Das hat jetzt nur bedingt mit Schifffahrt zu tun, ist aber vielleicht trotzdem für den ein oder anderen interessant. Vielleicht erzähle ich da aber auch nichts neues.
Man kennt ja die Kieler Stadtteile Russee und Hassee. Und während solche Orten wie Westensee, Schierensee oder auch Russee immer sowohl eine Ortschaft, als auch einen See bezeichnen, hatte ich von einem "Hassee" bis vor kurzem noch nichts gehört.
Jedenfalls hängt bei meinen Eltern an der Wand eine historische Karte an der Wand. Hier ist ein Ausschnitt davon zu sehen:
https://commons.wikimedia.org/wiki/Cate ... nitt-a.jpg
Auf der Karte ist in der Tat sowohl ein Russee, als auch ein Hassee zu sehen. Nur, wo ist dieser Hassee denn? Schaut man sich Satellitenbilder an, kann man es, denke ich, zuordnen. Der damalige Hassee ist der heutige "Vordere Russee", der aber meistens pauschal als "Russee" bezeichnet wird. Auf modernen Karten oder auch bei Google Maps wird er aber als "Vorderer Russee" bezeichnet. Der See, der auf den historischen Karten als "Russee" ezeichnet wird, wurde später als "hinterer Russee" bezeichnet, ist heute verlandet. Die Umrisse kann man auf Satellitenbildern aber noch erkennen. Das ist nahe des Tiergeheges Hammer.
https://kiel-wiki.de/Vorderer_Russee
Der Ihlsee (westlich vom Russee) ist noch existent. Der Schulensee scheint mir deutlich kleiner geworden zu sein, ebenso der (auf der Karte nicht benannte) Drachensee.
Auf der historischen Karte ist nördlich vom Hassee noch ein weiterer See zu erkennen. Was steht da? Sehmühle? Ich wüsste jetzt pauschal nicht, wo das ist und wie ich da hinkomme, bei Google Maps kann man jedenfalls ein als "Mühlenteich" bezeichnetes Gewässer eknennen, aber deutlich kleiner als damals.
Um den Russee stand es wohl lange Zeit auch nicht gut. Jedenfalls wurde er mitte der 197er Jahre entschlammt, wie man auf den Bildern bei Wikipedia sehen kann. Da scheinen ja durchaus größere Yrbeiten stattgefunden zu haben. Wäre der Hassee/Vordere Russee andernfalls heute nicht mehr existent? Meine Mutter, nur wenige Kilometer entfernt aufgewachsen und damals etwa 16/17, kann sich daran jedenfalls nicht erinnern.
Ich habe hier auch ein kleines Buch zu dem Thema liegen. Die Tiefe soll demnach an vielen Stellen nur noch einen halben Meter betragen haben, nach den Arbeiten in den 70ern zwei Meter. In einem eingescannten, dort abgedruckten Artikel der Kieler Nachrichten von 1976 (? ist nicht genau zu lesen) wird er als "Russee" bezeichnet.