CMA CGM GEORG FORSTER, 18 000 TEU von Singapur nach Hamburg

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Re: CMA CGM GEORG FORSTER, 18 000 TEU von Singapur nach Hamburg

Beitrag von rainerx » Mi 25. Okt 2017, 22:39

Das Rote Meer, 1200NM lang, bis zum Abzweig bei Gamsa 160NM breit. Die Durchfahrt dauert 3 Tage. Es ist heiß, gestern und heute, Wasser- und Lufttemperatur beragen 33°C.
Sie See ist glatt, wenig Wind, nur der Fahrtwind bringt etwas Kühlung. Fast lautlos gleitet die CC Georg Forster durchs Wasser.
Wenig Schiffsverkehr, die Wachen haben keinen Stress. Bewegung tut gut, ich laufe 5 Runden heute, gut 4km.

Seit Malaysia haben wir einen blinden Passagier an Bord, er findet auch etwas Fressbares.
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Er hat einen weißen Faden am Fuß, als ob er ausgebüxt ist.
Bis jetzt hat er überlebt, ein Falke kreist manchmal über das Schiff.
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und wieder geht ein schöner Tag zu Ende, die Sonnen versinkt im Dunst
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Gruß

Rainer




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Re: CMA CGM GEORG FORSTER, 18 000 TEU von Singapur nach Hamburg

Beitrag von rainerx » Mi 25. Okt 2017, 22:59

Gigantisch sind die Ankerwinden, erst im Vergleich zu Personen zeigt die Ausmaße. Die CC Georg Forster ist jetz 2 Jahre alt, der erste Rost muß beseitigt werden.
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Re: CMA CGM GEORG FORSTER, 18 000 TEU von Singapur nach Hamburg

Beitrag von rainerx » Do 26. Okt 2017, 21:37

Golf of Suez, ca 150NM lang, ca 10 NM breit und um die 50m tief. Gesäumt von Gebirgsketten
Unsere Ankunftszeit vor Suez ist 22:30.
Der nordwärts gehende Konvoi startet morgen früh ab 04:00. Deshalb fällt der Anker auf einen angewiesenen Ankerplatz.
In der Nacht kommt die Immigration, die Gesundheitsbehörde und weitere Kontrollorgane.
Der nordwärts gehende Konvoi wird morgen früh ab 04:00 zusammengestellt.

Durchweg im gesamten Golf wird die Schifffahrt im Verkehrstrennungsgebiet geführt.
Auch auf dem Trennstreifen in der Mitte stehen Produktionsplattformen.
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Sie fördern Öl, welches durch Pipelines an Land verpumpt wird. Das anfallende Erdölgas wird abgefackelt, weil es sich nicht lohnt, es ist zu wenig, um es wirtschaftlich zu nutzen.
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Ansonsten ein schöner sonniger Tag, 28°C und ein frischer Fahrtwind schaffen ein angenehmes Klima.
In der letzten Nacht wurde die letzte Stunde zurückgestellt und somit gleich der europäischen Sommerzeit. Heute Vormittag hat es Spaß gemacht, zu Laufen, 6 Runden, ca 5,5 km.



Mit viel Staub und Lärm ist der Anker um 23:00 gefallen
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Durchfahrt durch den SUEZ KANAL am 27. Oktober 2017

