Brand Fremantle Highway

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Tim S.
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Re: Brand Fremantle Highway

Beitrag von Tim S. »

Neuerlicher juristischer Rückschlag für zwei Käufer von BMW aus der Ladung:
https://www.tijd.be/ondernemen/auto/ned ... 18400.html
Tim S.
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Re: Brand Fremantle Highway

Beitrag von Tim S. »

Untersuchungsbericht: Feuer höchstwahrscheinlich durch E-BMW verursacht:
https://www.schuttevaer.nl/nieuws/actue ... e-highway/
Volker Landwehr
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Re: Brand Fremantle Highway

Beitrag von Volker Landwehr »

Und ich dachte, alle EVs hätten auf den unteren Decks gestanden, die vom Brand verschont geblieben waren.

So dicht, wie die Fahrzeuge an Deck geparkt sind, wird man vermutlich ein einzelnes E-Fahrzeug nie löschen können, selbst nicht mit ausreichend Wasser. An Land verbringt die Feuerwehr ein brennendes E-Fahrzeug in eine wassergefüllte Wanne, so vorhanden.

Vermutlich wird man ähnliches an Bord realisieren müssen: Für E-Fahrzeuge ausgewiesene Bereiche, die nach dem Beladen mit eine wasserdichten Brüstung umgeben werden, die im Brandfall geflutet werden können. Man wird vielleicht 10% der Stellplätze verlieren, dafür im Brandfall das Schiff. Die Mehrkosten zahlt eh der Autokäufer.
Gruß, Volker
fuhri1186
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Re: Brand Fremantle Highway

Beitrag von fuhri1186 »

Moin,

die "Auto-Motor-Sport" hat einen Artikel am 18.11. rausgebracht und bezieht sich auf die niederländische Zeitung "Dagblad van het Noorden", welche wohl nach einem Offenlegungsverfahren einen Bericht von staatlicher Seite erhalten hat.

Kurzfassung:
Der Brand soll auf Deck 8, in einem BMW Elektrofahrzeug ausgebrochen sein.
Die Rauchentwicklung war so stark, dass die Besatzung von Anfang an keine reele Chance hatte, den Brandherd zu finden, geschweige den Brand einzudämmen.
Zudem war der Ladeplan unklar und die Besatzung wusste nicht, wo die Elektrofahrzeuge gestaut wurden.

Erschreckend finde ich den Absatz über die Evakuierung...

Gemäß dem Artikel war die Kommunikation zwischen Schiff, Behörden und Rettungskräften wohl katastrophal, sodass am Ende Besatzungsmitglieder aus nackter Angst und in Panik von Bord gesprungen sind. Somit ist eines der Besatzungsmitglieder verstorben...

Über die Aussage "Für ein Elektrofahrzeug werden 10.000L Wasser benötigt, für einen Verbrenner nur 4.000L" lässt sich freilich streiten. Wenn man 10.000 Liter auf ein E-Fahrzeug laufen lässt, dass Wasser aber dann auf dem Deck gleich wieder abfließen kann, bringen am Ende auch 10.000 Liter nichts. Zumal man auf einem Autofrachter mit entsprechender Löschausrüstung erstmal an das brennende Fahrzeug rankommen muss.

Der Artikel:
https://www.auto-motor-und-sport.de/ver ... usgeloest/

Was die heute MV Floor aktuell macht? Keine Ahnung, bei der Suche auf Marinetraffic bekomme ich eine Fehlermeldung und bei Vesseltracker gibt es auch keine Neuigkeiten...
Volker Landwehr
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Re: Brand Fremantle Highway

Beitrag von Volker Landwehr »

Ich fürchte, wenn man EVs einigermaßen sicher transportieren will, muss man bei gleicher Schiffsgröße auf Kapazität verzichten.

Der sicherste Weg ein brennendes EV zu löschen, scheint zu sein, es in eine Wasserwanne zu setzen, sodass die Akkus gekühlt werden. CO2 oder andere Gase funktionieren nicht, da der Li-Ion Akku beim Brand seinen eigenen Sauerstoff produziert. Es hilft nur Kühlung bis thermische Durchgehen unterbrochen ist.

Ich weiß nicht, ob man auf einem Deck Abschnitte schaffen kann, die sich fluten lassen. Auf jedenfall würde es die interne Logistik auf den Kopf stellen, da EVs dann nur in diesen Bereichen und in begrenzter Anzahl transportiert werden können.
Gruß, Volker
fuhri1186
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Re: Brand Fremantle Highway

Beitrag von fuhri1186 »

Volker Landwehr hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 11:11 Ich fürchte, wenn man EVs einigermaßen sicher transportieren will, muss man bei gleicher Schiffsgröße auf Kapazität verzichten.

