Sicherung vor Piraten

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ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Alexander hat geschrieben:
ArneKiel hat geschrieben: wie war das noch mit den 69 Jungfrauen, die im Paradies auf Märtyrer warten - schließlich sind Somalier alle sunnitische Moslems - ob sich da der Überlebenswille durchsetzt....
Klar, und jeder Christ glaubt an das Paradies. Sorry, das ist doch wohl ein eher schwaches Argument...
Bei den Harburger Studenten sunnitischen Glaubens war das 2001 aber ein ziemlich ausschlaggebendes Argument :twisted: :twisted:

Wer mit Panzerfäusten auf Tanker schießt, nimmt alles in Kauf....
Zuletzt geändert von ArneKiel am Di 4. Jan 2011, 23:44, insgesamt 1-mal geändert.
Fischländer
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Fischländer »

Hallo Alexander,
deine Meinung in aller Ehren, aber irgendwann wird es doch lächerlich.
... und wenn dann doch "versehentlich" einmal auf die Falschen das Feuer eröffnet wird, ist das Geschrei (zu Recht) groß.
Wer ist denn nun der Angreifer??? Die Frachterbesatzung die sich schützt???
Du nimmst die Piraten ja regelrecht in Deckung. Wir sprechen hier von Piraten.
Niemand will einem Fischer etwas tun, wenn man ein Boot ausfindig macht, dann wird es gemeldet und die internationale Schutztruppe wird sich darum kümmern und feststellen, ob es ein Fischer oder Pirat ist.
Deine Argumente die du hier zum Wohle Somalias auffährst möchte ich ja gerne verstehen, aber es geht hier um den Schutz der Seeleute.
Das wir die Ursachen der Piraterie bekämpfen müssen, da sind wir uns einig.
freundliche Grüße
Zuletzt geändert von Fischländer am Mi 5. Jan 2011, 01:13, insgesamt 1-mal geändert.
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ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

M Sicherheit hat geschrieben:Wir handhaben das so, dass wir eine gewisse (imaginäre) Schutzzone um das Objekt einrichten. Verdächtige Boote werden in drei Sprachen darauf aufmerksam gemacht, dass es sich hier um ein beschütztes Schiff handelt usw.
Je nach Verhaltensweise wird die Lage neu beurteilt und entsprechend gehandelt.

Gruß
Patrick
Kommt das Boot dann näher wird dann entsprechend gehandelt (Warnschuss - und dann richtig...)?
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

ArneKiel hat geschrieben: Bevor es zum Schusswechsel kommt, muss doch erst einmal von der anderen Seite geschossen werden, oder? -sonst wäre es ja keine Notwehrsituation - das Fischerboot alleine reicht ja wohl nicht....
So sollte es sein. Aber wird es in der Praxis so verlaufen? Ich sprach ja ganz bewußt von Überreaktionen. Und daß die vorkommen, hat u.a. der erwähnte Vorfall mit Bundeswehrbeteiligung in Afghanistan gezeigt. Da ging von den Insassen dieses PKW keine Gewalt aus, dennoch gerieten sie unter Beschuß und wurden alle getötet. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Und die können in so einer Situation tödlich sein. Sind die Befürworter bewaffneter Sicherheitskräfte an Bord der Schiffe bereit, so etwas verantworten zu müssen?
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben:Hallo Alexander,

zunächst einmal möchte ich anmerken, dass der Vorfall nicht eine einzige Verurteilung zur Folge hatte. Diese Leute sind trotz mehrjähriger Erfahrungen mit Checkpoints in die Kontrolle gefahren und haben auf keinerlei Haltesignale oder Warnschüsse reagiert.
Es ist sehr einfach, die Schuld auf jene Opfer zu schieben, die sich nicht mehr wehren können, aber ändert das etwas daran, daß hier Menschen getötet wurden, die vollkommen unschuldig waren? Wohl kaum.

