Unglücks-Thread

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Philipp F.

Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Philipp F. »

Ich kann Uwe nur zustimmen.
Katamaran (-Fähren) sind bei flacher See und wenig Wind eine angenehme Art, schnell von A nach B zu kommen;
aber wehe, es weht!
Mein persönliches "Highlight" in der Richtung ist eine Überfahrt von Dublin nach Holyhead mit der "JonathanSwift" von Irish Ferries.
Hin:Kein Lüftchen - komfortabel, toll.
Zurück: Windstärke sieben, kräftiger Seegang - fies. Stetes gege-die-See kreuzen, Überfahrt doppelt so lange, plus eine Stunde vergeblicher Anlegeversuche (kein Bugstrahl). Das erste Mal, dass ich seekrank wurde.

Kein Wunder also, dass schon länger keine neuen HSCs mehr auf internationalen Verbindungen in der Nord- und Ostsee in Dienst gingen; auch der Hohe Verbrauch bei geringer Fracht spricht natürlich gegen solche Fahrzuege.
Anders im Mittelmeer und ähnlichen, eher ruhigen Gegenden.

Die Verformung könnte durchaus nur vom Wasserkontakt kommen - da wirken schließlich Kräfte von dutzenden Tonnen auf ein Schiff ein.
Tim S.
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Unfreiwillige Pucon-Reise

Beitrag von Tim S. »

Das schnelle Eingreifen des Oberhafenamtes und geringer Schiffsverkehr auf der Elbe verhinderten in Hamburg womöglich ein größeres Unglück, nachdem sich am Athabaskakai am 7.8. um 19.15 Uhr der voll beladene Containerfrachter "Pucon" selbständig gemacht hatte. Eine Windböe von zehn Bf hatte das voll beladene, auslaufbereite Schiff erfasst, sodass die Winschen der "Pucon", die für Spannung auf den 6,6 Zentimeter starken Trossen sorgen sollen, dem Sturm nichts mehr entgegensetzen konnten. Nach drei Minuten waren die fünf Trossen aus Kunststofffasern an Sollbruchstellen gerissen.Ohne fahrbereite Maschine trieb der unter liberianischer Flagge registrierte Frachter rasch auf die Elbe hinaus. Beamte der Wasserschutzpolizei, die sich an Bord befanden, damit die Auslaufpapiere klariert werden konnten, informierten sofort die nautische Zentrale des Oberhafenamtes. Vier Schlepper machten sich auf den Weg, die Drift der "Pucon" zu stoppen. Nur zehn Minuten, nachdem sich die "Pucon" vom Kai gelöst hatte, gelang es deren Mannschaft, die Maschine anzuwerfen. Mit seinem Bugstrahlruder konnte der Kapitän daraufhin die Arbeit der Schlepper unterstützen, die gegen die Backbordseite drückten und das Schiff wieder zurück an den Kai schoben. Klar ist aus Sicht der Polizei inzwschen: Das Schiff war ordentlich festgemacht. Dass der Sturm so heftig werden würde, war vom Wetterdienst nicht vorhergesagt worden. Auch der stellvertretende Hafenkapitän ging von der Unschuld des Kapitäns aus. In seinen 15 Dienstjahren habe er keinen ähnlichen Fall erlebt. Es habe sich aber gezeigt, dass dasNotfallpaket gut funktioniert. Am 8.8. untersuchten Experten des Germanischen Lloyd den Boden des Schiffes. Ob es den Grund der Elbe doch berührt hatte, konnte nicht ausgeschlossen werden. Sie konnten aber die "Klasse des Schiffes" - also seine Seetüchtigkeit - bestätigen. Während die "Pucon" den Hafen am Freitag um 12.25 Uhr wieder verlassen hat, soll die Schiffsunfallkommission den Vorfall jetzt aufklären. Doch die "Pucon" war keine Ausnahme: Am Eurokai wurde das 337 Meter lange Containerschiff "Harbour Bridge" vom Wind weggedrückt, konnte aber vor dem Loreißen gesichert werden. In Lübeck hatte sich die "Finnmill" selbständig gemacht.
Nach einem Bericht des Hamburger Abendblattes).
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Model Tug Crew Emden
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Model Tug Crew Emden »

matze hat geschrieben:betrifft ms polarstern:

kann der stahl eines schiffes ausschliesslich durch welleneinwirkung derart geknickt bzw. gestaucht werden, oder ist es nicht wahrscheinlicher, dass die polarstern mit treibgut (evtl. sogar einem container) kollidiert ist? das würde vielleicht auch das abreissen der bugreling erklären?!

Hallo Matze,

die Polarstern ist nicht aus "Stahl".
Der Schiff ist aus Aluminium!
Ist doch sehr gut, dass das Meterial sich so staucht und nicht rießt.
Eine begegnung mit einem Container schließe ich aus.
Ich habe das Schiff am Dienstag in der Emder Seeschleuse sehen.
Beim Container Treffer wäre mehr am Rumpf zu sehen gewesen.

