Captain Phillips
Verfasst: Fr 15. Nov 2013, 23:45
Moinsen,
ich habe heute Abend den Film "Captain Phillips" mit Tom Hanks als der Kapitän der 2009 vor Somalia entführten Maersk Alabama gesehen. Nach meinem dafürhalten ist es ein großartiger Film. Zwar unterscheidet sich die Handlung des Films in Details von den wahren Begebenheiten - insbesondere das Ende war den Produzenten in Realität wohl nicht heftig genug - die Stimmung wird jedoch sehr gut eingefangen und transportiert. In dieser Annahme bestätigten mich zwei Marinesoldaten, die 2008 selbst am Horn von Afrika waren und heute abend neben mir saßen.
Dass die CMA CGM Christophe Colomb zu sehen ist, die erst 2010 gebaut wurde, fällt wohl nur ein paar Shipspottern auf...
Beinahe die Hälfte des Films spielt im Freifallrettungsboot der Maersk Alabama. Ich stelle mir den tagelangen Aufenthalt in dem Ding schon im Kreise der Crew als unerträglich vor, in Gegenwart von vier Piraten wird es extrem, selbst für den Zuschauer kaum auszuhalten.
Leider, wie das bei Amistreifen halt immer wieder so ist, ist die Darstellung etwas schwarz-weiß geraten. Versteht mich nicht falsch, ich will keinen Piraten in Schutz nehmen. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die extrem Armut Somalias, nicht nur in einem Satz über die industriellen Fischtrawler in somalischen Gewässern abgespeist würden. Die Figur des Captain Phillips hat recht, wenn sie zu den Piraten sagt: "Ihr seid keinen einfachen Fischer!" Die Frage, wer sie zu dem gemacht hat, was sie sind wird leider nicht gestellt.
Ich empfinde ein sehr mulmiges Gefühl, wenn ich mir klar mache, dass jedes iPhone und beinahe jeder Flatscreen direkt am absoluten Armenhaus der Welt vorbeigeschippert wird. Diesen schier unermesslichen Reichtum direkt vor der Nase (oder dem hungrigen Bauch) und doch unerrreichbar, wäre ich mir nicht sicher, ob ich immer moralisch einwandfrei handeln würde.
Nachdenkliche Grüße aus Hamburch
ich habe heute Abend den Film "Captain Phillips" mit Tom Hanks als der Kapitän der 2009 vor Somalia entführten Maersk Alabama gesehen. Nach meinem dafürhalten ist es ein großartiger Film. Zwar unterscheidet sich die Handlung des Films in Details von den wahren Begebenheiten - insbesondere das Ende war den Produzenten in Realität wohl nicht heftig genug - die Stimmung wird jedoch sehr gut eingefangen und transportiert. In dieser Annahme bestätigten mich zwei Marinesoldaten, die 2008 selbst am Horn von Afrika waren und heute abend neben mir saßen.
Dass die CMA CGM Christophe Colomb zu sehen ist, die erst 2010 gebaut wurde, fällt wohl nur ein paar Shipspottern auf...
Beinahe die Hälfte des Films spielt im Freifallrettungsboot der Maersk Alabama. Ich stelle mir den tagelangen Aufenthalt in dem Ding schon im Kreise der Crew als unerträglich vor, in Gegenwart von vier Piraten wird es extrem, selbst für den Zuschauer kaum auszuhalten.
Leider, wie das bei Amistreifen halt immer wieder so ist, ist die Darstellung etwas schwarz-weiß geraten. Versteht mich nicht falsch, ich will keinen Piraten in Schutz nehmen. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die extrem Armut Somalias, nicht nur in einem Satz über die industriellen Fischtrawler in somalischen Gewässern abgespeist würden. Die Figur des Captain Phillips hat recht, wenn sie zu den Piraten sagt: "Ihr seid keinen einfachen Fischer!" Die Frage, wer sie zu dem gemacht hat, was sie sind wird leider nicht gestellt.
Ich empfinde ein sehr mulmiges Gefühl, wenn ich mir klar mache, dass jedes iPhone und beinahe jeder Flatscreen direkt am absoluten Armenhaus der Welt vorbeigeschippert wird. Diesen schier unermesslichen Reichtum direkt vor der Nase (oder dem hungrigen Bauch) und doch unerrreichbar, wäre ich mir nicht sicher, ob ich immer moralisch einwandfrei handeln würde.
Nachdenkliche Grüße aus Hamburch