MSC Opera antriebslos vor Gotland

KaiR
Mitglied
Beiträge: 3226
Registriert: Mi 18. Feb 2009, 12:11

Re: MSC Opera antriebslos vor Gotland

Beitrag von KaiR »

die Frage "wie kann so etwas passieren" bleibt weiterhin offen. Wenn so ein Schiff einmal antriebslos im Sturm auf eine Leeküste getrieben wird haben wir eines der größten Unglücke der Geschichte der Seefahrt.

Grüße

Kai
Grüße,

Kai
schwedenelch
Mitglied
Beiträge: 1136
Registriert: Do 29. Apr 2010, 21:52
Wohnort: Mayen

Re: MSC Opera antriebslos vor Gotland

Beitrag von schwedenelch »

KaiR hat geschrieben:die Frage "wie kann so etwas passieren" bleibt weiterhin offen.
Ausfall von Technik. passiert täglich hundert wenn nicht tausendfach. in elektrischen Geräten, autos usw. nur hats da selten eine so große auswirkung auf so viele personen gleichzeitig. Stromausfälle passieren auch in der welt nahezu täglich. ganz ausschließen wird man das nie können, selbst wenn man zichfach redundante systeme einbauen würde, kann sowas passieren. das macht es zwar nicht besser, aber ich halte es für relativ sinnlos hier darüber zu spekulieren was genau die ursache war bzw ist, bevor das schiff überhaupt in der Werft ist. wegen dem hinweis/Vergleich auf die carnival splendor bitte bedenken: selbst wenn man aus diesem unglück etwas lernt/gelernt hat, dann kann das allenfalls auf neubauten umgesetzt werden, nicht aber auf einem schiff wie der opera, die ja schon vor dem Splendorunglück gebaut und in betrieb war. selbst wnen man da also den fehler sozusagen ausgemacht hat, kann der auf der opera noch gar nicht in der architektur des leitungssystems bedacht worden sein!
Aldebaran
Mitglied
Beiträge: 79
Registriert: Do 23. Sep 2010, 14:34

Re: MSC Opera antriebslos vor Gotland

Beitrag von Aldebaran »

KaiR hat geschrieben:die Frage "wie kann so etwas passieren" bleibt weiterhin offen. Wenn so ein Schiff einmal antriebslos im Sturm auf eine Leeküste getrieben wird haben wir eines der größten Unglücke der Geschichte der Seefahrt.

Grüße

Kai
Bei aller Verpflichtung zur Fehlersuche und Fehlervermeidung: Ich glaube, Blackouts wird es geben solange es Schiffe gibt. Ich hab einige mitgemacht, auf See, auf der Elbe und sogar beim Anlegen, und lebe trotzdem noch. Blackouts sind beim Fliegen wirkllich unpassend, auf See aber in der Regel nur mit Komfortverlust verbunden. Ausschließen kann das doch auch bei aller Sorgfalt niemand. Die wirklichen Gefahren auf See sind Feuer, Dummheit und Habgier.

Just my two cents...
KaiR
Mitglied
Beiträge: 3226
Registriert: Mi 18. Feb 2009, 12:11

Re: MSC Opera antriebslos vor Gotland

Beitrag von KaiR »

schwedenelch hat geschrieben:selbst wenn man aus diesem unglück etwas lernt/gelernt hat, dann kann das allenfalls auf neubauten umgesetzt werden, nicht aber auf einem schiff wie der opera, die ja schon vor dem Splendorunglück gebaut und in betrieb war. selbst wnen man da also den fehler sozusagen ausgemacht hat, kann der auf der opera noch gar nicht in der architektur des leitungssystems bedacht worden sein!
das weiß ich nicht. In der Regel sind die wichtigen Systeme ja mehrfach vorhanden: Maschine, Schrauben, Generatoren, ist ja alles da. Offensichtlich ist das aber an bestimmten Punkten so zusammengeschaltet, dass eben doch ein Fehler das ganze System lahmlegen kann. Und was zusammengeschaltet ist kann man auch trennen, auch im Nachhinein.

Wenn bei einem Flugzeugtyp ein Defekt auftritt, der konstruktiv bedingt ist, dann werden alle Airlines darüber informiert und das wird (nach und nach) bei sämtlichen Maschinen geändert. Wenn Flugzeuge runterfallen sind zwar gravierendere Folgen die Regel, aber es sind auch nur 100 - 400 Menschen betroffen, nicht 4.000.

