Fünfmastvollschiff Preussen

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sovereign
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Fünfmastvollschiff Preussen

Beitrag von sovereign »

Moin zusammen,
ich bin gerade dabei, Unterlagen über das Fünfmastvollschiff Preussen zusammenzutragen. Ich habe schon folgendes gefunden:

Literatur:
Aufsätze:
1. Das Fünfmastvollschiff "Preußen"
/ Heinz Piechowski. - In: Der Albatros, Bd. 50 (2005), 2, S.48-53

2. Fünfmastvollschiff Preussen
/ Dirk J. Peters. - In: Rund Kap Hoorn (2003), S.92-94

3. Das Ende einer Legende : wie das Fünfmast-Vollschiff "PREUßEN" strandete
/ Dierk Strothmann. -

4. Fünfmast-Vollschiff "PREUSSEN"
/ Manfred Beck. - In: Modell-Werft, Bd. 22 (1998), 11, S.10-13

7. Fünfmastvollschiff "Preußen" : 1977 - vor 75 Jahren erbaut
/ Rolf Reinemuth. - In: Schiff & Zeit, Bd. 5 (1977), S.40-48


5. Fünfmastvollschiff "PREUSSEN" : Deutschlands größter Rahsegler
/ Willi Heidel. - Berlin : DBM-Media, 1998

6. Das Fünfmast-Vollschiff "Preussen", erbaut von Joh. C. Tecklenborg AG, Schiffswerft und Maschinenfabrik in Bremerhaven-Geestemünde
/ W. Kaemmerer. - In: Zeitschrift des Vereines Deutscher Ingenieure, Bd. 48 (1904), S.1241-1246


Bücher :


1. Königin der See, Fünfmast-Vollschiff "Preussen"
/ Horst Hamecher. - Hamburg : Heinemann, 1969


2. Ruhm und Ende des größten Rahschiffes : Fünfmastvollschiff "Preußen"
/ Willi Heidel. - München : Moewig, 1960

Auf die Pläne werde ich später noch eingehen.

Gruß Matthias
ArneKiel

Re: Fünfmastvollschiff Preussen

Beitrag von ArneKiel »

Moin,

was immer uns Dein Beitrag sagen soll, herzlich willkommen hier im Forum!

Weitere Literatur:
Horst Hamecher: Fünfmast-Vollschiff »PREUSSEN«, Königin der See. Der Lebensweg eines Tiefwasserseglers. Hamecher Eigenverlag, Kassel 1993; ISBN 3-920307-46-1
Jochen Brennecke: Windjammer. Der große Bericht über die Entwicklung, Reisen und Schicksale der "Königinnen der Sieben Meere". Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1984 (3. Aufl.); Kap. XXII - Die Größten unter den Segelschiffen der Welt, S. 291-297; ISBN 3-7822-0009-8
Hans-Jörg Furrer: Die Vier- und Fünfmast-Rahsegler der Welt. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1984, S. 168; ISBN 3-7822-0341-0
Heinz Blöß: Glanz und Schicksal der "Potosi" und "Preußen", Hamburgs und der Welt größte Segler. Schmidt Verlag, Kiel 1960
W. Kaemmerer: Das Fünfmast-Vollschiff Preußen, erbaut von Joh. C. Tecklenborg A.-G., Schiffswerft und Maschinenfabrik in Bremerhaven-Geestemünde. Zeitschrift der Vereins deutscher Ingenieure, Bd. 48, Nr. 34, Berlin 1904
Hans Georg Prager: „F. Laeisz“ vom Frachtsegler bis zum Bulk Carrier. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Herford 1974; ISBN 3-7822-0096-9
Peter Klingbeil: Die Flying P-Liner. Die Segelschiffe der Reederei F. Laeisz. Verlag "Die Hanse", Hamburg 1998 u. 2000; ISBN 3-434-52562-9
Manfred Prager: Vergleich zwischen dem Fünfmastvollschiff "Preußen" und der Fünfmastbark "Potosi" auf den Reisen nach der Westküste Südamerikas und zurück. Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie: Zeitschrift für Seefahrt und Meereskunde, Hamburg & Berlin 1908; ISSN 0174-8114
Schiff und Zeit. Fachzeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte. Fünfmastvollschiff "Preußen". Heft 5/1977, Herford 1977, Bestell-Nr.: 5872
Jens Jansson: SOS - Schicksale deutscher Schiffe - Weiße Segel über blauen Wogen - Heft Nr. 51 - Fünfmastvollschiff "Preußen". S. 2 ff., Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt 1976
Peter Hartung
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Re: Fünfmastvollschiff Preussen

