Sicherung vor Piraten
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
das Kapern von Handelsschiffen macht auch so keinen Sinn. Dazu braucht man auch keine privaten Sicherheitsdienste. Das einzig Wahre, was man vor Somalia braucht, ist eine funktionierende Küstenwache. Damit würde den Piraten der Weg raus zu den Schiffen versperrt.
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
M Sicherheit hat geschrieben:Hallo frank0265,
Wir führen bei unserer Tätigkeit auch keine Waffen ein oder betreiben Handel damit in irgendeiner Form. Diese Waffen sind legitimes Werkzeug, das im Verantwortungsbereich des Waffenscheininhabers verbleibt. Das hat überhaupt nichts mit Transport, Lagerung oder Handel im Seeverkehr zu tun.Wundert mich jetzt aber sehr.... . In den meisten Häfen der Welt ist die Einfuhr von Waffen rechtswidrig und wird auch mit empfindlichen Sanktionen behaftet...
Natürlich ist es sinnvollerweise verboten einfach mal eben so Waffen irgendwo auf der Welt einzuführen.
Gruß
Patrick
Du willst also allen Ernstes mit Waffengewalt gegen die Piraten vorgehen ? Und mit welchen wirksamen Waffen bitteschön ? Die Piraten haben durch die vielen Lösegelder auch die besseren Waffen und vor allem die mit Durchschlagskraft. Ein Maschinengewehr darf nicht auf ein Handelsschiff.
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten
Du willst also 2720 km Küste abriegeln?? Zum Vergleich in Deutschland gibt es 1200 km Festlandküste.das Kapern von Handelsschiffen macht auch so keinen Sinn. Dazu braucht man auch keine privaten Sicherheitsdienste. Das einzig Wahre, was man vor Somalia braucht, ist eine funktionierende Küstenwache. Damit würde den Piraten der Weg raus zu den Schiffen versperrt.
Frank ich führe hier nochmal ein Beispiel an. Wenn man Militärladung fährt dann ist nicht immer aber fast immer ein Begleitkommando dabei. Die haben natürlich Maschinengewehre dabei. Und kommen nicht vom Flaggenstaat. Geht alles.Du willst also allen Ernstes mit Waffengewalt gegen die Piraten vorgehen ? Und mit welchen wirksamen Waffen bitteschön ? Die Piraten haben durch die vielen Lösegelder auch die besseren Waffen und vor allem die mit Durchschlagskraft. Ein Maschinengewehr darf nicht auf ein Handelsschiff.
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

(AP Photo/Tom Maliti, file)
An Bord von M/V Jumbo Javelin.
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
Auszug aus Interview mit Dr.Rainer Stinner
IMS: Wie stehen Sie zum Einsatz privater Sicherheitsfirmen auf Handelsschiffen zur Abwehr seeräuberischer Attacken?
Dr. Rainer Stinner: Das ist sicherlich ein zweischneidiges Schwert. Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass ich auf das Einhalten des Gewaltmonopols des Staates bestehe. Das heißt, militärische und polizeiliche Aktionen müssen durch staatliche Organe ausgeführt werden. Dann gibt es durchaus auch die Forderung, dass Bundeswehr- und Polizeiangehörige an Bord der Schiffe installiert werden. Dies halte ich im Einzelfall durchaus für machbar, allerdings kann es keine Lösung sein, die rund 20.000 Schiffe mit Soldaten und Polizisten zu bestücken.
Hier kommt nun das Thema der privaten Sicherheitsdienste ins Spiel. Ich vergleiche das immer mit der Tatsache, dass beispielsweise zwischen Frankfurt und München LKWs gekapert werden - und hier würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen, LKWs durch Polizisten begleiten zu lassen, sondern natürlich würde dafür gesorgt werden, dass die Gangster gefasst werden. Es nützt nichts, durch private Sicherheitsdienste die Schiffe zu bewachen.
Zweitens kommt hinzu, dass natürlich die Befürchtung sehr groß ist, dass es zu unübersehbaren Handlungen seitens dieser privaten Sicherheitsdienste kommt. Ich kann verstehen, dass einzelne Reeder den Einsatz privater Sicherheitsfirmen erwägen, um die eigenen Schiffe zu schützen, aber dies kann auf Dauer keine tragfähige Lösung sein. Diese kann nur sein, dass wir uns der Piraterie selber annehmen. Zunächst durch militärische und polizeiliche Maßnahmen, mittelfristig entsprechend mit einem politischen Agendasetting.
