Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

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Garsvik
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Garsvik »

MPG hat geschrieben: OK, mein Posting war etwas dünn..

Ich sehe da schon mehr Gemeinsamkeiten ausser der kreativen Buchführung:
- Shooting star einer branche
- Hohe Ansehen der/des Geschäftsführer(s)
- Lifestyle und Luxus der GFs
- man fragt sich trotzdem wie (lange) das gutgehen kann
- Investitionen in der Region (Spiekeroog vs. Baden Airpark)
- Sponsoring
- und vor allem: das Weiterverfolgen einer Sache, von der man wissen muss, dass es irgendwann platzt.
So gesehen stimme ich dir uneingeschränkt zu.

Garsvik
charly050645
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von charly050645 »

NDR1 Niedersachsen 31.03.2011 14:28

"Der ehemalige Chef der Bremer Beluga-Reederei, Niels Stolberg, steht im Verdacht, Spenden für thailändische Tsunami-Waisen veruntreut zu haben. Offenbar ist nicht die gesamte Summe aus einer Spendenaktion im Jahr 2009 an die Beluga School for Life (BSfL) in Thailand geflossen. Die BSfL hatte beim "RTL Spendenmarathon" eine Million Euro für den Bau einer Schule und die laufenden Unterhaltskosten bekommen. Stolberg soll vereinbarungsgemäß seinen Anteil von 500.000 Euro zunächst überwiesen haben.
Waisen-Spenden für die Reederei

Willi Lemke. © dpa Fotograf: Ingo Wagner Detailansicht des Bildes UN-Sonderbeauftragter Willi Lemke bestätigte die Rückbuchung der Spende. Am Tag darauf soll das Geld allerdings zurück gebucht worden sein, um Finanzlöcher in der Reederei zu stopfen. Das bestätigte der ehemalige Bremer Senator und jetzige UN-Sonderbeauftragte Willi Lemke (SPD) gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Lemke ist prominenter Förderer des Projekts, das 2006 von Stolberg gegründet wurde. 2008 zeichnete er es persönlich aus. Man versuche jetzt, die Geldflüsse akribisch nachzuvollziehen. Das sei aber sehr kompliziert. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen erwartet RTL eine Bestätigung, dass die Gelder ihrem Zweck entsprechend eingesetzt wurden. RTL hatte zunächst behauptet, dass es um das routinemäßige Einfordern von Belegen ginge. Auf Nachfrage von NDR 1 Niedersachsen räumte eine Sprecherin allerdings ein, dass es einen aktuellen Anlass gebe."
Alexander
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Alexander »

Henri hat geschrieben:so zumindest ein Teil der Anzahlung der Schiffe sind über Bankkredite geleistet worden. Davon mal abgesehen liegen auf allen Schiffe ja noch Hypotheken. Die sind zwar mit den Schiffe besichert, nützt einem aber wenig wenn der Wert des Schiffes geringer ist als die höhe der Hypothek.
Korrigier mich, wenn ich falsch liege, aber der allergrößte Teil der Beluga-Flotte (bis auf einen kleinen "Bodensatz" von Schiffen, der Beluga selbst gehörte) gehört ja nicht Beluga, sondern den jeweiligen Schiffsfonds, insofern kann hier wohl kaum Stolberg die Banken "über den Tisch gezogen" hat.

Aber gut, Du bist ja mit Deiner Lästerei über Banken in bester Gesellschaft. :) Je weniger Ahnung die Leute vom Bankgeschäft haben, um so mehr lästern sie darüber. Ist ja auch einfach, wenn man die spektakulären Fälle, die es in den letzten Jahren zugrundelegt. Wenn man sich aber mal anschaut, wie das Verhältnis dieser wenigen spektakulären Fälle zu den vielen, bei denen es eben nicht schief ging, ist, dann sieht es anders aus. Davon abgesehen ist es im Bankgeschäft nun mal so, daß das Hauptgeschäftsfeld "Vergabe von Krediten" nun mal immer risikobehaftet ist. Ansonsten würdest Du nur noch dann einen Kredit kriegen, wenn Du genau die Summe, die Du haben willst, als Barsicherheit hinterlegen würdest. Also nie...

