Sicherung vor Piraten

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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

[quote="M Sicherheit"
Aus diesem Grunde bringen wir bei Annäherung gut lesbare Schilder in drei Sprachen an der Bordwand rollbar an. Damit wird Sicherung angekündigt. Bei weitere Annäherung in den virtuellen Sicherungsbereich wird dreisprachig bedeutet dass der Gebrauch von Schusswaffen unmittelbar bevorsteht.
[/quote]

Diese im Prinzip sinnvolle Idee ist aber noch nicht ganz durchdacht, oder? Sie setzt nämlich voraus, daß die potentiellen Piraten lesen kennen, was man m.E. in Somalia nicht wirklich voraussetzen kann. Hast Du das bedacht? (Soviel übrigens dazu, daß ich hier angeblich nie konstruktive Beiträge bringen würde... ;) )
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Horstl
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Horstl »

Alexander hat geschrieben:[quote="M Sicherheit"
Aus diesem Grunde bringen wir bei Annäherung gut lesbare Schilder in drei Sprachen an der Bordwand rollbar an. Damit wird Sicherung angekündigt. Bei weitere Annäherung in den virtuellen Sicherungsbereich wird dreisprachig bedeutet dass der Gebrauch von Schusswaffen unmittelbar bevorsteht.
Diese im Prinzip sinnvolle Idee ist aber noch nicht ganz durchdacht, oder? Sie setzt nämlich voraus, daß die potentiellen Piraten lesen kennen, was man m.E. in Somalia nicht wirklich voraussetzen kann. Hast Du das bedacht? (Soviel übrigens dazu, daß ich hier angeblich nie konstruktive Beiträge bringen würde... ;) )[/quote]


Auch wenn die Fischer vieleicht Analphabeten sind...blöd sind die sicher nicht.

dazu mein Kommentar von vorhin...
Jedem ehrlichen Fischer müsste doch inzwischen klar sein das es in der nähe von Handelsschiffen gefährlich werden (könnte) denn die ehrlichen Fischerboote sind oft von gleicher Bauart wie die Piratenskiffs, ergo ?
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben:Tatsächlich interessiert es mich nun überhaupt nicht, ob die sekundären Warnhinweise wahrgenommen und/oder verstanden werden. In erster Linie
Schade, nach Deinem Hinweis auf die mehrsprachigen Warntafeln hielt ich Dich für verantwortungsbewußt. Dieser Eindruck ist jetzt leider wieder dahin.
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben:Wenn er mit was Anderem bewaffnet ist, wird er womöglich früher bedient. Ob er nun lesen kann oder nicht.

Gruß
Patrick
Sehr off Topic, aber dennoch evtl. sinnvoll: Patrick, wenn Du auf einen Beitrag antwortest, dann tu dies doch bitte in einem Artikel und nicht in vielen einzelnen mit jeweils nur 1 oder 2 Sätzen. Das erleichtert die Lesbarkeit.
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben:Danke für den Hinweis
Gern geschehen! :)
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

M Sicherheit hat geschrieben:
Alexander hat geschrieben:
M Sicherheit hat geschrieben:Tatsächlich interessiert es mich nun überhaupt nicht, ob die sekundären Warnhinweise wahrgenommen und/oder verstanden werden. In erster Linie
Schade, nach Deinem Hinweis auf die mehrsprachigen Warntafeln hielt ich Dich für verantwortungsbewußt. Dieser Eindruck ist jetzt leider wieder dahin.
Ich werde nicht müde zu betonen, dass es hier um Sicherung geht. Weniger um den Bildungsstand der Angreifer.

