Sicherung vor Piraten

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aha11
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Re: Sicherung vor Piraten: Hansa Stavanger, Mallakka

Beitrag von aha11 »

@ Henri Nach meinen Infos lief die Hansa Stavanger beim Überfall wie Du sagst etwa 18 kn (theoret. max ist 18,2 kn).

Zur Sicherheitssituation in der Malakkastrasse, 800 km lang, an der schmalsten Stelle keine 3 km breit, täglich bis zu 2000 Schiffe, Tempolimit: 10 kn – ein Paradies für Piraten. Dass im Moment nicht so viele Angriffe erfolgen, hat jedoch weniger mit den gemeinsamen aggressiven Patrouillen von Indonesien, Singapur und Malaysia zu tun, sondern ist vor allem dem Tsunami vom 26. Dez. 2004 geschuldet. Unter den über 240.000 Toten waren viele Piraten (weil die natürlich direkt an der Küste lebten), und ihre Infrastruktur wurde nahezu vollständig zerstört. Im Jahr darauf gab es zudem noch zwei schwere Erdbeben. Von diesen Katastrophen hat sich die Piraterie in dieser Region bis heute nicht erholt. Die größte Gefahr ist im Moment nach Einschätzung von Sicherheitsexperten ein Terroranschlag auf Singapur mit Hilfe eines entführten Chemikalientankers (allein im 1. Halbjahr 2010 gab es zwei solche Versuche).
Michael Kneissler, Piraten-Terror, Delius Klasing Verlag, Hamburg 2010. Piraten-Blog: http://piraten.tumblr.com/
Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

@ aha

Tempolimit gibt es nicht. Da kann man heizen wie man will. Ansonsten kann ich dir nicht wiedersprechen.
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Fischländer
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Fischländer »

Moin,
aha11 hat geschrieben:
Tempolimit: 10 kn
Es gibt dort kein Tempolimit.
Auf jedenfall ist es nach dem Tsunami weitaus angenehmer durch die Malagastraße zu fahren.

Piraterie muss bekämpft werden, aber im Moment dämmt man die Piraterie nur ein, indem man die Schiffe eskortiert und sie beschützt.
Wenn es umsetzbar ist, dass die Schiffe durch Sicherungsfirmen beschützt werden ist das eine gute Sache, aber damit stoppt man nicht die Piraterie.

@ M Sicherheit: Es lohnt sich noch nicht. Es werden noch zu wenig Schiffe überfallen und die Reeder scheuen die Kosten. Sie fahren also auf Risiko.
freundliche Grüße
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

@ Alexander

Also stellen die Piraten jetzt keine Gefahr da oder wie?? Wegen jedem entführten Touristen wird ein riesen Aufstand gemacht! Obwohl die fast immer selbst Schuld sind das sie in dem Schlamassel stecken! Aber die Seeleute die keine Wahl haben als da durch zu fahren interessiert keine Sau.

Das meine Vorstellungen nicht mit der deutschen Gesetzeslage vereinbar sind ist mir schon klar. Auch reden wir aneinander vorbei. Du begründest alles mit der deutschen Zivilen Gesetzlage. Nun haben ja die meisten Länder zusätzlich noch eigene Gesetzte für Militär. Und sowas bräuchten wir halt auch. Das man bei der ganzen Angelegenheit zwangsläufig mit dem Strafgesetztbuch in Konflikt kommt liegt doch auf der Hand. Man kann doch nicht eine solche Situtaion wie dort mit den gleichen Gesetzen in den Griff bekommen die dazu gedacht sind im beschaulichen Deutschland für Recht und Ordnung zu sorgen. Mir wäre es ja am liebsten das die Amis, Briten oder Franzosen mehr von der ganzen Sache betroffen wären. Dann wäre da unten schon lange Ruhe und wir könnten uns diese Diskussion sparen weil mal wieder andere die Drecksarbeit für uns gemacht haben.