Grundsätzlich läuft es aber so, daß abhängig von der Bonitätsstufe der Gesamtheit der Schuldner immer ein gewisser Prozentsatz an Ausfall einkalkuliert ist. Dieser kalkulatorische Prozentsatz basiert i.d.R. auf Erfahrungswerten aus der Vergangenheit. Diese geschätzte Ausfallquote findet sich dann je nach Risikoklasse im Zins, den der Kunde zahlen muß, wieder, d.h. schlechtere Bonität = höherer Sollzins. Und solange die tatsächliche Ausfallquote nicht höher als die vorab geschätzte ist, juckt ein Kreditausfall die Bank erst mal nicht, weil die damit verbundenen Aufwände ja quasi gedeckt sind.
Das sicherlich aber was will eine Bank mit so einem Protzbau in Bremen?? Ist ja nicht gerade die Boomstadt Norddeutschlands. Auch Sachwerte wollen schließlich erstmal verwertet werden.
Wobei der Markt für Büroimmobilien aktuell wieder am Anziehen ist, insofern wäre eine Verwertung wohl zu guten Konditionen möglich...

Alexander
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KaiR
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von KaiR »

Alexander hat geschrieben:Und solange die tatsächliche Ausfallquote nicht höher als die vorab geschätzte ist, juckt ein Kreditausfall die Bank erst mal nicht, weil die damit verbundenen Aufwände ja quasi gedeckt sind.
das ist Murks was Du da schreibst. Kosten sind Kosten und Verluste sind Verluste. Selbst wenn man so etwas kalkulatorisch berücksichtigt hat, bilanziell wirksam wird ein Verlust erst wenn er eintritt. Und dann schmälert er auch den Gewinn. Außerdem: wer sagt, dass nicht noch weitere Schuldner ausfallen über die kalkulierte Quote hinaus? Daher haben die Banken jedes Interesse, solche Verluste zu vermeiden.

Grüße

Kai
Grüße,

Kai
Alexander
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Alexander »

KaiR hat geschrieben:
Alexander hat geschrieben:das ist Murks was Du da schreibst. Kosten sind Kosten und Verluste sind Verluste. Selbst wenn man so etwas kalkulatorisch berücksichtigt hat, bilanziell wirksam wird ein Verlust erst wenn er eintritt. Und dann schmälert er auch den Gewinn. Außerdem: wer sagt, dass nicht noch weitere Schuldner ausfallen über die kalkulierte Quote hinaus? Daher haben die Banken jedes Interesse, solche Verluste zu vermeiden.
Wenn Du meinst, daß die übliche Praxis der Risikosteuerung in Banken "Murks" ist, dann kannst Du das glauben.

Fakt ist, daß das komplette Procedere der Risikosteuerung mittels ratingbasierter Ansätze genau auf dem, was du als "Murks" bezeichnest, aufgebaut ist. Natürlich ist es den Banken lieber, wenn die Kunden nicht ausfallen, denn dann sind die höheren Risikoprämien, die die bonitätsmäßig schlechteren Kunden zahlen, zusätzlicher Gewinn (wie bereits geschrieben). Sollten die Verluste jedoch im vorab angenommen, i.d.R. auf historischen Daten basierenden Werte, so wäre das zwar, wie Du richtig erkannt hast, bilanziell als Aufwand in der GuV zu verbuchen, wäre jedoch, solange die Ausfallquote nicht höher als angenommen ist, durch entsprechende Einnahmen auf der Gegenseite (d.h. durch höhere Zinsen) gedeckt. Ein Ausfall bis zu dieser Höhe würde also zwar zu einer einem Aufwand in der GuV führen, jedoch wäre als Gegenposten ein Ertrag da, so daß zwar der Gewinn geschmälert, aber eben kein bilanzieller Verlust entstehen würde (natürlich nur für diese Geschäfte gerechnet - aus anderen Geschäften der Bank könnte dann natürlich trotzdem ein Verlust auftreten).

Erst wenn die tatsächliche Ausfallquote höher als die geschätzte ist (was vorkommen kann, aber dann durchaus ein Indiz für Mängel im Risikomanagement der Bank sein kann), entsteht aus diesen Krediten tatsächlich ein bilanzieller Verlust.

Diese Vorgehensweise ist gängige Praxis und durch die einschlägigen gesetzlichen Regelungen (Basel II, etc.) gedeckt. Bitte informier Dich erst mal, ehe Du etwas als "Murks" bezeichnest.