Natürlich sind schon Schiffe antriebslos auf Leeküsten getrieben worden. Wenn es bei einem Tanker passiert ist es schlimm genung. Bei einem Kreuzfahrtschiff möchte ich es mir nicht ausmalen. Und es muss ja auch nicht immer erst ein großes Unglück geben.

Grüße

Kai
Grüße,

Kai
schwedenelch
Mitglied
Beiträge: 1136
Registriert: Do 29. Apr 2010, 21:52
Wohnort: Mayen

Re: MSC Opera antriebslos vor Gotland

Beitrag von schwedenelch »

KaiR hat geschrieben: das weiß ich nicht. In der Regel sind die wichtigen Systeme ja mehrfach vorhanden: Maschine, Schrauben, Generatoren, ist ja alles da. Offensichtlich ist das aber an bestimmten Punkten so zusammengeschaltet, dass eben doch ein Fehler das ganze System lahmlegen kann. Und was zusammengeschaltet ist kann man auch trennen, auch im Nachhinein.
dann fang schonmal an mit trennen. der vorfall auf der carnival splendor ist ein knappes halbes jahr her. glaubst du das man seitdem alle fehlerquellen gefunden haben könnte UND das bei allen schiffen geändert haben könnte, rein zeitlich? du klingst zumindest so als ob du den schlauen masterplan kennst. in deiner Auflistung hast du ansonsten leider das simple stromnetz im schiff vergessen, also die vielen kilometer kabel die in so nem schiff verlegt sind.. und spätestens da gibts kein flächendeckend doppeltes system. wäre auch irre. denn spätestens wenn man ein gerät in die steckdose stöpselt an der beide stromkreise angeschlossen sind, wären beide systeme miteinander verbunden und nicht mehr getrennt. das dürfte in dieser form also gar nicht funktionieren.

nochmal: es wird nie und nirgends 100% ausfallsicherheit geben. mit der splendor und der Opera nun sind zwei größere blackouts in letzter zeit bekannt, dazu vielleicht einige die es nicht bis in die presse geschafft haben weil nach wenigen stunden strom wieder da war. wenn du das nu mal gegenrechnest mit all den schiffsreisen auf passagierschiffen, einschlieslich der kreuzfahrtfähren usw tagtäglich auf der Welt durchgeführt werden, dann wirst du merken das die systeme zu mehr als 99% funktionieren.
ansonsten: ursachen erstmal abwarten, und DANN kiann man hier eventuell diskutieren, wie man diese probleme beheben kann. ich persönlich glauibe aber so ne diskussion ist zwecklos...denn siehe oben, der weit weit überwiegende anteil an schiffsreisen geht ohne solche probleme über die bühne und es wird nie hundertproztentige ausfallsicherheit geben. wie aldebaran schreibt, sind solche ausfälle nicht schön aber im wesentlichen bloßer komfortverlust, der dann halt entschädigt wird. nicht mehr nicht weniger. ist ein schiff mal komplett manövrierunfähig ist innerhalb weniger stundne ein (Not-) schlepper vor ort. und sollte selbst das mal schiefgehen, ja dann gibts ein unglück. schlimm aber nie endgültig auszuschließen(auch nciht mit zehnfach redundantem system). der mensch kann eben nicht ALLES kontrollieren und steuern ;)
KaiR
Mitglied
Beiträge: 3226
Registriert: Mi 18. Feb 2009, 12:11

Re: MSC Opera antriebslos vor Gotland

Beitrag von KaiR »

schwedenelch hat geschrieben: glaubst du das man seitdem alle fehlerquellen gefunden haben könnte UND das bei allen schiffen geändert haben könnte, rein zeitlich?
nein. Ich meine aber dass man ernsthaft prüfen sollte, ob beide Vorfälle ein gemeinsames Problem als Ursache haben und ob man dagegen nicht etwas tun kann
schwedenelch hat geschrieben: in deiner Auflistung hast du ansonsten leider das simple stromnetz im schiff vergessen, also die vielen kilometer kabel die in so nem schiff verlegt sind.. und spätestens da gibts kein flächendeckend doppeltes system. wäre auch irre. denn spätestens wenn man ein gerät in die steckdose stöpselt an der beide stromkreise angeschlossen sind, wären beide systeme miteinander verbunden und nicht mehr getrennt. das dürfte in dieser form also gar nicht funktionieren.
dann muss man halt ein Notsystem mit einer Notsteuerung installieren, damit wenigstens die Antriebsmaschinen und das Ruder unter allen Umständen funktionsfähig bleiben
schwedenelch hat geschrieben: ja dann gibts ein unglück. schlimm aber nie endgültig auszuschließen(auch nciht mit zehnfach redundantem system). der mensch kann eben nicht ALLES kontrollieren und steuern ;)
der Aufwand, ein Unglück zu vermeiden sollte proportional zu den möglichen Folgen eines Unglücks sein. Wenn man keine Fragen stellt, bekommt man natürlich keine Antworten, aber ist das der richtige Weg?