Gruß
Patrick
Für arme Somalier, die nicht zur Schule gehen konnten, könnte man auch Videoleinwände mit passenden Ausschnitten (Was passiert, wenn...) aus Rambo 1-5 aufstellen.....
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Moin,

mal was Neues von der Deutschen Marine zum Thema:

Marineinspekteur beklagt Hilflosigkeit

Das vergangene Jahr hat einen neuen Rekord gebracht: 445 Angriffe auf Schiffe registrierte die Internationale Schifffahrts-Behörde (IMB), 1 181 Seeleute wurden als Geiseln genommen. Vizeadmiral Axel Schimpf, Inspekteur der Marine, beklagt, dass die unsichere Rechtslage den Anti-Piraterie-Einsatz erschwere.
HB BERLIN. Aktuell sind nach Angaben der Bundesregierung 31 Schiffe in der Hand von Piraten, darunter die deutsche „Ems River“. Bei einem Gipfeltreffen in Berlin beraten Politik und Wirtschaft heute, wie sich die Seewege besser sichern lassen. Doch die deutsche Rechtslage lasse keine wirksame Kampfansage an die Piraten zu, beklagt der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf im Interview mit dem Handelsblatt.

„Pirateriebekämpfung ist Polizeiaufgabe. Sie stellt sich ihr auch. Als man diese Zuständigkeit geschaffen hat, ging man davon aus, dass es sich um Gefährdungen und Risiken vor der eigenen Küste handele – und nicht Tausende Seemeilen entfernt vor Afrika. Andererseits ist das „Atalanta“-Mandat robust und gibt uns Möglichkeiten des Handelns“, sagt Schimpf.

Auf die Frage, ob die Bundeswehr per Verfassung aufgerufen sei, die Seewege zu sichern, sagt Schimpf: „In Artikel 27 Grundgesetz ist festgeschrieben, dass die deutsche Handelsflotte Verfassungsrang hat – und damit Anspruch auf staatliche Sicherheitsvorsorge. Die Frage, wie der Staat dem nachkommt, muss er für sich selbst festlegen. Die Marine hat die Mittel dafür. Rechtlich gibt es allerdings noch Klärungsbedarf.“

Dem Ruf deutscher Reeder nach Bewaffnung ihrer Schiffe erteilt Schimpf eine Absage. „Bewaffnung allein hilft niemandem, bewaffnete Kräfte müssen auch Expertise mitbringen, Die Piraten haben meist nichts zu verlieren, sind hochbewaffnet und zu jedem Risiko bereit. Das macht es schwer, vernünftig zu reagieren.“

Handelsblatt: http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... it;2738146

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Anti-Piraten-Gipfel in Berlin

Angesichts weltweit steigender Piratenangriffe wollen Bund und maritime Wirtschaft den Schutz der Schifffahrt verbessern. Dazu kommen am Montag (24. Januar) in Berlin Vertreter der Bundesregierung, des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), der Deutschen Seemannsmission und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zu einem Anti-Piraten-Gipfel zusammen. Über die Ergebnisse soll am Abend (19.00 Uhr) informiert werden.

Einem Vorschlag der Reeder zufolge sollen sogenannte Plattformschiffe im Indischen Ozean stationiert werden. Besonders gefährdete zivile Schiffe könnten dort bewaffnete Teams aufnehmen, die sie durch Piratengebiete begleiten, sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Ralf Nagel am Sonntag dem Rundfunksender NDR 90,3.

Im vergangenen Jahr hatte die Internationale Seefahrtsbehörde IMB insgesamt 445 Piratenangriffe registriert, bei denen weltweit 1.181 Geiseln genommen und 53 Schiffe in die Gewalt von Seeräubern gebracht wurden. Die Zahl der Geiseln und der überfallenen Schiffe sei die Höchste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1991, hieß es.

Fast alle Überfälle ereigneten sich den Angaben zufolge vor der Küste Somalias. Dort ist seit Ende 2008 die europäische Anti-Piraten-Operation "Atalanta" aktiv. Derzeit haben somalische Piraten 29 Schiffe und 703 Geiseln in ihrer Gewalt.

