Sicherung vor Piraten
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Capt. Chris
- Beiträge: 2
- Registriert: Mi 27. Mai 2009, 19:26
Re: Sicherung vor Piraten
Hallo ihr lieben,
als regelmässiger "Besucher" der Region Golf von Aden, Indic, Arabian Sea, gebe ich Patrick absolut recht.
Der Einsatz der verschiedenen Marineeinheiten ist ein Witz. Vor einiger Zeit gab es einen Überfall auf ein
Schiff, bei dem die Besatzung in die "Zitadelle" flüchtete. Nach 2 Tagen war noch kein Navy Schiff in der
Nähe. Die deutschen Einheiten lagen gerade in Djibouti, zum Bunkern!!! Andere Einheiten waren auch zu
weit weg. Erstaunlich, das es überhaupt 2 Tage gedauert hat, bis die Praten das Schiff und die Besatzung
in ihrer Gewalt hatten.
Trotz Satellitenaufklärung soll es den Verbänden nicht möglich sein, auch nach 3 Jahren nicht zuverlässig
zu wissen, wo die Mutterschiffe sind? Am Anfang waren es ja nur ein paar wenige. Natürlich wird es jetzt
immer schwerer, da immer mehr Mutterschiffe.
Es ist zwar richtig, das das eigentliche Problem an Land zu suchen ist. Die Bedingungen der Somalis müssen
deutlich verbessert werden. Aber das dauert, und es ist nicht hin zu nehmen, das in der Zwischenzeit die
Piraterie weiter geht, und zwar immer brutaler.
Die Marineverbände wollen oder können nicht für ausreichenden Schutz sorgen, also geht das nur mit
Eigenhilfe. Aus diesem Grund ist, abgesehen vom umfahren der Region, die einzige wirkliche Abschreckung
für die Piraten die Abwehr durch eigene Sicherheitskräfte. Die müssen ja nicht mal gezielt schiessen. Es
reicht, wenn die Piraten wissen, das es auf dem Schiff Widerstand geben wird. Dann suchen sie sich
nämlich ein leichteres Ziel.
Darüber hinaus haben sich mittlerweile alle grossen maritimen Organisationen darauf geeinigt, das eine
bewaffnete Eskorte wohl doch das Mittel der Wahl ist. Sie haben sich lange gesträubt, aber eingesehen,
das es nicht anders geht.
Ich persönlich habe bisher 3 vergebliche Angriffsversuche von Piraten miterlebt. Glücklicherweise war
unser Schiff schnell genug, und mit sehr hohen Bordwänden ausgestattet, sodass die Piraten von uns
abliessen. Aber wenn hier im Forum irgendjemand ist, der schon direkten Kontakt mit Piraten hatte, und
nicht nur vom "Hörensagen" darüber redet, würde ich mich sehr über seine / ihre Meinung freuen.
Gruss
Christian
als regelmässiger "Besucher" der Region Golf von Aden, Indic, Arabian Sea, gebe ich Patrick absolut recht.
Der Einsatz der verschiedenen Marineeinheiten ist ein Witz. Vor einiger Zeit gab es einen Überfall auf ein
Schiff, bei dem die Besatzung in die "Zitadelle" flüchtete. Nach 2 Tagen war noch kein Navy Schiff in der
Nähe. Die deutschen Einheiten lagen gerade in Djibouti, zum Bunkern!!! Andere Einheiten waren auch zu
weit weg. Erstaunlich, das es überhaupt 2 Tage gedauert hat, bis die Praten das Schiff und die Besatzung
in ihrer Gewalt hatten.
Trotz Satellitenaufklärung soll es den Verbänden nicht möglich sein, auch nach 3 Jahren nicht zuverlässig
zu wissen, wo die Mutterschiffe sind? Am Anfang waren es ja nur ein paar wenige. Natürlich wird es jetzt
immer schwerer, da immer mehr Mutterschiffe.
Es ist zwar richtig, das das eigentliche Problem an Land zu suchen ist. Die Bedingungen der Somalis müssen
deutlich verbessert werden. Aber das dauert, und es ist nicht hin zu nehmen, das in der Zwischenzeit die
Piraterie weiter geht, und zwar immer brutaler.
Die Marineverbände wollen oder können nicht für ausreichenden Schutz sorgen, also geht das nur mit
Eigenhilfe. Aus diesem Grund ist, abgesehen vom umfahren der Region, die einzige wirkliche Abschreckung
für die Piraten die Abwehr durch eigene Sicherheitskräfte. Die müssen ja nicht mal gezielt schiessen. Es
reicht, wenn die Piraten wissen, das es auf dem Schiff Widerstand geben wird. Dann suchen sie sich
nämlich ein leichteres Ziel.