IMS: Wie lange, glauben Sie, werden die Bundesrepublik und die an den verschiedenen Operationen beteiligten Staaten bereit sein, diese kostenintensiven Marineoperationen weiter zu führen?
Dr. Rainer Stinner: Solange wie die Piraterie in diesen Gewässern stattfindet. Im ersten Halbjahr 2009 gab es rund 200 Attacken gegen Schiffe. Man stelle sich vor, die wären alle gelungen. Die Piraterie ist eine derart nachhaltige Störung des Welthandels, dass sie inakzeptabel ist. Wenn wir allerdings so weitermachen wie bisher, dann können wir auch in 100 Jahren noch mit unseren Marinen die Handelsschiffe begleiten. Piraterie ist ein attraktives Geschäftsmodell, es werden Millionen damit verdient und solange wir nicht an die Wurzel gehen und den Piraten ihr Handwerkszeug, die Mutterschiffe, wegnehmen, wird sich kaum etwas ändern. Selbst wenn das Mandatsgebiet, wie gerade geschehen, immer weiter ausgeweitet wird, wird sich nichts ändern. Wenn Sie nur neben den Schiffen herfahren und darauf warten, dass diese angegriffen werden, um den Angriff dann abwehren zu können, ist dies ein rein reaktives Verhalten und das löst das Problem nicht.
IMS: Wie stehen Sie zum Einsatz privater Sicherheitsfirmen auf Handelsschiffen zur Abwehr seeräuberischer Attacken?
Dr. Rainer Stinner: Das ist sicherlich ein zweischneidiges Schwert. Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass ich auf das Einhalten des Gewaltmonopols des Staates bestehe. Das heißt, militärische und polizeiliche Aktionen müssen durch staatliche Organe ausgeführt werden. Dann gibt es durchaus auch die Forderung, dass Bundeswehr- und Polizeiangehörige an Bord der Schiffe installiert werden. Dies halte ich im Einzelfall durchaus für machbar, allerdings kann es keine Lösung sein, die rund 20.000 Schiffe mit Soldaten und Polizisten zu bestücken.
Hier kommt nun das Thema der privaten Sicherheitsdienste ins Spiel. Ich vergleiche das immer mit der Tatsache, dass beispielsweise zwischen Frankfurt und München LKWs gekapert werden - und hier würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen, LKWs durch Polizisten begleiten zu lassen, sondern natürlich würde dafür gesorgt werden, dass die Gangster gefasst werden. Es nützt nichts, durch private Sicherheitsdienste die Schiffe zu bewachen.
Zweitens kommt hinzu, dass natürlich die Befürchtung sehr groß ist, dass es zu unübersehbaren Handlungen seitens dieser privaten Sicherheitsdienste kommt. Ich kann verstehen, dass einzelne Reeder den Einsatz privater Sicherheitsfirmen erwägen, um die eigenen Schiffe zu schützen, aber dies kann auf Dauer keine tragfähige Lösung sein. Diese kann nur sein, dass wir uns der Piraterie selber annehmen. Zunächst durch militärische und polizeiliche Maßnahmen, mittelfristig entsprechend mit einem politischen Agendasetting.
IMS: Wie lange, glauben Sie, werden die Bundesrepublik und die an den verschiedenen Operationen beteiligten Staaten bereit sein, diese kostenintensiven Marineoperationen weiter zu führen?
Dr. Rainer Stinner: Solange wie die Piraterie in diesen Gewässern stattfindet. Im ersten Halbjahr 2009 gab es rund 200 Attacken gegen Schiffe. Man stelle sich vor, die wären alle gelungen. Die Piraterie ist eine derart nachhaltige Störung des Welthandels, dass sie inakzeptabel ist. Wenn wir allerdings so weitermachen wie bisher, dann können wir auch in 100 Jahren noch mit unseren Marinen die Handelsschiffe begleiten. Piraterie ist ein attraktives Geschäftsmodell, es werden Millionen damit verdient und solange wir nicht an die Wurzel gehen und den Piraten ihr Handwerkszeug, die Mutterschiffe, wegnehmen, wird sich kaum etwas ändern. Selbst wenn das Mandatsgebiet, wie gerade geschehen, immer weiter ausgeweitet wird, wird sich nichts ändern. Wenn Sie nur neben den Schiffen herfahren und darauf warten, dass diese angegriffen werden, um den Angriff dann abwehren zu können, ist dies ein rein reaktives Verhalten und das löst das Problem nicht.
