Sicherung vor Piraten
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten
Moin Patrick,
hab noch was vergessen zu erwähnen. Für die Versicherungen ist der Golf von Aden mittlerweile (soll heißen seit ein paar Jahren) ein Kriegsgebiet und deswegen muss jedes durchfahren der Versicherung gemeldet werden. Das kostet natürlich alles extra, solange diese Kosten niedriger sind als das was man für echte Sicherheit ausgeben müsste wirds halt so gemacht weil die Versicherung zahlt ja wenns schiefgeht. Wenn die Versicherungen allerdings zusatz Prämien verlangen würde die höher sind als das was man für echte Sicherheit bezahlen müsste und gleichzeitig sagen würde wenn ihr das und das macht müsst ihr diese Prämien nicht zahlen. Sehe die ganze Sache wohl anders aus. Aber solange diese Prämien nicht so hoch sind wird da nichts passieren, bis auf ein paar Ausnahmen. Alle Kosten übernimmt die Versicherung und selbst die Charter bleibt bestehen.
Defacto gibt es für den Bereeder keinen wirtschaftlichen Grund dies zu tun. Nicht zu vergessen das er diese Ausgaben vor den Anlegern rechtfertigen muss und wenn er da nur den Schutz von Menschenleben anführen kann... Die gibts ja bekantlich im Dutzend billiger und in D interessiert man sich sowieso nur für die Piraten wenn die mal einen deutschen erwischt haben. Das ist jetzt zwar zynisch aber wenn man sich anguckt von welchen deutschen Reederein bisher Schiffe erwischt wurden dann sind das exakt die, die bisher auch nicht gerade bekannt dafür waren sich um Besatzung und Schiff zu kümmern.
Zu den Schnellfeuergewehren. Wie die gibt es nicht?? Das heißt deutsches Personal würde nur mit ollen Pistolen an Bord kommen?? Ich meine dann ist die ganze Sache ja von vornerrein sinnlos denn es gilt ja nicht die Piraten an Bord zu bekämpfen, sondern sie gar nicht erst an Bord zu lassen! Das heißt die müssen schon was an Bord bringen mit dem man effektiv Ziele in sagen wir mal 300-500m bekämpfen kann! Und da die Piraten nicht nur mit einem Boot kommen, sondern auch mal mit 6, muss da schon ein ordendliches Arsenal an Bord geschleppt werden. Man darf ja dabei nicht vergessen, fängt man einmal an zu ballern muss man auch sicher sein das man die auf jeden Fall kleinkriegt. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist das die Piraten beim ersten Schuss reißaus nehmen, sie wollen ja schließlich Kasse machen und nicht Sterben. Muss man doch für den Fall gewappnet sein das sie sich entschließen zu kämpfen und dann darf es auf keinen Fall einer von denen lebend an Bord schaffen! Denn sollten die es schaffen die Sicherheitsleute zu überwältigen, nachdem diese einige ihrer Kumpels gekillt haben wird der Rest der Veranstaltung wohl nicht allzu angehnem...
hab noch was vergessen zu erwähnen. Für die Versicherungen ist der Golf von Aden mittlerweile (soll heißen seit ein paar Jahren) ein Kriegsgebiet und deswegen muss jedes durchfahren der Versicherung gemeldet werden. Das kostet natürlich alles extra, solange diese Kosten niedriger sind als das was man für echte Sicherheit ausgeben müsste wirds halt so gemacht weil die Versicherung zahlt ja wenns schiefgeht. Wenn die Versicherungen allerdings zusatz Prämien verlangen würde die höher sind als das was man für echte Sicherheit bezahlen müsste und gleichzeitig sagen würde wenn ihr das und das macht müsst ihr diese Prämien nicht zahlen. Sehe die ganze Sache wohl anders aus. Aber solange diese Prämien nicht so hoch sind wird da nichts passieren, bis auf ein paar Ausnahmen. Alle Kosten übernimmt die Versicherung und selbst die Charter bleibt bestehen.
