Aktuell und auch damals unter der Hausflagge der Reederei: Antigua Barbuda - wenn ich richtig gezählt habe sind dort 71 Schiffe der Reederei registriert - 7 Schiffe laufen unter Deutscher FlaggeAlexander hat geschrieben:Bin ich denn der Einzige, den das ankotzt? Zuerst spart ein Herr Stolberg massig Geld, indem er ausflaggt (im Klartext: er entzieht, wenn auch völlig legal, der deutschen Volkswirtschaft Geld - und das sicher nicht nur bei einem Schiff), aber dann darf der "Deutsche Michel" zahlen, wenn eins seiner Schiffe in die Bredoulle gerät. Klar, entspricht der beliebten Vorgehensweise in der Wirtschaft: Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert.ArneKiel hat geschrieben:Die Antigua-Barbuda-Flagge spielt in der realen Welt keine Rolle, sonst hätte die Bundeswehr den Einsatz nicht koordiniert....
Wobei: Unter welcher Flagge fuhr denn die "Beluga Fortune"? Geht aus dem zitierten Artikel nicht hervor (oder hab ich das überlesen?).
Sicherung vor Piraten
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ArneKiel
Re: Sicherung vor Piraten
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten
@ Alexander
Ich kann Beluga zwar nicht ausstehen weil wer mag eine PR Agentur die sich als Reederei aufführt. Aber bezüglich der Flagge verweise ich mal auf Seite 86. Und ATG bringt von alle ausgeflaggten D noch am meisten weil die Verwaltung sitzt in Oldenburg und so bezahlen die wenigstens für die Leute da Steuern
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Ich kann Beluga zwar nicht ausstehen weil wer mag eine PR Agentur die sich als Reederei aufführt. Aber bezüglich der Flagge verweise ich mal auf Seite 86. Und ATG bringt von alle ausgeflaggten D noch am meisten weil die Verwaltung sitzt in Oldenburg und so bezahlen die wenigstens für die Leute da Steuern
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
Danke für die Info, das war mir so nicht klar. Wieder was gelernt.M Sicherheit hat geschrieben:Für uns spielt es tatsächlich überhaupt keine Rolle, welche Nation das Schutzobjekt repräsentiert solange hier die entsprechenden Genehmigungen vorliegen wird nach deutschem Recht in Anlehnung an die Gastgebergesetzgebungen gehandelt und verfahren.
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
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Mit dem "Ankotzen" meinte ich eher den konkreten Einzelfall, d.h. das einzelne entführte Schiff - im konkreten Fall zwar einer deutschen Reederei gehörend aber unter "Billigflagge" fahrend und damit juristisch z.B. Antigua und Barbuda zuzuordnen. Was passiert, wenn hier eine Befreiungsaktion nötig wird? Wer wird die durchführen? Sicherheitskräfte aus Antigua und Barbuda wohl kaum, dann wohl doch eher die GSG 9 oder das KSK (wenn sich die Regierung dazu entschließt, so etwas zuzulassen). Bleibt zu hoffen, daß dann, wenn eine solche Aktion nötig wird (die ich aus humanitären Gründen auch gar nicht verhindern will), die vollen Kosten für einen GSG 9 - oder KSK-Einsatz der Reederei angelastet werden, wenn das Schiff nicht in Deutschland registriert ist.
Zusammengefasst: präventiver Schutz durch multinationale Militärmissionen sind in meinen Augen (auch) auf Kosten der deutschen Steuerzahler okay - einzelne Befreiungsaktionen für Schiffe unter nicht-deutscher Flagge eher weniger. Ich bin ja nun mal Betriebswirt und habe ein Problem damit, wenn jemand meint, er könne die finanziellen Vorteile einer Ausflaggung für sich beanspruchen, aber dann, wenn es ernst wird, die Kosten hierfür dennoch dem deutschen Steuerzahler auflasten. Wie schon gesagt: das Prinzip "Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren" mag zwar in vielen Branchen trendy sein, aber richtig ist es m.E. nicht.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich rede hier nicht von den Marinemissionen (ATALANTA, etc.). Hier handelt es sich um multinationale Einsätze, bei der Einheiten verschiedener Staaten unter Teilung der Kosten versuchen, die Region zu sichern, um Entführungen zu verhindern (mal mehr, mal weniger erfolgreich). So was fällt für mich klar unter eine Art "Solidarsystem", bei der die großen Handels- und Seefahrtsnationen gemeinsam versuchen, das betreffende Gebiet ein wenig sicherer zu machen. So hat doch auch von ein paar Monaten die Crew der niederländischen Fregatte "Tromp" die Entführung eines deutschen Handelsschiffs (ich glaub, es war die "Tai Pan") beendet, als die Piraten zwar schon an Bord waren, aber die Crew noch sicher im Schutzraum war (der Fall, der derzeit in Hamburg vor Gericht verhandelt wird).M Sicherheit hat geschrieben:Hallo Alexander,
ob es dich nun ankotzt oder nicht. Hier stehen deutsche, wirtschaftliche Interessen im Raum. Aus diesen und humanitären Gründen blechen wir mit unseren Steuergeldern diese Militärmission und andere Sicherheitsleistungen der öffentlichen Hand.
