Sicherung vor Piraten

Antworten
frank0265
Mitglied
Beiträge: 1013
Registriert: Fr 11. Jan 2008, 13:28
Wohnort: 08209 Auerbach

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

Henri hat geschrieben:Ob du die deutsche Flagge hinten dran hast oder die von Kambodscha macht steuerlich keinen Unterschied Tonnagesteuer greift bei beiden. Wenn die Schiffahrtsgeselschaft ihren Sitz in D hat und mehrheitlich deutschen gehört. Was den Kosten Unterschied macht das sind die Personalkosten, die Verwaltungskosten und Probleme Personal für die Schiffe zu finden.

Henri, Du meinst sicher "williges" und vor allem "billiges" Personal..... Umsonst heißen die ja auch nicht "Billigflaggen". Es gibt übrigens 32 solcher Staaten....kann man beim ITF nachsehen.


Das Schiff, wie Du es hier beschreibst, ist kein Deutsches. Auch wenn es mehrheitlich Deutschen gehört und die Reederei ihren Sitz in Deutschland hat.


PS.: Die Flagge von Kambodscha ist eine der unsichersten überhaupt. Frag mal beim ITF nach / oder auch bei PSC Kontrolleuren. Weil diese Flagge gerne von den Nachfolgestaaten der SU genutzt wird. Zum Großteil sind das "Sub-Standardschiffe" unter der Flagge von Kambodscha. Alles sehr undurchsichtig.
Zuletzt geändert von frank0265 am Mo 24. Jan 2011, 15:23, insgesamt 1-mal geändert.
Deutsche Gesellschaft für Schifffahrts-und Marinegeschichte e.V. ; FB Handelsschifffahrt
frank0265
Mitglied
Beiträge: 1013
Registriert: Fr 11. Jan 2008, 13:28
Wohnort: 08209 Auerbach

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

Alexander hat geschrieben:
frank0265 hat geschrieben: Diesem betroffenen Schiff müsste der Flaggenstaat (Zypern) Hilfe leisten.
Ich versuch mir grade, ein Eingreifen der zypriotischen (oder wahlweise auch liberianischen oder panamesischen) Marine vorzustellen.

Meine Hoffnung ist ja, daß vor dem geschilderten Grund die ein oder andere Reederei über eine Rückflaggung ihrer Schiffe nachdenkt, aber so wirklich dran glauben kann ich noch nicht.

Es ist in der Tat so, Alexander. Der Flaggenstaat ist dafür verantwortlich.

Bei einer Ausflaggung umgeht ja der Reeder auch die Gesetzgebung "seines" Heimatlandes.
Deutsche Gesellschaft für Schifffahrts-und Marinegeschichte e.V. ; FB Handelsschifffahrt
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

frank0265 hat geschrieben:
Alexander hat geschrieben:
frank0265 hat geschrieben: Diesem betroffenen Schiff müsste der Flaggenstaat (Zypern) Hilfe leisten.
Ich versuch mir grade, ein Eingreifen der zypriotischen (oder wahlweise auch liberianischen oder panamesischen) Marine vorzustellen.

Meine Hoffnung ist ja, daß vor dem geschilderten Grund die ein oder andere Reederei über eine Rückflaggung ihrer Schiffe nachdenkt, aber so wirklich dran glauben kann ich noch nicht.

Es ist in der Tat so, Alexander. Der Flaggenstaat ist dafür verantwortlich.

Bei einer Ausflaggung umgeht ja der Reeder auch die Gesetzgebung "seines" Heimatlandes.
Wenn das Schiff in Not ist, ist es völkerrechtlich sch...egal welche Flagge hinten dran hängt.
Die meisten gekaperten oder angegriffenen Schiffe hatten auch nicht die Flagge der zu Hilfe kommenden Marineschiffe.