Defacto gibt es für den Bereeder keinen wirtschaftlichen Grund dies zu tun. Nicht zu vergessen das er diese Ausgaben vor den Anlegern rechtfertigen muss und wenn er da nur den Schutz von Menschenleben anführen kann... Die gibts ja bekantlich im Dutzend billiger und in D interessiert man sich sowieso nur für die Piraten wenn die mal einen deutschen erwischt haben. Das ist jetzt zwar zynisch aber wenn man sich anguckt von welchen deutschen Reederein bisher Schiffe erwischt wurden dann sind das exakt die, die bisher auch nicht gerade bekannt dafür waren sich um Besatzung und Schiff zu kümmern.
Zu den Schnellfeuergewehren. Wie die gibt es nicht?? Das heißt deutsches Personal würde nur mit ollen Pistolen an Bord kommen?? Ich meine dann ist die ganze Sache ja von vornerrein sinnlos denn es gilt ja nicht die Piraten an Bord zu bekämpfen, sondern sie gar nicht erst an Bord zu lassen! Das heißt die müssen schon was an Bord bringen mit dem man effektiv Ziele in sagen wir mal 300-500m bekämpfen kann! Und da die Piraten nicht nur mit einem Boot kommen, sondern auch mal mit 6, muss da schon ein ordendliches Arsenal an Bord geschleppt werden. Man darf ja dabei nicht vergessen, fängt man einmal an zu ballern muss man auch sicher sein das man die auf jeden Fall kleinkriegt. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist das die Piraten beim ersten Schuss reißaus nehmen, sie wollen ja schließlich Kasse machen und nicht Sterben. Muss man doch für den Fall gewappnet sein das sie sich entschließen zu kämpfen und dann darf es auf keinen Fall einer von denen lebend an Bord schaffen! Denn sollten die es schaffen die Sicherheitsleute zu überwältigen, nachdem diese einige ihrer Kumpels gekillt haben wird der Rest der Veranstaltung wohl nicht allzu angehnem...
Speed has never killed anyone. Suddenly becoming stationary, that's what gets you.
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
,,ja wenn auf der Welt alles richtig verteilt wäre ( Wirtschaftsgüter, Nahrungsmittel.... ) , bräuchten wir uns eigentlich gar nicht mit dieser Problematik " effektiver Schutz vor Piraten " zu unterhalten.
Deutsche Gesellschaft für Schifffahrts-und Marinegeschichte e.V. ; FB Handelsschifffahrt
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ArneKiel
Re: Sicherung vor Piraten
Schön, wenn dem so wäre, wäre der arme Patrick arbeitslos, wir bräuchten keine Polizei und auf allen Bäumen würden iphones und Bananen wachsen...frank0265 hat geschrieben:,,ja wenn auf der Welt alles richtig verteilt wäre ( Wirtschaftsgüter, Nahrungsmittel.... ) , bräuchten wir uns eigentlich gar nicht mit dieser Problematik " effektiver Schutz vor Piraten " zu unterhalten.
Das was Kalle schreibt ist leider nicht politisch korrekt und darf bei uns nicht einmal gedacht werden, um die Franks dieser Welt nicht völlig zu verstören.
Dennoch ist es m.E. leider nur zu wahr - fehlt nur noch der Satz "Nur ein toter Pirat ...."
Nach dieser Maxime wird mittlerweile wohl auch verfahren (werden wir eh nie erfahren) - die Zahl der Angriffe ist doch merklich zurück gegangen.
@Henri - dass Aida zu Carnival gehört ist Allgemeinwissen - unmittelbar gehört Aida aber eben zu Costa...
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten
Wollte auch mehr darauf hinweisen das Aida zwar Costa unterstellt ist man davon aber nichts merkt ausser IT Flagge. Kommt alles direkt von Carnival.@Henri - dass Aida zu Carnival gehört ist Allgemeinwissen - unmittelbar gehört Aida aber eben zu Costa...
Ja aber 50-100m werden befürchte ich nicht genug sein. Die Piraten haben Schnellfeuergewehre und RPGs und man müsste in der Lage sein die ausserhalb der Reichweite dieser Waffen zu halten. Aber gut dafür reicht man Wissen auf diesem Gebiet nun wirklich nicht aus, das sollte man Fachleuten überlassen.Ich denke, dass es mit Langwaffen als Einzellader (automatische Patronenzuführung aber keine "Feuerstöße") mit entsprechender Visierung und ausreichender Schützenzahl kein Problem ist auf 50 oder 100 Meter wirksam zu agieren. Auch bei 6 Zielen aus unterschiedlicher Richtung nicht. Kurzwaffen sind aus meiner Sicht tatsächlich eine Art Backup. Natürlich sind dem Ganzen Grenzen gesetzt.
