Jul./Sep. 2020, 2 Teile – kurze Auszeiten in Malmö (und Umgebung)

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shipfriend
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Jul./Sep. 2020, 2 Teile – kurze Auszeiten in Malmö (und Umgebung)

Beitrag von shipfriend »

Hallo allerseits,

diese Berichte kommen mit etwas zeitlicher Verspätung, ich hoffe, sie stoßen dennoch auf Interesse.
Nach kurzzeitig gereizter Stimmung aufgrund der allseits bekannten Situation sah ich vom Schreiben dieser Berichte ab.
Da die Gemüter nach meinem Eindruck sich aber wieder beruhigt haben, schreibe ich doch etwas.
Schließlich kann ich es nicht lassen, diese Reisen nachzubereiten und hier zu dokumentieren… ;)

Sollten erneut hitzige Diskussionen aufkommen, werde ich den Reisebericht ohne Wenn und Aber wieder löschen.
Ich bitte daher vorab um Disziplin, vielen Dank.


Ich werde zwei Teile schreiben – der erste Teil stammt von einer Kurzseereise nach Malmö im Juli 2020, der zweite (im zweiten Beitrag) vom letzten September-Wochenende über meinen Geburtstag.

TEIL 1 – Kurzreise nach Malmö, 17.-19.07.20

Nachdem 5 Wochen Reisewarnung und Quarantäne-Vorschrift für Rückkehrer nach Deutschland aus Schweden bestand, wurde aufgrund der sich kontinuierlich entspannenden Lage in Schweden die Reisewarnung für Schweden zum 14.07.20 aufgehoben. Bei der Rückkehr aus Schweden nach Deutschland war Quarantäne nicht mehr vorgeschrieben. Was für eine Erleichterung!
So zögerte ich nicht lange, und baute mir umgehend eine kurze Ausflucht in mein geliebtes Malmö in Südschweden zusammen:

-17.07.: Geifswald-Rostock mit dem Zug; 22:15-05:00 Rostock-Trelleborg mit der Robin Hood (TT-Line)
-18.07.: ein ganzer Tag in Malmö, Übernachtung im STF City Hostel
-19.07.: Rückkehr; 07:30-13:30 Trelleborg-Rostock mit der Huckleberry Finn (TT-Line); kurzer Aufenthalt in Rostock, abends Rückkehr mit dem FlixBus nach Greifswald

17.07. – auf geht’s…

Gegen frühen Abend brachte mich der nächstbeste Zug über Stralsund und Rostock HBF bis zum Seehafen, wo ich, so meine ich, gegen 20:30 etwa ankam.
Da ich im Eifer meiner Buchung ganz vergessen hatte, mir für die Hinfahrt einen Pullman-Sessel zu buchen, holte ich dies im Fährterminal nach.
So kam ich in Genuss meines Wertpapiers, auch Fährticket nach Schweden genannt.
Normalerweise bin ich kein großer Freund von Nachtfahrten, für meine Reisepläne war dies aber nicht anders machbar.
Zum Glück sind im Hochsommer die Tage lang – folglich ließ sich die Ausfahrt 22:15 im Sonnenuntergang bestaunen, und das Einlaufen am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang.
An Bord fühlte ich mich sofort willkommen – als ich an der Rezeption die Zugangskarte für den Raum mit den Pullman-Sessel abholte, meinte eine Mitarbeiterin: „Ach Herr xx, sie kennen sich hier an Bord ja schon aus!“ So ist es! ;)
Erstmalig konnte ich dabei mit eigenen Augen die „Copenhagen“ mit ihrem neuen Flettner-Rotor sehen.
Außerdem legte die „Skåne“ vom Konkurrenten Stena Line zeitglich mit uns ab – bei dem geringen Abstand zueinander hätten wir ihren Passagieren ein Bier reichen können… :mrgreen:
Die Ausfahrt in der Abenddämmerung war ein Genuss.

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Gegen 23:00 etwa bezog ich meinen Pullman-Sessel im dafür vorgesehen Raum: Gemütlich ist anders, aber ein bisschen Schlaf bekam ich – und wie ich mich kenne: Ich werde nächsten Tag eh so energiegeladen sein, dass ich nicht viel Schlaf brauche. Ich möchte doch jeden Moment meiner Schweden- und Fährtour mitbekommen.