Beitrag von rainerx » Sa 28. Okt 2017, 17:41

Auf einer Länge von 170 km wird die gesamte Schiffahrt in Konvois durch den Kanal geführt. Immer nur tagsüber, einer von Norden, einer von Süden. Früher mußte der südwärts gehende Konvoi im Großen Bittersee ankern, um den nordwärts gehenden Konvoi passieren zu lassen. Seit einem Jahr gibt es einen Loop nördlich des Großen Bittersee. Das Ankern ist Vergangenheit.
Nachdem in der Nacht die Immigration und die Quarantäne Behörde an Bord alles für Rechtens erklärt hat, der Suez Elektriker den Scheinwerfer verdrahtet hat, so die offizielle Version, beginnt die Zusammenstellung der Schiffe vor Sonnenaufgang.
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2 Lotsen kommen an Bord, normalerweise einer, aber bei knapp 400 m Länge, sind es 2 Personen. Beide sind knapp 70 Jahre alt und sehr gesprächig, was dem Captain nicht so ganz gefällt. Denn alle Gespräche auf der Brücke werden von einem Voice Recorder aufgezeichnet, um im Falle einer Havarie den Hergang nachzuvollziehen.
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Unser Konvoi besteht aus 17 Schiffen.
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Ein kleines Boot hängt an Backbord und die Besatzung von 3 Personen ist an Bord. Sie haben die Aufgabe, im Fall eines Maschinenschadens, die CC Georg Forster zu sichern, indem sie mittels Festmacher an den im Kanal vorhandenen Pollern festgemacht wird.
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Nach Sonnenaufgang passieren wir Suez. Der Schatten der über 50m hohen CC Georg Forster zieht an den Bauten entlang.
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Ein großes Schiff auf einem kleinen Kanal.
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Beginn des Parallel Kanals nördlich des großen Bittersees.
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Ismaelia, eine Stadt, etwa auf der Hälfte der Strecke ist auch Lotsenstation. Wechsel der Lotsen. Durch den Bau des Loops versperrt der Aushub die Sicht zur Stadt. Auf der östlichen Seite entsteht ein neue neue Stadt, gebaut auf Sand.
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Noch ist es eine tote Stadt. Erst, wenn alles fertig ist, Die Wasserversorgung, der Düker unter dem Kanal, dann wird ihr Leben eingehaucht.
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Der gesamte Kanal ist Sicherheitszone, es geht um Schutz gegen Terrorismus, denn der Kanal ist eine wichtige Lebensader der Ägypter. Der Schutz ist im Aufbau, bereits weite Teile werden durch eine Mauer abgeriegelt. Nur Militär, die Lotsen und einige Fischer haben Zugang zum Kanal. Privatpersonen ist der Zugang verweigert worden, kein baden mehr im Kanal.
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Typische Landschaft, im Westen grün, im Osten Wüste. Diese Brücke ist auch gesperrt, aus Sicherheitsgründen.
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Fähren an mehreren Stellen übernehmen den Kreuzungsverkehr.
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In regelmäßigen Abständen gibt es Militärstationen
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Das kleine Sicherungsboot wird vom Bordkran abgelassen und fährt zur Lotsenstation
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Lotsenstation in Port Said
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Re: CMA CGM GEORG FORSTER, 18 000 TEU von Singapur nach Hamburg

Beitrag von rainerx » So 29. Okt 2017, 15:04

Wir sind im Mittelmeer und haben keine Mittel mehr. Klare Luft, kein Dunst, ungebremste Sichtweite. Das Brückenhaus glänzt wieder.
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Drill am Samstag Nachmittag, Feuer in einem Container auf dem Vordeck.
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Das Schiff sinkt
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Das Rettungsboot kann 40 Personen aufnehmen
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Wieder geht ein erlebnisreicher Tag zu Ende
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Nach Sonnenuntergang wurde nochmals gegrillt.
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Die Maschine

Beitrag von rainerx » Di 31. Okt 2017, 03:20

Gestern hat uns der Chief Ing eingeladen, sein Reich, seine Erfüllung, zu besichtigen. Es ist auch merklich kühler, als im Indischen Ozean.
Im Brückenhaus ist die Klimaanlage abgeschaltet worden, nachdem es einigen und auch dem Captain kalt geworden ist.


Die Erkenntnis, man ist auf einem Megaschiff. Der Chief Ing ist ein Teil dieser Philosophie, wenn man seinen Äußerungen lauscht, während einer Besichtigung.