Ich maße mir nicht an, Menschenleben gegeneinander aufzurechnen, insofern ist für mich nun mal jeder Tote einer zuviel. Und die Gefahr, daß ähnliche Vorfälle auch auf See vorkommen, ist für mich sehr real.
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Fischländer hat geschrieben: Du nimmst die Piraten ja regelrecht in Deckung. Wir sprechen hier von Piraten.
Nicht zwingend.

Wenn man die Berichte verfolgt, wird schnell klar, daß eine eindeutige Unterscheidung zwischen Piraten und Nicht-Piraten häufig schwierig ist, ja, manchmal erstd dann erfolgen kann, wenn es zu spät ist, d.h. die Enterung bereits begonnen hat. Immer wieder ist aber auch von zivilen Fischerbooten zu lesen, die den Frachtern recht nahe kommen. Und dann? Dann muß nur einer der Sicherheitsleute an Bord nervös werden und schießen - und schon haben wir unschuldige Opfer. Will das jemand?
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

M Sicherheit hat geschrieben:Wir handhaben das so, dass wir eine gewisse (imaginäre) Schutzzone um das Objekt einrichten. Verdächtige Boote werden in drei Sprachen darauf aufmerksam gemacht, dass es sich hier um ein beschütztes Schiff handelt usw.
Je nach Verhaltensweise wird die Lage neu beurteilt und entsprechend gehandelt.
Patrick, sorry, Du bist ein Meister der Unverbindlichkeit. Nochmal die Frage: Willst und kannst Du sicherstellen, daß es keine Kollateralschäden (ähnlich dem erwähnten Vorfall in Afghanistan) geben kann? Ich nehme Dir ab, wenn Du sagst, Du willst das sicherstellen, aber ich habe massive Zweifel, daß Du es kannst.

Und dann? Was, wenn sich im Nachhinein herausstellt, daß das beschossene Boot kein Piratenboot war und die Leute an Bord keine Piraten (denn ich denke, wir sind uns einig, daß nicht alle Somalis Piraten sind ;) )? Fall untersuchen, Blutgeld zahlen, abhaken, weitermachen? Also so, wie es die BW gemacht hat? Formaljuristisch mag das korrekt sein, aber es macht keinen Toten lebendig. :(
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

Alexander hat geschrieben:
Fischländer hat geschrieben: Du nimmst die Piraten ja regelrecht in Deckung. Wir sprechen hier von Piraten.
Nicht zwingend.

Wenn man die Berichte verfolgt, wird schnell klar, daß eine eindeutige Unterscheidung zwischen Piraten und Nicht-Piraten häufig schwierig ist, ja, manchmal erstd dann erfolgen kann, wenn es zu spät ist, d.h. die Enterung bereits begonnen hat. Immer wieder ist aber auch von zivilen Fischerbooten zu lesen, die den Frachtern recht nahe kommen. Und dann? Dann muß nur einer der Sicherheitsleute an Bord nervös werden und schießen - und schon haben wir unschuldige Opfer. Will das jemand?
Dank deiner Beiträge habe ich wenigstens immer was zum Lachen. Aber zum Thema. Normalerweise ausserhalb von Piratengebieten lässt man einen geringen Passierabstand bei Fischerbooten zu. Da sind dann 30-50m keine Seltenheit. ABER in PIRATENGEBIETEN wie vor Somalia macht man natürlich das Gegenteil und fährt von diesen weg. Kommen die dennoch näher versucht man wegzulaufen, halten die immer noch auf einen zu sind es wohl Piraten. Je nachdem ob die dann schon dicht dran sind muss man dann entscheiden ob man schon einen Warnschuss abfeuert. Und sollten die Warnschüsse dann dochmal, einen dieser Pira...sorry ich meine natürlich unschuldige Fischer, treffen dann weil sie so blöd waren sich in einem Gebiet, in dem auch der letzte Idiot wissen sollte das man sich wenn man die Schiffe nicht überfallen will, ihnen nicht nähern sollte.

