Sicherung vor Piraten

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ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Moin,

Mehr Schutz für Schiffe unter deutscher Flagge

Der maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto , über den Kampf gegen die Piraten, über Soldaten an Bord und über die Ausflaggung.

Auszüge:
Mehrere Reeder fordern, Soldaten oder Polizisten an Bord zu schicken?
Da gibt es eine Reihe offener Fragen: Was ist verfassungsrechtlich zulässig? Sind bewaffnete Sicherheitskräfte an Bord überhaupt sinnvoll, oder droht nicht eine Eskalation, die Menschenleben fordert? Das muss gut überlegt sein.

Am Geld wird es nicht scheitern: Die Reeder haben angeboten, sich finanziell an Schutzmaßnahmen zu beteiligen.
Jeder Wirtschaftsbereich hat in erster Linie selbst die Verantwortung für die Sicherheit seiner Mitarbeiter und seiner Anlagen. Das gilt auch für die Reeder. Der Staat hat für deutsche Schiffe zwar einen öffentlichen Sicherheitsauftrag; den nehmen wir wahr. Allerdings zeichnet sich ab, dass deutsche Soldaten außerhalb der Mission Atalanta allenfalls für Schiffe unter deutscher Flagge zuständig sein können – unabhängig davon, in welchem Land der Eigner des Schiffes sitzt und aus welchen Ländern die Besatzung kommt.

Was geschieht mit den Piraten, die bei einem Überfall festgenommen werden?
In Somalia gibt es nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg keine effektive Rechtsdurchsetzung. Aber auch andere Länder tun sich schwer mit der Strafverfolgung. So hat Kenia den Vertrag gekündigt, Piraten im Auftrag anderer Länder den Prozess zu machen. Die Seychellen sind eingesprungen. Aber auch Länder der EU müssen Piraten vor nationale Gerichte bringen. Zumal man ja von den Angeklagten zusätzliche Erkenntnisse über die Struktur der Piraterie gewinnen kann. Die Spuren weisen nicht nur nach Somalia. Wir wissen von Geldflüssen, die auch in andere Teile Afrikas gehen. Und es gibt mutmaßlich auch Hintermänner außerhalb Afrikas.

Wie kann Deutschland die Hauptursache der Piraterie bekämpfen: die Not in Somalia und der Zerfall des Staates dort?
Das Piraterie-Problem lässt sich dauerhaft wohl nur lösen, wenn ein rechtsstaatlicher und wirtschaftlicher Neubau Somalias gelingt. Diese Mammutaufgabe kann Deutschland sicher nicht allein stemmen. Kurzfristig sollten wir nachdenken über eine engere Verzahnung von Atalanta mit der Mission der Afrikanischen Union, die in Somalia eine Friedenstruppe stationiert hat. Unter Umständen können wir diese auch zumindest logistisch – niemand denkt an europäische Soldaten in Somalia – noch besser unterstützen. Schon jetzt stellen übrigens die USA 40 Millionen Dollar bereit und die EU 15 Millionen Euro.
Wirtschaftswoche: http://www.wiwo.de/politik-weltwirtscha ... ge-454093/
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben:
Warum ist das Argument lächerlich? Diese Mitarbeiter sind nicht einfach mal so mit Schußwaffen ausgestattet. Hier wird ein Waffenschein bei der zuständigen Behörde beantragt. Diese prüft den Antrag und genehmigt oder versagt das Begehren. Wenn ich dem Sachbearbeiter mitteile, dass ich hier gerne mit Reizgasen arbeiten würde, hätte ich wohl eher keine Chance auf eine Genehmigung, da per Definition im Notwehrrecht geeignete Mittel eingesetzt werden müssen.
Übrigens ist mir keine Sachkundeprüfung für Gase bekannt.

...