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
Henri hat geschrieben:Du willst also 2720 km Küste abriegeln?? Zum Vergleich in Deutschland gibt es 1200 km Festlandküste.das Kapern von Handelsschiffen macht auch so keinen Sinn. Dazu braucht man auch keine privaten Sicherheitsdienste. Das einzig Wahre, was man vor Somalia braucht, ist eine funktionierende Küstenwache. Damit würde den Piraten der Weg raus zu den Schiffen versperrt.
Frank ich führe hier nochmal ein Beispiel an. Wenn man Militärladung fährt dann ist nicht immer aber fast immer ein Begleitkommando dabei. Die haben natürlich Maschinengewehre dabei. Und kommen nicht vom Flaggenstaat. Geht alles.Du willst also allen Ernstes mit Waffengewalt gegen die Piraten vorgehen ? Und mit welchen wirksamen Waffen bitteschön ? Die Piraten haben durch die vielen Lösegelder auch die besseren Waffen und vor allem die mit Durchschlagskraft. Ein Maschinengewehr darf nicht auf ein Handelsschiff.
dieses Argument lass ich nicht gelten.... Vor 1991 hatte Somalia auch eine Küstenwache. Da gab es auch nicht so viele Piratenüberfälle in diesem Gebiet.
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten
Das ist 20 Jahre her!!! Da herrschten ganz andere Verhältnisse! Da saßen die Amis auch noch da drin. Natürlich kann man sowas mit einer Küstenwachen unterbinden. Aber wo soll eine solch Leistungsfähige Küstenwache herkommen?? Das ist ja so als wenn du jetzt für Afganisthan fordern würdest das müsse mit Polizeikräften und nicht mit Militär in Griff bekommen werden!dieses Argument lass ich nicht gelten.... Vor 1991 hatte Somalia auch eine Küstenwache. Da gab es auch nicht so viele Piratenüberfälle in diesem Gebiet.
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
..man könnte zum Beispiel mit Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft eine Küstenwache in Somalia aufbauen und sie anfänglich auch betreuen.
Afghanistan und Somalia ist wie Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Diese Verhältnisse von vor 20 Jahren müssten in Somalia wieder her. Ganz genau die.
Das Erdbeben inkl. der Tsunamiwellen in Japan hätte besser vor Somalia stattfinden sollen.... dann gäb es ein Problem weniger.
Afghanistan und Somalia ist wie Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Diese Verhältnisse von vor 20 Jahren müssten in Somalia wieder her. Ganz genau die.
Das Erdbeben inkl. der Tsunamiwellen in Japan hätte besser vor Somalia stattfinden sollen.... dann gäb es ein Problem weniger.
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
..die Küstenwache sollte schon den staatlichen Marineeinheiten oder der Polizei (Zoll) unterstehen. In der Aufbauphase wird aktive Beihilfe durch die internationale Staatengemeinschaft (UNO) gegeben. Dann sollte schon eine kontrollierte Übergabe an den somalischen Staat erfolgen.M Sicherheit hat geschrieben:Hallo frank0265,
wichtig dabei ist es wohl als erstes eine Küstenwache aufzubauen. Diese soll Wem unterstehen?
Jemandem ein derartiges Beben zur Problemlösung zu wünschen is dann auch wirklich wenig zielführend aber sehr menschenverachtend.
Gruß
Patrick
Das mit dem Erdbeben habe ich nicht ganz so ernst gemeint. --> Smilie beachten.
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
Hallo Patrick,
habe zum Thema Piraten einige Zeitungsartikel aus unserer Tagespresse zusammengetragen - kann sie Dir gerne per Mail zusenden im pdf-Format.
Gruß Frank
Trotzdem möchte ich Dich darauf hinweisen, dass ich hier nie irgendwelche Sachen nachplappere. Entweder sind das meine eigenen Standpunkte oder auch Zitate aus den Medien (stets gekennzeichnet).
habe zum Thema Piraten einige Zeitungsartikel aus unserer Tagespresse zusammengetragen - kann sie Dir gerne per Mail zusenden im pdf-Format.
Gruß Frank
Trotzdem möchte ich Dich darauf hinweisen, dass ich hier nie irgendwelche Sachen nachplappere. Entweder sind das meine eigenen Standpunkte oder auch Zitate aus den Medien (stets gekennzeichnet).
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