Dazu sei noch gesagt das wenn man selber 14kn läuft und diese Boote es immernoch schaffen näher zu kommen (da sitzen immerhin einige Leute drin) dann handelt es sich entweder um sehr wohlhabende Fischer :roll: (große Aussenborder kosten schließlich viel Geld und Benzin gibts auch nicht für lau) oder um Piraten.

Davon mal ganz abgesehen davon gehört der Versuch die Piraten zu überfahren (also insbesondere beim drehen mit dem Heck erwischen, geht bei wendigen Schiffen bei Bulkis und Tanker allerdings nicht so toll) und andere kleine schmutzige Tricks sowieso zum Alltag da unten.
Speed has never killed anyone. Suddenly becoming stationary, that's what gets you.
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Henri hat geschrieben: Dank deiner Beiträge habe ich wenigstens immer was zum Lachen. Aber zum Thema. Normalerweise ausserhalb von Piratengebieten lässt man einen geringen Passierabstand bei Fischerbooten zu. Da sind dann 30-50m keine Seltenheit. ABER in PIRATENGEBIETEN wie vor Somalia macht man natürlich das Gegenteil und fährt von diesen weg. Kommen die dennoch näher versucht man wegzulaufen, halten die immer noch auf einen zu sind es wohl Piraten. Je nachdem ob die dann schon dicht dran sind muss man dann entscheiden ob man schon einen Warnschuss abfeuert. Und sollten die Warnschüsse dann dochmal, einen dieser Pira...sorry ich meine natürlich unschuldige Fischer, treffen dann weil sie so blöd waren sich in einem Gebiet, in dem auch der letzte Idiot wissen sollte das man sich wenn man die Schiffe nicht überfallen will, ihnen nicht nähern sollte.

Dazu sei noch gesagt das wenn man selber 14kn läuft und diese Boote es immernoch schaffen näher zu kommen (da sitzen immerhin einige Leute drin) dann handelt es sich entweder um sehr wohlhabende Fischer :roll: (große Aussenborder kosten schließlich viel Geld und Benzin gibts auch nicht für lau) oder um Piraten.

Davon mal ganz abgesehen davon gehört der Versuch die Piraten zu überfahren (also insbesondere beim drehen mit dem Heck erwischen, geht bei wendigen Schiffen bei Bulkis und Tanker allerdings nicht so toll) und andere kleine schmutzige Tricks sowieso zum Alltag da unten.
Kurz zusammengefasst: Wer sich erschießen lässt, ist selber schuld, egal ob schuldig oder unschuldig. Bravo, menschenverachtender geht's wohl kaum noch.

<ironie on>Klar, und wenn Du zufällig in eine Polizeikontrolle gerätst und der entsprechende Polizist Dich aus irgendwelchen Gründen für eine Bedrohung hält und Dich erschießt, dann warst Du auch selbst schuld.<ironie off>
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

Alexander hat geschrieben: Kurz zusammengefasst: Wer sich erschießen lässt, ist selber schuld, egal ob schuldig oder unschuldig. Bravo, menschenverachtender geht's wohl kaum noch.

<ironie on>Klar, und wenn Du zufällig in eine Polizeikontrolle gerätst und der entsprechende Polizist Dich aus irgendwelchen Gründen für eine Bedrohung hält und Dich erschießt, dann warst Du auch selbst schuld.<ironie off>
Davon mal abgesehen das der Vergleich mit der Polizeikontrolle gewaltig hinkt. Habe ich eben in meinen Beitrag davon geredet, dass sollten sich unschuldige Fischer aus irgendein unerfindlichen Grund einmal so wie Piraten verhalten und es wird ein Warnschuss abgegeben und der Schütze war besoffen und hat es dabei geschafft ausversehen auf 200m entfernung o.ä. den Fischer tödlich zu treffen. Dann fällt das unter shit happens.

Und wegen der Polizeikontrolle. Darf ich dich daran erinnern das wir hier nicht von der A 7 reden sondern von einem Gebiet das offiziel als Kriegsgebiet gilt.
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