Die Werften in Mecklenburg-Vorpommern

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Buttjer
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Re: Die Werften in Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von Buttjer »

mirkman hat geschrieben:
Mi 14. Okt 2020, 08:29
MV Werften - Die kaschierte Pleite?
https://www.tagesschau.de/investigativ/ ... t-101.html

Die Werften sollen als Auflage vom Bund wohl sechs Universal Class Schiffe bauen, obwohl momentan keine Nachfrage nach neuen Kreuzfahrtschiffen herrscht. Panorama 3 sieht darin scheinbar einen großen Widerspruch. Find ich jetzt etwas kurz gedacht. Die Schiffe sind jetzt in der Planung, d.h. Baubeginn wahrscheinlich erst 2022, Ablieferung des ersten Schiffes nicht vor 2023. Die ganze Corona Sch**** ist bis dahin hoffentlich vorbei. Die Reedereien, die dann neue Schiffe mit von Anfang an durchdachten Hygienekonzepten, neusten Lüftungssystemen etc. auf den Markt bringen können, werden sich freuen.
Moin,

ein wesentliches Problem scheint ja die Eigenkapitalquote der MV Werften bzw. der Reederei- und Werftengruppe von Genting zu sein. Der Hype war in Bremen auch groß als man die Anteile an der Lloyd Werft an den Konzern aus Hongkong verkaufen konnte. Als erstes gingen die staatlichen Anteile über den Tisch und seitens der Politik hörte man u.a. "Das ist keine Heuschrecke, sondern eine starke Reederei" (Karsten Behrenwald IG-Metall Geschäftsführer und Stadtverordneter der SPD, Quelle Weser Kurier 30.07.2015). Von Vollbeschäftigung und dringend notwendigen Neubaugebieten für Ingenieure, die den Bremerhavener Werften zu neuem Glanz verhelfen sollten, war die Rede.

Der Hauptanteilseigner der Lloyd Werft, Dieter Petram, hat Ende 2015 die restlichen Anteile noch rechtzeitig an Genting verkauft. Inzwischen hat er sich aus dem aktiven Werftgeschehen komplett zurückgezogen und verlegt sich mehr auf den Bau von Eigentumswohnungen. Fakt ist, dass dieselben Leute, die sich über das Engagement des Asiaten bei der Lloyd Werft gefreut hatten, mit einem Mal kreidebleich waren als die MV Werften geschluckt worden waren. Von Neubau war nicht mehr die Rede - Konstruktion ja - Ausrüstung vielleicht.

Mecklenburg-Vorpommern hat die Werften sicherlich von vornherein mit einer Mitgift schmackhaft gemacht und es sollten ja auch tatsächlich Stahlplatten zusammengeschweißt werden. Nur die Kosten liefen auch ohne Corona schon davon. Eine einseitige Auslegung einer Produktion auf ein Produkt oder einen Abnehmer ist immer gefährlich. Das ist nicht nur im Stahlbau so, sondern gilt allgemein. Die deutsche Werftindustrie ist gegenüber den Werftstandorten in Polen, Rumänien, der Türkei und Südostasien im Stahlbau nicht mehr wettbewerbsfähig. Punkten können die Unternehmen mit der Konstruktion und der technischen Ausrüstung von Spezialschiffen.

Man kann davon ausgehen, dass die Werftindustrie in den nächsten Jahren weiterhin Federn lassen wird. Es kann die MV Werften genauso treffen wie jeden anderen Werftstandort an der deutschen Nord- und Ostseeküste.

Viele Grüße
Ingo

KaiR
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Re: Die Werften in Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von KaiR »

Genting soll diese Schiffe beauftragen und bezahlen, dieses feine Detail hast Du überlesen. Es ist also an Genting, festzustellen, ob sie den Bedarf haben. Das finde ich nun wieder etwas kurz gedacht, denn es ist fraglich, ob Genting dazu überhaupt noch die Mittel hat. Global II wird nicht mehr gebaut, damit steht eh in Frage, mit welchen Aufträgen MV Werften ab 2022 weiterleben wollen. Meyer jedenfalls rechnet vor 2024 nicht mit neuen Bestellungen.
Grüße,

Kai

KaiR
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Re: Die Werften in Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von KaiR »

Lautes Pfeifen im Wald bei der IG Metall und den MV Werften. Man könnte ja auch offshore Versorgungsschiffe bauen. Meinen sie ernsthaft, damit die aufgeblasene Infrastruktur für Kreuzfahrtbauten erhalten zu können, die Genting geschaffen hat?

https://www.seereisenportal.de/news/kre ... -mitarbei/
Grüße,

Kai

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