Doku über Emma Maersk

Cornelia
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Re: Doku über Emma Maersk

Beitrag von Cornelia »

Hier kommt die verschiedene Sichtweise der Dinge zutage:

Einige von euch hatten den Bericht gesehen - und auch sehr kritisch beurteilt, durch vorhandenes (berufliches) Hintergrundwissen.

Man sollte aber nicht vergessen, dass der Bericht für die Allgemeinheit gemacht ist, von welcher viele Leute noch nicht mal ein Schiff betreten habe, geschweige denn mal von Nahem gesehen zu haben.

Dass nicht immer die korrekten Ausdrücke für dieses oder jenes auf Arte verwendet wurden, finde ich daher nicht nachteilig. Man hat die Ausdrücke benutzt, welche auch jedem in Ostbayern geläufig sind, um sich ein Bild zu machen. :mrgreen: Wenn man hier das volle Programm an maritimen Fachvokabular auf die Leute losgelassen hätten, hätten die meisten einfach nix verstanden, nehme ich an. Man bombardiert einen Laien ja auch nicht mit Computer- Medizin- und sonstigen Ausdrücken. Von daher - positiv.

Man hätte natürlich eine ereignislose Überfahrt zeigen können, in allen drei Reportagen "Emma Maersk", "Becrux" und heute "QM2" - aber es wäre zum Ansehen nicht so interessant gewesen. Ist doch auch nicht schlecht, man hat sich Mühe gegeben, den Reportern und uns etwas zu bieten :-)

Dass man sehen konnte, was es zu Essen gab, fand ich auch nicht schlecht, und nix gegen Köche die selber ihre beste Kundschaft sind, die verstehen meist was von ihrem Geschäft. Man hat schön gezeigt, dass man sauber herumläuft - auch wenn ich annehme, dass die weissen T-shirts an Bord sicher nie lange weiss bleoben - es etwas gutes zu Essen gibt, man in Komfort lebt trotz des sehr anspruchsvollen Jobs.

Ich muss nun daran denken, welche Vorstellungen von einem Frachtschiff etliche Leute haben, so schon mitbekommen: Mini-Kammern mit 4-8 Mann drinnen, schlimmste hygienische Zustände und fürchterliches Essen und wenig davon. Auf das Thema Reisen mit dem Frachtschiff angesprochen habe ich nicht nur einmal gehört "was, mit so einem schmuddeligen ollen Frachter" ?

Vielleicht half diese Sendung einigen Leuten, ihre Meinung über diese Schiffe zu revidieren :twisted:
Christian Costa
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Re: Doku über Emma Maersk

Beitrag von Christian Costa »

Moin Carsten,
natürlich hast du recht mit deinen Aussagen. Kein Terminal dieser Welt verlädt 1000de von Containern in ein paar Stunden. Und selbstverständlich funktiniert die Fritteuse auch noch wenn ein Stromgenerator ausfällt.
Aber wir alle wissen, dass das Fernsehen immer über irgendeine interessante Besonderheit berichten muss.
Interessant an den Reparaturen war, so denke ich, für den Binnenländer die Dimension der Maschine und was dort alles mit Bordmitteln repariert werden kann.

Ich habe mal Fernsehen am eigenen Leib erfahren und bei Spiegel TV an einer Reportage teilgenommen. Diejenigen, die schon länger im Forum aktiv sind, werden sich vielleicht dran erinnern. Du glaubst gar nicht, was die Kollegen damals alles wollten, bis alles im Kasten war.

Das war damals der mit Abstand stressigste Foto-Tag am Wasser, den ich je erlebt habe. Fernsehen ist und bleibt immer so realitätsnah, wie es der Regisseur gern haben möchte.

@ Henri: zwischen Tanjung Pelepas und Algeciras war die Emma doch nun voll abgeladen. Das sie ihre theor Containerkapazität jenseits der 14000 TEU nicht geladen hatte, ist doch logisch.
MfG & bis neulich
Christian

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Michael H.
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Re: Doku über Emma Maersk

Beitrag von Michael H. »

Klar muss auch der Wissensstand der Seefahrtslaien mit bedacht werden. Aber die Übersetzungen könnte man schon etwas sorgfältiger machen:
Funk an den potentiellen Kollisionsgegner in Algeciras: "This is Emma Maersk on your port bow" wird zu "Hier ist die Emma Maersk auf Ihrem Hafenkurs"....

Noch besser letztens eine "Reportage auf der Ulysses in der Irischen See. Durchsage des Kapitäns an die Passagiere: "We will shortly arrive at Holyhead breakwater" --> "Wir erreichen gleich das BREMSWASSER vor Holyhead" (war aber auch Primatenfernsehen, N24 oder so ein Quatsch)
Cornelia
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Re: Doku über Emma Maersk

Beitrag von Cornelia »

Tja, da wollte man uns wohl etwas Show und Schauspielerei bieten..