Beitrag von Peter Hartung »

@ "sovereign":

Moin!

Willkommen an Bord und danke für die umfangreiche Literatur-Liste.

Im Historischen Museum Bremerhaven an der Geeste steht ein Schiffsmodell der "PREUSSEN":

Bild

Als Ergänzung für Deine Bücherliste:
Walter Laas hat 1908 die "PREUSSEN" in seinem Buch "Die großen Segelschiffe - Ihre Entwickelung und Zukunft", Berlin 1908, beschrieben.

Du bist herzlich eingeladen, die Geschichte dieses Prachtstücks hier zu erzählen.

mfg Peter Hartung
Zuletzt geändert von Peter Hartung am Mo 6. Dez 2010, 09:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Claus Heinrich
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Re: Fünfmastvollschiff Preussen

Beitrag von Claus Heinrich »

Moin sovereign,
das Buch "Königin der See - Fünfmast-Vollschiff PREUSSEN" von Horst Hamecher, erschienen 1969 im Egon Heinmann Verlag ist sicherlich der Vorläufer des gleichnamigen Buch von Horst Hamecher von 1993 im Eigenverlag. Das Buch war nach der Erstveröffentlichung sehr schnell vergriffen und so wurde es vermutlich 1993 im Eigenverlag von Hamecher neu (vielleicht mit Erweitrerungen) neu aufgelegt.
Im Buch von 1969 ist eine sehr umfangreiche Literaturliste von viereinhalb Seiten aufgeführt, die Herrn Hamecher bei dem Erstellen des umfangreichen und ausführlichen Buches über die Preussen gute Dienste geleistet haben wird.

Gruß
Clausa
sovereign
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Re: Fünfmastvollschiff Preussen

Beitrag von sovereign »

Moin an alle,
danke für die Literaturhinweise.

Die Geschichte der Preussen :

1902 wurde das Schiff, das im Auftrag der Reederei Laeisz bei der Tecklenborg-werft in Geestemünde gebaut wurde, vom Stapel gelassen.
Es ist streitig, ob die Idee zum Bau des Fünfmasters von Kaiser Wilhelm II. oder Kapitän Hilgendorf stammt.
Das Schiff wurde von 1902 bis 1908 von Kapt. Boye Petersen geführt, unter dem sie den Rekord von 58 Tagen von Hamburg nach Iquique aufstellte, Etmale von 392 (jedenfalls Reedereirekord), 368 und 353 Seemeilen aufstellte und auch eine Weltumsegelung über NewYork und Yokohama durchführte . Auf den Reisen wurden immer wieder Geschwindigkeiten von 17 Knoten erreicht. Die Preussen galt als "passagemaker" der pro Jahr 2 volle Rundreisen nach Chile schaffte, was vorher in dieser Regelmäßigkeit keinem Schiff gelungen war. Auch gewann sie eine Regatta mit der für ihre Schnelligkeit berühmten "Herzogin Cecilie" und mit der Fünfmastbark "Potosi".
1908 trat Petersen zurück und Hinrich Nissen wurde Kapitän. Unter ihm waren die Reisen schnell, aber nicht überragend, allerdings erreichte die Preussen im Englischen Kanal ihre höchste Geschwindigkeit von 18,25 Knoten Durchschnitt während einer Wache, am selben Tag ein Etmal (von Mittag zu Mittag)von 359 Seemeilen und eine Tagesdistanz von 0- 24 Uhr) von 395 Seemeilen. Man kann sich ausmalen, dass die Spitzengeschwindigkeiten wohl bei mindestens 20 kn gelegen haben müssen.
1910 strandete die Preussen nach einer Kollision mit dem Dampfer "Brighton" auf den Klippen von Dover.