18.07. – Shipspotting in Trelleborg, sowie ein ganzer Tag in Malmö

Auf 04:10 etwa hatte ich meinen Wecker gestellt, von allein wurde ich gegen 04:05 wach – viel und tiefen Schlaf gab’s die Nacht ohnehin nicht, nachts lief ich sogar mal das Deck ab.
Dort ging es übrigens auch hin, nachdem ich aufgewacht war und mir meinen ersten Morgenkaffee geholt hatte.
Der Tag fängt ja toll an – die Anfahrt auf Trelleborg in der morgendlichen Dämmerung war sehr reizvoll.

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Beim Einlaufen in Trelleborg erwartete uns bereits die „Gryf“ von Unity Line, die „Skåne“ war in weiterer Entfernung hinter uns zu sehen, und drehte hinter uns, währenddem wir um 05:00 schon eingelaufen waren.
Nach kurzer Wartezeit ging’s von Bord, Ziel erreicht. Ich bin wieder hier, in meinem Revier!

Zunächst ging’s zum Aussichtspunkt „Utkiken“ in Trelleborg, der einen Panoramablick auf den Hafen, die Ostsee und die Fähren bietet.
Der 30-minütige Weg dorthin geht teilweise sehr schön an der Küste entlang, ein paar Angler versammelten sich hier.
Auf dem Radar standen die auslaufende „Robin Hood“ nach Klaipeda, die „Skåne“ nach Rostock und drei einlaufende TT-Line-Fähren („Nils Dacke“, „Peter Pan“, „Tom Sawyer“) – das sollte einen Shipspotter wie mich doch zufrieden stellen.

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Nach diesem Shipspotting-Erlebnis, wo ich die morgendliche Sonne und die feine Seeluft einatmete, machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof Trelleborgs, um mit dem „Pågatåget“ nach Malmö zu fahren – diese 35-minütige Fahrt nach Malmö ist für mich fast schon eine Art Ritual oder ein nach Hause kommen. Dazu hole ich mir, wie immer, am Bahnhofskiosk der Kette „Pressbyrån“ eine Zimtschnecke und Kaffee. Dabei genieße ich die Zugfahrt.

Angekommen in Malmö, nach dem Check-In im Hostel, schnappte ich mir sofort einen meiner geliebten E-Scooter, um mich auf den Weg an den Öresund zu machen. Ab an die „Sundspromenaden“ in der Nähe des „Scaniaparken“ und „Ribersborgstrand“ – von hier aus bieten sich meine geliebten Blicke auf den Öresund, die Kopenhagener Skyline und die Öresundbrücke – was will man mehr, gerade bei dem Wetter?

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Das dachten sich am frühen Morgen wohl auch ein paar Einheimische, die am Wasser entspannten und badeten.
Sonst befand sich Malmö an diesem Samstagmorgen weitestgehend noch im Schlaf – gut so, denn so war es angenehm leer, und ich konnte in angenehmer Ruhe mir im „Espresso House“ meine Kannelbullar mit Kaffee schmecken lassen – so etwas brauche ich in Schweden einfach.
Schließlich lief ich die Promenade am Wasser entlang, um gegen 10:00 dem Auslaufen der „Finntrader“ beizuwohnen. Die gegen 11:30 einlaufende „Finnpartner“ passte ich aber auch noch ab.

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Hiernach genoss ich das sommerliche Malmö – ich stattete dem „Malmöhuset“ im Schlosspark zumindest von außen einen Besuch ab, außerdem genoss ich den Blick auf die schönen Kanäle, die Malmö durchziehen. Immer wieder aber zog es mich am Ende zum Öresund, dort konnte ich stundenlang bis in den Abend verweilen.

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Zwischenzeitlich sah ich noch ein paar Wakeboard-Fahrern an der Wasserski-Anlage zu, ebenso wie anderen Wassersportlern, die diesen warmen Sommertag zum Segeln, Jetski-Fahrern und co. nutzten.

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Gegen 13:30 beobachtete ich noch das Auslaufen der „Finnpartner“ nach Travemünde, ansonsten spannte ich den wohl halben Tag auf der riesigen Wiesenfläche am Öresund aus – ein schattiges Plätzchen unter einem Baum konnte ich finden.

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Zum Glück vergaß ich die Zeit nicht komplett, denn 19:00 passierte die „Europalink“ die Öresundbrücke, 20:00 sollte sie in Malmö festmachen.
So konnte ich gegen 19:40 ihr Einlaufen im Hafen bestaunen.