Mit dem "Ankotzen" meinte ich eher den konkreten Einzelfall, d.h. das einzelne entführte Schiff - im konkreten Fall zwar einer deutschen Reederei gehörend aber unter "Billigflagge" fahrend und damit juristisch z.B. Antigua und Barbuda zuzuordnen. Was passiert, wenn hier eine Befreiungsaktion nötig wird? Wer wird die durchführen? Sicherheitskräfte aus Antigua und Barbuda wohl kaum, dann wohl doch eher die GSG 9 oder das KSK (wenn sich die Regierung dazu entschließt, so etwas zuzulassen). Bleibt zu hoffen, daß dann, wenn eine solche Aktion nötig wird (die ich aus humanitären Gründen auch gar nicht verhindern will), die vollen Kosten für einen GSG 9 - oder KSK-Einsatz der Reederei angelastet werden, wenn das Schiff nicht in Deutschland registriert ist.
Zusammengefasst: präventiver Schutz durch multinationale Militärmissionen sind in meinen Augen (auch) auf Kosten der deutschen Steuerzahler okay - einzelne Befreiungsaktionen für Schiffe unter nicht-deutscher Flagge eher weniger. Ich bin ja nun mal Betriebswirt und habe ein Problem damit, wenn jemand meint, er könne die finanziellen Vorteile einer Ausflaggung für sich beanspruchen, aber dann, wenn es ernst wird, die Kosten hierfür dennoch dem deutschen Steuerzahler auflasten. Wie schon gesagt: das Prinzip "Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren" mag zwar in vielen Branchen trendy sein, aber richtig ist es m.E. nicht.
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Peter Hartung
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Re: Sicherung vor Piraten
Moin!M Sicherheit hat geschrieben:Hallo zusammen,
(...)
Leider ist es mir noch nicht gelungen ein tragfähiges Argument herauszufiltern, das gegen bewaffneten Schutz durch private Sicherheitsdienste spricht. Gibt es keins?
(...)
Gruß
Patrick
Wirklich nicht? Das tragfähige Argument lautet ganz einfach:
Das Gewaltmonopol für die innere und äußere Sicherheit dieses Landes liegt beim Staat und nicht bei privaten Sicherheitsdiensten.
Das nähere regelt Artikel 33 Absatz 4 des Grundgesetzes.
Mit ihrer fleißigen Lobbyarbeit hier und anderswo wollen Sie diese Grundsätze verändern und zwar zu Gunsten Ihrer Profit-Interessen. Das wird in diesem Thread durch Ihre Penetranz sehr deutlich.
Deshalb an Sie dieser Hinweis: Das Grundgesetz kann nur mit mindestens zwei Drittel der Abgeordneten des Parlaments geändert werden.
mfg Peter Hartung
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
Danke für diese sehr deutlichen Worte, Peter!Peter Hartung hat geschrieben: Wirklich nicht? Das tragfähige Argument lautet ganz einfach:
Das Gewaltmonopol für die innere und äußere Sicherheit dieses Landes liegt beim Staat und nicht bei privaten Sicherheitsdiensten.
Das nähere regelt Artikel 33 Absatz 4 des Grundgesetzes.
Mit ihrer fleißigen Lobbyarbeit hier und anderswo wollen Sie diese Grundsätze verändern und zwar zu Gunsten Ihrer Profit-Interessen. Das wird in diesem Thread durch Ihre Penetranz sehr deutlich.
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
@ Alexander
..Auch mich kotzt eben diese Vorgehensweise der Reeder an. Bist da also nicht der Einzige, der das so sieht. Deswegen hat sich der ITF ja auch auf seine Fahnen geschrieben, die "Billigflaggen" zu bekämpfen und die Reeder zur Rückflaggung zu bewegen.
