Sicherung vor Piraten

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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben: Das mag zutreffend sein. Menschen arbeiten als Fluglotsen, setzen Fallschirmspringer ab und sie beschützen. Das sind Jobs bei denen auch Fehler passieren. Das ist richtig. Bezeichnend hierbei ist die Tatsache, dass es nicht einen einzigen Fall von unangemessenem Schusswaffengebrauch deutscher Sicherheitsdienstleister gibt.
... was aber auch daran liegen könnte, daß deutsche Sicherheitsdienstleister i.d.R. nicht gerade in den üblichen Krisengebieten (sei es nun Afghanistan, Irak oder Somalia) zum Einsatz kommen. Und wenn man sich die Bilanz privater Sicherheitsdienstleister aus anderen "zivilisierten Staaten" anschaut, sieht es anders aus. Da stellt Blackwater wohl nur die Spitze des Eisbergs dar.
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben:Richtig ist, dass deutsche Sicherheitsdienstleister sehrwohl in derartigen Regionen tätig sind.
Ohne hier Mitanbieter schlecht reden zu wollen, möchte ich schon darauf hinweisen, dass europäische Sicherheitsfirmen anderen Voraussetzungen unterliegen als amerikanische Firmen.
Unbestritten! Aber in Situationen, in denen es wirklich brenzlig zu werden droht, dürften die Reaktionen häufig doch vergleichbar sein...
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Kalle hat geschrieben:
Die Opfer, ich meine die Schiffsbesatzung, sie zu schützen, dass muss oberste Priorität für jeden christlich geprägten, humanistisch geprägten Mitmenschen haben!
Müßte es aber, gerade für christlich geprägte Menschen, nicht eine gleichhohe Priorität haben, auch das Leben anderer Unbeiligter zu schützen? Und genau darum geht es mir hier momentan, wenn ich darauf hinweise, daß der Einsatz bewaffneter Sicherheitsleute an Bord der Schiffe die Gefahr in sich trägt, daß eben auch Unbeteiligte zu Schaden kommen (vgl. z.B. das genannte Beispiel aus Afghanistan). Einen höheren Wert des Lebens der Schiffsbesatzungen gegenüber dem Unbeteiligter kann ich ebenso wenig erkennen wie den Umkehrschluß daraus.

Ich persönlich bin jedenfalls nicht gewillt, mir eine solche Entscheidung anzumaßen...
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

ArneKiel hat geschrieben:
Moin,

interessante Aussagen....

Dann können wir annehmen:

a) Du bist Söldner
b) Du bist Kollege von Patrick
c) Deutsche bzw. andere Schiffsbesatzungen sind mit Automatikwaffen bewaffnet (tödlicher Schuss auf 200m)
d) du bist Marinesoldat (Gott bewahre!)
e) die Zahl der toten Piraten ist höher als bisher vermutet - wenn es Volkssport ist Piratenboote auf hoher See zu überfahren
Hä?? Ist jetzt eigentlich alles was mir dazu einfällt. Also ich fahre zur See, dachte eigentlich das geht aus meine Beiträgen hervor.

zu c) Ja sorry ich hätte davor vll Ironie schreiben sollen. Damit wollte ich eigentlich verdeutlichen das Alexanders Theorie nonsens sei das bei einem Warnschuss auf der Distanz Menschen getroffen werden. Die einzigen die Waffen an Bord haben sind die Isralies aber die hatten sie schon immer. Auch Automatikwaffen.

Dazu mal was generelles. Viele scheinen hier nicht zu verstehen das wir über Sachen reden die AUF SEE geschehen und nicht an Land. An Land ist eine Situation oftmals unübersichtlich, unklar und spielt sich auf engen Raum ab. Auf See hingegen sind die Sachen übersichtlich und der Raum riesig. Wir reden hier von Distanzen die sich einige anscheinend nicht vorstellen können. Jetzt mal für den Golf von Aden gesprochen. Da wird versucht MINDESTENS eine Seemeile (1852m) Abstand zwischen sich und irgendwelchen Booten zu halten. Und alles was näher 5 Kabel kommt (926m) wird schon als bedrohlich empfunden und wenn die Boote so dicht dran sind dann nur weil sie es selber gegen die Ausweichversuche des Schiffe herbeigeführt haben. Jetzt kann man so langsam über ein Warnschuss nachdenken. Jetzt muss ich Patrick mal fragen ob das überhaupt schon Sinn macht auf dieser Distanz.

e) Ja richtig wir überfahren sie aus Spass, wer am Ende der Passage am meisten hat kriegt ne Buddel Rum :roll: . Wenn die Piraten das Schiff ANGREIFEN DANN versucht man sie zu überfahren. Obwohl überfahren hier der falsche Ausdruck ist. Man versucht durch hartes Ruderlegen den Piraten abzuschütteln. Das macht natürlich erst Sinn wenn sie schon fast am Schiff dran sind und wenn dann ein Piratenboot nicht rechtzeitig wegkommt dann wirds vom Heck mitgenommen. Ist es ein größers Schiff und in Ballast dann kanns auch schonmal in die Schraube komnen.

