Frachtschiffreise Hamburg - Jebel Ali

Fischländer
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Re: Frachtschiffreise Hamburg - Jebel Ali

Beitrag von Fischländer » Sa 22. Mai 2010, 15:52

Hallo Frank,
sie ist immer noch in Rostock beheimatet. Genau wie ihre 8 Schwestern.
http://www.laeisz.de/cgi-bin/mediapubli ... document=1
Hier ein Foto von einer Schwester. Die ex. "Pugwash Senator" heutige "CSAV Appennini".
Bild

Als sie 1997 gebaut wurden, waren sie für kurze Zeit die größten deutschen Containerschiffe.
Schönes Foto! Senator gibts nun auch nicht mehr.
freundliche Grüße
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Bernd U
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Re: Frachtschiffreise Hamburg - Jebel Ali

Beitrag von Bernd U » Sa 22. Mai 2010, 16:31

Bild
Noch`ne Schwester:MSC Tanzania in Le Havre.
Mfg Bernd
Video:https://www.youtube.com/watch?v=8y0kTkMJp2M

Andreas
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Re: Frachtschiffreise Hamburg - Jebel Ali

Beitrag von Andreas » So 23. Mai 2010, 08:48

Tag 4
Ein wunderschöner sonniger Tag in Felixstowe mit regem Schiffsverkehr, und nach etwas mehr als 24 Stunden Aufenthalt hiess es um 17.30 Uhr Leinen los für den Sprung hinüber nach Antwerpen.
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Da 17.30 auch die Zeit für das Nachtessen an Bord ist, ich aber das Auslaufen nicht verpassen wollte, huschte ich bereits um 17.10 Uhr in die Messe, wo ich auch sofort bedient wurde. Im Gegensatz zu früheren Schiffen ist man hier mit den Essenszeiten recht flexibel, selten sind mal mehr als zwei oder drei Leuten gleichzeitig am Essen.
Wir verliessen Felixstowe mit rund 13 Metern Tiefgang, in der engen und stark gebogenen Fahrrinne kam uns dann HS Livigstone entgegen, die bereits auf unsern Platz gewartet hatte, während im Hintergrund Emma Maersk auch auf einen freien Platz wartete.
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Auch die neue Stena Hollandica bekam ich zu Gesicht.
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Erstmals liefen wir auch etwas höheres Tempo, zwischen 18 und 18,5 Knoten, dabei zeigte es sich, dass die Brücke für mein Empfinden recht stark vibrierte.
Leider wurde es dann aber recht schnell dunkel, sodass ich vom Schiffsverkehr auf der Nordsee und später der Schelde nichts mehr knipsen konnte, lediglich der Sonnenuntergang war wiederum sehr fotogen zu bewundern.
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Grüsse aus Antwerpen
Andreas

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Re: Frachtschiffreise Hamburg - Jebel Ali

Beitrag von Andreas » So 23. Mai 2010, 11:15


Andreas
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Re: Frachtschiffreise Hamburg - Jebel Ali

Beitrag von Andreas » So 23. Mai 2010, 22:25

Tag 5
Am frühen Morgen Ankunft in Antwerpen, wo wir ziemlich abseits des Schiffsverkehrs an einem neu erbauten Terminal festmachten. Auch dieser Tag war sonnig und warm, leider wurde es untersagt, auf dem Terminal, an welchem hinter uns kein Schiff mehr lag, bis zum Flusslauf nach hinten zu gehen, ca 300 Meter, die Port Authority lasse solches nicht zu. So blieb nur die Aussennock um etwas Sonne zu geniessen. Einen Teil des Tages verschlief ich,irgendwie spüre ich das viele Arbeiten der letzten Zeit.
Nachdem erst 22 Uhr als Auslauftermin genannt wurde, verschob dich dieser auf 19 Uhr, so hatte ich einen schönen Teil der Fahrt auf der Schelde Richtung Nordsee bei Tageslicht, erst vor Vlissingen war das Fotolicht definitiv weg. Mit Hilfe zweier Schlepper dauerte das Wenden des Schiffes schlappe 30 Minuten, was zeigt wie schwerfällig diese Schiffe im Vergleich zu kleineren Einheiten doch sind. Sodann ging die Fahrt vorbei an den Schleusen und scheldeabwärts.
Zwei abendliche Begegnungen auf der Schelde
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Nun geht’s also hinaus in die Nordsee, Ärmelkanal, Biskaya, Gibraltar, Mittelmeer bis Port Said, wo wir in einer Woche ankommen sollen.