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Danach drehte ich wieder meine Runden im „Scaniaparken“ und der Promenade – hier wurde ersichtlich, wie toll Malmö im Sommer ist: die riesigen Rasenflächen laden zum Grillen, Entspannen und geselligem Zusammensein ein, was einige Leute auch taten.

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Ich genoss die abendlichen Ausblicke auf die See, machte mich gegen Abend aber auf den Weg ins Hostel, und schoss ein paar Fotos der abendlichen Innenstadt.

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Zu spät ins Bett sollte ich heute nicht gehen, schließlich stand für morgen wieder das Aufstehen gegen 05:00 an.

19.07. – Rückkehr

05:00 aufstehen, um 05:53 den Zug von der Station „Triangeln“ ganz in der Nähe des Hostels zu nehmen – Ziel: Trelleborg. Von dort aus startete um 07:30 die „Huckleberry Finn“ zurück nach Rostock, wo wir 13:30 ankamen. Die sonnigen Bedingungen versprachen eine genüssliche Überfahrt.
Auf diese freute ich mich sehr, zumal ich die beiden ältesten Einheiten von TT-Line eh sehr gern mag. Mögen sie bitte eine Zeit lang noch der Reederei erhalten bleiben!

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Zunächst frühstückte ich in der Caféteria, danach suchte mir auf den großzügigen Decks einen schönen Platz, um die Fahrt zu genießen – natürlich machte ich allerhand Rundgänge über die Decks, um z. B. die „Peter Pan“ zu fotografieren – sie begegnete uns kurz vor Trellborg.

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Allmählich kamen die Kreidefelsen von Møn zum Vorschein, sie sind immer wieder ein schönes Fotomotiv.
Um mir die ohnehin sehr genussvolle Überfahrt zu versüßen, holte ich mir an Bord des Schiffes noch eine schwedische „Fika“ – ein Kaffeegedeck mit Zimtschnecke, Haferkeksen, Pfefferminzbonbons und einer Tasse Kaffee – wieder so ein Ritual auf meinen Schweden-Schiffsreisen, das nicht fehlen darf!

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Allmählich erreichten wir de deutsche Ostseeküste, u. A. mit Blick auf Ahrenshoop – von hier aus schaute ich letzte Woche noch sehnsüchtig auf die Fähren von und nach Schweden. Nun bin ich selbst wieder auf einer!
Kurz vor Rostock konnte ich die Gedser-Fähren ausmachen, die sich begegneten, sowie die „Skåne“, die sich auf den Weg nach Trelleborg machte. Zum Sonntagsfahrplan fährt sie erst mittags ab Rostock ab.

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Daraufhin liefen wir in Warnemünde ein, die Strandtouristen genossen diesen warmen Sommertag genauso wie wir Fährpassagiere.

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Die Einfahrt über den Seekanal bis zum Seehafen Rostock ist immer wieder schön, einziger Wehrmutstopfen: Der Schriftzug „Wish you were here“ am Warnemünder Cruise Center, den ich vollends teile. Für die Kreuzfahrtbranche könnte dieses Jahr wohl nicht schwärzer sein.
Auch ich als Kreuzfahrtliebhaber war von einer Kreuzfahrt-Stornierung dieses Jahr betroffen.
So Leid es mir für all die Reedereien tut, dass dieses Jahr ein Betrieb kaum möglich ist – ich stehe dieser Branche dennoch allmählich kritisch gegenüber, nicht alle Entwicklungen sehe ich dort als positiv an.
Vor dem Baudock der Rostocker „Neptun Werft“ liegen die aufgelegte „Bremen“, im Bau befindliche Flusskreuzfahrtschiffe für die Reederei „Viking River Crusies“ sind dort aber auch zu sehen.

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Gegen 13:30 legten wir in Rostock an, die Einreise nach Deutschland verlief reibungslos.
Einen Iraker, der in Schweden aufgewachsen ist und lebt, lernte ich an Bord kennen.
Er fragte mich auf Schwedisch nach den nächsten geeigneten Verbindungen zum HBF Rostock, und nach deutschlandweiten Zugverbindungen. Auf Schwedisch konnte ich ihm erklären, wie wir zum Bahnhof kommen.
Im Rostocker HBF konnte ich ihm behilflich sein, eine Zugverbindung ins Saarland zu buchen – auf Schwedisch führte ich ihn über den Bahnhof, trank mit ihm dort einen Kaffee und zeigte ihm seinen Bahnsteig. Leider hat sich der Kontakt zwischen uns im Sande verlaufen.
Sehen wir das Positive: Ich war richtig froh, wie gut nach zwei Monaten meine Schwedisch-Kenntnisse schon waren, die Motivation, diese zu vertiefen, ist also definitiv da.

