Sicherung vor Piraten

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ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

M Sicherheit hat geschrieben:Hallo ArneKiel,

der Bericht bezüglich der Forderungen des VDR ist bezeichnend.

Hamburg - Der Verband Deutscher Reeder (VDR) erwartet von der Politik einen besseren Schutz für Handelsschiffe vor Piraterie und drängt auf den Einsatz von bewaffneten Bundespolizisten oder Soldaten an Bord der Schiffe. Die Reeder erhofften sich von dem für den 24.Januar angesetzten sogenannten Piraten-Gipfel Klarheit, betonte der VDR dazu am Mittwoch: Sollte es keinen hoheitlichen Einsatz auf den Schiffen geben, müssten die Reeder über privaten Schutz für ihre Seeleute nachdenken. Dies sei aus ihrer Sicht jedoch nicht die richtige Lösung.

Und wieder meine Frage. Warum hält man das nicht für die richtige Lösung?
Dieser Lösungsansatz wird von Politikern, Verbänden und Medien permanent benutzt. Eine nachvollziehbare Begründung dieser Meinung konnte ich allerding noch nirgens finden.

Gruß
Patrick
Offenbar sieht man auf Reederseite die Bundesregierung in der Pflicht - letztendlich auch ein Frage der Kosten - Bundespolizisten oder Soldaten sind sicher günstiger als privat zu bezahlendes Personal...
zumal man sich dabei um rechtliche Fragen (was macht man mit den Piraten, wenn man sie hat) nicht zu kümmern hat - dafür ist dann der Bund zuständig.

Einige deutsche Reeder haben ja auch schon nachgedacht und setzen erfolgreich private Kräfte auf ihren Schiffen ein
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Moin,

auch aus der Mitteilung des BMVg - offenbar geht man mittlerweile auch erfolgreich direkt in bzw. vor Somalia (kurz nach dem Ablegen vom Strand - also m.E. in der 3-Meilen Zone) gegen Piraten vor
Die Vertreter der Ministerien erläuterten eingehend das deutsche Engagement im Rahmen der Anti-Piraterie-Mission Atalanta. Dabei verwiesen sie auf die Erfolge der Mission. So habe sich unter anderem das Konzept, potenzielle Piraten bereits unmittelbar nach dem Verlassen des Festlandes an der Umsetzung ihrer Pläne zu hindern bewährt: Seit Anfang dieses Jahres seien so etwa 100 mögliche Piratengruppen kurz nach dem Ablegen vom Strand aufgegriffen, ihre Waffen und Hilfsmittel unschädlich gemacht und die mutmaßlichen Piraten anschließend an Land zurückgeschickt worden, teilte dazu ein Vertreter des Verteidigungsministeriums mit. Gleichzeitig verwies er aber auch darauf, dass in solchen Fällen Möglichkeiten einer Strafverfolgung nahezu nicht gegeben sind, weil die eigentliche Straftat nicht stattgefunden hat.
Spleißen

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Spleißen »

Trotz der großen Anstrengung (wie Arne berichtet) treten in letzter Zeit wiederholt Angriffe auf.
Ich verstehe nicht warum nicht die Mutterschiffe abgeschirmt werden, den von irgend wo her müssen doch die bösen
Piraten kommen ??? und unterstützt werden.
Der Russe liefert Waffen hat hier einer geschrieben ......glaube ich auch nicht, den die werden selber angegriffen.
Hat man schon mal einen "Ami" etwas getan ?

K_F_R
Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Spleißen hat geschrieben: Der Russe liefert Waffen hat hier einer geschrieben ......glaube ich auch nicht, den die werden selber angegriffen.
Nette Verschwörungstheorie... ;-)

Mal ehrlich: In einem Land, welches seit vielen Jahren von Bürgerkriegen geprägt ist, dürfte kein Mangel an Waffen herrschen. Da muß kaum noch jemand liefern...
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

Stolberg ist PR Mensch und im Nebenberuf Bereeder, sollte man nicht allzu ernst nehmen den Kerl.

Achso zu Thematik Waffen an Bord. Man sollte vll noch anmerken das die Israelies und die Russen Waffen an Bord haben. Ob die Russen das heute allerdings noch haben weiß ich nicht. Glaube das hat mit dem Ende der UDSSR aufgehört. Aber die haben bei sowas ja sowieso eine pragmatische Einstellung.

Was ich mich immer Frage was alle mit der Flagge haben. Das ist heute doch faktisch nur noch ein Verwaltungsakt. Und wo hier immer von Billigflaggen gesprochen wird. Die deutsche Flagge ist ebenfalls eine Billigflagge. Die Leute kriegen dort die gleiche Heuer und es gelten die gleichen Sicherheitsbestimmungen wenn man von der UVV einmal absieht aber da steht im Grunde auch nichts weltbewegendes drin.

