Unglücks-Thread

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Tim S.
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Tim S. » Sa 28. Jan 2017, 14:51

Zwei Containerfeeder hatten am vergangenen Wochenende bei der Passage des Nord-Ostsee-Kanals Probleme. Als erstes erlitt auf der Fahrt von Rotterdam nach Helsinki der deutsche Containerfrachter "Containerships VIII", 9902 BRZ (IMO-Nr.: 9336244), am 21.1. auf Höhe Breiholz einen Maschinenausfall. Es gelang der Crew, den Schaden binnen zwei Stunden zu beheben. Nachdem sie die schadhafte Brennstoffpumpe ausgetaucht hatte, konnte das Schiff wieder Fahrt aufzunehmen. Es machte am 23.10. um sieben Uhr am Multi-Link Container-Terminal im Zielhafen fest.


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Auf der Reise von Antwerpen nach Kokkola erwischte es tags darauf den britischen Frachter "Conmar Gulf", 7545 BRZ (IMO-Nr.: 9341964), beim westgehenden Transit. Er blieb am 22.1. um 23.20 Uhr auf Höhe der Levensauer Hochbrücken liegen. Auch hier waren Probleme mit einer Kraftstoffleiter ursächlich für den Maschinenausfall. Nach einer Reparatur durch das Maschinenpersonal ging die Reise zunächst gen Osten weiter, aber in Schwartenbek war endgültig Schluss. Um 22.30 Uhr holten die herbeigerufenen Schlepper „Bülk“ und „Holtenau“ den Havaristen ab und brachten ihn nach Kiel.Der Frachter machte am 23.1. um 5.15 Uhr am Voith-Kai im Kieler Nordhafen fest. Er warf am 23.1. um 22.15 Uhr wieder vom Voith-Kai im Kieler Nordhafen los.

Tim S.
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Tim S. » Sa 28. Jan 2017, 14:55

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Das Bremer Werbeschiff "Muhboot", 91 ts (EU-Nr.: 03030929), wurde am Morgen des 27.1. im Harburger Binnenhafen im Hafenbecken an der Nartenstraße zum U-Boot. Um 7.20 Uhr hörte die Frau von Björn Broertjes, dem Eigentümer des Bootslagerungsbetriebes, in dem sich das Schiff im Winterlager befand, plötzlich ein Muhen. Es kam von der fünf Meter hohen lila Kuh auf dem Bug des Promotionschiffs, das dort für die Schokoladenmarke Milka wirbt.
Offenbar war Wasser war in das Schiff eingedrungen und hatte einen Kurzschluss verursacht, der den Ton der Riesenkuh immer wieder auslöste. Erst als die alarmierte Feuerwehr eintraf, hörte das Muhen auf. Die Einsatzkräfte konnten zunächst nicht viel tun.
Mehrere Segelschiffe, die ebenso wie das „Muhboot“ in dem Hafenbecken überwinterten, wurden aus der Nähe des Havaristen verholt. Der Versuch der Feuerwehr, die mit der „Oberbaurat Schmidt“ anrückte, das Schiff, das durch das eindringende Wasser starke Steuerbordschlagseite entwickelte, über Wasser zu halten, schlug aber fehl. Es setzte auf Grund auf, und nur noch Teile des Decks, der Aufbauten und natürlich die Riesenkuh ragten noch aus dem Wasser.
Wegen geringer Mengen auslaufenden Kraftstoffs musste das Wrack mit Ölsperren eingeschlängelt werden. Vermutlich muss ein Schwimmkran das Schiff nun bergen. Das "Muhboot" war seit drei Jahren auf deutschen und österreichischen Gewässern im Einsatz, um für Schokolade zu werben.
Eigentlich war es nur für eine einmalige Kampagne vorgesehen. Weil diese aber so gut ankam, wurde es weiter genutzt, ausgebaut und sogar mit einem neuen Motor ausgestattet. Es wurde 1930 bei der Werft De Dageraad, Woubrugge, für die Fa. Spek in Kerkdriel als „Jandrina“ erbaut.
1948 erfolgte die Umbenennung in „Petronella“ nach dem Verkauf an J. Bakker in Amsterdam. 1952 wurde neuer Heimathafen Sliedrecht. 1986 ging das Schiff an K. Nieuwland in St. Pancras und lief fortan als „Catharina Cornelia”. 2015 dann begann die Ära als „Muhboot“ der Mondelez Deutschland Services GmbH & Co. KG in Bremen. Es hat seit einem Umbau eine Länge von 28,95 Metern, eine Breite von 4,52 Metern und einen Tiefgang von einem Meter.
Bild (Fotos Polizei Hamburg)

Tim S.
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Tim S. » Sa 28. Jan 2017, 14:57