Abends, gegen 18:30 brachte mich der FlixBus nach Greifswald zurück, Ankunft dort war um 19:40. Zufrieden über meine kleine Auszeit in Schweden mit viel Shipspotting, trat ich die Rückreise an.
Zu Hause angekommen, lud die Bilder auf den Laptop, und teilte meine Shipspotting-Ausbeute gleich mit Gleichgesinnten.
Die Vorfreude auf die zwei Wochen Schweden-Sommerurlaub in knapp zwei Wochen wurde definitiv gesteigert.

Der erste Teil des Berichtes ist hiermit zu Ende.
Im nächsten Beitrag folgt der Reisebericht über meinen Geburtstags-Trip.
Zuletzt geändert von shipfriend am Mo 2. Nov 2020, 19:05, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß Max
-20 eigens gemachte Kreuzfahrten mit 10 verschiedenen Reedereien
-verschiedene Fährfahrten mit 11 verschiedenen Reedereien

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Re: Jul./Sep. 2020, 2 Teile – kurze Auszeiten in Malmö (und Umgebung)

Beitrag von shipfriend »

TEIL 2 – Geburtstags-Kurzreise nach Malmö und Umgebung, 24.-26.09.20

Schon immer war es mein Wunsch, auf einem großen Schiff Geburtstag zu haben.
Ja, es mag sein, dass es mit anderen Leuten zusammen mehr Spaß macht, als allein, aber niemand in meinem Umfeld konnte mitreisen, so zog ich mal wieder allein los.
Wenn ich immer und immer auf andere gewartet hätte, hätte ich einiges an tollen Reisen verpasst.

Folgender Reiseplan entstand:

-24.09.: Geifswald-Rostock mit dem Zug; 09:00-14:30 Rostock-Trelleborg mit der Nils Dacke (TT-Line); ursprünglich war die Robin Hood geplant; Übernachtung bis 26.09.20 im STF City Hostel
-25.09.: Tagestrip nach Ystad und Umgebung
-26.09: 08:00-13:30 Trelleborg-Rostock zu meinem Geburtstag auf der Nils Holgersson (TT-Line); kurzer Aufenthalt in Rostock, nachmittags Heimreise zur Familie nach Potsdam

24.09 – auf geht’s…

Die Wettervorhersage war für diesen Tag sehr durchwachsen, mit Regen auf meiner Überfahrt und meiner Reise sollte zu rechnen sein, dadurch ließ ich mich aber von meiner Reise nicht abhalten. Wird schon gutgehen, denn erwartungsgemäß sind die Vorhersagen meist pessimistischer als die Realität.
So klingelte in aller Herrgottsfrühe der Wecker, um 05:21 mit dem Zug ab Greifswald über Stralsund bis zum Seehafen Rostock zu fahren.
Dort gegen 07:30 etwa angekommen, holte ich mein Wertpapier… äh Fährticket für die Nils Dacke nach Trelleborg.
Eigentlich fährt donnerstags die Robin Hood die frühe Abfahrt, sie hatte aber auf ihrer vorherigen Reise ab Travemünde Verspätung. Sie kam so verzögert in Trelleborg an, dass sie auf der folgenden Reise nicht mehr pünktlich in Rostock hätte ankommen können.
So übernahm sie die Reise nach Swinemünde mit deutlich mehr Puffer, die eigentlich für die Nils Dacke vorgesehen war, und die Nils Dacke fuhr stattdessen ab Rostock. Soll mir recht sein.
Über die Bugklappe gings an Bord, ich fühlte mich gleich wieder wie zu Hause. Die beiden Kombi-Carrier von TT-Line schätze ich ohnehin sehr.
Ein schöner Blick auf das Hafengelände bot sich.
Pünktlich 09:00 legten wir unter windigen Bedingungen ab, was ich durchaus schätzte.

