_R
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Spleißen hat geschrieben:
Französisches Parlament


Anti-Piraterie-Gesetz beschlossen

Frankreich hat jetzt ein Gesetz gegen die internationale Piraterie. Das Parlament beschloss Mitte vergangener Woche in zweiter Lesung einen Entwurf, der die Festnahme und spätere Verurteilung von Seeräuber erleichtern soll. Das neue Gesetz regelt französische Polizeiaufgaben auf hoher See. Es passt die nationale Rechtsprechung an internationale Standards an und gibt dem Militär eine bessere Rechtsgrundlage bei internationalen Polizeiaufgaben. So können etwa Kapitäne der Militärschiffe künftig legal die gleiche Macht ausüben wie ein Polizeioffizier und etwa Durchsuchungen verdächtiger Schiffe anordnen, deren Umleitung anordnen oder auch Piraten festnehmen.

Der konservative Abgeordnete André Dulait hatte das von ihm eingebrachte Gesetz damit begründet, dass es in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 4000 Fälle von Piraterie gegeben habe.

Quelle: THB von Mittwoch, 29. Dezember 2010

Nach Angaben der EU NAVFOR befinden sich derzeit noch 25 Schiffe mit 587 Geiseln in der Hand somalischer Piraten
K_F_R
Moin,

gibt es ein Gesetz derartiger Tragweite in Deutschland schon? -

Wenn ich mich an diverse TV-Berichte zum Thema erinnere, waren dort auch deutsche Soldaten zu sehen, die Fischerboote durchsuchten...

Im übrigen muss man den Piraten im Notwehrfall ja nicht gleich erschiessen - man kann ihn ja auch verletzen - oder rechtfertigt die Notwehrsituation in jedem Fall den finalen Todesschuss?
Auf der Website eines US-Sicherheitsunternehmens war auch von einem M16 ähnlichen Gewehr zu lesen, das Gummigeschosse einsetzt....

Laut EU-NAVFOR sind übrigens 609 Geiseln und 26 Schiffe in der Gewalt der Piraten (inkl. der Ems River)
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Moin,

das Hamb. Abendblatt schreibt:

Bremer Reeder Stolberg (Beluga) will als Schutz gegen Piraten Bundespolizei oder Marine an Bord

Dass er seine Geschäfte steuern kann, hat Stolberg bewiesen. In einem sehr speziellen Geschäft hingegen wird er selbst gesteuert, und das macht ihn wütend. Die wachsende organisierte Kriminalität der Piraterie hat den Bremer Reeder bereits viel Geld und beinahe auch das Leben von Seeleuten gekostet. 2008 kaufte Stolberg die "BBC Trinidad" nach dreiwöchiger Kaperung für 1,1 Millionen Dollar Lösegeld frei.

Im Oktober stürmten Piraten vor Kenia die "Beluga Fortune", ließen aber von dem Schiff ab, als Marineeinheiten nahten. "Am Schluss der Kaperung versuchten die Piraten, das Schiff mit Brandbeschleunigern in Flammen zu setzen, nachdem sich die Besatzung in einen Schutzraum zurückgezogen hatte. Wir können es unseren seefahrenden Kollegen nicht länger zumuten, derlei Gefahren ausgesetzt zu sein. Wir brauchen für unsere Schiffe einen echten Schutz vor Piraten an Bord, sei es von der Bundespolizei oder der Marine." Die zusätzlichen Kosten dafür sei er bereit zu tragen. Ohne Aufbauhilfe für die Piratenbasis Somalia allerdings, ohne ein "Zusammenspiel militärischer und humanitärer Maßnahmen", glaubt Stolberg, sei das Problem nicht zu lösen.

http://www.abendblatt.de/wirtschaft/art ... aelle.html
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Spleißen hat geschrieben:
Hut ab vor Deinen jugendlichen (39) Meinung. Sie ist richtig......aber wenn es um das eigene Leben von Dir oder das der Schiffsbesatzung geht, kann man doch nicht von Mord sprechen !!! Ich denke eher an Selbstverteidigung /oder eher Notwehr.
Also sind die vielen Uno-Schutztruppen die in Krisenherden eingesetzt werden (auch Deutsche im Auftrag der Regierung) potenzielle
Mörder, wenn sie angegriffen werden und sich verteidigen ???.
Eine Aussage wie "Nur ein toter Pirat ist ein guter Pirat", wie sie hier in dieser Diskussion fiel, geht aber über das, was man gemeinhin als Notwehr bezeichnet, deutlich hinaus. Zur Erinnerung: Ein General der US-Kavallerie sagte mal "Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer". Das Ergebnis war, daß die "First Nations" im Gebiet fast komplett ausgerottet wurden. Und das nicht aus Notwehr. Ähnliche Beispiele gab es in der Geschichte genug, auch in der der deutschen Geschichte - oder in der jüngeren Vergangenheit auf dem Balkan.
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben:Hallo Spleißen, Hallo Teilnehmer,

vollkommen zutreffend. Hier wir zunehmend über Mord und Totschlag philosophiert, über Lebenseinstellung einzelner Diskussionspartner und dergleichen. Und auch vollkommen richtig: Niemand der sich wehrt ist ein Mörder.
Nicht, solange er sich in einer konkreten Gefahrensituatiuon wehrt. Aber wie eben schon geschrieben: Mit dem Satz "Nur ein toter Pirat ist ein guter Pirat" geht man über reine Notwehr deutlich hinaus...
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
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