schwedenelch hat geschrieben:
ich bin der meinung das solch Privatisierungen nur kurzfristig geld in die Kassen spült, auf Dauer aber eher kostet. klar, man kann nach Privatisierung Steuern (prozentual vom gewinn) eintreiben...oder man kanns selbst machen und den gewinn mitnehmen.
Auch wenn ich sicher kein verfechter übermäßiger Privatisierungen bin, so sehe ich diesen Schritt aktuell für Griechenland als sinnvoll an. Sicher, es gibt die Aussicht auf mögliche zukünftige Gewinne, aber diesen potentiellen zukünftigen Gewinnen (wobei ich beim griechischen System von Filz und Vetternwirtschaft nicht weiß, ob es dazu jeweils kommen wird) steht nun mal der ganz aktuelle Bedarf an Liquidität gegenüber. Daß der griechische Staatshaushalt derzeit mehr als wacklig ist, dürfte bekannt sein. Weitere Hilfen von EU und IWF hängen m.W. auch davon ab, daß Griechenland es schafft, einen Teil der benötigten Liquidität selbst aufzubringen. Und neben Steuererhöhungen (die in Griechenland aufgrund der laschen Steuermentalität leider wenig bringen dürften) und Einsparungen (die man ja versucht, die aber regelmäßig zu gewalttätigen Protesten führen) ist der Verkauf des "Tafelsilbers" halt eine Möglichkeit, Geld in die chronisch leeren Kassen zu spülen.
Ich denke, daß man die normalen Maßstäbe zur Prüfung der Sinnhaftigkeit von Privatisierungen in diesem speziellen Fall aufgrund der dramatischen Haushaltssituations Griechenlands wohl kaum anwenden kann.
Alexander