Der norwegische Fischtransporter "Fisktrans", 969 BRZ (IMO-Nr.: 5248255), der Fisktrans AS in Bodø geriet am Morgen des 25.1. in Steigen zwei Meilen vor der Küste von Nordland in Seenot. Das Schiff hatte vor dem Burnsund in Südweststurm mit Windgeschwindigkeiten von über 20 m/s Maschinenausfall erlitten und war nicht mehr zu kontrollieren. Versuche, die Maschine wieder zu starten, schlugen mehrmals fehl. Die „Fisktrans“ trieb auf die nahe Küste zu und drohte zu stranden. Die sechsköpfige Crew warf Anker und funkte um 5.05 Uhr einen Notruf, den die Funkstation in Bodø auffing.
Das JRCC schickte einen Sea King-Helikopter, die Rettungsboote “Skuld” und “Det Norske Veritas” aus Bodø und Lofoten sowie Boote der Küstenwache und Marine. Weil der Havarist so viel Ausrüstung an Deck und hoch aufragende Antennen hatte, dass eine ungefährdete Abbergung von dort nicht möglich war, musste die Crew nacheinander in die aufgewühlte See springen und von dort aufgewinscht werden.
Der erste Mann war um 7.04 Uhr im Wasser, und dank der professionellen Arbeit der Retter waren um 7.19 Uhr alle sechs in Sicherheit. Um 7.24 Uhr nahm der Hubschrauber mit den Schiffbrüchigen an Bord Kurs auf Bodø. Die Rettungsboote sollten nach Tagesanbruch versuchen, die "Fisktrans" abzuschleppen, kamen aber im Sturm nicht mehr rechtzeitig. Um 11.17 Uhr sank das Schiff in der tobenden See mit dem Heck voran. Die „Sortland“ der Küstenwache traf um 13 Uhr vor Ort ein. Sie sollte aufgeschwommenes Treibgut überwachen und den beim Untergang aktivierten Notsender fischen.
Die „Fisktrans“ war 57,3 Meter lang, 9.05 Meter breit und hatte 6,31 Meter Tiefgang. Sie lief für die Fisktrans AS in Bodø und wurde 1952 bei der Mjellem & Karlsen Verft in Bergen als Walfänger „Nebb“ für die A/S Ørnen (A/S Thor Dahl), Sandefjord erbaut. 1967 wurde der Dampfantrieb durch einen Diesel der MaK Maschinenbau, Kiel, G.m.b.H, ersetzt und das Schiff nach dem Umbau als „Astrid Bakk“ mit Heimathafen Bergen eingesetzt. 1981 wurde es an die P/R Johrema (Johannes Stangeland, Stolmen) in Bergen verkauft und in „Vestviking“ umbenannt. 1986 wurde die P/R Hans Reidar Njåstad in Stolmen neuer Eigner.
2004 wurde das Schiff zur „Slaaterøy“ und im dann zur „Slaaterøy Senior“. Nach dem Weiterverkauf an die Nordvesttrans AS wurde es am 22.9. mit Heimthafen Bodø als „Fisktrans“ registriert. 2009 wurde die Marine Supply AS, Tromsø, nach dem Bankrott der Eigner neue Besitzerin.
Eigener Bericht, Video: https://www.youtube.com/watch?v=wI1Wrw7sBB0

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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Tim S. » Di 31. Jan 2017, 10:25

ELBSAILOR blockierte Nord-Ostsee-Kanal
http://www.kn-online.de/News/Nachrichte ... -blockiert

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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von romflens » Di 31. Jan 2017, 13:26

Zur Zeit passiert aber viel im NOK, da ist wohl der Wurm drin ;) ;)
Zuletzt geändert von romflens am Di 31. Jan 2017, 14:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Tim S. » Di 31. Jan 2017, 13:47

Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß ;-)

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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von romflens » Di 31. Jan 2017, 14:56

Stümmt Tim S. :D :D

Dieter
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Dieter » Di 31. Jan 2017, 17:17

Moin moin,

die "GH BLACK CAVIAR" hat wohl Probleme auf der Weser, sie ist von Brake unterwegs nach See und hat vor Nordenham eine 180° Drehung gemacht, ich vermute mal das was ausgefallen ist

Bild
Bildausschnitt: VESSELTRACKER.COM
Viele Grüße von der Weser

Dieter

Ueber 5700 Schiffsvideos: https://www.youtube.com/user/DiFooII
NEU NEU: Lürssen-Yacht "THUNDER" am 23.06.2017 : https://youtu.be/pDs0I-RCGhg

Tim S.
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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Tim S. » Di 31. Jan 2017, 19:11

Derzeit am Haken der Schlepper "Weser" und "Lena".

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Re: Unglücks-Thread

Beitrag von Dieter » Di 31. Jan 2017, 20:03

Moin Tim,

da hast du dich versehen, dein Schlepper "LENA" ist ein Binnenschiff das in Nordenham am Pier liegt, die "GH BLACK CAVIAR" wird von Schlepper "BLUMENTHAL" und "WESER" geschleppt:

Bild
Bildausschnitt: VESSELTRACKER.COM
Viele Grüße von der Weser

Dieter

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NEU NEU: Lürssen-Yacht "THUNDER" am 23.06.2017 : https://youtu.be/pDs0I-RCGhg

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