Der sicherste Weg ein brennendes EV zu löschen, scheint zu sein, es in eine Wasserwanne zu setzen, sodass die Akkus gekühlt werden. CO2 oder andere Gase funktionieren nicht, da der Li-Ion Akku beim Brand seinen eigenen Sauerstoff produziert. Es hilft nur Kühlung bis thermische Durchgehen unterbrochen ist.

Ich weiß nicht, ob man auf einem Deck Abschnitte schaffen kann, die sich fluten lassen. Auf jedenfall würde es die interne Logistik auf den Kopf stellen, da EVs dann nur in diesen Bereichen und in begrenzter Anzahl transportiert werden können.
Gruß, Volker
Moin Volker,

wir haben Anfang des Jahres mit einer Entwicklungsfirma für Laschequipment auf zwei Schiffen Testanlagen installiert, die thermische Veränderungen am Unterboden von Elektrofahrzeugen frühzeitig melden soll.
Da das thermische Durchgehen meist ein längerer Prozess ist, kann man eventuell frühzeitig mit z.B. Löschdecken das Fahrzeug isolieren, siehe z.B. die Entwicklungen der Firma "Fire Isolator":

https://fireisolator.com/de/feuerloesch ... -UQAvD_BwE

Es stand als Idee auch schon im Raum, EV's durch zusätzliche Notevakuierungspforten auf dem jeweiligen Deck nach Außenbords zu schieben, solange das Fahrzeug noch nicht im Brand steht.

Ideen wird es viele geben, die Frage ist, was am Ende durch SOLAS, IMO, usw festgelegt wird und die Reedereien am Ende bezahlen können/wollen.

Während meiner Auffrischungskurse (zum Erhalt des Patentes) wurden uns auch viele tolle Neuerungen zur Evakuierung, Rettung, usw. gezeigt, welche in der Frachtschifffahrt leider nie Einzug halten werden, da die wenigsten Reeder bereit sind, mehr als absolut notwendig auszugeben.
Siehe zum Beispiel das Jason Cradle, tolle Erfindung und könnte auf jedem Fast-Rescue-Boat installiert sein. Es ist SOLAS zugelassen, aber eben keine Pflicht....
https://www.jasonscradle.co.uk/

Grüße,
Toni
Volker Landwehr
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Re: Brand Fremantle Highway

Beitrag von Volker Landwehr »

fuhri1186 hat geschrieben: Fr 12. Dez 2025, 09:30
Volker Landwehr hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 11:11 Ich fürchte, wenn man EVs einigermaßen sicher transportieren will, muss man bei gleicher Schiffsgröße auf Kapazität verzichten.

Der sicherste Weg ein brennendes EV zu löschen, scheint zu sein, es in eine Wasserwanne zu setzen, sodass die Akkus gekühlt werden. CO2 oder andere Gase funktionieren nicht, da der Li-Ion Akku beim Brand seinen eigenen Sauerstoff produziert. Es hilft nur Kühlung bis thermische Durchgehen unterbrochen ist.

Ich weiß nicht, ob man auf einem Deck Abschnitte schaffen kann, die sich fluten lassen. Auf jedenfall würde es die interne Logistik auf den Kopf stellen, da EVs dann nur in diesen Bereichen und in begrenzter Anzahl transportiert werden können.
Gruß, Volker
Moin Volker,

wir haben Anfang des Jahres mit einer Entwicklungsfirma für Laschequipment auf zwei Schiffen Testanlagen installiert, die thermische Veränderungen am Unterboden von Elektrofahrzeugen frühzeitig melden soll.
Da das thermische Durchgehen meist ein längerer Prozess ist, kann man eventuell frühzeitig mit z.B. Löschdecken das Fahrzeug isolieren, siehe z.B. die Entwicklungen der Firma "Fire Isolator":

https://fireisolator.com/de/feuerloesch ... -UQAvD_BwE

Es stand als Idee auch schon im Raum, EV's durch zusätzliche Notevakuierungspforten auf dem jeweiligen Deck nach Außenbords zu schieben, solange das Fahrzeug noch nicht im Brand steht.

Ideen wird es viele geben, die Frage ist, was am Ende durch SOLAS, IMO, usw festgelegt wird und die Reedereien am Ende bezahlen können/wollen.

Während meiner Auffrischungskurse (zum Erhalt des Patentes) wurden uns auch viele tolle Neuerungen zur Evakuierung, Rettung, usw. gezeigt, welche in der Frachtschifffahrt leider nie Einzug halten werden, da die wenigsten Reeder bereit sind, mehr als absolut notwendig auszugeben.
Siehe zum Beispiel das Jason Cradle, tolle Erfindung und könnte auf jedem Fast-Rescue-Boat installiert sein. Es ist SOLAS zugelassen, aber eben keine Pflicht....
https://www.jasonscradle.co.uk/

Grüße,
Toni
Das Problem ist aus meiner Sicht die Zugänglichkeit der Fahrzeuge. Für die Löschdecke benötigt man Platz um das Fahrzeug, damit durch Aufliegen auf dem Boden die Sauerstoffzufuhr von außen abgeschnitten wird. Wie geht das bei der engen Stauung und den Laschungen. Die Löschdecke isoliert den Brand und verhindert die Ausbreitung, wie ich es verstanden habe, da beim Brand ja Sauerstoff entsteht. Aber das wäre schon ein Fortschritt,

Ich fürchte, Notevakuierungspforten benötigen nochmehr Raum, Fahrgassen und das Beiseiteräumen nicht betroffener Fahrzeuge zu ermöglichen.

