Maritime Innovationen

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KaiR
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Re: Maritime Innovationen

Beitrag von KaiR »

Der norwegische Ökostrom ist auch weniger klimaneutral als man denkt, weil der Grünstrom in großen Teilen im Wege des Zertifikatverkaufs an D verkauft wird. Die Norweger nutzen dann unseren Braunstrom.
Grüße,

Kai

Fritz
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Re: Maritime Innovationen

Beitrag von Fritz »

Volker Landwehr hat geschrieben:
Mo 7. Dez 2020, 10:55
Fritz hat geschrieben:
So 6. Dez 2020, 18:15
Aus meiner Sicht gibt es keinen Batteriebetrieb (egal welches Fahrzeug) bei dem man von Zero-Emission sprechen kann. Solange ein Kraftwerk mit fossiler Energie betrieben wird haben wir beim Laden der Batterie immer den Strommix anzusetzen. Der E-Autofahrer mit der eigenen PV-Anlage auf dem Dach mag sich ja einreden, dass er ohne CO2-Emissionen unterwegs ist, aber die z.B. 40 kWh für die Batterieladung die seine PV-Anlage liefert muss an anderer Stelle das Kohlekraftwerk zur Verfügung stellen, er speist diese 40 kWh ja nicht ins Netz, also stehen sie den anderen Verbrauchern auch nicht zur Verfügung. Folge, mehr Kohle in den Kessel.

Gruß

Fritz
Erst einmal ist ein Batterie betriebenes Fahrzeug nur lokal (wo es die Energie verbraucht) klimaneutral und emissionslos. Bei der Stromerzeugung und der Batterieherstellung kommt es auf den Energiemix an. Der ist in Norwegen sicher klimaneutral und emissionsfrei. Wo die Batterien der YARA BIRKELAND hergestellt wurden.

Ich denke schon, das die Nutzung von PV-Strom klimaneutral sind. Wenn ich mir Deine Sichtweise zu eigen mache, müsste der PV-Anlagen Besitzer ja immer ein schlechtes Gewissen haben, wenn er wegen fehlender Sonne keine Energie ins Netz einspeisen kann, weil ja dann mehr fossiler Strom produziert werden muss.
Gruß, Volker
Volker, der soll kein schlechtes Gewissen haben sondern ein gutes wegen der PV-Anlage auf dem Dach. Er trägt ja auf die Art zur Reduzierung der CO2 Emissionen bei, das stimmt ja. Und wenn er denn z.B. 5000 kWh im Jahr erzeugt, dann sind das schon etwas mehr als 2 Tonnen eingespartes CO2 in der BRD.

Die Rohstoffe für die Batterien der Yara Birkeland kommen vermutlich aber nicht aus Norwegen, ein wenig CO2 fällt da auch schon an für Abbau, Transport etc.

Gruß

Fritz

Volker Landwehr
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Re: Maritime Innovationen

Beitrag von Volker Landwehr »

KaiR hat geschrieben:
Mo 7. Dez 2020, 14:24
Der norwegische Ökostrom ist auch weniger klimaneutral als man denkt, weil der Grünstrom in großen Teilen im Wege des Zertifikatverkaufs an D verkauft wird. Die Norweger nutzen dann unseren Braunstrom.
Das heißt aber nicht, dass der norwegische Ökostrom auch bei uns ankommt. Grünstromzertifikate erlauben es den Stromerzeugern, ihren konventionell (fossil oder nuklear) erzeugten Strom als Strom aus erneuerbaren Energien anzubieten. Nominell hat jetzt auch der Verkäufer der Grünstromzertifate einen Strommix mit einem entsprechenden Anteil an konventioneller Energie. Aus der Steckdose kommt aber weiter reiner Ökostrom, da der Strom nie das Land verlassen hat sondern nur die Zertifikate.

Wie bewertet man das?

Bisher hat es ja nicht einmal eine Kabelverbindung zwischen Norwegen und Deutschland gegeben. Die wird unter den Namen NordLink die erste Kabelverbindung gebaut. Sie soll im März 2021 n Betrieb gehen. Mit ihr soll ungenutzer Windstrom, für den in Deutschland jährlich ca. 1,5 Milliarden EUR gezahlt werden, aus den Norden Deutschlands nach Norwegen geliefert werden. Bei Flaute liefert Norwegen an Deutschland. Im Prinzip eine Art Tauschgeschäft.
Gruß, Volker

KaiR
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Re: Maritime Innovationen

Beitrag von KaiR »