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Ja, für Traktoren interessiere ich mich auch… ;)

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Leider setzte nach Erreichen der offenen See ein unangenehmer Sprühregen ein – na toll, hat die Wettervorhersage etwa doch recht gehabt?!
So ein Unglück, aber nicht zu ändern – ich suchte mir auf dem Außendeck einen Platz, der durch Überhänge von Aufbauten regengeschützt war.
Was für ein Glück, dass diese Regenhusche nach etwa 10 Minuten wieder aufhörte! So drehte ich meine Runden an Deck, und genoss die Überfahrt außen, bei der es die verbleibende Reise windig, aber trocken blieb – wie schön!

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Durch die bewegte See kämpften sich die allseits bekannten Gegenläufer: „Huckleberry Finn“, „Skåne“, sowie später die „Nils Holgersson“ vor Møn – genau hier kam später auch noch die Sonne raus!

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So entpuppte sich diese windige Passage wieder als ein Genuss.

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Gegen 14:00 war der Hafen Trelleborgs zu sehen, kurz vor dem Ablegen holte ich mir noch ein paar Spaghetti an Bord.

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14:20 etwa legten wir planmäßig an, nach kurzer Wartezeit ging’s von Bord, Ziel „Utkiken“.
Auf dem Plan standen folgende Schiffe: „Mecklenburg-Vorpommern“, auslaufend nach Rostock; „Tom Sawyer“ ebenso mit dem Ziel Rostock; „Copernicus“, Ziel Swinemünde; „Nils Dacke“ mit dem Ziel Travemünde; „Galileusz“, Ankunft aus Swinemünde.
Wieder entstanden schöne Aufnahmen für die Fotodatenbank.

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Gegen 18:05 wurde der „Pågatåget“ nach Malmö genommen, diese Zugfahrt genieße ich immer sehr.
Dort gegen 18:40 am Hautbahnhof angekommen, hieß es sputen, denn die „Europalink“ wollte gegen 19:00 beim Einlaufen fotografiert werden.
Außerdem lag Hapag-Lloyds „Europa“ im Hafen von Malmö im Rahmen einer Kreuzfahrt. Sie ist eines der wenigen Schiffe, was zu diesem Zeitpunkt Kreuzfahrten anbot.

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Nanu, was liegt da im Hintergrund? Etwa die beiden NCL-Flaggschiffe „Norwegian Bliss“ und „Norwegian Encore“, die aktuell vor der schwedischen Küste aufliegen?
Genau diese sind es, sie lagen zu dem Zeitpunkt vor „Barsebäckshamn“, etwa eine Stunde Busfahrt von Malmö entfernt.
Wenn das Wetter stimmt, werden die Schiffe dort morgen abgelichtet. Die Wettervorhersage sollte nicht auf meiner Seite sein, schauen wir mal…
Der heutige Abend lud auf jeden Fall zu einem Spaziergang an der Promenade am Öresund ein – das abendliche Licht und der Sonnenuntergang waren ein Traum.
Hier könnte ich immer wieder stundenlang verweilen.

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Nach dem abends ein paar Fotos geschossen wurden, ging’s zum Hostel.
Ich bezog mein Zimmer, kaufte etwas Essen ein, und verbrachte den Tag mit ein paar Hostel- und Zimmergenosse. Wir quatschten bis in den Abend hinein, einige spielten Karten – dazu war ich aber kognitiv nicht mehr in der Lage, war ich doch seit 04:00 auf den Beinen.
Allmählich endete dieser gesellige Abend und wir gingen allesamt zu Bett - gute Nacht und bis morgen.

25.09. – Ausflug nach Ystad

Die Wettervorhersage sollte Recht behalten – Regen und Sturm den ganzen Tag in Malmö – was tun, sprach Zeus?
Auf jeden Fall erst einmal fertig machen und frühstücken – das Hostel-Buffet hat schließlich genug zu bieten, und ich finde schon eine Lösung für den heutigen Tag.
Diese war aber kein Ausflug nach „Barsebäckshamn“, um die NCL-Schiffe zu fotografiern, die Sicht war durch den Regen einfach zu schlecht. Nicht einmal die Öresundbrücke war vom „Scaniaparken“ aus gut zu sehen – normalerweise ist sie ein Blickfang.
Von allen Orten in der Umgebung sah das Wetter in Ystad am besten aus: Bedeckt und wechselhaft mit Regenschauern, überall sonst war Sturm und Dauerregen angesagt.
In Ystad war ich schließlich noch nicht, also hin dort.
10:37 nahm ich den nächsten Zug ab Malmö C nach Ystad, Ankunft 11:28 bei zunächst trockenem Wetter.
Gerade noch rechtzeitig, um 11:30 die neue „Skåne Jet“ bei der Abfahrt zu fotografieren, so rannte ich zum Hafenbecken, und konnte zwei gute Fotos machen.

