Tach auch.
Heute vor 39 Jahren: ein Unglück, an das ich mich erinnere. Das mexikanische Containerschiff TUXPAN – IMO 8100674 – auf der Reise von Bremen nach Houston, seit dem 24. Februar 1987 im Atlantik vermisst, letzte Positionsmeldung rund 1000 Seemeilen nordöstlich von Bermuda. Im betreffenden Gebiet herrschte ein Sturm mit Windstärke 11 sowie sehr hoher Seegang der Stärke 8. Das Schiff sank mit der gesamten 27-köpfigen Besatzung.
Foto vom Schiff:
https://www.shipspotting.com/photos/210 ... tBy=newest
Das Schiff war ein Sietas Typ 114.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sietas_Typ_114
Der Sietas-Typ 114 galt damals als hochmoderner Schiffstyp der Sietas-Werft. Das Unglück soll aber zu sofortigen Anpassungen geführt haben.
Für alle Schiffe der Serie wurden die Stabilitätsrechnungen überprüft. Die erlaubte Menge an Decksladung bei Winterfahrten im Nordatlantik wurde deutlich reduziert.
Die US Coast Guard (USCG) kam im Fall des Untergangs der MV TUXPAN (IMO 8100674) zu dem Schluss, dass das Schiff höchstwahrscheinlich aufgrund eines Strukturbruchs während eines schweren Sturms im Nordatlantik gesunken ist. Es wurde lediglich ein treibender Frachtcontainer des Schiffes gefunden. Laut den Ladeplänen und den Untersuchungen der US Coast Guard befand sich der gefundene Container vor dem Unglück im Unterraum in der Schiffsmitte (midships).
Die Position war für die Rekonstruktion des Unglücks deshalb so entscheidend, weil ein Container aus diesem Bereich nach Einschätzung der Rettungskräfte nur dann hätte freiwerden können, wenn das Schiff in der schweren See tatsächlich auseinandergebrochen ist.
Da Bremen der letzte Hafen für das Schiff in Europa war, war dies hier in Bremen damals auch ein großes Thema gewesen.
Es gab keinen Notruf, der letzte Funkkontakt besagte lediglich, dass das Schiff bei schwerer See nur langsam vorankam.
Notfunkbaken für die Seeschifffahrt, bekannt als EPIRB (Emergency Position Indicating Radio Beacon), gab es zwar schon, waren aber noch nicht Pflicht.
Viele Grüße Manfred Christian