Ein bißchen hatte ich die Hoffnung dass hier vielleicht der eine oder andere die technischen Systeme und auch die Ursachen im Fall Splendor und Opera soweit kennt, dass man das diskutieren kann. Es können ja auch völlig verschiedene Ursachen sein. Ich selbst bin diesbezüglich Laie aber wenn ich alles wüßte bräuchte ich ja nicht fragen.

Grüße

Kai
Grüße,

Kai
Henri
Mitglied
Beiträge: 273
Registriert: Sa 12. Jan 2008, 15:37

Re: MSC Opera antriebslos vor Gotland

Beitrag von Henri »

Also Antriebsnetz und und das sonstige Bordnetz kann man getrennt fahren. Das schränkt die Fehlerquellen ja schonmal ein. Es wäre sicherlich ein Ding der Unmöglichkeit das gesamte Bordnetz ausfallsicher zu machen. Allerdings sollte es möglich sein, mit relativ wenig Aufwand, ein Notfahrnetz zu installieren. Was doch erstaunlich ist das diese Schiffe dann immer komplett tot sind. Dass das restliche Bordnetz nicht wieder schnell in gang zu bringen ist, ist eine Sache und ja auch nicht weiter schlimm aber dass das Fahrnetz ebenso so tot ist....

@ Aldebaran

Ich denke mal du sprichst von normalen Frachtern oder?? Da hat man auf See den Wellenwilli laufen, keine Sau im Maschinenraum (nachts), wenig Doppelungen (insbesondere keine zwei Maschinen) und dann kommt das halt manchmal vor das es schwarzes Licht gibt. Allerdings dauert ist dann auch nur wenige Minuten bis zumindest die Hauptmaschine wieder läuft. Jetzt mal vorausgesetzt es gab keinen Mechanischen Schaden. Auch wird sich ja beim Bau eines Frachters kaum Gedanken übersowas gemacht. Da werden so gerade eben die Vorschriften erfüllt und dann hat sich das. Es ist ja auch was anderes wenn man mit einer 250 langen und 30m hohen Glassfront querschlägt oder mit einer 250 m langen und 10 m hohen Stahlwand ;) .
Speed has never killed anyone. Suddenly becoming stationary, that's what gets you.
Aldebaran
Mitglied
Beiträge: 79
Registriert: Do 23. Sep 2010, 14:34

Re: MSC Opera antriebslos vor Gotland

Beitrag von Aldebaran »

Henri hat geschrieben:@ Aldebaran

Ich denke mal du sprichst von normalen Frachtern oder??
Nicht nur. Ich war an z.B. Bord als die Englandfähre bei Stadersand gegen den Anleger fuhr. Das war für mich ein Beispiel dafür, wie hemmungslos hinterher bei solchen Vorfällen übertrieben wird. Wie gesagt, Fehlersuche und Fehlervermeidung sind ein Muß und ja auch eine Selbstverständlichkeit für eine anständig arbeitende Besatzung. Aber passieren wird das immer wieder. Und meistens sind es ja heute auch keine mechanischen sondern elektronische Fehlerursachen.

Wie gesagt, ich bin da ziemlich relaxt, solange es an Bord und nicht im Flieger passiert.
Henri
Mitglied
Beiträge: 273
Registriert: Sa 12. Jan 2008, 15:37

Re: MSC Opera antriebslos vor Gotland

Beitrag von Henri »

Ich hab ja auch nicht gesagt das der Blackout an sich das schlimme ist sondern das man dann die ganze Sache nicht wieder in Gang kriegt. Das bei einem Blackout im Revier meistens alles zu spät ist ist klar aber bei den beiden Fleischfrachtern ist es ja auf See passiert und die haben nicht Stunden sondern Tage gebraucht um auch nur den Antrieb wieder in Gang zu setzen.
Speed has never killed anyone. Suddenly becoming stationary, that's what gets you.
Tim S.
Mitglied
Beiträge: 26643
Registriert: Fr 11. Jan 2008, 12:46

Re: MSC Opera antriebslos vor Gotland

Beitrag von Tim S. »

MSC OPERA in Southampton mit Fahrverbot belegt
http://www.maritimedanmark.dk/?Id=11045
Antworten