Schweden/Dänemark Kurzreise per Fähre und Auto

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Dji
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Schweden/Dänemark Kurzreise per Fähre und Auto

Beitrag von Dji »

Am 5./6.9.2021 habe ich eine kurze Reise über die Ostsee und durch Dänemark gemacht. Kann man in so kurzer Zeit überhaupt viel erleben? Ja, kann man!
Hauptziel war die Öresundbrücke, auf dieser Idee baute sich dann die ganze Tour auf. Ich war 2005 schonmal da drüber gefahren, und 2009 auch unten durch. Eine Fährfahrt durch die Brücke ergibt sich bei der Route von Travemünde nach Malmö. Weiter per Auto über die Brücke entpuppte sich bei den Recherchen als teurer Spaß, ein Pkw-Ticket kostet mittlerweile 57 Euro für eine Strecke! Bei meiner Fahrt im Jahre 2005 waren das etwa 20€ weniger. Der weitere Rückweg wäre dann wohl mit der ebenfalls recht teuren Gedser-Fähre auch kein Schnäppchen. Doch dann fand ich ein Kombiticket von Scandlines, welche die Fährfahrt über die Ostsee und eine Brückenpassage beinhaltet, beides zusammen für 85€. Mehr dazu später…

Los ging es Sonntagabend mit der Finnlines-Fähre "Europalink" ab Travemünde. Die Fahrt gab es mit Innenkabine und Pkw für 159€. Viele Lkw aber auch noch Touristen und Wohnmobile fuhren mit, das Schiff ist eine geräumige Fähre und hat ein sehr großes Oberdeck mit fast freier 360° Sicht. Nur direkt nach vorn sieht man leider wenig. Sonst für eine Fähre aber gute Aussichtsmöglichkeiten. Auffallend, nur die Deutschen trugen Maske, viele auch draußen; allein und bei gutem Seewind. Schweden und sonstige trugen selbst innen keine, ich schloss mich gern an, offiziell war Maske innen "empfohlen" - das Schiff hat schwedische Flagge. Die Kabine war etwas runtergekommen, eigentlich 3-Bett, das wäre aber sehr beengt. Für eine Person war's okay. Der Toilettenpapierhalter kollidierte mit der Türklinke, das kann so nicht geplant sein und müsste der Reinigungskraft auffallen. Für eine Nacht ging es, ich habe gut geschlafen.
Bereits kurz vor 22 Uhr legte das Schiff ab. Die Ausfahrt in Travemünde, gerade im Dunkeln, ist immer wieder sehr schön anzusehen. Hier gleitet das Schiff so eng zwischen Promenade und Priwall hindurch. Schon bald wurde der Leuchtturm passiert und es ging auf die dunkle See, ich ging schlafen, denn am Morgen hieß es ja zeitig aufstehen…

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Kurz vor 6 Uhr war ich an Deck. In der Dämmerung sah man rechts Malmö am Horizont, links Kopenhagen. Langsam näherte sich das Schiff der Öresundbrücke, über Malmö ging die Sonne auf.

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Wenige Minuten später passierte die "Europalink" die schmale Durchfahrt. Imposante Aussichten auf die Brücke hatte man nun, für die nächsten 30min entfernte sie sich immer mehr und war über Heck in der ganzen Breite übers Meer zu sehen, ehe das Schiff nach rechts Richtung Malmö abbog und gegen 7.30h anlegte.

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Das Autodeck leerte sich nur langsam und eine endlose Lkw-Kolonne zog sich durch den Hafen. Diesen verließ ich erst um 9 Uhr, denn der schwedische Zoll hatte am Ausgang den Montagmorgen zum Kampftag erklärt. Ausnahmslos jedes Fahrzeug wurde gecheckt. Allerdings wollte man keinen Ausweis oder Impfgedöns sehen, es wurde nur gefragt wohin man will und warum man überhaupt hier sei… Ob das jeden Tag so geht bezweifle ich, aber es hielt natürlich extrem auf.
Anschließend ging es zum Aussichtspunkt für die Öresundbrücke. Von hier ging es zu Fuß unter der Brücke entlang auf einen Aussichtspunkt auf der anderen Seite, von wo man etwas erhöht auf die Brücke schauen kann. Dass es diesen Spot geben muss hatte ich zufällig auf Google Maps entdeckt. Hier hat man einen schönen Blick auf die Ostsee, die Brücke und das flache Umland! Da kaum Wind war, wurde es zunehmend warm, obwohl es nur 19°C hatte.

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Anschließend habe ich kurz gegessen und nun sollte es über die Brücke Richtung Kopenhagen gehen. Wie gesagt ist der reguläre Tarif für einen Pkw mit 57€ sehr teuer, aber Scandlines hat ein Kombiticket für Öresundbrücke+Fähre nach Rostock (oder auch umgekehrt) für 85€, was das ganze noch erschwinglich machte.
Auf der Brücke war kurz nach 11 Uhr wenig Verkehr, umso schöner die Überfahrt und unter den über 200m hohen Pylonen durch. Traumhaft, die Sonne kam auch nochmal raus.