@ M Sicherheit

Das mit dem Kriegsgebiet ist wohl Mißverständlich. Die Versicherungen defenieren es solches. Von Regierungsseite gibts heute natürlich nur Krisen und Kriegsgebiete. Da sind die Versicherungen doch mehr an Realität. Und solbald es die Versichrungen als solches Interpretieren hat das Auswirkungen auf die Charterverträge, Arbeitsverträge und natürlich auf die Versicherungen selbst.
Speed has never killed anyone. Suddenly becoming stationary, that's what gets you.
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Horstl »

Moin...
So langsam verstehe ich diese Diskussion nicht mehr :?

Wer sind denn jetzt eigentlich die bösen, die Piraten oder die Schiffe inclusiver Ihrer Besatzungen die sich in die Gebiete der Piraten wagen ?
Fischländer
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Fischländer »

Da ist man mal den halben Tag dem Forum fern und schon muss man sich durch fünf neu geschriebene Seiten kämpfen und der einzige sinnvolle Beitrag den ich hier gelesen habe kam von Kalle. Danke Kalle, echt übel was dir passiert ist. Ein klasse Hund hat dich beschützt und die Angreifer haben ihre gerechte Strafe bekommen.
Ich hoffe, dass du nicht zuviel leid ertragen musstest.
Ansonsten wird hier nur die gleiche Leier herunter gespielt.
Keiner von Euch kann sich bemächtigen die Lage da unten einzuschätzen.
Das können, soweit ich das heraus gelesen habe, nur zwei und die fahren in regelmäßigen Abständen durch dieses Kriesengebiet und sind mit den lokalen Gegebenheiten vertraut.
Es geht darum die Seeleute zu schützen. Alexander kann sehr gut seinen Standpunkt vertreten und seine Bedenken äußern, aber das hilft dem Seemann auch nicht weiter.
Für den Seemann gilt: Abwehr durch Stacheldraht und Feuerlöschschläuche.
Am besten hat man es, wenn man auf einem Gastanker fährt. Wenn die Piraten das Schiff stürmen, dann lässt man einfach ein bisschen Ammoniak ab und die Piraten fallen um wie die Fliegen.
Ist das Menschenverachtend??? Oder Selbstverteidigung???

Ende Februar muss ich auch wieder regelmäßig den Golf von Aden passieren, wenn mein Schiff dann gekapert wird, dann wird hier im Forum trocken stehen:
"Schiff "XXX" 200sm östlich von Sokotra gekapert, 6 Deutsche an Bord, Lösegeldforderung noch nicht bekannt
Bild: shipspotting, 2002 gebaut, 60000 t, gebaut bei Hyundai in Ulsan."
...und weiter geht die freundige Debatte.
kalle hat geschrieben:
Wir alle sitzen hier im warmen Zimmer / Arbeitszimmer und haben neben der Beschaulichkeit, der Abgeschirmtheit unserer Person durch Wohnungsmauer / Hausmauern es eigentlich sehr privilegiert!
Damit so unendlich leicht, über Vorfälle, Vorkommnisse uns auszuspinnen!
Betrifft uns ja persönlich wenig, kaum oder gar nicht!
Sehr gut erkannt.
alexander hat geschrieben:
Wenn man die Berichte verfolgt, wird schnell klar, daß eine eindeutige Unterscheidung zwischen Piraten und Nicht-Piraten häufig schwierig ist, ja, manchmal erstd dann erfolgen kann, wenn es zu spät ist, d.h. die Enterung bereits begonnen hat. Immer wieder ist aber auch von zivilen Fischerbooten zu lesen, die den Frachtern recht nahe kommen. Und dann? Dann muß nur einer der Sicherheitsleute an Bord nervös werden und schießen - und schon haben wir unschuldige Opfer. Will das jemand?
Berichte gelesen und verfolgt, aber das reicht nicht aus, um die komplizierte Lage zu beurteilen.

