Henri hat geschrieben:Ich würd mal sagen der hat sich total verzettelt. Und das er soviele Firmen hat spricht ja auch für ein Schneeballsystem. Da brauch man schließlich viele Firmen damit man die Geldströme verschleiern kann.
Ich glaube, Du verwechselst da was. Ein "Schneeballsystem" ist etwas anderes als das, was Stolberg da aufgezogen hat - vgl. hierzu
http://de.wikipedia.org/wiki/Schneeballsystem.
Davon abgesehen: solche Konzernstrukturen mit extrem vielen Gesellschaften sind zwar extrem unübersichtlicht, aber nicht selten. So was erlebt man, wenn man sich mit der Materie befasst, regelmäßig. Meistens stecken da steuerliche Beweggründe dahinter. Was z.B. bei Beluga zu einer enormen Aufblähung der Anzahl an Gesellschaft geführt haben könnte, dürfte die Tatsache sein, daß es dort für jedes Schiff (und zwar, so wie ich das beim Stöben im E-Bundesanzeiger gesehen habe, sowohl für eigene als auch für gecharterte) nicht nur eine, sondern gleich zwei Firmen gab, weil man da das gesellschaftsrechtliche Konstrukt der GmbH & Co. KG gewählt hat. Das bedeutet ja, daß man für jedes Schiff zum einen die GmbH gründen muß, zum anderen aber auch noch die KG. Und schon sind wir bei 70 Schiffen bei einer Anzahl von 140 Firmen.
Hinter solcher Konstrukten mit vielen Firmen steckt auf jeden Fall nicht generell die Absicht, irgendwelche Geldströme zu verschleiern. Wäre das der Hauptgrund, hätten die Finanzämter, etc. sicher was gegen solche Konstrukte. Aber an und für sich sind sie ja legal, also nicht per se "böse".
Inwieweit es bei den divesen Beluga-Töchtern zu Verschiebungen von Geldern kam, wird spannend. Ich bin da sehr gespannt auf die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und des dann wohl folgenden Gerichtsverfahrens, denn (bitte nicht falsch verstehen) um so was dergestalt zu machen, daß es über eine längere Zeit nicht auffällt, muß man schon sehr kreativ sein. Und gleichzeitig müssen z.B. die Wirtschaftsprüfer, aber auch Prüfer von Finanzamt, Sozialversicherung, etc. getäuscht werden (außer man hätte hier welche geschmiert, wovon bei Beluga bisher nix bekannt ist).
Meistens ist es bei solchen Fällen so, daß die Realität die Phantasie der meistens Krimischreiber übersteigt. Würde jemand einen Krimi so aufbauen, würden fast alle Leser jammern, daß das unrealistisch wäre.