Ich denke, für alle lösungen werden ausgewiesene Stellplätze für E-Fahrzeuge benötigt,die weitere Abstände zulassen, um die Maßahmen durchführen zu können. Eine freie Stauung wie bisher wird dann nicht mehr möglich.

Irgendwann werden die Versicherung Druck sovielDruck ausüben, dass Bewegung in die Sache kommt. DasErgebnis ist völlig offen.
Gruß, Volker
Thomas14
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Re: Brand Fremantle Highway

Beitrag von Thomas14 »

In naher Zukunft sind alle Autos, die mit Schiffen transportiert werden, e-Autos. Da nützen besondere Einrichtungen, mit denen ausgesuchte Fahrzeuge schnell von Bord geworfen werden können, nichts mehr. Und wir hatten die Diskussion schon in der Vergangenheit, und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass zu viel brennbarer Kunststoff auf zu engem Raum an Bord das eigentliche Problem ist. Zu viele dicht an dicht gestellte Fahrzeuge. Und ob das Feuer durch einen Akku ausgelöst wurde, oder durch eine andere Feuerquelle, ändert nichts daran, dass irgendwann ein Fahrzeug im Vollbrand steht und kurz darauf die Fahrzeuge drum herum auch und so weiter. Dieses Problem muss gelöst werden, nicht die Sonderbehandlung einzelner e-Autos an Bord. Ein entstehendes Feuer muss sofort wirkungsvoll eingedämmt werden. Sprinkleranlagen, die großflächig ein ganzes Schiffsdeck mit Wasser einnebeln scheinen nicht auszureichen. Es bräuchte eine Brandüberwachung, die schnell und zielgenau ein entstehendes Feuer erkennen kann, noch bevor das Auto komplett brennt. Vielleicht Wärmebildkameras oder -Sensoren, die das brennende Fahrzeug treffsicher erkennen und melden. Ob an der Decke oder am Boden eines Schiffsdecks, oder einzelne, temporär an jedem Fahrzeug angebrachte Brandmelder, egal, hauptsache zuverlässig. Und dann müsste es zielgerichtete Löschanlagen geben, die sehr effektiv einzelne Fahrzeuge oder einzelne Fahrzeuggruppen mit Wasser bekämpfen. Es geht einzig darum, möglichst schnell ein entstehendes Feuer zu erkennen und sofort zu bekämpfen, bevor es zu groß wird. Und wenn das nicht effektiv genug sein sollte, könnte man temporär an jedem Fahrzeugdach eine Sprengladung anbringen, die, ähnlich wie ein Airbag im Lenkrad, bei dem betroffenen Fahrzeug und ggf. auch bei den in der Nähe stehenden Fahrzeugen ein Loch ins Dach sprengen und dadurch ein schnelleres Durchnässen des Innenraumes ermöglichen können. Weil nasse Polster brennen schlecht und verlangsamen die Ausbreitung eines Feuers. Und dass dann ein Akku immer wieder aufflammt, wenn es ein e-Auto ist, das sollte dann zwar lästig, aber auch beherrschbar sein. Auf jeden fall ist es wichtig, dass das ganze vollautomatisch und ferngesteuert funktioniert, ohne dass noch jemand mit einem Schlauch in der Hand sich im dichten Rauch durch die Fahrzeugreihen kämfen muss. Klingt das abenteuerlich, was ich mir überlegt habe? Ja bestimmt, aber ein ausgebrannter Autofrachter ist noch um ein vielfaches gruseliger, finde ich. Löschanlagen, die gezielt löschen können, so wie bei einem Fernseher gezielt einzelne Bildpunkte angesteuert werden können, sollten technisch realisierbar sein. Eine punktgenaue Brandüberwachung auch. Und solche Dachsprengkisten, die einzeln ferngesteuert ausgelöst werden könnten, die werden vor jeder Fahrt an jedem Auto angebracht und dann wieder abgenommen, das ist bestimmt auch kein Hexenwerk. Einfach auf das Dach legen, hält durch einen Magneten, fertich. Alles bestimmt kostspielig, aber möglich.

Und natürlich bin ich ein Laie und es kann sein, dass ich hier einfach nur unheimlichen Quatsch erzähle. Man kann ja darüber diskutieren.
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