Diese ewige Diskussion um den Flaggenstaat nervt ungemein, das hatten wir schon mind. dreimal.
Das GG regelt das doch eindeutig. Schutz von Marine bzw. GSG9 Einheiten an Bord nur für Schiffe der Deutschen Handelsflotte. Daran gibt es nichts zu deuteln.
frank0265
Mitglied
Beiträge: 1013
Registriert: Fr 11. Jan 2008, 13:28
Wohnort: 08209 Auerbach

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

.....Schutz für die Schiffe deutscher Reeder unter deutscher Flagge !!
Deutsche Gesellschaft für Schifffahrts-und Marinegeschichte e.V. ; FB Handelsschifffahrt
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

frank0265 hat geschrieben:.....Schutz für die Schiffe deutscher Reeder unter deutscher Flagge !!
Was bitte ist denn die Deutsche Handelsflotte anderes?? - Art. 27 GG "Alle deutschen Kauffahrteischiffe bilden eine einheitliche Handelsflotte."

Unter Taku Tuka Flagge sind die Eigner meist Unternehmen im Flaggenstaat also keine deutschen Firmen
frank0265
Mitglied
Beiträge: 1013
Registriert: Fr 11. Jan 2008, 13:28
Wohnort: 08209 Auerbach

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

ArneKiel hat geschrieben:
frank0265 hat geschrieben:.....Schutz für die Schiffe deutscher Reeder unter deutscher Flagge !!
Was bitte ist denn die Deutsche Handelsflotte anderes??

Unter Taku Tuka Flagge sind die Eigner meist Unternehmen im Flaggenstaat also keine deutsche Firmen
Das sind meistens solche Firmen, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben. Man gründet einfach im Registrierungsstaat eine Art Tochterfirma..... . Sind aber in Wirklichkeit Scheinfirmen. Die haben in den Flaggenstaaten nicht mehr als nen Briefkasten.


Es fahren ja nur ca. 400 Schiffe unter deutscher Flagge und der Rest unter nicht-deutschen Flaggen. Die deutsche Handelsflotte besteht derzeit nach VDR Zahlen aus 3500 Schiffen.
Deutsche Gesellschaft für Schifffahrts-und Marinegeschichte e.V. ; FB Handelsschifffahrt
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

frank0265 hat geschrieben:
ArneKiel hat geschrieben:
frank0265 hat geschrieben:.....Schutz für die Schiffe deutscher Reeder unter deutscher Flagge !!
Was bitte ist denn die Deutsche Handelsflotte anderes??

Unter Taku Tuka Flagge sind die Eigner meist Unternehmen im Flaggenstaat also keine deutsche Firmen
Das sind meistens solche Firmen, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben. Man gründet einfach im Registrierungsstaat eine Art Tochterfirma..... . Sind aber in Wirklichkeit Scheinfirmen. Die haben in den Flaggenstaaten nicht mehr als nen Briefkasten.


Es fahren ja nur ca. 400 Schiffe unter deutscher Flagge und der Rest unter nicht-deutschen Flaggen. Die deutsche Handelsflotte besteht derzeit nach VDR Zahlen aus 3500 Schiffen.
Ob das Scheinfirmen sind, kannst Du nicht beurteilen! Es gibt genügend "deutsche" Reedereien, die auch ihren Verwaltungssitz im Flaggenstaat haben. Rechtlich und lt. Bundesregierung besteht die Deutsche Handelsflotte aus gut 480 Schiffen. Und nur das zählt!!!
Henri
Mitglied
Beiträge: 273
Registriert: Sa 12. Jan 2008, 15:37

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

frank0265 hat geschrieben:
Henri hat geschrieben:Ob du die deutsche Flagge hinten dran hast oder die von Kambodscha macht steuerlich keinen Unterschied Tonnagesteuer greift bei beiden. Wenn die Schiffahrtsgeselschaft ihren Sitz in D hat und mehrheitlich deutschen gehört. Was den Kosten Unterschied macht das sind die Personalkosten, die Verwaltungskosten und Probleme Personal für die Schiffe zu finden.

Henri, Du meinst sicher "williges" und vor allem "billiges" Personal..... Umsonst heißen die ja auch nicht "Billigflaggen". Es gibt übrigens 32 solcher Staaten....kann man beim ITF nachsehen.