Darüber hinaus haben sich mittlerweile alle grossen maritimen Organisationen darauf geeinigt, das eine
bewaffnete Eskorte wohl doch das Mittel der Wahl ist. Sie haben sich lange gesträubt, aber eingesehen,
das es nicht anders geht.
Ich persönlich habe bisher 3 vergebliche Angriffsversuche von Piraten miterlebt. Glücklicherweise war
unser Schiff schnell genug, und mit sehr hohen Bordwänden ausgestattet, sodass die Piraten von uns
abliessen. Aber wenn hier im Forum irgendjemand ist, der schon direkten Kontakt mit Piraten hatte, und
nicht nur vom "Hörensagen" darüber redet, würde ich mich sehr über seine / ihre Meinung freuen.
Gruss
Christian
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Garsvik
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- Registriert: Fr 19. Nov 2010, 14:00
Re: Sicherung vor Piraten
Ich lese, die Bewachertrupps vor Ort sind sehr effektiv und sehe überhaupt keinen Grund, warum deutsche Wachmänner dort mitmischen sollten.
Garsvik
Garsvik
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RonnyM
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- Wohnort: Wesermünde/Walsrode
Re: Sicherung vor Piraten
Es sollte doch auch den letzten Skeptiker überzeugen, dass die eingeschifften bewaffneten Gruppen bedeutend effizienter sind - und auch bedeutend preisgünstiger, als eine SACHSEN-Fregatte samt Logistik vor Ort.
Und wenn ich mich wiederhole: Nich lang' schnacken...
Grüße Ronny
Und wenn ich mich wiederhole: Nich lang' schnacken...
Grüße Ronny
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frank0265
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- Registriert: Fr 11. Jan 2008, 13:28
- Wohnort: 08209 Auerbach
Re: Sicherung vor Piraten
http://www.forschungsinformationssystem ... is/347015/
http://m.faz.net/RubDDBDABB9457A437BAA8 ... ontent.xml
http://m.faz.net/RubDDBDABB9457A437BAA8 ... ontent.xml
Deutsche Gesellschaft für Schifffahrts-und Marinegeschichte e.V. ; FB Handelsschifffahrt
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Garsvik
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- Registriert: Fr 19. Nov 2010, 14:00
Re: Sicherung vor Piraten
Die Realität hat doch alle anderslautenden Ideen längst eingeholt. Das hätte ich ursprünglich so nicht erwartet. Aber es funktioniert und ist offenbar bezahlbar. Man mietet sich einen Söldnertrupp für einige Tage und durchquert damit das Gebiet um Somalia. Meiner Meinung nach sollen sich die deutschen Politiker da völlig raushalten. Die Bewaffneten vor Ort machen ihren Job und legal - illegal - sch...egal schießen "Warnschüsse" auf Piratenboote. In der Hoffnung, daß dort überwiegend Einheimische tätig sind und nach den Gesetzen ihres Landes tätig werden.M Sicherheit hat geschrieben:Also doch eine erfolgreiche Taktik?Garsvik hat geschrieben:Wer soll denn Waffen tragen?
- Die schlecht bezahlten Mannschaften? Die mutieren nicht zu Rambos, wenn sie Piraten sehen.
- Sollen die Offiziere in "last man standing" Manier ihr Leben lassen?
- eine ständig an Bord sich rumlümmelnde Wachmannschaft taugt nach kurzer Zeit nur noch zum Kartenspielen
Die Regelung der internationalen Militärs vor Somalia (Namen vergessen) schlägt unter bestimmten Bedingungen 10 Soldaten pro Schiff für die Zeit vor, bis die gefährdeten Gewässer wieder verlassen werden - wie das gehandhabt wird, weiß ich nicht.
Garsvik
Gruß
Patrick
Garsvik
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Sebastian80
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
In die Hände eines "Dienstleisters" etwa, dem moralische Aspekte scheinbar völlig egal sind?M Sicherheit hat geschrieben: Durchführbarkeit, sollte hier getrost in die Hände des Dienstleisters gelegt werden.
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
Falsch!M Sicherheit hat geschrieben: Moral ist größtenteils eine subjektiv, empfundene Überschrift.
Moral ist ein Grundgerüst, auf dem eine Gesellschaft fußt!
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
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Andreas
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Re: Sicherung vor Piraten
Zwei Schiffe ohne Lösegeldzahlung (?) wieder frei
http://www.thb.info/news/single-view/id ... -frei.html
http://www.thb.info/news/single-view/id ... -frei.html
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
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