Aber das Essen sah' wirklich gut aus !!!!

Ob es bei denen immer so gutes gibt ? ? ? Oder auch extra fürs Fernsehen ?? :D

Gibt auch Schiffe wo das etwas sparsamer ausfällt...die sind aber nicht von Maersk :twisted:
arne hh
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Re: Doku über Emma Maersk

Beitrag von arne hh »

Moin Jannik,

um Fernsehsendungen aus den Archiven aufzunehmen, lässt sich das Programm "Mediathek" verwenden, zu finden unter http://zdfmediathk.sourceforge.net/ .

Gruß Arne
Jannik H.
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Re: Doku über Emma Maersk

Beitrag von Jannik H. »

Hi Arne,
Vielen Dank für den Tip! Ich habe es mal mit Real Player 11 versucht und kann das ebenfalls sehr empfehlen! Danke an alle für die Hilfe!

Gruß Jannik
Bildergalerie in Zusammenarbeit mit Max Müller
http://www.nautic-views.de
Andreas
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Re: Doku über Emma Maersk

Beitrag von Andreas »

Auch ich gebe meinen Mist mal zu der EM-Doku.

Für mich ist es bezeichnend, dass für einen solchen Bericht natürlich nur ein Megacarrier in Frage kam, bei welchem man mit Supelativen nur so um sich werfen kann.
Mein grosses Aber: für mich sind diese Schiffe/Routen eigentlich Schönwetter-Seefahrt.
Begründung: In meinen Augen ist das was die Mannschaft eines Feeders leistet um ein mehrfaches grösser. Nicht alle 15 Tage mal ein Hafen mit schwierigen nautischen Manövern sondern solches im ein- oder zweitage Rhytmus. Nicht wochenlange Seeroutine sondern fast tägliche oder nächtliche Hafenmanöver, Lotsenmanöver, befahren von Strom- und Küstengebieten die immer regen Schiffsverkehr aufweisen, mit entsprechenden Anfodererungen.
Auch vom Cargo her ist der Unterschied einzig in der Menge zu suchen, nicht aber in der Gefährdung durch Gefahrengut.
Von den Auswirkungen von Wind und/oder Seegang sind die Besatzungen kleinerer Schiffe ungleich mehr betroffen als die auf den Riesenpötten.

Ich weiss, Feeder werden von vielen als überflüssigen Kleinkram angesehen, aber aus eignem Erleben weiss ich, was Besatzungen dort leisten, und habe sehr grossen Respekt vor ihnen.

So, und nun könnt ihr mein Statement in der Luft zerreissen ...... :o

Freundliche Grüsse
Andreas
Michel T.
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Re: Doku über Emma Maersk

Beitrag von Michel T. »

Mit Sicherheit leisten die Besatzungen von Feederschiffen mehr arbeit als die der großen Pötte aber damit lockt man die Allgemeinheit nicht vor den Fernseher. Zuschauer die sich nicht so für Schiffe interessieren kann man halt nur locken wenn man etwas "Besonderes" zeigt. Das sind halt die großen Pötte. Das is doch auch bei Flugzeugen so. Jeder kennt den A380, aber wenn man das Wort Cityhopper erwähnt kann dir keiner sagen was das ist.
Cornelia
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Re: Doku über Emma Maersk

Beitrag von Cornelia »

Welche Crews den härteren Job haben, darüber wage ich es nicht, irgendwelche Vermutungen anzustellen, da ich keine direkte Vergleichsmöglichkeit habe.

Was jedoch die Reportage angeht, kann ich nur sagen:

GRÖSSE ZÄHLT !!!

Wieso hat man denn nicht einen Bericht über z. B. "Gerda" o. ä. auf einer Fahrt Richtung Norden gemacht ? Es wäre genügend Abwechslung geboten mit den schnell aufeinanderfolgenden Häfen, so hätte man auch keine Actionspektakel mit einbauen müssen.

Das hat natürlich den Grund, dass eben "Gerda", "Hanni", "Maike D" und wie sie alle heissen, nur kleine Feeder sind. Mit denen holt man niemand hinter'm Ofen vor !!!! Die sind Technisch nicht halb so interessant für die breite Masse, wie ein Maersk E-Klasse Schiff oder ein Supertanker.

Wann immer eine Hafenrundfahrt angesagt ist, wo gucken denn die Leute hin ? Zu "Emma Maersk" oder zu "Gerda" ??? Welche Schiffe lassen einen schlichtweg WHOW! sagen, und welche ringen uns nur ein Gähnen ab ? Oder zumindest den meisten Leuten und selbst den schifffahrtsinteressierten Leuten oft genug.