Also warten muss man nicht oder besser gesagt nicht immer. Wenn man in ein Konvoi will muss man unter Umständen warten. Macht man nur den Group Transport mit dann kann man durchbrettern. Die Zusatzkosten bei der Versicherung liegen im untern bis mittlern fünfstelligen Bereich bei kleinen und mittelgroßen Schiffen. Sind die Schiffe verchartert muss der Charterer die Zusatzkosten tragen.Zusammenfassend kann man sagen, dass die Reeder also teilweise tagelang auf See warten zu müssen um sich dem Schutz der Militärmission anschließen zu können. Dann müssen sie teilweise horrende Versicherungsbeiträge bezahlen weil ja ein Risiko besteht, das zwar im Promillebereich liegt aber abgesichert sein will. Dann sind Versicherungen nicht dafür berühmt, sofort nach der Meldung Geld heraus zu rücken. Da wird gefeilscht und das Vorgehen der Reeder bis ins Detail auf Lücken überprüft. Ist das alles gut gegangen, sieht sich der Arbeitgeber mit Schadenersatzzahlungen konfrontiert.
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten
Das hat weniger etwas damit zu tun das die Reederein Personal an Bord schicken, sondern das die Marine Präzens dort mittlerweile Massiv ist. Man hangelt sich im Korridor quasi von Krieger zu Krieger. Dann haben die meisten Schiffe mittlerweile Schutzräume die sich ja nun als sehr effiktiv erwiesen haben. Desweitern ist es in der Regel so das alle Schiffe die unter 15,16 kn laufen im Konvoi fahren und die andern den Group Transport mitmachen. Geschwindigkeit und ein hohes Freibord ist noch immer der beste Schutz. Bei 25kn und 10m Freibord muss man sich nicht wirklich Kopf um die Piraten machen.
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
...stellt Euch mal folgende Situation vor.... . Ihr lebt in völlig verarmten Verhältnissen und könnt Euch nicht mal die Grundnahrungsmittel dieser Welt leisten. Und tagtäglich fahren LKW´s mit diesen Waren an Euerem Grundstück vorbei ohne Halt. Wie würdet Ihr entscheiden, um überleben zu können ?? Das genau ist nämlich die Situation, in denen die Bewohner der Küstenstaaten sich befinden. Wir fahren tagtäglich mit Schiffen an ihnen vorbei und transportieren Waren des täglichen Bedarfs, die sich diese Leute nicht leisten können. Aber es gibt keinen Halt am Ort. Die Waren landen zum großen Teil in der westlichen Hemisphäre - den reichen Industrieländern. Die Piraten sind also gezwungen, die Schiffe zu überfallen und sich das zu holen, was sie sich normalerweise nicht leisten können.
Man sollte es auch mal von dieser Seite aus betrachten.
Man sollte es auch mal von dieser Seite aus betrachten.
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ArneKiel
Re: Sicherung vor Piraten
Nach Deiner Logik: Mal sehen wann die ersten Hartz-4 bzw. ALG2 Empfänger sich gezwungen fühlen, LKW's auf deutschen Autobahnen zu überfallen....frank0265 hat geschrieben:...stellt Euch mal folgende Situation vor.... . Ihr lebt in völlig verarmten Verhältnissen und könnt Euch nicht mal die Grundnahrungsmittel dieser Welt leisten. Und tagtäglich fahren LKW´s mit diesen Waren an Euerem Grundstück vorbei ohne Halt. Wie würdet Ihr entscheiden, um überleben zu können ?? Das genau ist nämlich die Situation, in denen die Bewohner der Küstenstaaten sich befinden. Wir fahren tagtäglich mit Schiffen an ihnen vorbei und transportieren Waren des täglichen Bedarfs, die sich diese Leute nicht leisten können. Aber es gibt keinen Halt am Ort. Die Waren landen zum großen Teil in der westlichen Hemisphäre - den reichen Industrieländern. Die Piraten sind also gezwungen, die Schiffe zu überfallen und sich das zu holen, was sie sich normalerweise nicht leisten können.
