Eine kleine Fährentour von Esbjerg nach Hirtshals

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ferriesworldwide
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Eine kleine Fährentour von Esbjerg nach Hirtshals

Beitrag von ferriesworldwide »

Es ist einfach herrlich, wenn man mal Zeit hat. So ging es mir vor 2 Wochen in Esbjerg, als wir unerwartet plötzlich zwei Tage Zeit für den Trip nach Hirtshals hatte. Also statt wie üblich in knapp 4 Stunden die rund 340 km über die stinklangweiligen Autobahnen E20 und E39 abzureißen, gönnten wir uns eine landschaftlich beeindruckende Fahrt entlang der grünen Küstenstraße von Esbjerg nach Hirtshals. Zunächst ging es rund 70 km in die Touristen-Hochburg Hvide Sande, um dort den Torghatten-Neubau "Helgøy" abzulichten.


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Diese voll-elektrische Fähre (IMO 1062897, MMSI 258032600, Rufzeichen 3YBU) befindet sich gerade auf der dortigen Werft in der Endausrüstung. Das Schiff ist für den Fährbetrieb auf der Verbindung Vengsøy – (Musvær) – (Risøy) – (Mjølvik) – Bellvik in der nordnorwegischen Region Troms vorgesehen - deutlich erkennbar am massiven Bug- und Heckvisier für schwere See.

Weiter ging es rund 90 km auf einer landschaftlich wunderschönen Strecke nach Thyborøn. Dort stand die erste Fährüberfahrt der Tour auf dem Programm. Die Thyborøn-Agger Færgefart verbindet im Zuge der dänischen Sekundárrute 181 Thyborøn - Agger. Eingesetzt wird die Doppelendfähre "Kanalen":



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Die Fähre “Kanalen” (IMO 9838163, MMSI 219024185, Rufzeichen OXVL) wurde 2017 unter der Baunummer 108 auf der Søby Værft A/S auf Ærø gebaut. Sie ist als umweltfreundliche Hybrid Fähre konzipiert, die mit sowohl elektrisch als auch mit Diesel fahren kann. Sie ist 45,9 Meter lang, 11,50 Meter breit, hat eine Seitenhöhe von 3,50 Meter und einen maximalen Tiefgang von 2,20 Meter. Sie ist mit 491 BRZ/147 NRZ vermessen und hat eine Tragfähigkeit von 160 Tonnen. Die Fähre verfügt über ein durchlaufendes Fahrzeugdeck mit drei Fahrspuren und kann 22 PKW transportieren. Die Passagierkapazität beträgt in den Sommermonaten 98 und in den Wintermonaten 60 Personen. An Bord sind zwei Aufenthaltsräume für die Passagiere eingerichtet.
Die Fähre verfügt über einen Hybridantrieb aus elektrischem und dieselelektrischem Antrieb. Sie ist mit zwei Elektromotoren mit jeweils 374 kW Leistung ausgestattet. Die Elektromotoren treiben jeweils eine Propellergondel mit Festpropeller an den beiden Enden der Fähre an. Für die Stromerzeugung stehen zwei von Scania-Dieselmotoren mit jeweils 323 kW Leistung angetriebene Generatoren mit 404 kVA Scheinleistung zur Verfügung. Der Strom dient zum Antrieb der Elektromotoren bzw. zum Aufladen zweier Akkumulatorbänke mit einer Kapazität von jeweils 78 kWh. Die Akkumulatoren können auch mit Landstrom geladen werden. Das Schiff verfügt über zwei Maschinenräume, in denen jeweils ein Elektromotor und ein Generatorsatz untergebracht sind. Die Thyborøn-Agger Færgefart befördert jedes Jahr 7.000 LKW, 60.000 PKW und 145.000 Passagiere. Betreiber sind die Gemeinden Lemvig und Thisted

Von Agger war es nur ein kurzer, knapp 20 km langer Hupfer zur Næssund-Fähre. Diese Oldtimerfähre war aus meiner Sicht der absolute Höhepunkt der Tour. Alleine der Sound der 3-Zylinder-Dieselmaschine war die Reise wert - da kamen Erinnerungen an die gute, alte Zeit wieder hoch, als die kleinen 199, 299 oder 499-Tonnen Kümos mit diesem Sound tagtäglich in deutschen Häfen anzutreffen waren.