@ Peter Hartung
Auch von meiner Seite vielen Dank für den Hinweis mit dem GG.
Ich sehe das nämlich auch so, dass der Patrick hier penetrant versucht, seine finanziellen Interessen über den des Staates zu stellen. Sorry Patrick, wenn ich das hier so deutlich anmerke. Aber es ist so.
..Auch mich kotzt eben diese Vorgehensweise der Reeder an. Bist da also nicht der Einzige, der das so sieht. Deswegen hat sich der ITF ja auch auf seine Fahnen geschrieben, die "Billigflaggen" zu bekämpfen und die Reeder zur Rückflaggung zu bewegen.
@ Peter Hartung
Auch von meiner Seite vielen Dank für den Hinweis mit dem GG.
Ich sehe das nämlich auch so, dass der Patrick hier penetrant versucht, seine finanziellen Interessen über den des Staates zu stellen. Sorry Patrick, wenn ich das hier so deutlich anmerke. Aber es ist so.
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
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Aktuell und auch damals unter der Hausflagge der Reederei: Antigua Barbuda - wenn ich richtig gezählt habe sind dort 71 Schiffe der Reederei registriert - 7 Schiffe laufen unter Deutscher Flagge[/quote]
Na da kommt aber dann auf den Herrn Stolberg ganz schön viel Arbeit zu - 71 Schiffe nach Deutschland zurückzuflaggen
Aktuell und auch damals unter der Hausflagge der Reederei: Antigua Barbuda - wenn ich richtig gezählt habe sind dort 71 Schiffe der Reederei registriert - 7 Schiffe laufen unter Deutscher Flagge[/quote]
Na da kommt aber dann auf den Herrn Stolberg ganz schön viel Arbeit zu - 71 Schiffe nach Deutschland zurückzuflaggen
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
M Sicherheit hat geschrieben:Kein Problem frank0265,frank0265 hat geschrieben:@ Alexander
..Auch mich kotzt eben diese Vorgehensweise der Reeder an. Bist da also nicht der Einzige, der das so sieht. Deswegen hat sich der ITF ja auch auf seine Fahnen geschrieben, die "Billigflaggen" zu bekämpfen und die Reeder zur Rückflaggung zu bewegen.
@ Peter Hartung
Auch von meiner Seite vielen Dank für den Hinweis mit dem GG.
Ich sehe das nämlich auch so, dass der Patrick hier penetrant versucht, seine finanziellen Interessen über den des Staates zu stellen. Sorry Patrick, wenn ich das hier so deutlich anmerke. Aber es ist so.
genau derartige Hinweise führen zu einer Meinung, die schlicht und ergreifend falsch ist. In der StVO steht vieles über Ampellichter. Auch hier ist alles richtig, hat mit der Sicherung auch nichts zu tun. Hast du kein Recht deine körperliche Unversehrtheit, Hab und Gut von einem Sicherheitsdienst schützen zu lassen weil es ein Gewaltmonpol des Staates gibt?
Gruß
Patrick
ich habe leider nicht so viel Hab und Gut, dass ich solche Dienste in Anspruch nehmen müsste. Und ich fühle mich auch so sicher in diesem Land.
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
... mit diversen Einschränkungen, erinnert sei z.B. an den strafbaren Notwehrexzess. Auch ist die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu wahren (Stichwort: "mildestes geeignetes Mittel", der Gebrauch von Schußwaffen ist vorher anzudrohen, zudem ist vor Gebrauch von Schußwaffen für einen gezielten tödlichen Schuß ein weniger gefährlicher Waffeneinsatz zu versuchen.M Sicherheit hat geschrieben:[Jeder Mensch darf sich immer und überall verteidigen.
Das nur mal so als Ergänzung zu Deiner im Prinzip richtigen Aussage, damit hier keiner auf dumme Ideen kommt. Schon manch Einer mußte sich vor Gericht veranworten, obwohl er dachte, in Notwehr zu handeln. Und gerade beim Einsatz von Waffen erhöht sich diese Wahrscheinlichkeit durchaus. Ich wünsche Dir und Deinen Männern (oder von mir aus auch Frauen, sofern Du welche beschäftigst, jedenfalls nicht, daß sie nach einer "erfolgreichen" Piratenabwehr merken, daß Deine Sicht zur Notwehr doch nicht ganz die war, die die Justiz teilt.
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