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Es folgt die Grenze nach Dänemark und noch vor dem Tunnelbereich wurde der Verkehr ausgebremst und hier war eine große Kontrollstation aufgebaut. Sie war zum Glück nicht in Betrieb. Aber hier wird wohl sporadisch die Pass- und Coronakontrolle erfolgen! So aber ging es nach den Absperrungen wieder flott weiter, durch den Tunnel und dann wieder aufs Festland, vorbei am Kopenhagener Flughafen.

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Die nächste Station sollte die zweite große Brücke sein, die Storebeltbrücke, die die Inseln Seeland und Fünen verbindet. Schon weit vorher ragen die beiden 250m hohen Pylonen aus der Landschaft. Kurz davor heißt es abfahren und dann gelangt man linkerhand bis zu einem Parkplatz am Fuße der Brücke. Von hier ergeben sich auch wieder schöne Ansichten der Brücke von beiden Seiten und man kann unten drunter stehen. Direkt am Ostseestrand. Mittlerweile war es 23°C warm.

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Nur etwas weiter sind die Reste des alten Hafens von Korsor zu finden, und hier liegt auch das ehemalige Fährschiff "Broen" an Land. Bevor die riesige Brücke im Jahre 1998 in Dienst gestellt wurde, fand der inländische Verkehr hier mit Fähren statt, heute nicht mehr vorstellbar. Etwas dieser erst gut 2 Jahrzehnte alten Vergangenheit ist hier noch zu sehen, die Anlagen sind ansonsten aber zurückgebaut und nebenan ist ein großer Spielplatz.

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Gegenüber hat man einen guten Blick auf die Mautstelle vor der Brückenüberfahrt. Hier gehen die Schranken im Sekundentakt rauf und runter, Autos kommen und fahren. Übrigens ist diese Überfahrt nur knapp 35€ teuer. One-Way. Das war auch 2005 schon in etwa der Preis.

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Nach kurzer Pause zum Essen ging es nun gen Süden. Etwa auf halbem Wege liegt die Insel Faro mit der dazugehörgen Brücke, welche anschließend passiert wurde, und ich um 15.30 Uhr Gedser erreichte.

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In Gedser ging es links ab zum Leuchtturm. Dieser wird aber gerade restauriert und war komplett eingerüstet und somit nicht zu sehen. Etwas weiter gelangt man zum südlichsten Punkt Dänemarks. Gelegen an einer kleinen Steilküste (ca. 5-8m Höhe) direkt am Ostseestrand, ist mit 54°33'32,5" schon das dänische Südkap erreicht. Bei dieser geografischen Breite fängt Deutschland gerade erst an…

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Die Sonne hatte sich nun verzogen, der Himmel war bewölkt, es wehte aber kein Wind. So blieb es gefühlt weiter warm bei 20°C Lufttemperatur und diesigem Horizont über der See. Man konnte von der Steilküste aus bereits die Kühltürme in Rostock sehen, fast 50km entfernt!

Bis zum Fähranleger sind es nun noch 3km, direkt neben der Wartespur zu Fähre ist seit einigen Jahren eine weitere Sehenswürdigkeit zu finden. Hier steht, restauriert, der originale Stellwerkturm aus einem Olsenbande-Film.

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Die Rückfahrt erfolgte mit der Fähre "Berlin" - sie kam etwas verspätet an, legte aber nach sehr kurzer Umschlagzeit kurz vor 18h bereits ab. Da das Schiff unter deutscher Flagge läuft, sind hier, im Gegensatz zum Schwesterschiff auf der Route, der dänischen Fähre "Copenhagen", noch Corona-Regeln in Kraft. Wurden aber von den Dänen und anderen ignoriert, hauptsächlich deutsche Touristen waren maskenhörig. Dafür wurde geraucht, wo es verboten war. Warum soll ich mich dann an Maskenregeln halten?
Das Wetter blieb eher grau, und so fuhr die "Berlin" geradewegs gen Rostock, wo das Einlaufen auch immer sehenswert ist.

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Fast pünktlich legte das Schiff schließlich an und es ging flott von Bord. Keine Einreisekontrolle o.ä. in Deutschland, die Polizei hatte wohl schon Feierabend gemacht. Somit wollte in der ganzen Zeit nirgends jemand einen Ausweis oder Corona-Test o.ä. sehen, lediglich beim Check-In für Finnlines wurde der Personalausweis geprüft.
Fazit: eine sehr schöne kurze Tour, viel gesehen, und zumindest für einen Tag in Dänemark und Schweden mal weitgehend ohne Gedanken an Corona und Maske leben können!