Das Schiff, wie Du es hier beschreibst, ist kein Deutsches. Auch wenn es mehrheitlich Deutschen gehört und die Reederei ihren Sitz in Deutschland hat.


PS.: Die Flagge von Kambodscha ist eine der unsichersten überhaupt. Frag mal beim ITF nach / oder auch bei PSC Kontrolleuren. Weil diese Flagge gerne von den Nachfolgestaaten der SU genutzt wird. Zum Großteil sind das "Sub-Standardschiffe" unter der Flagge von Kambodscha. Alles sehr undurchsichtig.
Auf Schiffen unter Deutscher Flagge kriegen die Leute genausoviel wie unter jeder anderen Flagge. Man muss nirgendwo einen ITF Vertrag unterschreiben, nur kriegt man dann Ärger in vielen Häfen. Die ITF kassiert nähmlich ordendlich bei jedem Schiff das ein ITF Vertrag hat.

Steuer ist kein Grund, wenn du der Meinung bist dann nenne mir bitte doch mal die Steuer die man unter Deutscher Flagge bezahlen muss aber nicht bei einem ausgeflaggten Schiff.

PS: Kambodscha war ein Beispiel.
Speed has never killed anyone. Suddenly becoming stationary, that's what gets you.
frank0265
Mitglied
Beiträge: 1013
Registriert: Fr 11. Jan 2008, 13:28
Wohnort: 08209 Auerbach

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

[/quote] Ob das Scheinfirmen sind, kannst Du nicht beurteilen! Es gibt genügend "deutsche" Reedereien, die auch ihren Verwaltungssitz im Flaggenstaat haben. Rechtlich und lt. Bundesregierung besteht die Deutsche Handelsflotte aus gut 480 Schiffen. Und nur das zählt!!![/quote]

Das mit den Scheinfirmen hab ich ja auch nicht pauschal gemeint. Aber im Prinzip hast Du Recht. Und dass die deutsche Handelsflotte aus 480 Schiffen besteht ( laufen alle unter deutscher Flagge )- in diesem Punkt sind wir beide nun auch endlich einer Meinung.



@Henri

Billigflaggen heißen auch Steuerfluchtflaggen, Gefälligkeitsflaggen....

Schifffahrt [Bearbeiten]
Voraussetzung für diese Maßnahme ist der Wechsel in das Schiffsregister eines anderen Staates, zumeist in einen Staat mit sogenannter „Billigflagge“, englisch "flag of convenience", mit dem Ziel, Kosten zu sparen. Gespart wird vor allem an den Heuern, welche durch die zum größten Teil geringere Besteuerung in den Billigflaggenstaaten, geringere Lohnkosten bei den Reedereien erzeugen, aber auch durch oft geringere Sozialleistungen für die Besatzungsmitglieder (festgelegt durch das jeweilige Lohntarifsystem). Auch die Sicherheits- und Besetzungssstandards eines Teils der Billigflaggenstaaten sind einfacher, und damit kostengünstiger einzuhalten, denn die deutsche Schiffsbesetzungsordnung, die einen Standard für Zahl und Qualifikation der Besatzungsmitglieder festlegt, ist relativ streng.

Die Schiffsführung wird in der Regel Schiffsoffizieren und -ingenieuren übertragen, die dem Eigentümer (Reeder) bekannt sind.

In Deutschland ist das Führen der Nationalflagge im Flaggenrechtsgesetz geregelt. Der Ort des Registers bestimmt den Heimathafen.

Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) führt eine Liste der Länder mit Billigflagge. Nach ihren Angaben fuhr die Mehrzahl der in Havarien verwickelten Schiffe 2001 unter einer solchen Billigflagge, die allerdings auch einen erheblichen Anteil an der Welthandelsflotte stellen. Daneben setzt sich die ITF für die unter einer Billigflagge fahrenden Besatzungen ein und versucht Tarifverträge auszuhandeln.

Auch Binnenstaaten führen Schiffsregister. Zweigstellen der Reedereien in Ländern mit Billigflagge werden gelegentlich mit Briefkastengesellschaften verglichen.