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Ich konnte dortbleiben, schließlich lief 11:50 die „Express 1“ ein, die aus „Rønne“, der Hauptstadt der Insel Bornholm kam. Gute Motive ergaben sich abermals.
Kurz darauf setzte eine starke Regenhusche ein, die zu keiner Aktivität einlud – doch: Einkehren in den nächsten „Pressbyrån“, Zimtschnecke und Kaffee kaufen – das Beste musste aus der Situation gemacht werden.
Der Regen hörte zum Glück auf, also lief ich die Hafenumgebung ein wenig ab: Der Yachthafen konnte sich sehen lassen, gleich daneben war ein netter Küstenabschnitt mit einem schönen Strand – sicher sieht das bei Sonnenschein alles nochmal schöner aus, aber gefallen hat es mir trotzdem.
Auch die „Express 1“, die 12:30 auslief, ließ sich nochmal fotografieren.

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Gegen 13:00 kehrte ich nochmal zum Hafen zurück – die „Jan Sniadecki“ kündigte sich an – keine Schönheit, aber dennoch gern vor der Kamera gesehen. Zumal das Einlaufmanöver recht spektakulär war – beim Wenden im Hafenbecken fahren die Schiffe sehr nah an den Betrachter heran.

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13:30 stand die Abfahrt der „Skania“ nach Swinemünde auf dem Programm – ausgerechnet jetzt setzte eine unangenehme Regenhusche ein! Sch…, wohl oder übel musste ich mich unterstellen. Glücklicherweise hörte sie schnell wieder auf.

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Mein Namensvetter „Max“ lief daraufhin ebenso ein, sie unterstützt im Sommerhalbjahr die „Express 1“ im Bornholmverkehr – lange vorher war sie als „Max Mols“ zwischen Århus und Sjællands Odde im Einsatz.

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Die letzte Kandidatin im Bunde war die „Mazovia“, ebenso Ziel Swinemünde, die ich zum Glück im Trockenen fotografierte.

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Nun wollte ich aber noch sehen, was Ystad und Umgebung so zu bieten hat.
So stieß ich auf einen kleinen Wanderweg an der Küste, der an netten Häuserkomplexen vorbeiführte – laut Google Maps gehören sie zum Hotel Garni „Turistlogi i Ystad AB“.
Die Kulisse mit den Bäumen und der bewachsenen Küste sowie dem nahegelegenen Strand war sehr schön anzusehen, ein schöner Blick auf die Ostsee bot sich ebenso.

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Zwar nieselte es mittlerweile ein wenig, aber der Nieselregen war so schwach, sodass sich die Wanderung trotzdem lohnte.
Auf dem Rückweg lief ich zudem noch durch die Innenstadt von Ystad – sehr nett, recht typisch skandinavisch mit kleinen Gassen, erinnerte mich zum Teil an Lund.

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Zum späten Nachmittag setzte ich mich in den nächsten Zug nach Malmö.
Nun kann es ruhig anfangen zu regnen – das tat es auch, aber richtig! Ein Blick nach draußen war unmöglich, es bleib den restlichen Abend auch so.
Macht nichts, ich habe das Beste aus dem heutigen Tag gemacht, einige Fähren fotografiert und Ystad und die nette Umgebung kennen gelernt.
Gern komme ich wieder und erkunde die Südküste zwischen Ystad und Trelleborg ein weiteres Mal – dort scheinen sich schöne Landschaften mit weiten Stränden zu finden.
Im strömenden Regen in Malmö angekommen, kaufte ich noch schnell etwas zu essen, bevor ich mich ins Hostel begab.
Den Abend konnte ich mit den Hostel-Genossen des gestrigen Abends wieder verbringen.
In der großen Gemeinschaftsküche tauschten wir einander über unseren heutigen Tag und die Erlebnisse aus. Ich war tatsächlich der Einzige, der einen Trip gemacht hat, alle anderen haben sich bei dem Wetter ein gemütliches Café gesucht – verständlich.
Einige gingen abends noch in eine Bar. Gern wäre ich mitgegangen, unterließ es aber, da ich morgen um 05:00 etwa raus musste – die „Nils Holgersson“ startete 08:00 ab Trelleborg.