Fischländer
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Re: Frachtschiffreise Hamburg - Jebel Ali

Beitrag von Fischländer » Mo 24. Mai 2010, 11:59

Moin Andreas,
wieder sehr schöne Bilder.
Die Brücke vibriert, weil bei 13m Tiefgang nicht mehr soviel Wasser unterm Kiel ist (der Ärmelkanal ist ja nicht so tief). Die Schiffsschraube zieht das Wasser unterm Schiff weg und deswegen gibts diese Vibrationen.
Die 4800er haben aber auch ziemlich Power und beim Hochfahren der Maschine machen sie ganz schön Dampf.
Also sie haben ein schnelles Hochfahrprogramm und dadurch vibriert es auch ganz gut.
Gute Reise!
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juanito
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Re: Frachtschiffreise Hamburg - Jebel Ali

Beitrag von juanito » Mo 24. Mai 2010, 20:42

Salut Andreas

Genial schöne Bilder und Tagebucheinträge! Da bekomme ich gleich wieder Fernweh auf weitere Reisen. Viel Spass weiterhin auf deinem Weg durch Mittelmeer und Suez-Kanal..

Juanito

kalli
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Re: Frachtschiffreise Hamburg - Jebel Ali

Beitrag von kalli » Di 25. Mai 2010, 10:01

Moin Andreas!

Was für ein klasse Bericht! Die Bilder mit den Infos sind einfach super.
Bin schon auf die nächsten Tage gespannt.

Gruss
Nils
Mein Youtubekanal Kallis Shipworld: https://www.youtube.com/shipspotter81

Hanno31
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Re: Frachtschiffreise Hamburg - Jebel Ali

Beitrag von Hanno31 » Di 25. Mai 2010, 19:58

:) Schöne Fotos und toller Bericht, mehr davon !!!!! ;)
Grüsse Hanno

Andreas
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Re: Frachtschiffreise Hamburg - Jebel Ali

Beitrag von Andreas » Di 1. Jun 2010, 11:14

Endlich in Port Said angekommen und eine Internetverbindung, hier nun die Fortsetzung.

Tag 6
Am frühen Morgen wurde der Ärmelkanal passiert, den ganzen Tag über zeigte sich kaum eine Wolke am Himmel, die See war auch an diesem Tage glatt friedlich. Ab und zu ein überholendes oder zu überholendes Schiff brachten etwas Abwechslung, ansonsten war zum ersten Mal der Liegestuhl in Gebrauch.
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Da wir fast bis zur letzten Tonne Tragfähigkeit beladen sind, erreichten wir mit der vorgesehenen Umdrehungszahl des Propellers und Dank der Strömung zeitweise an die 20 Knoten, ansonsten waren rund 18 Knoten unsere Geschwindigkeit. Das lässt den vorgesehen Fahrplan fraglich werden, Ankunft Dubai am 07.06. scheint nicht mehr Realität zu sein.