Beispiele für Billigflaggen-Staaten [Bearbeiten]
Panama Panama (zur Zeit die größte Handelsflotte überhaupt)
Liberia Liberia
Bahamas Bahamas (sowie viele weitere Karibikstaaten)
Antigua und Barbuda Antigua und Barbuda
Malta Malta
Zypern Republik Republik Zypern (EU-Staat besserer Schutz, siehe Operation Atalanta)
Kambodscha Kambodscha
Philippinen Philippinen
Belize Belize
Mongolei Mongolei (Binnenstaat)

Quelle wikipedia



Und ITF Vertrag heißt im Klartext : Mindestlohn - und das ist gut so. Gut, dass man das erreicht hat.
Deutsche Gesellschaft für Schifffahrts-und Marinegeschichte e.V. ; FB Handelsschifffahrt
Henri
Mitglied
Beiträge: 273
Registriert: Sa 12. Jan 2008, 15:37

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

@ frank0265

Du bist mir noch schuldig welche Steuer man da extra bezahlen muss. Ich hab auch nie gesagt das es falsch ist was die ITF fordert allerdings finde ich es falsch wie sie oft handelt. Es werden oft auch Schiffe bestreikt auf denen sogar mehr gezahlt wird als die ITF fordert die aber halt nicht bei ITF unterschrieben haben. Einfach weil die ITF abkassieren will. Natürlich ist das nicht die Regel kommt aber öfters vor.

Aber um dir mal deutlich zu machen wieso die deutsche Flagge so unattraktiv ist:

* Es sind ein paar EU Bürger mit deutschen Patenten vorgeschrieben, das führt dann zu Problemen wenn man als Reederei mehr aus Aisaten als auf Osteuropär setzt. Macht von den Kosten keinen so großen Unterschied. Aber jede Reederei hat ihre Gründe wieso die und nicht die. Wenn man die Schiffe mit deutschen Offis besetzen will sind die nicht einfach so zu kriegen. Man darf sich da nichts vormachen. Deutsche Junior Offiziere sind nicht knapp aber auch nicht im Überfluss vorhanden. Deutsche Senior Offis sind aber sehr wohl sehr knapp. Wenn man jetzt mal so ebenso 300 Schiffe unter deutsche Flagge bringen würde und die mit teilweise deutschen besetzen will, würde man erhebliche Probleme kriegen die Leute zu finden. Von SMs mal ganz zu schweigen.

* Womit wir beim nächsten Punkt sind, der Verwaltung. Ein Ausländer der auf einem deutschen Schiff fährt braucht eine Arbeitserlaubnis die regelmäßig abläuft und erneuert werden muss. Auf deutschen Schiffen herscht auch noch das System von Anno dunnemal mit der Musterliste und im Seefahrtsbuch offiziel an und abmustern. Ist zwar alles machbar aber mit viel Aufwand verbunden. Dann ist es nicht so einfach mal eben so schnell für einen Ausländer die Papiere zu besorgen. Das wird dann zum großen Problem wenn z.B. der eigentlich vorgesehene Ablöser ausfällt und man schnell einen neuen braucht, denn auch hat, nur fehlem ihm die deutschen Papiere. Dann ist man angeschmiert denn im Gegensatz zu anderen Flaggen wo das eine Minutenangelegenheit ist, sprechen wir hier von Tagen oder auch Wochen.

* Es schränkt die Flexibilität der Personalplannung ganz erheblich ein. Da man immer ein gewissen Anteil von EU Bürgern auf den Schiffen haben muss kommt es oft dazu das man Probleme hat Leute abzulösen weil man dort halt nicht jeden eben mal schnell raufschicken kann.

* Dann UVV & Co., der ganze zusätzliche Verwaltungsscheiß der einem nur Ärger macht und nichts bringt.

Wenn man die deutsche Flagge fördern will dann muss man wirklich guten Schutz für diese Schiffe anbieten. Aber ich wäre eher dafür guten Schutz für die Schiffe anzubieten die deutsche Besatzungsmitglieder haben. Damit wäre dem deutschen Seemann mehr geholfen.
Speed has never killed anyone. Suddenly becoming stationary, that's what gets you.
Antworten