Und noch was zu den Waffen an Bord und von wegen kein Problem. Das war die Aussage von einer deutschen Behörde. Aber man läuft ja auch noch Häfen anderer Nationen an....

@ aha

Hm, das mit den 18kn hättest du jetzt auch gerne für dich behalten können ;). Die Schiffe auf denen ich fahre sind nämlich auch nicht schneller.
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Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

M Sicherheit hat geschrieben:Hallo ArneKiel,

natürlich sind Waffen an Bord kein Problem. Allerdings würde ich die Sorge eines Reeders schon nachvollziehen, wenn die Besatzungen anfangen würden sich mit Waffen zu schützen.
Auch hierbei meine Frage an die Fachwelt. Warum hat man so große Probleme damit sich von seriösen Sicherheitsfirmen schützen zu lassen.

Gruß
Patrick
Von Waffen an Bord in den Händen der eigenen Besatzung halt ich gar nichts. Dafür sind wir nicht ausgebildet und die Wahrscheinlichkeit das die ganze Sache richtig nach hinten losgeht ist groß. Aber allein schon daran das sowas ernsthaft diskutiert wird zeigt sich doch wie ernst die Lage ist. Man stelle sich vor in D würde man ernsthaft diskutieren alle Lastwagenfahrer zu bewaffnen..

Wenn Waffen an Bord kommen, dann nur in Begleitung von fachkundigen Personal. Den Angestellten eines Kernkraftwerkes drückt man schließlich auch keine Waffe in die Hand.
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Henri hat geschrieben:
Also stellen die Piraten jetzt keine Gefahr da oder wie??
Man kann natürlich eine Diskussion dadurch ad absurdum führen, daß man nur das liest, was man lesen will. Ich habe deutlich von einer konkreten Gefahr gesprochen und habe dafür sogar ein wunderschönes Beispiel (Flugzeugentführer, die schlafend in ihren Sitzen liegen) gebracht...

Also, bitte genau lesen...
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
Henri
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Henri »

Wenn der Fleugzeugentführer schläft ist er ja keine Gefahr mehr. Da brauch man dann auch keine Befreiungsaktion mehr.

Wir reden aneinander vorbei. Ihr geht von der momentanen Gesetzeslage aus bei der es schon schwer ist die Leute festzunehmen. Mit polizeilichen Mitteln ist der ganzen Sache nicht beizukommen. Damit kann man sie eindämmen aber nie lösen. Da helfen nur Methoden wie sie Oberst Klein angewendet hat. Diese Aktion von ihm (davor sei noch zu sagen das ich sie nicht beurteilen möchte, er wird schon seine Gründe gehabt haben und im nachhinein ist man immer schlauer) geht schon weit über das hinaus was ich fordere. Er nahm bei dem Luftangriff in Kauf das dabei auch Zivilpersonen getötet werden, schonmal ein Problem das man auf See nicht hat. Dann haben diese Tanklaster in dem Moment ja niemanden bedroht. Die Bedrohung lag in dem was mit diesen gemacht werden würde, also evtl. vielleicht hätten die auch nur den Sprit verkloppt und fertig. Desweitern ist die abschreckende Wirkung ja auch sehr zweifelhaft.

Tagtäglich erfolgen in Afgahnistan, Irak und weiß der Teufel wo noch, Luftangriffe (also nicht von der Bundeswehr aber von den USA etc.) bei denen ständig Ziele ohne Warnung angeriffen werden. Bei diesen Zielen kann man nie ausschließen das sich dort keine Zivilpersonen befinden oder ob das überhaupt das richtige Ziel ist was man da angreift.