Davon abgesehen ist Deine Aussage "bilanziell wirksam wird ein Verlust erst wenn er eintritt." nicht wirklich korrekt. Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sagen, daß Gewinne erst dann wirksam werden, wenn sie realisiert (d.h. eingetreten) sind, Verluste dagegen schon dann, wenn sie noch gar nicht wirklich eingetreten, aber voraussehbar sind. Stichworte hierzu: Wertberichtigungen, Abschreibungen, Niederstwertprinzip, etc.

Alexander
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Henri
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Henri »

Korrigier mich, wenn ich falsch liege, aber der allergrößte Teil der Beluga-Flotte (bis auf einen kleinen "Bodensatz" von Schiffen, der Beluga selbst gehörte) gehört ja nicht Beluga, sondern den jeweiligen Schiffsfonds, insofern kann hier wohl kaum Stolberg die Banken "über den Tisch gezogen" hat.
Ich meinte damit auch mehr die Anzahlungen für die Neubauten. Und natürlich auch die Hypotheken der Beluga Schiffe. Da ist das Schiff zwar als Sicherheit da nützt aber wenig wenn das Schiff weniger als die Hypothekt Wert ist.
Grundsätzlich läuft es aber so, daß abhängig von der Bonitätsstufe der Gesamtheit der Schuldner immer ein gewisser Prozentsatz an Ausfall einkalkuliert ist. Dieser kalkulatorische Prozentsatz basiert i.d.R. auf Erfahrungswerten aus der Vergangenheit. Diese geschätzte Ausfallquote findet sich dann je nach Risikoklasse im Zins, den der Kunde zahlen muß, wieder, d.h. schlechtere Bonität = höherer Sollzins. Und solange die tatsächliche Ausfallquote nicht höher als die vorab geschätzte ist, juckt ein Kreditausfall die Bank erst mal nicht, weil die damit verbundenen Aufwände ja quasi gedeckt sind.
Der Witz an der ganzen Sache ist ja das man so Boom Zeiten teuere Schiffe mit wenig Eigenkapital problemlos finanziert bekam und jetzt wo die Schiffe günstig sind läuft unter 20% Eigenkapital gar nicht. Eher geht da was in der Region von 30-50% Eigenkapital. Nur ist es jetzt ja eine gute Zeit in günstige Schiffe zu investieren um mit diesen Schiffen in den nächsten Aufschwung zu fahren. Während man sich ja denken kann das es sehr viel Risikoreicher ist in einer Boomphase in Schiffe zu investieren. Denn irgendwann geht der Markt auch wieder runter und wann das weiß keiner.
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Alexander
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Alexander »

Wenigstens mal 'n bisschen was Positives:

http://www.weser-kurier.de/Artikel/Brem ... eluga.html

"Neustart für Beluga"
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Alexander
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Alexander »

Henri hat geschrieben: Ich meinte damit auch mehr die Anzahlungen für die Neubauten. Und natürlich auch die Hypotheken der Beluga Schiffe. Da ist das Schiff zwar als Sicherheit da nützt aber wenig wenn das Schiff weniger als die Hypothekt Wert ist.
Is' schon klar, aber auch das betrifft ja nur einen kleinen Teil der ehemaligen Beluga-Flotte, denn bei all den Schiffen, die diversen Fonds gehören, hat Beluga zunächst mal keine Bankverbindlichkeiten mehr dafür. Selbst wenn diese Schiffe ursprünglich für Rechnung von Beluga gebaut worden sind, ging ja mit dem Verkauf der Schiffe an die Fonds nicht nur das Eigentum auf die Fonds über, sondern natürlich auch die Finanzierungen...

Alexander
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Henri
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von Henri »

Ja aber dann reden wir immernoch über ein dreistelligen MIo Betrag. Die KfW soll da recht tief drinstecken. Naja wie weit und wie tief wird man in den nächsten Wochen ja sehen.
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constantin
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Re: Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Geschäftsführer

Beitrag von constantin »

moin,

also ich habe gehört(wenn das nicht schon hier drin steht, da ich nicht so sehr in der thematik bin), dass die hamonia redeerei einen großen teil der flotte von beluge übernehmen wird.
ich gebe aber keine garantie.
wer fragen hat kann sich gern per pn melden.

gruß constantin
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