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Die “Næssund” (Rufzeichen OUZZ, keine IMO, keine MMSI-Kennung)) ist die letzte klassische Limfjordsfähre aus Eiche und Buchenholz mit dem klassischen Ruderhaus auf der Brücke über Deck. Von 1929 – 1973 wurden 12 Autofähren dieses Typs auf der Søren Larsen & Sønners Skibsværft A/S in Nykøbing gebaut. Die “Næssund” wurde 1964 unter der Baunummer 125 als „Legind Bjerge“ gebaut und am 22. Juni 1964 auf der Verbindung auf dem Sallingsund in Dienst gestellt. Nach Eröffnung der Sallingsundbroen 1978 wurde die “Legind Bjerge” zunächst aufgelegt, 1980 zur Fährverbindung Næssund überstellt und in “Næssund” umbenannt. 1980 übernahm Mors-Thy Færgefart, eine kommunale Fährgesellschaft mit Sitz in Nykøbing Mors, die auch die Fährverbindung Feggesund unterhielt, die Fähre und den Betrieb der Fährlinie. Nach einem Getriebeschaden am 26. Februar 2015 verkaufte die Mors-Thy Færgefart das Schiff an die Morsø Kommune, die es dem Verein Foreningen Næssundfærgens Venner zur Verfügung stellte, der sich seinerseits zum Betrieb und Unterhalt der Fähre verpflichtete. Am 1. Juli 2016 nahm der Verein den Betrieb des Fährschiffes mit Unterstützung des Skibsbevaringsfonden (deutsch in etwa „Schiffserhaltungsverein“) wieder auf. Teilweise arbeiten Vereinsmitglieder auf dem Schiff; zusätzliche Einnahmen werden durch den Verkauf von Lebensmitteln im kleinsten dänischen Tax-Free-Shop erzielt.
Die “Næssund” ist 29,13 Meter lang, 7,74 Meter breit und hat einen Tiefgang von 2,53 Meter. Sie ist mit 98 BRZ vermessen und hat eine Tragfähigkeit von 33 Tonnen. Die Transportkapazität beträgt 12 PKW. Die Fähre ist für 99 Passagiere zugelassen.
Die Maschinenanlage besteht aus einem 3-Zylinder Alpha B&W Dieselmotor mit 154 kW (209 PS) Leistung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 10 Knoten, die Dienstgeschwindigkeit 8 Knoten


Es folgte eine rund 65 km lange Fahrt nach Branden. Während entlang der Grünen Küstenstraße deutsche Touristen das Bild beherrschten, ist diese Gegend touristisch wenig attraktiv. Ab Branden verkehrt die im Besitz der Kommune Skive befindliche Fursund Færgeri zur Insel Fur. Üblichwerweise verkehren dort zwei Fähren rund um die Uhr - die "Sleipner-Fur" und die "Mjølner-Fur" Allerdings vertritt die "Sleipner-Fur" gerade das Fährschiff "Venø" auf der Route Kleppen - Venø, sodass ich nur ein Schiff vor die Linse bekam. Die "Venø" wird derzeit auf der Werft in Hvide Sande auf Elektrobetrieb umgerüstet.


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Der Rumpf der Doppelendfähre “Mjølner-Fur” (IMO 9635327, MMSI 219016683, Rufzeichen OZEW) wurde 2010 auf der Werft Christ S.A. in Gdingen, Polen gefertigt und unter der Baunummer 331 auf der Assens Skibsværft A/S in Assens, Dänemark ausgerüstet. Die Indienststellung erfolgte am 2. März 2011 auf der Verbindung Branden – Stenøre über den Fursund in Dienst gestellt.
Die “Mjølner-Fur” ist 42,4 Meter lang, 13,5 Meter breit und hat einen maximalen Tiefgang von 3,70 Meter. Sie ist mit 475 BRZ vermessen und kann 30 PKW befördern. Die Fähre ist für 147 Passagiere zertifiziert.
Die Maschinenanlage besteht aus zwei Scania Dieselmotoren DI16 42M mit einer Gesamtleistung von 1.050 PS, die auf je eine Propellergondel vorne und hinten wirken. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 10 Knoten.

Bis zur letzten Fähre des Tages waren es dann nur 12 Kilometer. Die "Mary" der Reederei Hvalpsund-Sundsøre Færgefart verbindet Sundsøre auf Salling mit Hvalpsund in Vesthimmerland.

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Die Fähre “Mary” (IMO 9363352, MMSI 220000054, Rufzeichen OVJM) wurde 2001 bei der Assens Skibsværft A/S in Assens bestellt und erhielt die Baunummer 329. Der Rumpf wurde bei Riga Shipyard im lettischen Riga vorgefertigt und im Herbst 2005 nach Assens geschleppt, wo die Endausrüstung erfolgte. Das fertige Schiff wurde 2006 abgeliefert. Am 8. April 2006 wurde die Fähre von den Taufpatinnen Karen Madsen und Laila Munk Sørensen auf den Namen „Mary“ getauft.
Die MS “Mary” ist 42 Meter lang, 13 Meter breit und hat einen maximalen Tiefgang von 2,60 Meter. Bei einer Tragfähigkeit von 200 Tonnen kann sie 30 PKW befördern und ist für 147 Passagiere zugelassen. Die Motorisierung besteht aus zwei D112-59M Scania Dieselmotoren mit einer Gesamtleistung von 588 kW, die zwei Azimutpropeller (jeweils am Bug und Heck) antreiben.

Nach einer erholsamen Nacht im Hvalpsund Kro direkt am Hafen und einem exzellenten Abendessen ging es am näcksten Morgen ganz entspannt die restlichen rund 140 Kilomter nach Hirtshals. Eine schöne, entspannte kleine Tour - solche Trips sollte am viel öfter machen.
Nordlicht
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Re: Eine kleine Fährentour von Esbjerg nach Hirtshals

Beitrag von Nordlicht »

Vielen Dank für diesen Bericht. Durften die Næssund im Juli auch auf unserer Radtour von Westerland nach Vorupør (und anschließend von Svendborg nach Flensburg) nutzen. Hatte vorher keine Ahnung, welches Juwel uns erwarten sollte. Insgesamt fünf Fähren hatten wir genutzt.
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