26.09. – Happy Birthday

Mein etwas anderer Geburtstag startete heute. 05:00 aufstehen, gegen 05:53 den nächsten Zug nach Trelleborg nehmen, der etwa 06:23 dort ankam.
Mein Ticket holte ich mir, und die Wartezeit überbrückte ich mit einem kleinen Frühstück im Hotel des Hafenhauses in Trelleborg. Dies ist am Fährterminal quasi angelehnt.
Bei ordentlichem Wetter brachte uns der Bus auf das Schiff, wo ich mir gleich an Deck einen schönen Platz suchte.
Die ersten Geburtstagswünsche per Telefon oder Schriftverkehr wurden bereits dankend angenommen.
08:05 etwa legte unsere „Nils Holgersson“ ab, ich genoss die Abfahrt mit schönen Ausblicken auf Trelleborg und Umgebung.
Tschüss Schweden – nächste Woche komme ich schon wieder! Der Reisebericht dazu ist bereits in diesem Forum zu lesen.

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Glücklicherweise regnete es entgegen der Vorhersagen während der ganzen Überfahrt nicht.
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Zwar kannte ich die „Nils Holgersson“ schon von drei bisherigen Fahrten, musste dennoch mit ihr etwas warm werden: Deutlich größer als die anderen TT-Line-Schiffe, und etwas verbauter. Die Wegführung ist teilweise etwas inkonsequent, teils enden die Laufwege abrupt, die zu Umwegen zwingen.
Genauso gemütlich sind die Schiffe aber auch innen – viele kleine Nischen und Ecken laden zum Verweilen ein, die Gestaltung des ganzen Schiffes ist sehr geschmackvoll, vor allem die Lounge mit Bugblick hat mir sehr gefallen. Hier genoss ich mal wieder meine schwedische Fika.
Die Menge an Außendecks ist aber über jeden Zweifel erhaben, und die Gestaltung dieser Schiffe ist innen wiederum sehr schön und einladend – die Einrichtung an Bord wirkt schon edler als auf „Robin Hood/Nils Dacke“ oder „Tom Sawyer/Huckleberry Finn“.
Möchte TT-Line bei seinen beiden Flaggschiffen „Nils Holgersson/Peter Pan“ also etwas Kreuzfahrtflair suggerieren?
Das Servicepersonal habe ich auf der „Nils Holgersson“ als besonders freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit erlebt.
Auf einige Gegenläufer sollten wir stoßen: Die „Huckleberry Finn“ passierte uns gegen 09:15, wie ich anhand des vorab akribisch studierten Fahrplans herausbekam – ihre Ankunft in Trelleborg war gegen 10:30 geplant.

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Nächste Kandidatin: Die „Mecklenburg-Vorpommern“, die uns auf Hälfte der Strecke begegnete.

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Das waren alle Schiffe, mit denen zu rechnen war, oder? Nein… nanu, die „Europa 2“ begegnet uns auch, wie ich im AIS-Signal sehen konnte? Das ist eine nette Geburtstags-Überraschung!
Sie war etwas weit weg, zum Fotografieren aber nah genug dran.

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Die Passage der Kreidefelsen von Møn ist immer wieder sehenswert, gerade bei dem heutigen Wolkenspiel.

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Etwa eine Stunde vor Ankunft überholten wir die „Skåne“, die eine halbe Stunde vor uns abfuhr und die wir während der Überfahrt begleiteten. Einen Vorteil hatten ihre Passagiere gegenüber uns: Sie haben einen wunderbaren Blick auf das deutlich schönere Schiff, unsere „Nils Holgersson“… ;)

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Kurz vor der Einfahrt nach Warnemünde ging ich Mittag essen, sodass ich einen Teil der Einfahrt zwar von innen sah, aber das macht nichts – ich habe sie ja schon sehr häufig erlebt.
Einen Teil aber sah ich noch von Deck aus.

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Angekommen in Rostock, kam ich mit einer Passagierin ins Gespräch, die interessanterweise ein Auslandssemester in Lund macht – am Rostocker Hauptbahnhof, wo wir schließlich zusammen hinfuhren, gingen wir noch einen Kaffee trinken, bevor sich unsere Wege trennten.
In Rostock fing es stark an zu regnen – soll das eine Botschaft sein?
In Schweden und während der Überfahrt stimmiges Wetter, und jetzt in Deutschland starker Regen?? :mrgreen:
16:21 ging mein Zug nach Berlin, wo ich gegen 18:30 ankam und von meiner Familie mit einem Geburtstagsdinner freundlich empfangen wurde.
Wir ließen den Abend ausklingen, und ich konnte meinen etwas anderen Geburtstag wunderbar abrunden.
Mein Wunsch, mal einen geburtstag auf der Fähre zu verbringen, wurde also mit Bravour erfüllt.

