DSR-Admin hat geschrieben:Hallo an alle, die da waren - mir war es aus beruflichen Gründen versagt diesmal - gabs wa neues von NORDIC und den P+S-Werften? Also Wismar Warnemünde, Stralsund und Wolgast ...
Wäre nett, wenn jemand was hätte.
Gruß Roland
Moin miteinander!
@ Roland "DSR-Admin": Ich versuch mal aus der Distanz Deine Fragen zu beantworten und zitiere dazu ein paar Sätze aus dem Werften-Report 2010 der IG Metall und der Uni Bremen:
Zu den Nordic Yards wie folgt:
"Inwieweit es mit den Nordic Yards (ehemals Wadan Yards) in Warnemünde
und Wismar weitergeht, bleibt abzuwarten. Die Auftragslage der Werften mit
nur einem Schiff und einer Offshore-Platform reicht bei weitem nicht aus, um dort einer
sicheren Zukunft entgegen zu sehen. Von den ehemals rund 2.500 Beschäftigten auf
beiden Werften sind nur noch rund 800 Beschäftigte übrig. Ohne neue Auftragseingänge
wird es für die Werften noch schwieriger und der Erhalt beider Standorte beinahe
unmöglich werden." (Seite 8:
http://www.igmetall-kueste.de/files/D_123560111.pdf)
"Insgesamt haben in den letzten zwei Jahren
3.770 Stammbeschäftigte auf den deutschen Werften ihren Job verloren. Innerhalb von
nur zwei Jahren sind damit 18,4 Prozent aller Arbeitsplätze auf den Werften verlorengegangen.
Die mit Abstand wichtigste Ursache für diese negative Entwicklung ist die Situation bei
Nordic Yards (ehemals Wadan Yards) in Mecklenburg-Vorpommern. Dort waren zum
1. September 2009 rund 2.300 Mitarbeiter/innen in eine Transfergesellschaft
gewechselt, so dass diese Beschäftigten bereits in der Erhebung des letzten
Jahres nicht mehr berücksichtigt worden sind. Durch den Einstieg des neuen Investors
und den von der IG Metall durchgesetzten Beschäftigungspakt sind zur Zeit wieder
insgesamt rund 800 Arbeitnehmer/innen in die Werft zurückgekehrt und mit dem Bau
der ersten neuen Aufträge beschäftigt. (700 Mitarbeiter/innen in Wismar und rund 100
Mitarbeiter/innen in Warnemünde)." (Seite 14 und 15:
http://www.igmetall-kueste.de/files/D_123560111.pdf)
Zu den P + S Werften wie folgt:
"Mit dem Verkauf der Rolandwerft an Lürssen ist auch ein wichtiger Schritt zur Restrukturierung
der Volkswert Stralsund und der Peene-Werft in Wolgast unternommen worden.
Die seit Juni 2010 unter dem Namen P+S Werften zusammengefassten Gruppe gehö-
ren nun mehrheitlich der HSW Treuhand- und Beteiligungsgesellschaft (93%), nachdem
der bisherige Werfteigner Detlef Hegemann auf Druck der Banken seine Anteile
an die HSW abtreten musste. Ihm gehören zwar noch die restlichen sieben Prozent der
Anteile, ins operative Geschäft der P+S Werften ist er jedoch nicht mehr eingebunden.
Durch die Restrukturierung und Verschmelzung der beiden Werften, sollen in Zukunft
in Stralsund Neubauten bis zu einer Länge von 295 Metern entstehen, während in
Wolgast kleinere Schiffe gefertigt werden sollen. P+S Werften verfügte im Sommer
2010 nach Unternehmensabgaben über einen gesicherten Auftragsbestand von 20
Schiffen über rund 590 Millionen EURO." (Seite 9 und 10:
http://www.igmetall-kueste.de/files/D_123560111.pdf)
"Die P+S Werften in Stralsund und Wolgast mussten ebenfalls einen deutlichen Beschäftigungsrückgang
im vergangenen Jahr verkraften. Auf der Volkswerft Stralsund
hat sich die Zahl der Beschäftigten um 9,7 Prozent (133 Mitarbeiter/innen) reduziert,
auf der der Peene-Werft in Wolgast um 12,7 Prozent (110 Mitarbeiter/innen)." (Seite 15:
http://www.igmetall-kueste.de/files/D_123560111.pdf)
"Insbesondere bei der Peene-Werft in Wolgast (...) darf dagegen bezweifelt werden,
dass die doch weit in der Zukunft liegenden Zeitpunkte der letzten Marineschiffsauslieferungen (z. B. Einsatzgruppenversorger)
ausreichen, um die Werftkapazitäten angemessen auszulasten." (Seite 36:
http://www.igmetall-kueste.de/files/D_123560111.pdf)
Hier noch die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen von 1990 bis 2010 für die mecklenburger Werften, die für sich selbst sprechen:

Quelle:
http://www.igmetall-kueste.de/files/D_123560111.pdf
Hope this may assist.
mfg Peter Hartung