Ifamobil hat geschrieben:Und das mit der Energie ist keine Schwarzmalerei. Umweltfreundlich ist der Antrieb nicht, obgleich ich es super finde, dass die Revierfahrt in Rostock ohne Abgasausstoß funktioniert.
Der Gesamtverbrauch ist auf jeden Fall höher als bei einen monoenergetischen Antrieb auf Verbrennungs- Basis.
Hmmm. Ich kann mir nicht vorstellen, das Scandlines seine Schiffe nur umrüstet, um einen grünen Streifen anpinseln zu können - oder gibt es irgendwelche Fördermittel dafür?
Zur Theorie: Durch den Hybrid-Antrieb kann die Antriebsanlage (= Stromerzeugung durch Dieselgeneratoren) so ausgelegt werden, dass sie immer im Bereich des höchsten Wikrungsgrades arbeitet. Dabei wird dann (auf See) nicht nur die benötigte "Vortriebsenergie" erzeugt, sondern nebenbei auch noch die elektrische Energie, die für das An- und Ablegen, das Wendemanöver in Gedser sowie die Fahrt durch Warnemünde/Rostock benötigt wird. Es wird also auf See mehr Brennstoff benötigt als bei "direktem" Antrieb.
Natürlich ist das von der insgesamt am Propeller benötigten "Antriebsenrgie" her erst einmal ein Nullsummenspiel und wird durch den unter 100% liegenden Wikrungsgrad des Batterieladens/-entladens nicht besser. Es geht also Energie auf dem Weg von den Maschinen zum Propeller verloren, ABER: Man darf ja nicht nur die Energiebilanz zwischen Abtrieb der Machinen und Propeller betrachten sonern zwischen der eingesetzten Primärenergie (hier: Dieselöl) und dem Propeller: Fallen nun die Situationen weg, bei denen die Machinen aufgrund des Betriebs im Teillastbereich einen schlechteren Wikrungsgrad haben (oben genannt), so kann insgesamt schon Primärenergie eingespart werden. Dazu muss der durch die Zwischenspeicherung auftretende "Energieverlust" nur kleiner sein, als der "Energieverlust" der durch schlechteren Wikrungsgrad im Teillastbereich bei "direktem" Antrieb enstünde. Ich kenne ja die genauen Daten zur Maschinenanlage nicht, kann mir aber nicht vorstellen, dass das bei Scandlines niemand durchgerechnet hat...
Eine andere Möglichkeit wäre noch, statt Zwischenspeicherung elektrischer Energie, die Antriebsanlage in so viele kleine Motoren aufzuteilen, dass die Leistungsregelung nicht durch Drehzahländerungen erfolgt, sondern im Idealfall nur durch Zu- und Abschalten von Motoren. Allerdings haben zwei kleine Motoren auch wieder einen schlechteren Wirkungsgrad als ein großer Motor, der die gleiche Leistung erzeugt, so dass die Ersparnis begrenzt ist. Abgesehen davon, stiege mit der Anzahl der Maschinen auch der Anschaffungspreis...
Gruß
Salzfisch