Tag 7
Beim Aufwachen am Morgen herrscht stockdicker Nebel, nichtmal der Bug des Schiffes war zu sehen, im Minutentakt tutete das Nebelhorn. Doch recht rasch lichtete sich der Nebel und die Sicht wurde besser. Nun, mitten in der Biskaya, war die See nicht mehr ganz so glatt, aber doch recht friedlich, im Laufe des Nachmittags frischte dann der Wind kräftig auf und blies direkt von vorne, dies verlangsamte das Tempo noch mehr, rund 17 Knoten wurden nun noch erreicht. Das Wetter wechselt von Sonne zu starker Bewölkung, etwas Regen ist dabei, rasch klärt es danach aber wieder auf. Die Farbe des Wassers hatte sich auch verändert, erscheint es in der Nordsee oftmals eher grünlich als blau, ist dies nun zu einem satten blau geworden. Gegen Mittag war sogar für kurze Zeit der Rücken und die Rückenflosse eines kleinen Wales zu sehen, ein Highlight der Natur. Der Schiffsverkehr war recht gering, nur wenige Schiffe kamen bis auf Fotodistanz nahe, die meisten war nur in der Ferne oder im Radar zu beobachten. Gegen 20 Uhr wurde Cap Finisterrre erreicht und somit die Durchquerung der Biskaya vollendet, ab Cap Finisterre wird Kurs 180 Grad gesteuert, also genau Richtung Süden.
Bild
An Bord herrscht die übliche Routine, die Nautiker wechseln sich im Vierstundenrhytmus in der Wache ab, der Kapitän sitzt fast den ganzen Tag am PC und erledigt Schreibarbeiten und stöhnt über die dauernd zunehmenden Administrativarbeiten.

Tag 8
Der Wind hat sich wieder gelegt, der Seegang beruhigt, Wolken bedecken meist den Himmel, wir passieren vor der Portugiesischen Westküste weiter gegen Süden. Es ist ruhig auf dieser Wasserstrasse, Zeit für einen Spaziergang rund ums Schiff. Erst wenn man dem Wasser näher ist, merkt man, dass die ca 18 Knoten welche wir fahren, doch eine recht grosse Geschwindigkeit ist.
Beim Abendessen brilliert der in Antwerpen neu zugestiegene Koch mit einem delikaten Fischfilet, dazu kann man bei jeder Mahlzeit wählen zwischen Reis und Kartoffeln, zudem stehen meist Salate, Fleisch, Käse oder Früchte zur Verfügung. Auf Wunsch könnte ich auch eine Schale Früchte in der Kabine haben, also wird ich nicht verhungern.

Tag 9

Morgen gegen 5 Uhr waren wir an der Westseite der Strasse von Gibraltar, wolkenloser Himmel und fast Vollmond liessen die
Nacht hell erscheinen. Reger Schiffsverkehr in beiden Richtungen, dazu die ersten die Strasse querenden Fähren.
Leider war das Tageslicht noch zu gering um Fotos machen zu können.
Ausgehend der Gibraltarstrasse hatten wir einen kräftigen Wind und Seegang von hinten, das Mittelmeer war von weissen
Kämmen auf den Wellen übersäät.Mit dem Mittelmeer war auch plötzlich die Wärme da, den gnzen Nachmittag verbrachte ich
im Liegestuhl ein Deck unterhalb der Brücke, so konnte ich mir ab und zu ein Bild über den Schiffsverkehr um uns machen.
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Nach dem Mittagessen kam die Aufforderung, schneller zu fahren, da wir sonst zu spät in Port Said sein würden.
Nun fuhren wir mit rund 22 Knoten gegen Osten, gegen Abend legte sich dann der Seegang auch etwas.
Die Überholung eines grossen Griechischen Gastankers bildete sozusagen den Schlusspunkt diese Tages.