Heute gibt es wieder ein Fünfmastvollschiff, das Segelkreuzfahrtschiff "Royal Clipper", das annähernd die Dimensionen der Preussen hat, aber eine deutlich kleinere Segelfläche. Auch werden die Segel nicht mehr von Hand, sondern maschinell gesetzt und verstellt. 5 Mann reichen zur Bedienung des Schiffes aus.
sovereign
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Re: Fünfmastvollschiff Preussen

Beitrag von sovereign »

Moin Kalle,

die Links und Internetadressen kenne ich schon. Es ist aber auf jedenfall gut, dass Du sie eingestellt hast, denn auch das ist für den interessierten Leser wichtig.

Nun möchte ich aber noch meine Hauptfrage zu dem Thema Preussen stellen: Wie hoch waren die Masten wirklich?



In der Literatur:

Horst Hamecher von 1969: 68m über Kielschwein

Hans Blöss: Glanz und Schicksal von Potosi und Preußen: 68m über Kiel, 57,75m über Deck

W.Kaemmerer :Das Fünfmastvollschiff Preussen in: Zeitschrift Deutscher Ingenieure Bd. 48, S.170: 66m über Kielschwein

Heinz Piechowski: Das Fünfmastvollschiff Preußen, in : Der Albatros, Bd. 50, S. 48: erst 68m, dann 65m und dann 64m


Auf Plänen:

-wohl Originalpläne:
Seitenriss in Walter Laas: Die großen Segelschiffe: umgerechnet ca. 65m Gesamthöhe des Schiffs, 55m über Deck

stimmt mit den Segelrissen im Hamecher-Buch und im Artikel von Kaemmerer überein

Modellbaupläne:

Jürgen Kuhlmann (auf Basis des Hamecher Plans aus dem Buch von 1969) 55m über Deck, 67m Gesamthöhe des Schiffs

Aeronaut Modellbauplan "Deutsches Fünfmastvollschiff Preussen" :67m Gesamthöhe, 56,2 m über Deck


Werftmodell im Bremerhavener Schiffahrtsmuseum laut Kartei: 64,5 m Gesamthöhe


Meine Meinung dazu: Da das Werftmodell und die Pläne bei Laas, Kaemmerer und Hamecher übereinstimmen, ist diesen zu folgen. Die restlichen Angaben sind nicht anhand von Originalplänen belegbar. Ein kleiner Zweifel bleibt allerdings.

Was meint Ihr dazu?

Gruß Matthias
Peter Hartung
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Re: Fünfmastvollschiff Preussen

Beitrag von Peter Hartung »

sovereign hat geschrieben:Moin an alle,
danke für die Literaturhinweise.
Die Geschichte der Preussen :
(...)
1910 strandete die Preussen nach einer Kollision mit dem Dampfer "Brighton" auf den Klippen von Dover.
(...)
Moin Matthias,
auf den "Streit" um die Masthöhe will ich nicht weiter eingehen, mit den Angaben von Walter Laas, dessen Werk 1908 erschien, liegst Du bestimmt auf der sicheren Seite.