Natürlich wäre es wirklich interessant, eine Reportage über eine winterliche Fahrt mit Eis nach St. Petersburg mit so einem Feederschiff zu sehen, aber da ist das Schiff SELBER sicher nicht das, was die Leute in Bewunderung ausbrechen lässt :-)

Und so hat man eben für die Reportagen dementsprechende Schiffe der Superlative ausgesucht, aus diesem und keinen anderen Grund eben, weil Grösse beeindruckt !!!

Ob das positiv ist oder negativ, kann ich nicht bewerten. Ich persönlich lasse mich sehr gerne von diesen technischen Wunderwerken begeistern, auch wenn wir Wirtschaftskrise und sonstwasweissichnichtnochalles haben.
Carsten H. Petersen
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Re: Doku über Emma Maersk

Beitrag von Carsten H. Petersen »

In zwei Punkten muss ich den meisten zustimmen , die Größe zählt-leider und das Essen auf dem Teller der Besatzungen sah wirklich gut aus . An Bord stelle ich auch immer fest , dass man es sich an Bord skandinavischer Schiffe überdurchschnittlich gut gehen lässt , was ja auch gerechtfertigt ist .

Wenn ich also ein Laie wäre , der eine Hafenrundfahrt macht , würde ich nun auch nicht gerade sagen :"Ooooh , guck mal , die Lappland . Was bin ich doch beeindruckt." und die davor liegende "Colombo Express" ignorieren . Irgendwie würde ein Feeder sicher nicht zum Thema "Superschiffe" passen . Unabhängig davon habe ich persönlich einen großen Respekt vor den Leistungen , die auf Feedern erbracht werden , aber das soll ja nicht Thema dieses threads sein . Sicher soll auch der Bericht dem interessierten Laien zugute kommen und ihm oder ihr die Materie "Containerschiff" etwas naherbringen und deshalb erwarte ich auch nicht , dass in die Niederungen von Pitch- und Festpropellerschiffen mit Becker- , Schilling- oder sonstigem Ruder , Linksdreher und Rechtswirker hinabgetaucht wird . Von einem sender wie Arte kann man jedoch , anders als vielleicht bei RTL 2 , schon erwarten , dass ein gewisses journalistisches Niveau nicht unterboten wird , und wenn dann von "Hafenkurs" , "Verzurrungen" , 3000 Moves in 3 Stunden ( was hieße , das man bei 25 Wurf pro Brücke / Stunde 40 Containerbrücken entlang der "Emma" postionieren müßte , was trotz der 397 m Länge des Schiffes diffizil sein dürfte ) und dieser unsäglichen Hilfsdieselgeschichte salbadert wird und nach dem Motto "der Däne ist von Geburt an zur Navigation prädestiniert" der vorgegebene Zwangsweg der "großen Küstenfahrt" , nämlich "Pulau We" - Sri Lanka - Bab El Mandep - Suez , für den man mit der ECDIS maximal 5 Minuten braucht als navigatorische Quadratur des Kreises dargestellt wird , ärgere ich mich schon ein wenig , denn immerhin gehen da meine GEZ-Gebühren flöten . Schließlich finde ich , sollte dem interessierten laien die seefahrt so dargestellt werden , wie sie ist . Und völlig unabhängig , ob das Schiff nun "Emma Maersk" , "CMA CGM Vela" oder "nur" "Heinrich Ehler" oder gar "Ute Johanna" heißt , muß hier m.E. nichts künstlich aufgebauscht werden , die Materie ist auch so interessant genug . Sachlich falsche Berichte und Filme über die Seefahrt haben in der Vergangenheit dafür gesorgt , dass ich mich ständig mit dem Vorurteil des ständig besoffenen und rumhurenden Seemannes konfrontiert sah . Das muss nicht sein . Gerade die permanente logistische Herausforderung eines Großcontainerschiffes und der Hafenterminals bei mehr oder weniger minutengenauer Einhaltung des Fahrplans sind m.E. eine Meisterleistung , die mich ( naja , vielleicht nicht gerade in Abidjan oder Apapa ) , als ich noch aktiv zur See fuhr , immer wieder fasziniert hat . Fazit : man kann ja vielleicht sogar etwas dramatisieren , man sollte auch nicht allzu tief in die Materie eindringen und die Zuschauer mit kleinsten Details bombardieren , man sollte jedoch vermeiden , dem zuschauer nachweislich sachlich völlig falsche Dinge beizubringen , die von diesen nicht als sachlich falsch erkannt werden können .
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