107,1 http://www.radiokoeln.de/koeln/rk/559432/news/nrw_welt

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Neues Deutschland:

Auszug:
(...) Doch bei der »normalen Schifffahrt« tun sich da (noch) Probleme auf. Die sind nicht finanzieller Natur, denn Michael Behrendt, Präsident des Reederverbandes, ist sicher, dass seine Kollegen sich nicht gegen einen finanziellen Beitrag sperren würden. Doch deutsche Schiffe gelten als deutsches Territorium. Daher scheiden private Schutzteams aus, weil der Besitz von Kriegswaffen in Deutschland verboten ist. Das Bundesinnenministerium weigert sich, eine Sondergenehmigung auszustellen.

Natürlich würden die Reeder auch Bundeswehr-Soldaten willkommen heißen – und deren Einsatz bezahlen. Doch die Bundeswehr hat keine rechtliche Handhabe für Einsätze im Innern.

Diese Aufgabe obliegt der Bundespolizei. Die wiederum ist weder personell noch materiell für solche Einsätze gerüstet. So bleibt nur das, was die Bundespolizei bereits tut: Sie trainiert Frachterbesatzungen für den Ernstfall.

Klar ist: So wird man der Gefahr auf Dauer nicht grundsätzlich begegnen können. Auch die einheimischen Milizen, die derzeit gedrillt werden, um an Land gegen Piraten-Basen vorzugehen, werden das Phänomen nicht lösen. Gleiches ist von der Idee zu erwarten, einen speziellen internationalen Seegerichtshof zu installieren, der sofort und an Ort und Stelle Urteile verkündet.

Das Problem Piraterie wird wohl erst dann entschärft, wenn die Bevölkerung in der somalischen Bürgerkriegsregion endlich eine wirtschaftliche und damit soziale Entwicklungsperspektive verspürt.
http://www.neues-deutschland.de/artikel ... telle.html
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Moin,

kaum steht der Piraten-Gipfel in der Tür kommt Schwung in das Thema:


Bundesregierung: Mehr Schutz für Schiffe unter deutscher Flagge

Maritimer Koordinator: "Die Angriffe haben weiter zugenommen"

Düsseldorf (dapd). Im Kampf gegen die Piraterie rät die Bundesregierung den deutschen Reedern, mehr Schiffe unter deutscher Flagge fahren zu lassen. "Jeder Reeder muss wissen, dass wir ihm sehr viel besser helfen können, wenn sein Schiff unter deutscher Flagge fährt", sagte der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, dem Magazin "Wirtschaftswoche" im Vorfeld des Anti-Piraten-Gipfels. Otto hat Reeder, Gewerkschaften und die betroffenen Bundesministerien für diesen Montag zum ersten deutschen Anti-Piraten-Gipfel nach Berlin eingeladen.

"Die Angriffe haben weiter zugenommen", sagte Otto, "die Piraten können gestützt auf Millioneneinnahmen logistisch und personell aufrüsten. Deshalb müssen wir dringend den fatalen Trend brechen." Die Forderung von Reedern, Marinesoldaten oder Polizisten an Bord zu schicken, müsse erst verfassungsrechtlich geprüft werden, sagte Otto. "Allerdings zeichnet sich ab, dass deutsche Soldaten außerhalb der Mission Atalanta allenfalls für Schiffe unter deutscher Flagge zuständig sein können - unabhängig davon, in welchem Land der Eigner des Schiffes sitzt und aus welchen Ländern die Besatzung kommt."

An der multinationalen Mission Atalanta beteiligt sich auch die Bundesmarine. Derzeit fahren dem Bericht zufolge 439 Seeschiffe unter deutscher Flagge, insgesamt besitzen die deutschen Reeder jedoch 3.500 Schiffe.

(dapd nachrichtenagentur)

http://www.open-report.de/artikel/Bunde ... 98037.html
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

M Sicherheit hat geschrieben:Hallo ArneKiel,

auch in dieser Aussage zeigt sich, wie schlecht hier mancher hochrangiger Entscheidungsträger informiert ist.
Dem Ruf deutscher Reeder nach Bewaffnung ihrer Schiffe erteilt Schimpf eine Absage. „Bewaffnung allein hilft niemandem, bewaffnete Kräfte müssen auch Expertise mitbringen, Die Piraten haben meist nichts zu verlieren, sind hochbewaffnet und zu jedem Risiko bereit. Das macht es schwer, vernünftig zu reagieren.“
Vorsichtig mal eine Absage erteilen heisst die Devise.
Natürlich hilft Bewaffnung alleine nicht um das Gesamtproblem in den Griff zu bekommen. Warum hier widersprechend der Ruf nach individuellem Schutz durch Hoheitsträger laut wird erschließt sich mir nicht. Denken diese Herren hier wirklich nur an Firmen ala Blackwater (Xe)?