Allerdings sollte man auf die Strandung der "PREUSSEN" vor Dover, die ziemlich genau vor 100 Jahren ihr Ende bedeutete, etwas ausführlicher eingehen. Peter Bailey, Kurator am Newhaven Local and Maritime Museum, hat im Jahr 2007 die Umstände der vorhergehenden Kollision und der nachfolgenden Strandung genauer beschrieben:

Der "PREUSSEN" kam in der Nacht des 5. November 1910 im Kanal in der Nähe von Dover der englische Turbinen-Dampfer "BRIGHTON" in die Quere. Die "BRIGHTON" war laut Bailey das erste Dampfturbinenschiff auf dem Englischen Kanal ("first turbine channel steamer"), es war Nacht und es gab wohl auch Nebelbänke. Jedenfalls "stieß zusammen, was zusammenstoßen musste": Das schnelle Fünfmastvollschiff "PREUSSEN" und der schnelle Turbinendampfer "BRIGHTON". Sozusagen, deutsches Segel-Hi-Tech versus britisches Dampfturbinen-Hi-Tech. Auf beiden Kommandobrücken hat man wohl damals die Geschwindigkeit des anderen unterschätzt, wobei, wenn man sich die alten Fotos anschaut, die "PREUSSEN" auf die "BRIGHTON" drauffuhr. Aber sie hatte ja das Vorfahrtrecht! Dabei brachen Bugspriet und der Fockmast. Funk gab es angeblich damals noch nicht an Bord der beiden Schiffe. Deshalb machte sich die "BRIGHTON" auf in Richtung Newhaven und alarmierte dort den Schlepper "ALERT", der die "PREUSSEN" auf den Haken nahm und versuchte, sie nach Dover zu schleppen. Der Schlepper war wohl ziemlich schwach, das Wetter schlecht und die "PREUSSEN" warf Anker vor Dover. Aber beide Ankerketten brachen und das Fünfmastvollschiff trieb am 6.11.1910 in der Crab Bay auf den felsigen Strand vor den Klippen von Dover und ging verloren. Die Besatzung kam sicher an Land. In einigen Haushalten von Dover soll es noch heute manch gut erhaltenes "Erinnerungsstück" von Bord der "PREUSSEN" geben. Das Wrack - jedenfalls ein oder zwei Maststümpfe davon - ist angeblich auch heute noch bei Niedrigwasser vor Dover sichtbar.

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Wie Bailey weiter berichtet, kam es zur Seeamtsverhandlung gegen den Kapitän der "BRIGHTON". Er wurde schuldig gesprochen, verlor sein Patent und soll sich ein paar Jahre später in einer Londoner Kneipe erschossen haben.

Hier ein Foto der "BRIGHTON":

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mfg Peter Hartung
Zuletzt geändert von Peter Hartung am Mo 6. Dez 2010, 17:51, insgesamt 2-mal geändert.
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sovereign
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Re: Fünfmastvollschiff Preussen

Beitrag von sovereign »

Im Bremerhavener Schiffahrtsmuseum ist auch ein Wrackteil der Preussen ausgestellt.
sovereign
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Re: Fünfmastvollschiff Preussen

Beitrag von sovereign »

Moin Peter,
Du hast da ja tolle Bilder von der gestrandeten Preussen!
Hast Du zufällig auch Detailfotos vom Deck etc.? Würde mir auch sehr gut weiterhelfen.

Gruß Matthias
Peter Hartung
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Re: Fünfmastvollschiff Preussen

Beitrag von Peter Hartung »

sovereign hat geschrieben:Moin Peter,
Du hast da ja tolle Bilder von der gestrandeten Preussen!
Hast Du zufällig auch Detailfotos vom Deck etc.? Würde mir auch sehr gut weiterhelfen.
Gruß Matthias
Hallo Matthias,
entschuldige die späte Antwort, aber ich habe erst heute Deinen alten Beitrag gelesen. Zwei Fotos vom Deck der "Preussen" habe ich in meinem Archiv finden können. Das eine ist von der Homepage des Historischen Museums in Bremerhaven. Ich lade es hier mal unter Vorbehalt hoch, also alle Rechte beim Museum. Die Quelle des zweiten Bildes habe ich leider nicht notiert, ich gehe aber davon aus, dass das heute wahrscheinlich "public domain" ist.

Bild

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mfg Peter Hartung
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