Und für dich nochmal. Eie versprühte Gaswolke will zudem beherrscht sein. Warum diese jetzt plötzlich keine Unbeteiligten gefährdet versteh ich nicht. Speziell hierbei kommt es wohl eher auf Windrichtung und Geschwindigkeit an um überhaupt eine Wirkung erzielen zu können.
Und warum soll ein entsprender Waffenschein, der sogar für scharfe Waffen an Sicherheutsleute im Geldtransportgewerbe vergeben wird, nicht auch zur "Führung" von Reizstoffsprühgeräten an Schiffsoffiziere vergeben werden? Was spricht dagegen?

Und ja, auch Reizgas kann Unbeteiligte gefährden - aber anders als ein scharfes Projektil ist CS oder CN in der Regel nicht letal. DAS solltesdt Du eigentlich wissen. Und von wegen Windrichtung und Geschwindigkeit: Wenn Du das Zeugs aus nächster Nähe, sprich z.B. beim Entern, abkriegst, ist dieser Faktor wohl zu vernachlässigen. Außerdem habe ich zudem von Wasserwerfern geschrieben, die Kombination aus Beidem erscheint mir durchaus sinnvoll.

Aber, und jetzt spekuliere ich, es ist mir schon klar, daß Dir diese Alternative nicht gefällt, denn das bedeutet ja weniger Umsatz für Dich. :D
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

aber anders als ein scharfes Projektil ist CS oder CN in der Regel nicht letal.
Wie bitte?

Waffen werden doch nicht mit dem alleinigen Ziel benutzt, zu töten... - Man kann den Gegner auch kampfunfähig machen...
Niemand tötet gezielt Menschen (ausser in Notwehr, vielleicht)
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

ArneKiel hat geschrieben:
aber anders als ein scharfes Projektil ist CS oder CN in der Regel nicht letal.
Wie bitte?

Waffen werden doch nicht mit dem alleinigen Ziel benutzt, zu töten... - Man kann den Gegner auch kampfunfähig machen...
Niemand tötet gezielt Menschen (ausser in Notwehr, vielleicht)
Schon mal was von Querschlägern und versehentlichen Treffern gehört? Oder von Streuwirkung? Selbst wenn Du nur einen Gegner kampfunfähig schießen willst, reicht es unter Umständen aus, wenn der sich im letzten Moment bewegt oder wenn eine Brise weht, daß die Kugel nicht an der geplanten Stelle trifft, sondern anderswo - mit möglicherweise tödlichen Folgen. Und bei Reizgas oder Wasserwerfern ist diese Gefahr von "versehentlichem Töten" eher unwahrscheinlich.
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben: Ich widerhol mich gerne. Diese Gase sind verboten.

...

Ja. sehr sinnvoll. Hast du den Teil der Diskussion mit RPG und so mitbekommen?
Sie sind verboten. Gut! Aber Gesetze kann man ändern - was auch von anderer Seite hier in Bezug auf die Zulässigkeit bewaffneter Sicherheitskräfte an Bord, etc. schon angedacht wurde. Kurz: nur weil etwas verboten ist, heißt es nicht, daß es so bleiben muß. Manchmal können Gesetzesänderungen sinnvoll sein.

Und zum RPG: Eine solche Distanzwaffe ist verhehrend, keine Frage, aber letztlich ist doch wohl die größte Gefahr für Schiff und Crew, daß die Piraten an Bord kommen und die Crew als Geiseln nehmen, oder? Könnte man das verhindern, wäre die größte Gefahr also gebannt.
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Torben K.

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Torben K. »

Alexander, wie stellst du dir eigentlich das Leben vor??
Wenn ich eine Bank überfalle oder einen Geldtransport oder als Pirat ein Schiff angreife, muss ich damit rechnen, dass man sich wehrt. Das entweder Polizei anrückt, oder Militär oder ein Sicherheitsdienst. Und wenn ich da mit gezückter Waffe anrücke, denkst du, dass die dann noch Rücksicht auf mich nehmen.
Was heißt unbeteiligte werden gefährdet. Wenn so ein Schnellboot mit Piraten anrückt, wird da kein unbeteiligter drauf sein, der mal gerade als Anhalter mitfährt.
Die Piraten nehmen es doch in Kauf, dass sie bei ihren Aktionen getötet werden. Die wissen, dass da Marineschiffe rumschwirren, und wenn Security an Bord ist, werden sie dass auch merken. Dann ist es deren Entscheidung, ob sie zuhause bleiben, oder ob sie die Konfrontation suchen und evtl. dabei schwer verletzt oder getötet werden. Da gibt es keine Diskussion.
Ich weiß jetzt kommt wieder von dir die humanitäre Situation in Somalia, aber ich sage, das steht auf einem anderen Blatt.
Hab meine Meinung 50 Mal dazu geschrieben, kannst du alles nachlesen. Wenn ich Hunger leide und auf dem Markt ein Brot klaue, ist das imo moralisch vertretbar. Aber nicht Piraterie im großen Stil, wo Besatzungen gequält werden.