Gruß
Patrick
Moin,

das zeugt wieder von der miserablen Lobbyarbeit Eurer Branche (wie bereits von mir auf einer der vorderen Seiten erwähnt)

Schade!
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben: Natürlich hilft Bewaffnung alleine nicht um das Gesamtproblem in den Griff zu bekommen. Warum hier widersprechend der Ruf nach individuellem Schutz durch Hoheitsträger laut wird erschließt sich mir nicht. Denken diese Herren hier wirklich nur an Firmen ala Blackwater (Xe)?
Hier liegt wohl eines der grundlegenden Probleme Deiner Branche: Es gibt so viele schwarze Schafe, daß dadurch eine ganze Branche in Verruf gerät. Darunter leiden die Firmen, die seriös agieren (wobei ich zunächst einmal davon ausgehe, daß Deine Firma zur letztgenannten Gruppe gehören).

Schauen wir uns doch mal an, was in dieser Branche in den letzten Jahren los war bzw. wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Die Gewaltexzesse von Blackwater und ähnlichen Firmen sind da doch nur die Spitze des Eisbergs. Am unteren Ende der schlechten öffentlichen Wahrnehmung findet man Firmen, die menschlich ungeeignete Personen einsetzen (vgl. z.B. die Gewalttätigkeitenen von im Auftrag der S-Bahn Berlin bzw. der BVG eingesetzten Kontrolleure in der Bahn, die schon mehr als einmal handgreiflich wurden). Dazu kommen dann die immer wieder zu lesenden Berichte über mangelhaft bis gar nicht ausgebildetes Personal, gepaart mit Hungerlöhnen. Auch daß vorbestrafte Gewalttäter, einschlägig bekannte Personen aus der militanten Neonaziszene, etc. bei so manchen Firma als Sicherheitspersonal eingesetzt werden, kam schon öfter vor. Addiert man dazu noch die schlichtweg skandalösen Zustände bei Heros, dann darf man sich doch nicht wundern, wenn die Außenwahrnehmung der gesamten Branche nicht die Beste ist.

Wie gesagt, so kommt Eure Branche leider doch häufig in den Medien rüber (wobei ich ausdrücklich betonen will, daß diese Sichtweise nicht meiner persönlichen entspricht).

Persönlich kann ich sagen, daß Licht und Schatten häufig dicht beieinander liegen. Ich habe häufig mit einer bestimmten Sicherheitsfirma zu tun, mit der wir bei Bundesligaspielen zusammenarbeiten. Ich bin dort als Führungskraft meiner Hilfsorganisation im Einsatz und habe da zwangsläufig Berührungspunkte mit dieser Sicherheitsfirma. Dort erlebe ich alles, von höchster Professionalität (vor allem in den etwas anspruchsvollen Bereichen wie Sicherung von Personen, z.B. der Spieler) bis hin zu Personen, die man nie in einer solchen Branche einsetzen dürfte (sorry, wenn das so hart klingt, aber die können nur auf eine Art kommunizieren, nämlich mit der Faust). Wünschenswert wäre es, wenn nur die zuerst genanten Personen, also die hochprofessionellen, zum Einsatz kämen, aber solange die zuletzt genannten Schläger eben auch mit dabei sind, werden die in der Außenwahrnehmung immer das Bild dieser Firma prägen.

Insofern muß ich auch Arne widersprechen: es liegt nicht nur an mangelnder oder falscher Lobbyarbeit, sondern teilweise auch an der Personalpolitik einzelner Unternehmen.
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
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