Die letzte Fahrt eines Seenotkreuzers
Büsum - Der ehemalige Büsumer Seenotkreuzer „Fritz Behrens“ ist am 8. Dezember von dem unter Niederlande-Flagge fahrenden Frachtschiff „Jacobus“ von Duisburg aus rheinabwärts geschleppt worden. Der Seenotkreuzer soll in den Niederlanden verschrottet werden. Namensgeber des Kreuzers war Friedrich Eduard Behrens (1836 bis 1920). Das Schiff war vom 2. Februar 1981 bis zum 11. Juli 1996 in Büsum stationiert. Das zum Seenotkreuzer einst dazugehörende Tochterboot „Anna“ (Baujahr 1995) befindet sich seit 2024 in Privatbesitz.
Viele Jahre lag es- wie man hörte wohl mit kapitalem Maschinenschaden - im Vinckekanal im Duisburger Binnenhafen und mooste vor sich hin.
Namensgeber des Kreuzers war Friedrich Eduard
Die Fritz Behrens war ein zweimotoriger ehemaliger Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger der 23,3-m-Klasse, der 1981 von der Schweers-Werft in Bardenfleth unter Werft-Nr. 6442 mit Tochterboot Anna III erbaut wurde. Die DGzRS-interne Bezeichnung lautete KRS 13.
Quellen und mehr:
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https://www.feuerwehr-buesum.de/fritz-behrens-1994.html
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https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Beh ... iff,_1981)
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https://epaper.boyens-medien.de/dlz/11- ... 11-18.html
• Printausgabe der DLZ vom 11.12.2025
Seenotrettungskreuzer der DGzRS, "Fritz Behrens" im Hafen gesunken.
Büsum 07.September 1994
Quelle: Bericht aus der DLZ,
Büsum - Es waren die wohl dramatischsten Sekunden im Leben von Andreas Speer.
,,Wir schrieen nur noch: Runter vom Schiff', erinnert er sich an das Geschehen an Bord der ,,Fritz Behrens", bevor der Seenotrettungskreuzer vom größten Passagierschiff der Westküste der ,,First Lady", gerammt wurde und sank. Kurz nach sechs Uhr abends.
Die ,,Fritz Behrens" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) liegt fest an ihrem Ponton direkt neben der Schleuse. An Bord richten sich die Besatzungsmitglieder Hartmut Thede, Olaf Burrmann, Hans Lütje und Andreas Speer auf einen gemütlichen Feierabend ein. Sie sitzen oben in der Messe, unterhalten sich und gucken fern - die Schwimm-WM .
Olaf Burrmann sieht zufällig au dem Fenster. Die ,,First Lady" gerade mit 600 Passagieren an Börd von einer Helgoland-Tour zurück im Büsumer Hafen, be¬ginnt ihr allabendliches Anlegemanöver. ,,Da stimmt irgendwas nicht", sagt Burrmann.
Die Seenotretter werden auf¬merksam ,,Das Ausflugsschiff manövrierte merkwürdig", so Speer.
,,Es kam direkt auf uns zu, sehr schnell." Alle rufen nun durcheinander: runter, runter!
Die Crew stürmt auf den Ponton und von diesem an Land. Andreas Speer - er weiß nicht mehr, ob er der letzte war - steht gerade auf der Verbindungstreppe zwischen Ponton und Kai, als die ,,First Lady" auch schon in die ,,Fritz Behrens" kracht und sie unter Wasser drückt. Das Tochterboot ,,Anna" wird völlig zermalmt, der Ponton stark verformt. Die leckgeschlagene ,,Fritz Behrens" kentert und sinkt. Speer: ,,Wir waren geschockt."
Auch DLRG-Wachleiter Horst Scharbert wurde Augenzeuge des Unglücks.
Die Wachmannschaften aus Büsum und Büsumer Deichhausen hatten sich für 18.30 Uhr zu einem Besuch auf der als unsinkbar geltenden ,,Fritz Behrens" verabredet.
Kurz bevor sie das Schiff erreichten, sahen sie das Unheil auf den Seenotkreuzer zukommen und flüchteten selbst zurück bis an den Deich.
Auch die Passagiere an Bord der ,,First Lady" kamen mit dem Schrecken davon. Der Aufprall war stark, aber die aus Aluminium gebaute ,,Fritz Behrens" und der Ponton stoppten das 76 Meter lange Schiff, das sonst hart gegen die Kaimauer geprallt wäre...
Dem Vernehmen nach blieben die Tanks des Wracks heil und die Wasserverschmutzung dank einer Ölsperre der Feuerwehr in Grenzen. Noch in der Nacht schickte die Cuxhavener Reederei Cassen Eils ein Ersatzschiff für die ,,First Lady": Die ,,Frisia III" hat den Helgoland-Dienst bis auf weiteres übernommen.
Die beschädigte Fritz Behrens wurde danach in der Werft repariert. Im Rahmen dieses Werftaufenthaltes erfolgte ein umfangreicher Umbau des Kreuzers. Äußerlich erkennbar war dieser Umbau an den nunmehr eingebauten Bullaugen statt der vorher rechteckigen Fensterflächen, vor allem aber auch durch den neuen oberen Fahrstand, der nunmehr vollständig geschlossen ausgeführt war.
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