Meine kurzen Schiffsreisen enden hiermit, die sich vollends gelohnt haben.
Jede Fährpassage ist wie eine wundersame Medizin für mich und in Schweden halte ich mich sowieso immer wieder gern auf.

Vielen Dank fürs Lesen.
Gruß Max
-20 eigens gemachte Kreuzfahrten mit 10 verschiedenen Reedereien
-verschiedene Fährfahrten mit 11 verschiedenen Reedereien

Benno
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Re: Jul./Sep. 2020, 2 Teile – kurze Auszeiten in Malmö (und Umgebung)

Beitrag von Benno »

Jede Fährpassage ist wie eine wundersame Medizin für mich
Moin Max,

nicht nur mit einer Fähre. Jede Reise auf einem Schiff ist Balsam für die Seele. :)

Dein Reisebericht hat mir gefallen. Nachdem ich 12 Jahre hintereinander immer im August / September Urlaub in Hamburg gemacht habe, hat's mich seit zwei Jahren in der gleichen Zeit nach Griechenland getrieben. Von Piräus aus habe ich letztes Jahr das Maximum an Fährfahrten herausgeholt. Alle zwei Tage mit einer anderen Fähre auf einer anderen Route. Drei große Touren mit "World Champion Jet", "Tera Jet" bis nach Santorini und "Highspeed 4" bis nach Koufonisia. Weitere Fahrten mit den schönen normalen Fähren von Saronic Ferries zu den vorgelagerten Inseln Aegina, Agistri, Methana und Poros. In diesem Jahr habe ich eine große Tour mit "Blue Star Paros" nach Mykonos und zurück nach Piräus gemacht. Der Rest der Zeit waren wieder tägliche Fahrten zu den Inseln Aegina und Agistri mit viel Zeit dazwischen zum Schwimmen, Sonnen und Schlemmen. Interessant ist die Tour von Piräus nach Aegina und zurück, da geht es an der Reede von Piräus vorbei und man sieht viele verschiedene Schiffe.

Gruß, Benno

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shipfriend
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Re: Jul./Sep. 2020, 2 Teile – kurze Auszeiten in Malmö (und Umgebung)

Beitrag von shipfriend »

Moin Benno,

Danke fürs Feedback, schön dass der Bericht dir gefällt!
Ferryhopping in Griechenland klingt super, das schwebt mir auch noch vor. Gerade die Routen von Italien bis Griechenland würde ich gern mal testen, und die Insel-Routen ab Piräus, die vor allem Blue Star Ferries bietet. Demnächst mal, meine To-Do-Liste wird immer länger. ;)

Schön, dass du dieses Jahr vieles raus holen konntest.
Das Maximum an Fähren auf der Ostsee habe ich auch letztes Jahr raus geholt auf einer 10-möchte-Reise, dieses Jahr im Sommerurlaub war’s eine Mischung aus Fähren und Landurlaub.
Gruß Max
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Benno
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Re: Jul./Sep. 2020, 2 Teile – kurze Auszeiten in Malmö (und Umgebung)

Beitrag von Benno »

Ich habe die Bilder wieder rausgenommen. Hier geht es um kurze Auszeiten in Malmö.

Gruß, Benno
Zuletzt geändert von Benno am Mi 4. Nov 2020, 12:23, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Jul./Sep. 2020, 2 Teile – kurze Auszeiten in Malmö (und Umgebung)

Beitrag von shipfriend »

Benno hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 20:37
Moin Max, danke.

Ein paar Tipps zu Piräus habe ich. Mir fehlt gerade die Zeit, alles aufzuschreiben. Ich melde mich die nächsten Tage. Ich versuche noch herauszufinden, wie das mit den Bilder hochladen und Text dazwischen klappt.

Gruß, Benno
Oh danke! Aber mach dir da kein Stress, das hat genug Zeit, wenngleich ich doch gern auf das Angebot zurückkomme. ;)

BTW, die erste Bilderfront kann sich doch schon einmal sehen lassen - danke dafür.
Zuletzt geändert von shipfriend am Di 3. Nov 2020, 21:35, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Max
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