Da de Bundesregierung ja immer scharf drauf ist das viele Schiffe unter deutscher Flagge fahren, hat sie es hier meines erachtens sträflich versäumt aus der ganzen Piraten Geschichte Kapital zu schlagen. Hätte sie gesagt wir bieten allen deutschflaggigen Schiffen Schutz an. Also "persönlichen" Schutz sprich Soldaten an Bord oder Begleitschiff. Das wäre dann für Reeder, die regelmäßig durch dieses Gebiet fahren, ja ein erheblicher Anreiz nach D umzuflaggen! Dann hätte die deutsche Flagge mal ein echtes Verkaufsargument!
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

ArneKiel hat geschrieben:Moin,

Reeder pochen auf Schutz gegen Piraten

Hamburg - Der Verband Deutscher Reeder (VDR) erwartet von der Politik einen besseren Schutz für Handelsschiffe vor Piraterie und drängt auf den Einsatz von bewaffneten Bundespolizisten oder Soldaten an Bord der Schiffe. Die Reeder erhofften sich von dem für den 24.Januar angesetzten sogenannten Piraten-Gipfel Klarheit, betonte der VDR dazu am Mittwoch: Sollte es keinen hoheitlichen Einsatz auf den Schiffen geben, müssten die Reeder über privaten Schutz für ihre Seeleute nachdenken. Dies sei aus ihrer Sicht jedoch nicht die richtige Lösung

Nach Angaben der Reeder haben diverse 'Selbstschutzmaßnahmen' auf den Schiffen bereits dazu geführt, dass die Attacken auf deutsche Schiffe seltener erfolgreich sind. Dennoch bräuchten sie Schutz vom Staat. Beim Piraten-Gipfel im Januar soll es nach Auskunft des Verteidigungsministeriums aber nicht um konkrete Gesetzesinitiativen gehen.

Süddeutsche Zeitung: http://www.sueddeutsche.de/g5L38P/38137 ... raten.html

Ich finde, dann sollten auch die Reeder dazu gezwungen werden, ihre Flotten unter der deutschen Flagge laufen zu lassen. Erst ausflaggen (Steuern sparen wollen und sich der deutschen Gesetzgebung entziehen) und dann in Notsituationen zuerst nach dem deutschen Staat rufen und ihn um Hilfe bitten. *kopfschüttel* . Wer seine Flotte aus diesen Beweggründen ausflaggt, darf auch in Notsituationen nicht auf die Hilfe aus Deutschland hoffen. Sorry, ist meine offizielle Meinung dazu.
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ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Moin, Frank!

Nacxh der derzeitigen Rechtslage wird es die geforderte Hilfe auch nur für die rund 600 Schiffe unter deutscher Flagge geben können. Warten wir doch den "Piratengipfel" am 24. Januar ab.
Obwohl ich von dort keine besonderen Impulse erwarte zumal es ja nicht um konkrete Gesetzesinitiativen gehen wird. Letztlich wird sich nichts ändern.... - zumal für den Einsatz deutscher Polizei
oder Soldaten auf den Schiffen erst einmal die Verfassung geändert werden müsste.
frank0265
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von frank0265 »

Vielen Dank euch beiden für die Beiträge. Ja, genauso denke ich mir das auch.

Einen guten Rutsch nach 2011.
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ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Moin,

passend zum Thema "Deutsche Flagge und Anti-Piraten-Einstz der BM" ein akt. Artikel aus dem Hamb. Abendblatt von gestern:

Schwarz-Rot-Streit: Konflikt unter deutschen Reedern - "Trittbrettfahrer", "Schmarotzer": Die Branche entzweit sich, weil viele Reeder ihre Zusage für deutsche Flaggen nicht erfüllen.

Als Claus-Peter Offen Mitte Dezember im Hamburger Hafen die deutsche Flagge hisste, wusste er: Das gibt Ärger. Genau das war seine Absicht. An einem Donnerstagmittag ließ er den Kapitän seines riesigen Containerfrachters "La Spezia" die Flagge von Liberia niederholen und die schwarz-rot-goldene aufziehen. Deutlicher konnte der Hamburger Reeder das Signal für die Heimatflagge nicht setzen. Dass viele in seiner Branche dabei derzeit nicht mitziehen wollen, ärgert ihn: "Es gibt eben immer Trittbrettfahrer."

.... Die Branche erfüllt ihre Zusage nicht, und das sorgt für Spannungen. Die Personalkosten für Schiffe unter deutscher Flagge sind höher als bei Registrierung der Schiffe etwa in Liberia oder Panama. Unter der Hand schimpfen andere Reeder auf den Großunternehmer Offen, er könne sich solche Gesten leisten, "der schwimmt ja im Geld". Umgekehrt kritisiert ein Manager einer großen Reederei "Schmarotzer", die auf stärkere Unternehmen vertrauten und ihren eigenen Anteil an der Vereinbarung nicht erfüllten.

Die Bundesregierung erwartet von den Reedereien Präsenz bei der Flagge als Bekenntnis zum Standort Deutschland. Sie betrachtet diese Geste auch als Gegenleistung für politische Weichenstellungen wie die pauschale und niedrige Tonnagesteuer auf Schiffsgewinne und nicht zuletzt für die Präsenz deutscher Marineverbände am Horn von Afrika. Dort riskieren deutsche Soldaten ihr Leben, um die internationale Schifffahrt vor Piratenüberfällen zu schützen. Und Deutschland betreibt die drittgrößte Handelsflotte der Welt.

http://www.abendblatt.de/hamburg/articl ... edern.html
Henri
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Registriert: Sa 12. Jan 2008, 15:37

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

Recht haben die anderen Reeder, Offen ist wie Stolberg einer die gerne viel Tamtam machen und nichts ist dahinter. Wenn man ein großes Schiff unter deutsche Flagge bringt, ist das wesentlich billiger als wenn man ein kleines zurückflaggt. Dann ist es sowieso üblich das die zusätzlichen Kosten für die deutsche Flagge auf den Rest der Flotte umgelegt werden. Das das natürlich bei über hundert Schiffen viel einfacher ist als bei vier ist ja auch klar. Dann kommt Offen natürlich auch zu gute das er als Offiziere hauptsächlich Polen fährt. Und da das auch EU Bürger sind reichen die schon unter deutscher Flagge. Auf dem besagten Schiff fährt dann auch nur ein deutscher Kapiätn...
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