MfG
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Torben K. hat geschrieben:Alexander, wie stellst du dir eigentlich das Leben vor??
Wenn ich eine Bank überfalle oder einen Geldtransport oder als Pirat ein Schiff angreife, muss ich damit rechnen, dass man sich wehrt. Das entweder Polizei anrückt, oder Militär oder ein Sicherheitsdienst. Und wenn ich da mit gezückter Waffe anrücke, denkst du, dass die dann noch Rücksicht auf mich nehmen.
Was heißt unbeteiligte werden gefährdet. Wenn so ein Schnellboot mit Piraten anrückt, wird da kein unbeteiligter drauf sein, der mal gerade als Anhalter mitfährt.
Die Piraten nehmen es doch in Kauf, dass sie bei ihren Aktionen getötet werden. Die wissen, dass da Marineschiffe rumschwirren, und wenn Security an Bord ist, werden sie dass auch merken. Dann ist es deren Entscheidung, ob sie zuhause bleiben, oder ob sie die Konfrontation suchen und evtl. dabei schwer verletzt oder getötet werden. Da gibt es keine Diskussion.
Schön, wenn es für Dich keine Diskussion gibt. Für mich (und andere) schon.
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben: Die größere Gefahr seh ich hier schon beim RPG. Von einem RPG werde ich getötet. Wenn der Pirat an Bord ist, möchte er mich eigentlich am Leben lassen, weil ich ihm lebend ja auch Lösegeld bringe.
Richtig, ein RPG KANN jemanden töten. Aber das wirst auch Du mit Deinen Männern meines Erachtens nicht verhindern können. Klar, ein Scharfschütze könnte den Mann mit der Abschußvorrichtung kampfunfähig machen oder gar töten. Wie realistisch ist dies aber? Schütze auf nicht festem Untergrund, Ziel auf nicht festem Untergrund. Was tun? Wie groß ist die Trefferwahrscheinlichkeit Deines Scharfschützen? Oder doch besser gleich das ganze Boot mit 'ner Granate oder so versenken? Ist das realistisch?
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

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Torben K. hat geschrieben:Alexander, wie stellst du dir eigentlich das Leben vor??
Sorry, aber für mich hat menschliches Leben - egal von wem - tatsächlich einen verdammt hohen Wert, denn sonst würde ich mich nicht für eine große, weltweit aktive Hilfsorganisation engagieren, zu deren Grundprinzipien das Prinzip der Neutralität gehört. Kurz gesagt: aus humanitärer Sicht ist es uns zunächst mal egal, wer Opfer und wer Täter ist. Jedes Leben zählt.
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Torben K.

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Torben K. »

Das hat es für mich auch, das menschliche Leben. Aber die Piraten setzen es doch selber auf Spiel. Hin und wieder gibt es halt auch Entscheidungen zu treffen. Soll eine Schiffsbesatzung sterben, nur weil sie ihren Job machen? Ich denke das ist auch nicht zuvertreten oder. Haben die kein Recht sich zur Wehr zu setzen? Vergiß nicht mit welcher Brutalität die Burschen vorgehen.
Stell dir vor, du wärst betroffen. Was denkst du, wenn du auf nem Frachtschiff als Maschinist oder Offizier tätig bist, und dann wirst du angegriffen? Von RPG und Ak47 schwingenden Piraten? Was denkst du? Das möchte ich gerne wissen.
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