Man sollte es auch mal von dieser Seite aus betrachten.
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten
Sehr hinkend, Dein Vergleich.ArneKiel hat geschrieben:frank0265 hat geschrieben:.
Nach Deiner Logik: Mal sehen wann die ersten Hartz-4 bzw. ALG2 Empfänger sich gezwungen fühlen, LKW's auf deutschen Autobahnen zu überfallen....
Denn im Gegensatz zur Situation in Somalia verhungert hierzulande i.d.R. niemand...
Und Frank hat ja nicht unrecht, wenn er auf die Umstände, die zur Piraterie am Horn von Afrika führen, benennt. Eine nachhaltige Lösung des Problems kann nun mal nur eine Bekämpfung der Ursachen sein (auch wenn ich leider keinen Weg sehe, wie man das erreichen kann).
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten
Alexander hat geschrieben:Sehr hinkend, Dein Vergleich.ArneKiel hat geschrieben:frank0265 hat geschrieben:.
Nach Deiner Logik: Mal sehen wann die ersten Hartz-4 bzw. ALG2 Empfänger sich gezwungen fühlen, LKW's auf deutschen Autobahnen zu überfallen....
Denn im Gegensatz zur Situation in Somalia verhungert hierzulande i.d.R. niemand...
Und Frank hat ja nicht unrecht, wenn er auf die Umstände, die zur Piraterie am Horn von Afrika führen, benennt. Eine nachhaltige Lösung des Problems kann nun mal nur eine Bekämpfung der Ursachen sein (auch wenn ich leider keinen Weg sehe, wie man das erreichen kann).
Vielen Dank, Alexander. Auch wenn es die ALG II Empfänger in Deutschland nicht gerade leicht haben, verhungern muss keiner... Deutschland ist auch kein armes Land wie Somalia.
Du hast auch völlig damit Recht, dass es keinen Königsweg gibt, die wahren Usachen der Piratenüberfälle am Horn von Afrika erfolgreich zu bekämpfen. Aber mit Waffen zu drohen, ist auch keine Lösung. Irgendwann könnte so ein Pirat auch mal ausrasten. Dann haben die Seeleute auf ihren Schiffen ein echtes Problem, aus dem sie wohl kaum unbeschadet herauskommen werden.
Und, gesetzt der Fall, dass eine 30-köpfige Piratenbande versucht, ein Handelsschiff mit Feuerwaffen anzugreifen... Was nützen da Handfeuerwaffen an Bord, wenn nur 13 Besatzungsmitglieder den Piraten gegenüberstehen ? Die sind denen doch völlig hilflos ausgesetzt. Stellt Euch das mal bei der EMMA MAERSK vor. Und den Helden möchte ich da auch nicht spielen und mein Leben dafür riskieren.
Ein mir bekannter Kapitän hat mal gesagt, dass man stets auf die Forderungen der Piraten eingehen muss und keinesfalls den Helden spielen sollte.
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ArneKiel
Re: Sicherung vor Piraten
OK, der Vergleich hinkt etwas. In den Küstenregionen Somalias verhungert aber auch keiner, von den Piraten verhungert auch niemand.Alexander hat geschrieben:Sehr hinkend, Dein Vergleich.ArneKiel hat geschrieben:frank0265 hat geschrieben:.
Nach Deiner Logik: Mal sehen wann die ersten Hartz-4 bzw. ALG2 Empfänger sich gezwungen fühlen, LKW's auf deutschen Autobahnen zu überfallen....
Denn im Gegensatz zur Situation in Somalia verhungert hierzulande i.d.R. niemand...
Und Frank hat ja nicht unrecht, wenn er auf die Umstände, die zur Piraterie am Horn von Afrika führen, benennt. Eine nachhaltige Lösung des Problems kann nun mal nur eine Bekämpfung der Ursachen sein (auch wenn ich leider keinen Weg sehe, wie man das erreichen kann).
Wenn Piraten ausrasten - wenn ein Pirat mit einer Panzerfaust auf die Brücke eines Schiffes schiesst - rastet er dann nicht aus?
Ferner überfallen die Piraten die Schiffe nicht wegen der evtl. an Bord vorhandenen Grundnahrungsmittel sondern um für die Besatzungen bzw. die Schiffe Lösegeld zu erpressen...