Ich gehe von einer ungünstigen Wellenfolge aus!

Ach noch etwas, heute steht in der "Emder - Zeitung" ein Leserbrief,
der ENDLICH mal für die Besatzung und Reederei ein Lob ausspricht.

Gruß
Holger
matze
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von matze »

[\quote]Hallo Matze,

die Polarstern ist nicht aus "Stahl".
Der Schiff ist aus Aluminium!
Ist doch sehr gut, dass das Meterial sich so staucht und nicht rießt.
Eine begegnung mit einem Container schließe ich aus.
Ich habe das Schiff am Dienstag in der Emder Seeschleuse sehen.
Beim Container Treffer wäre mehr am Rumpf zu sehen gewesen.

Ich gehe von einer ungünstigen Wellenfolge aus!

Ach noch etwas, heute steht in der "Emder - Zeitung" ein Leserbrief,
der ENDLICH mal für die Besatzung und Reederei ein Lob ausspricht.

Gruß
Holger[/quote]

danke für die infos. wobei an der linken schiffsseite ein riss enstanden sein soll, laut medienberichten. wie kann denn eine solche stauchung repariert werden? weil zuletzt die rede von einem 14-tägigen werftaufenthalt war, was mir doch bei den entstandenen schäden sehr kurz erscheint?! kannst du den leserbrief bitte posten, online scheint er nicht zu lesen zu sein. wäre auch mal interessiert eine positive meinung zu lesen, nach den ganzen horrorszenarien aus anderen blättern.
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Model Tug Crew Emden
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Model Tug Crew Emden »

Hallo Matze,

die Stauchungenund Risse werden von Aussen angezeichnet. Mindesten 300 x 300 mm muss eine Neue Platte sein. Innen werden in dem Bereich alle Kabel und verkleidungen so gelegt und gelöst, dass man von Aussen mit einem Trennschleifer den Angezeichneten Schnitt durchführt. Von innen werden die Spanten durchtrennt. Alles wird vorher Staubdicht mit Brandschutzmatten
abgedeckt.
Somit kann der feine Staub sich nicht überall verteilen.

Danach werden zuerst die neuen Spanten und Unterzüge eingebaut und verschweißt. Dann kommt die neue Aussenplatte und wird ebenfalls verschweißt.

Zur Montage werden Stützplatten sogenannte Knaggen angeheftet. Die werden, wenn alles verschweißt ist abgeschnitten und die Schweiß Heftstellen werden glatt geschliffen.

Die 14 Tage im Dock reichen alle male. Nach dem Ausdocken werden die restlichen Innenarbeiten am Kai ausgeführt.

DARF MAN DENN EINFACH SO EIN LESERBRIEF VERÖFFENTLICHEN ?????

Ich kann Dir den sonst per Mail zusenden.

Gruß
Holger
Tim S.
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Tim S. »

Alsoo, ein Leserbrief ist doch eine per se öffentliche Angelegenheit. Von daher sollte der Autor sich freuen, wenn er sich so breit wie möglich streut - und wenns denn noch ein Lob ist - lass doch mal lesen!
Helmut Scheffler
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Helmut Scheffler »

Moin Moin.
Ich denke, es sollte auch einmal eine andere Sichtweise zu diesem Schiffsunglück im Forum stehen. Ich habe mir vor einiger Zeit schon die Erlaubnis, zum benutzen von Presseartikeln aus der Emder Zeitung, geben lassen. Zusätzlich habe ich heute noch mit Herrn Janssen aus Krummhörn telefoniert und er hatte auch nichts dagegen, dass sein Leserbrief hier im Forum veröffentlicht wird. Somit spricht auch nichts dagegen, dass dieser Leserbrief von mir hier ins Forum gestellt wird.

Bild

Grüße von der Ems
Helmut
Tim S.
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Tim S. »

Dazu auch:
Reederei bedauert Unfall
http://www.borkumer-zeitung.de/php/text.php?wert=14647
Die Polastern soll lt. Emder Zeitung 26.8. wieder einsatzklar sein.
Olli_C
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Olli_C »

Hallo zusammen,

hier
http://de.youtube.com/watch?v=h9kx81JmJuo
gibt es ein Video von mir von der Abfahrt des Kat. Polarstern am Unglückstag 04.08.08
Leider nur kurz, da mein Akku den Geist aufgab .... wie immer, wenn es drauf ankommt :(

Viele Grüße
Olli
matze
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von matze »

ganz schön heftig, aber ich hab den eindruck, dass ms helgoland stärker schaukelt als der kat, wobei die ja auch schon vorher abgelegt hat. verstehe eh nicht, warum man die katfahrer nicht auf ms helgoland umgebucht hat und ab whv bzw. cuxhaven einen bustransfer organisiert hat?! oder war ms helgoland voll? gehen ja immerhin 1200 bzw. 800 personen drauf.
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