Videos folgen, dauert noch ne Weile sicher :lol:
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shipfriend
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Re: Schweden/Dänemark Kurzreise per Fähre und Auto

Beitrag von shipfriend »

Moin Dji,

vielen Dank für den Bericht. Ich kann mich sehr gut hineinversetzen, reise ich doch mehrmals im Jahr nach Malmö und Umgebung!

Die Star-Klasse fehlt mir noch auf meiner Liste, möchte diese aber noch kennenlernen.
Habe dieses Jahr aber schon viele Fähren ausprobieren können, die für mich bis dato Neuland waren, und bisschen was wird schon noch kommen... ;)
Zuletzt geändert von shipfriend am Di 7. Sep 2021, 18:58, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Max
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Johannes7
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Re: Schweden/Dänemark Kurzreise per Fähre und Auto

Beitrag von Johannes7 »

Hallo Dji,

ich danke Dir freundlichst für Deinen tollen Bericht. Dass in Korsör diese schöne Fähre an Land liegt ist mir neu.
Sie scheint als eine Art Denkmal zu dienen. Sowas gefällt mir!
Auch die Öresundbrücke hast Du perspektivisch gut abgelichtet. Also besonders die landseitigen Bilder :) .

Ja, Scandlines ist auf der Gedser-Linie ziemlich teuer geworden.
2010 konnte man in der Nebensaison als Fußgänger für 7€ hin und zurück fahren - gut, dafür waren die Schiffe älter (was mir nur recht war :mrgreen: ).

Nochmals vielen Dank.
Zum Monatsende wird von mir auch noch einen Reisebericht kommen (nein, keine Havel- und Spreefahrten).
Die Schifffahrt im Herzen - seit über 30 Jahren.
HansP
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Re: Schweden/Dänemark Kurzreise per Fähre und Auto

Beitrag von HansP »

Dji hat geschrieben: Di 7. Sep 2021, 17:29 Nur etwas weiter sind die Reste des alten Hafens von Korsor zu finden, und hier liegt auch das ehemalige Fährschiff "Broen" an Land. Bevor die riesige Brücke im Jahre 1998 in Dienst gestellt wurde, fand der inländische Verkehr hier mit Fähren statt, heute nicht mehr vorstellbar. Etwas dieser erst gut 2 Jahrzehnte alten Vergangenheit ist hier noch zu sehen, die Anlagen sind ansonsten aber zurückgebaut und nebenan ist ein großer Spielplatz.
Nur um das ein klein wenig zu korrigieren: Die BROEN liegt im alten Fährhafen von Halsskov - von hier starteten früher die Autofähren nach Knudshoved.

Von Korsør verkehrten ausschliesslich die Eisenbahnfähren, hier ist das wunderschöne Bahnhofsgebäude noch vorhanden, sowie ein nettes, kleines Museum welches sich unter anderem mit dem Fährverkehr über den Großen Belt (Korsør By og Overfartsmuseum) beschäftigt. In Korsør liegt aber keine historische Fähre!

Gruß
Hans
Rostocker7
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Re: Schweden/Dänemark Kurzreise per Fähre und Auto

Beitrag von Rostocker7 »

Johannes7 hat geschrieben: Di 7. Sep 2021, 18:30 Dass in Korsör diese schöne Fähre an Land liegt ist mir neu.
Sie scheint als eine Art Denkmal zu dienen. Sowas gefällt mir!
Moin,

die Fähre ist seit August 2020 in Halsskov. Damit sie als Gebäude gilt, wurde sie angehoben und "eingesandet". Es gibt verschiedene Ideen zur Nutzung innerhalb des neuen Wassersportparks. Wer mutig ist, dann von Seecontainern (3 übereinander) ins Hafenbecken springen... ;)

Gruß

Stefan
Dji
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Re: Schweden/Dänemark Kurzreise per Fähre und Auto

Beitrag von Dji »

HansP hat geschrieben: Di 7. Sep 2021, 21:30 Nur um das ein klein wenig zu korrigieren: Die BROEN liegt im alten Fährhafen von Halsskov - von hier starteten früher die Autofähren nach Knudshoved.
Richtig, Halsskov heißt der Ort. Und war auch die Autobahnabfahrt. Korsör ist südlich. Auf jeden Fall steht da wie gezeigt eine frühere Autofähre.
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ktmb
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Re: Schweden/Dänemark Kurzreise per Fähre und Auto

Beitrag von ktmb »

Wow. Vielen Dank für die interessante Neuinterpretation dieses Themas!
Herzliche Grüße und viel Gesundheit!
ktmb
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Re: Schweden/Dänemark Kurzreise per Fähre und Auto

Beitrag von ktmb »

Moin,

Wer mutig ist, dann von Seecontainern (3 übereinander) ins Hafenbecken springen... ;)

Gruß

Stefan
Das sieht recht interessant aus. :) Man kann wohl auch aus dem zweiten Container springen. Aber auch das ist wohl aufgrund der Kaimauer noch recht hoch.

https://sn.dk/galleri/1296320
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