Volker Landwehr hat geschrieben:
Mo 7. Dez 2020, 23:35
Nominell hat jetzt auch der Verkäufer der Grünstromzertifate einen Strommix mit einem entsprechenden Anteil an konventioneller Energie. Aus der Steckdose kommt aber weiter reiner Ökostrom, da der Strom nie das Land verlassen hat sondern nur die Zertifikate.Wie bewertet man das?
scheinheilig. Der Strom kann ja nicht zweimal ergrünen. Einmal haben wir die Deutschen, die mit reinem Umwelgewissen einen Vertrag abgeschlossen haben, nachdem sie "grünen" (umzertifizierten) Strom beziehen, zum Anderen haben wir die Norweger, die Strom verbrauchen, der aus nachhaltiger Produktion stammt. Also doppelt grün, der Strom.
Grüße,

Kai

Volker Landwehr
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Re: Maritime Innovationen

Beitrag von Volker Landwehr »

Ich stimme Dir zu, dass das Verfahren scheinheilig sein kann. Nicht immer, denn Grünstromzertifikate von einem deutschen Ökostromerzeuger (z.B. Windpark) sind OK, wenn der Strom ins deutsche Netz eingespeist wird. Der Verbraucher bekommt zwar immer noch Mischstrom, da das Netz nicht selektiv ist, aber es wird entsprechender Ökostrom eingespeist.

Mein "wie bewerten wir das?" bezog sich auf die YARA BIRKELAND. Fährt sie wegen der verkauften Zertifikate mit Mischstrom oder doch mit Ökostrom und Zero-Emissions, da der grüne Strom selbst im norwegischen Netz verblieben ist?
Gruß, Volker

Fritz
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Re: Maritime Innovationen

Beitrag von Fritz »

Volker Landwehr hat geschrieben:
Di 8. Dez 2020, 10:44
Ich stimme Dir zu, dass das Verfahren scheinheilig sein kann. Nicht immer, denn Grünstromzertifikate von einem deutschen Ökostromerzeuger (z.B. Windpark) sind OK, wenn der Strom ins deutsche Netz eingespeist wird. Der Verbraucher bekommt zwar immer noch Mischstrom, da das Netz nicht selektiv ist, aber es wird entsprechender Ökostrom eingespeist.

Mein "wie bewerten wir das?" bezog sich auf die YARA BIRKELAND. Fährt sie wegen der verkauften Zertifikate mit Mischstrom oder doch mit Ökostrom und Zero-Emissions, da der grüne Strom selbst im norwegischen Netz verblieben ist?
Gruß, Volker
Ich (als Mitinhaber eines Windparks) finde auch die rein Deutschen "Ökonstromzertifikate" als Verbrauchertäuschung. Da wird dem Stromkunden eingeredet er könne emissionsfreien Strom kaufen (kommt ja von der Windernergieanlage) und in Wirklichkeit ist es Mischstrom. Die Windmühlen speisen ihren Strom eh ein (wenn man sie denn läßt) und die sogenannten Grünstromanbieter sorgen in keiner Weise für eine einzige zusätzlich erzeugte kWh. Dies könnte sich ein klein wenig ändern, wenn diese Firmen den Strom der aus der EEG-Förderung fallenden Windmühlen kaufen würden und somit die Anlagen nicht abgebrochen werden.

Gruß

Fritz

Volker Landwehr
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Re: Maritime Innovationen

Beitrag von Volker Landwehr »

Ich weiß nicht. Es sollte eigentlich inzwischen jedem klar sein, dass Strom anders als Daten nicht mit einer Datenkennung über eine Leitung von einem Erzeuger an einen bestimmten Kunden geschickt werden kann. Klar, dass jeder irgendeinen Mischstrom erhalten muss.

Das Zertifikat stellt sicher, dass Ökostrom entsprechend dem Zertifikat eingespeist worden ist. Dass Ökostrom auch ohne Zertifikat eingestellt wird, ist aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten unabdingbar.

Wenn aus der Fördeung gefallene Windkraftanlagen den Preis senken, haben sie eine bessere Chance ihren Strom zu verkaufen.
Gruß, Volker

Tim S.
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Re: Maritime Innovationen

Beitrag von Tim S. »

Eine Gruppe von Unternehmen hat bei der Europäischen Union Fördermittel für die Entwicklung einer großen Wasserstoff-Fähre beantragt. Die H2-Fähre mit dem Arbeitstitel Europa Seaways soll ein Brennstoffzellensystem mit einer Leistung von bis zu 23 MW an Bord haben.
https://www.electrive.net/2020/12/08/ko ... -zu-23-mw/

Tim S.
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Re: Maritime Innovationen

Beitrag von Tim S. »

Reedereien bereiten den Abschied vom Schiffsdiesel vor
https://www.handelsblatt.com/unternehme ... gMGUHX-ap6

Volker Landwehr
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Re: Maritime Innovationen

Beitrag von Volker Landwehr »

Das erscheint mir eine sehr optimistische Auslegung des Artikels. Eigentlich zeigt er auf, dass es für den Ersatz des Dieseln Ideen aber keine ausgereiften Technologien gibt, um die IMO Klimaziele zu erreichen.
Gruß, Volker

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