Und ihr wollt mir weißmachen das es was ganz schlimmes ist wenn, der Hubschrauber, Schiff oder Flugzeug, dessen erscheinen die Piraten zum Abruch ihres Angriffes bewogen hat. Sie versenkt anstatt sie laufen zu lassen???
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Alexander
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Alexander »

Henri hat geschrieben:Und ihr wollt mir weißmachen das es was ganz schlimmes ist wenn, der Hubschrauber, Schiff oder Flugzeug, dessen erscheinen die Piraten zum Abruch ihres Angriffes bewogen hat. Sie versenkt anstatt sie laufen zu lassen???
Willst Du uns etwa weismachen, daß kaltblütiger Mord (und das wären Deine Ideen) nicht schlimm wären?
Meine Schiffsfotos bei Fotocommunity: http://home.fotocommunity.de/squarerigg ... 4&g=240434
ArneKiel

Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von ArneKiel »

Henri hat geschrieben:Wenn der Fleugzeugentführer schläft ist er ja keine Gefahr mehr. Da brauch man dann auch keine Befreiungsaktion mehr.

Wir reden aneinander vorbei. Ihr geht von der momentanen Gesetzeslage aus bei der es schon schwer ist die Leute festzunehmen. Mit polizeilichen Mitteln ist der ganzen Sache nicht beizukommen. Damit kann man sie eindämmen aber nie lösen. Da helfen nur Methoden wie sie Oberst Klein angewendet hat. Diese Aktion von ihm (davor sei noch zu sagen das ich sie nicht beurteilen möchte, er wird schon seine Gründe gehabt haben und im nachhinein ist man immer schlauer) geht schon weit über das hinaus was ich fordere. Er nahm bei dem Luftangriff in Kauf das dabei auch Zivilpersonen getötet werden, schonmal ein Problem das man auf See nicht hat. Dann haben diese Tanklaster in dem Moment ja niemanden bedroht. Die Bedrohung lag in dem was mit diesen gemacht werden würde, also evtl. vielleicht hätten die auch nur den Sprit verkloppt und fertig. Desweitern ist die abschreckende Wirkung ja auch sehr zweifelhaft.

Tagtäglich erfolgen in Afgahnistan, Irak und weiß der Teufel wo noch, Luftangriffe (also nicht von der Bundeswehr aber von den USA etc.) bei denen ständig Ziele ohne Warnung angeriffen werden. Bei diesen Zielen kann man nie ausschließen das sich dort keine Zivilpersonen befinden oder ob das überhaupt das richtige Ziel ist was man da angreift.

Und ihr wollt mir weißmachen das es was ganz schlimmes ist wenn, der Hubschrauber, Schiff oder Flugzeug, dessen erscheinen die Piraten zum Abruch ihres Angriffes bewogen hat. Sie versenkt anstatt sie laufen zu lassen???
Moin,

die "momentane Gesetzeslage" wird sich doch niemals dahingehend ändern lassen, dass ein vom Bundestag sanktionierter "Massenmord" rechtlich möglich wird - da spricht allein schon die deutsche Geschichte gegen und das gesamte Völkerrecht sowieso... - vergleichbar wäre das mit dem "standrechtlichen" Erschiessen von Geiselnehmern vor einer Bank, die sie gerade verlassen....
In einem "Staat" wie Somalia wäre das möglich, aber doch bitte nicht in einer zivilisierten Nation :twisted:
Fischländer
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Re: Sicherung vor Piraten

Beitrag von Fischländer »

Moin,
Henri hat geschrieben:
Und ihr wollt mir weißmachen das es was ganz schlimmes ist wenn, der Hubschrauber, Schiff oder Flugzeug, dessen erscheinen die Piraten zum Abruch ihres Angriffes bewogen hat. Sie versenkt anstatt sie laufen zu lassen???
natürlich ist es richtig die Boote der Piraten zu versenken. Auch wenn sie auf der Flucht sind.
Piraten die sich ergeben kann man von Bord holen, aber wenn sie zurück schießen ist das leider ihr Todesurteil.
Jedem der anderer Meinung ist lege ich ans Herz eine Frachtschifffahrtsreise mit einem 13kn schnellen Bulki durch dieses Gebiet zu machen.
MfG
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