@ Alexander: Ich hoffe du kannst mir die folgende Frage beantworten.
Wie kann ich mein Schiff und meine Besatzung in diesem Gebiet wirkungsvoll schützen ohne Menschenleben zu gefährden???

Übrigens habe ich das Gefühl, dass ich mich wiederhole.
Fischländer hat geschrieben:
Wer ist denn nun der Angreifer??? Die Frachterbesatzung die sich schützt???
Du nimmst die Piraten ja regelrecht in Deckung. Wir sprechen hier von Piraten.
Niemand will einem Fischer etwas tun, wenn man ein Boot ausfindig macht, dann wird es gemeldet und die internationale Schutztruppe wird sich darum kümmern und feststellen, ob es ein Fischer oder Pirat ist.
Deine Argumente die du hier zum Wohle Somalias auffährst möchte ich ja gerne verstehen, aber es geht hier um den Schutz der Seeleute.
Das wir die Ursachen der Piraterie bekämpfen müssen, da sind wir uns einig.
freundliche Grüße
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frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

"Wurde Trawler am Horn von Afrika irrtümlich versenkt?
(26.11.08) Irritationen gibt es über die von der indischen Marine gemeldete Versenkung eines Piratenschiffs vor der Küste Somalias. Möglicherweise hat die Fregatte "INS Tabar" bei dem nächtlichen Feuergefecht vor einer Woche im Golf von Aden statt eines Piratenmutterschiffes einen thailändischen Trawler getroffen und versenkt. Ein Mann sei ums Leben gekommen, einer habe sich retten können und sei nach sechs Tagen im Golf von Aden treibend gerettet worden. Die übrigen 14 würden noch vermisst. Dies zumindest behauptet der Eigner der "Ekawat Nava 5" in Bangkok. Seiner Darstellung nach hatte die indische Fregatte das Feuer auf das vom Oman nach Yemen laufende Schiff eröffnet, das Fischfangausrüstung dort abliefern sollte, als es gerade von Piraten geentert worden sei. Nach indischer Darstellung hatten die Piraten von dem Trawler aus die Fregatte mit automatischen Waffen und Panzerfäusten beschossen, die daraufhin zur Selbstverteidigung griff.
Quelle: Tim Schwabedissen "


Sowas kann auch passieren.... Irrtum bei den Streitkräften. Falsches Schiff versenkt.
Deutsche Gesellschaft für Schifffahrts-und Marinegeschichte e.V. ; FB Handelsschifffahrt
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Fischländer hat geschrieben:
@ Alexander: Ich hoffe du kannst mir die folgende Frage beantworten.
Wie kann ich mein Schiff und meine Besatzung in diesem Gebiet wirkungsvoll schützen ohne Menschenleben zu gefährden???
Gegenfrage: Kannst Du mir eine Lösung nennen, die das Leben der Besatzungen ebensowenig gefährdet wie das Leben Unbeteiligter?
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

frank0265 hat geschrieben:"Wurde Trawler am Horn von Afrika irrtümlich versenkt?

...

Sowas kann auch passieren.... Irrtum bei den Streitkräften. Falsches Schiff versenkt.
Wenn das stimmt, ist es eine Tragödie - aber diese Tragödie zeigt eindeutig, daß es eben nicht vermeidbar ist, Unschuldige zu treffen... :-(
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Fischländer
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Fischländer »

Guten Morgen,
Alexander hat geschrieben:
Fischländer hat geschrieben:
@ Alexander: Ich hoffe du kannst mir die folgende Frage beantworten.
Wie kann ich mein Schiff und meine Besatzung in diesem Gebiet wirkungsvoll schützen ohne Menschenleben zu gefährden???
Gegenfrage: Kannst Du mir eine Lösung nennen, die das Leben der Besatzungen ebensowenig gefährdet wie das Leben Unbeteiligter?
Das ist keine Gegenfrage, sondern die Frage die ich dir gestellt habe.
Wie du siehst, schrieb ich "...ohne Menschleben zu gefährden".
Ich gehe davon aus, dass du erkannt hast, dass es keine Antwort auf meine Frage gibt.
Im Allgemeinen wollte ich einfach nur den Standpunkt der Seeleute vermitteln, weil ich dachte, dass es um deren Schutz geht.
Du kannst hier auch gerne weiterhin deinen Gerechtigkeitssinn verbreiten (hat ja auch was Gutes), geholfen hat es in dieser Situation leider wenig.
Für mich dreht sich die Diskussion im Kreis und ich werde mich ab jetzt heraus halten.
Ich schicke Euch ne Karte aus Somalia.
Bis dahin gilt:
Bild
freundliche Grüße
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