Raimund hat geschrieben:Die Frage ist doch, ob ein 27jähriger Kapitän (!!!) auch über genügend Erfahrung (Reife??) verfügt, die Verantwortung für so viele Menschen auf so einem für diese Wetterlage einfach nicht geeignetem Schiff zu übernehmen und die ganze Tragweite seines Handelns erkennt. Ich melde hier ganz direkt grosse Zweifel an! Kann es sein, dass sich hier "ein Kerl" beweisen wollte, was für ein furchtloser (oder sollte man besser verantwortungsloser) Seeman er ist, dass er sein Schiff selbst bei widrigen Wetterbedingungen nach Hause bringt (..in welchem Zustand auch immer...). Ein Cassen Eils, die grosse Eminenz der Helgolandfahrt, hätte sich lieber selber Kiel geholt, als seine Passagiere solchem Risiko auszusetzen. Und musste nicht die Halunder-Jet letztes Jahr auch zwei Tage auf Helgoland bleiben und die Passagiere in Turnhallen übernachten, weil die Wetterlage das Auslaufen des Katamarans einfach nicht zu liess? DAS war Verantwortungsbewusstsein des Kapitäns!
Hallo Raimund,
machst Du Dir es da nicht ein wenig leicht, alleine auf Grund des Alters des Kapitäns das Wesensbild dieses Menschen beurteilen zu können? Ich kann Dir genug Beispiele nennen, wo so mancher Twen um einiges Verantwortungsbewusster ist als so mancher Vertreter der ZDF-Zielgruppe (49+).
Und seien wir mal ehrlich: Wäre der "Jungspunt" in Helgoland geblieben und die Leute hätten in einer Notunterkunft (der restlichen Unterkünfte sind wahrscheinlich ausgebucht, ist ja Hochsaison) hätte ich gerne das Geschrei gehört: "Wie kann man denn so ein Jüngelchen als Kapitän auf so ein Schiff loslassen. Der macht sich ja bei der kleinsten Dünung in die Hose!"
Oder umgekehrt: Stell Dir vor, ein erfahrener, alter Seebär hätte an jenem Tag das Kommando auf der POLARSTERN gehabt. Da hätte nach dem Unfall jeder geschrien: "Der kann die Situation ja gar nicht mehr richtig einschätzen; viel zu alt!"
Im nachhinein kann man immer sagen: "Hätte ich Euch ja gleich sagen können..."
Also bitte nicht nur aufgrund des Alters auf das Verantwortungsbewustsein schließen. Da kann man nämlich ganz oft daneben liegen
Schönen Gruß,
Ingo