Tag 10

Ich erwachte um ca 5 Uhr weil mein Natel verrückt spielte, ein Blick aus den Fenstern zeigte einen Vollmond der über
dem Wasser stand und in der Ferne die Lichter der Stadt Algier. In 7 SMS wurde ich von den Algerischen Telefongesell-
schaften willkommen geheissen. Nachdem ich rasch die Gelegenheit der Verbindung zu einigen SMS nach Hause nutzte,
schlief ich weiter, bis ich dann um halb acht endgültig aus dem warmen Bett musste um das Frühstück nicht zu verpassen.
Eine ruhige See, kaum mehr Wellen, dafür recht diesige Sicht und ein von Schleierwolken bedeckter Himmel prägten
diesen Tag. Es ging der Algerischen Küste entlang gegen Osten, immer wieder waren im Dunst Teile des Küstengebirges
auszumachen. Von der Charterfirma war eine neue Anweisung erfolgt, der Stopp in Jeddah fällt aus, neu soll es nach
der Passage des Suezkanals direkt nach Jebel Ali / Dubai gehen, geplante Ankunft am 08.06. um 08 Uhr.
Die Besatzung zeigte sich darüber erleichtert, Jeddah scheint ein eher unbeliebter Hafen zu sein. Die Besatzung darf dort
das Schiff nicht verlasen, nach Aussage des Kapitäns würden soagr die Kammern der Besatzung nach Alkohol durchsucht.
Ich wollte mich wieder in den Liegestuhl legen, vom Kamin her rieselte aber unablässig Russ herunter, so verzog ich mich
auf den vor wenigen Tagen frisch gemalten Bug des Schiffes, setzte ich an eine etwas windgeschützte Stelle und verbrachte
den Nachmittag mit Lesen, mich Sonnen und Gucken.
Hier mal ein Ausschitt aus dem AIS-Bildschirm dieses Tages, auch wenn eine Menge Schiffe drauf sind, der Seeraum ist so
gross, dass sich die Schiffe sehr breit verteilen.
Bild
Am Nachmittag gegen 16 Uhr, ich war eben zum Kaffee auf der Brücke, kam die telefonische Anweisung, die Fahrt zu
verlangsamen, neu sollten wir statt am 31.05. erst m Morgen des 01.06. in Port Said sein. So wurde die Geschwindigkeit
wieder stark reduziert, neu gehts mit etwa 15 - 16 Knoten weiter.

Tag 11

Da wir nun plötzlich wieder viel zu viel Zeit hatten, wurde kurz nach 8 Uhr südlich Sizilien die Hauptmaschine
abgeschaltet, das Schiff trieb im schwachen Wind langsam gegen Norden.Leider war die Sonne hinter Wolken veborgen,
so war es an diesem Tage nichts mit einem Sonnenbad. Auch die Sicht war eher mässig, viele Schffe konnten nur im
Radar und AIS verfolgt werden, aber zum Knipsen reichte es nicht. in derselben Fahrrichtung begegnen einem immer
wieder Schiffe die man schonmal überholt hat, oder die uns mal überholt haben. Es gleicht einem dauernden Katz-
und Mausspiel. Kurz vor Mittag passierte uns ein wunderschöner alter Gastanker, eine Rarität für Knipser die sich
sonst nur in den nördlichen Gefilden aufhalten.
Bild
Gegen 16 Uhr wurde die Maschine wieder gestartet, und die Fahrt ging weiter, vorbei an Malta, das
leider im Dunst nicht zu sehen war. Der Wind hatte recht aufgefrischt und wehte stark, auch der Seegang hatte
zugenommen, aber nicht in einer Stärke, die wirklich spürbar war. Dazu kam dann noch etwas Regen, was den Abend
zu einem Lese- und Bilderbearbeitungsabend machte.

Tag 12

Im Laufe der Nacht hatte sich der Wind gelegt, der Seegang beruhigt, ausser den Wellen unseres Schiffes war kaum
eine Bewegung auf dem Wasser. Als gegen Mittag dann die Sonne durch die Wolkendecke brach, war der Verlauf des
Nachmittages klar, Liegestuhl, Sonnen und Lesen war angesagt, dazwischen immer mal wieder ein Deck höher auf die
Brücke um zu gucken, was sich im Schiffsverkehr tat. Den ganzen Tag über waren wir mit rund 18 Knoten unterwegs,
also eher eine Bummelfahrt für ein Schiff, dessen Dienstgeschwindigkeit bei fast 24 Knoten liegt.


Tag 13

Wir waren noch immer viel zu früh, darum wurde etwa 250 Meilen vor Port Said nochmals ein Zwischenhalt eingelegt.
Von 08 - 16 Uhr lag das Schiff im strahlenden Sonnenlicht, kaum Wind, kein Seegang, ideal für ein Bootstrainig
für die Crew. Beide Rettungsboote sowie das Bereitschaftsboot wurden ausgesetzt und nach einer kleinen Runde
wieder an Bord gezogen.
Bild
Den Rest des Tages verbrachte ich lesend und dösend, wegen des fehlenden Fahrtwindes war
ein längerer Aufenthalt draussen nicht wirklich ratsam.



Grüsse aus Port Said
Andreas

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