Der Hauptmotor ist ein 11 Zylinder Reihenmotor, leistet.65.000KW, 88.400 PS, macht maximal 84 U/min um dem Schiff eine Geschwindigkeit von 23kn zu verleihen. Der Terminplan den Schiffes ist so ausgelegt, daß eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 17-18 kn gefahren wird. Der Verbrauch ist 120 to Schweröl in 24h, gleich 5000Ltr./h. Bei 23kn kann der Verbrauch auf 180 to ansteigen.
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Kommandozentrale
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2 von 4 Stromgeneratoren. 2 haben die Leistung von je3800KW, die anderen jeweils 2800KW.
Zur Zeit läuft nur einer, der versorgt auch 142 Reefer(Kühlcontainer). Einige haben 2 Aggregate und kühlen Fisch bis -60°C.
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Frischwassergenerator erzeugt 40 to Frischwasser /Tag aus Salzwasser. Das hört sich viel an, aber im Fall eines Feuers im Maschinenraum wird nur Frischwasser verwendet, Seewasser zerstört alles, was das Feuer nicht geschafft hat.
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Gigantisch ist die Ruderanlage, betrieben wird sie hydraulisch. 4 Stempel bewegen das Ruder. Auf See, mit geringen Ausschlägen ist ein Zylinder betriebsbereit, in den Häfen unter Manöverfahrt sind 2 nötig. 2 sind Reserve, denn mechanisch ist nicht mehr zu machen.
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Im Notfall, wenn die Bedienung von der Brücke nicht funktioniert, gibt der Kapitän per Telefon die Kommandos und dann wird direkt am Ruder gesteuert.
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Ballast System dient zu Stabilisierung des Schiffes. Weil sich weltweit Lebewesen im Ballastwasser über Kontinente verteilen, sind Schiffe verpflichtet, Ballast Wasser zwischen den Kontinenten auszutauschen. Zusätzlich hat die CC Georg Forster ein System, mittels Ultra-Violetten Licht diese Lebewesen abzutöten.
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Zuletzt geändert von rainerx am Di 31. Okt 2017, 11:57, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß

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vielleicht die letzte Wärme auf dieser Reise

Beitrag von rainerx » Di 31. Okt 2017, 03:23

Feiertag in Deutschland, aber hier haben wir das Feiertagswetter, 13 NM nördlich von Algier zur Mittagszeit. Wahrer Wind 9kn aus Ost, scheinbarer Wind aus West 8 kn, bei einer Geschwindigkeit von 17kn, sonnig 21°C.
Der kleine blinde Passagier ist immer noch an Bord, bei meinen täglichen Runden läuft, bzw. fliegt er vor mir her. Ägypten hat ihn wohl nicht gefallen.
Heute morgen kam uns die CMA CGM VASCO DA GAMA entgegen, ein Schwesterschiff auf der selben Route. Auch gut beladen, jedoch mehr leere Container Richtung Asien.
Speed 19 kn, Tiefgang 15,4m, CPA 1,2 NM
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Re: CMA CGM GEORG FORSTER, 18 000 TEU von Singapur nach Hamburg

Beitrag von Basel Express » Di 31. Okt 2017, 17:51

Danke fürs mitnehmen.
Jetzt weiss ich auch, dass es sich hier um Generatoren handelt. War ebenfalls im Mittelmeer unten aber habe bei 21,x Knoten fast kein Wort verstanden.
Das nächste mal im Hafen runter, wobei ich denke, dass es hier nur unwesentlich leiser ist, wenn überhaupt.

Unsere Crew war wohl nicht so grill-wütig, leider. Und Sicherheitstraining gab es auch nicht, dafür Einer von Burreau Veritas... Dieser testete mal kurz den Alarm und wenige Sekunden später stürmte der Captain auf die Brücke...

Gute Fahrt noch... Und Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht...

Gruss aus Bern
Philipp
Fahrt auf der CMA CGM Alexander von Humboldt: http://sea-trial.de.tl/
https://www.youtube.com/user/Haigerlocher/videos

Vorsicht, ich bin Landratte!

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Re: CMA CGM GEORG FORSTER, 18 000 TEU von Singapur nach Hamburg

Beitrag von MPG » Mi 1. Nov 2017, 11:14

Danke, Rainer, für den sehr interessanten Bericht. Es ist, als wäre man dabei.#
Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen.
Viele Grüße
Michael

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Algeciras

Beitrag von rainerx » Do 2. Nov 2017, 12:03

Der Affenfelsen von Gibraltar. Die Wolkenbildung entsteht bei Ostwind
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Schnellfähre nach Ceuta, Nordafrika
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der Lotse kommt an Bord, nicht über die Gangway, nicht über die Jacobsleiter. Schiffe dieser Größe mit 15 m hohem Freibord haben eine Luke 1m über dem Wasserspiegel.
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Fest im Container Port, 13:30die Stadt ist Hafen und lebt vom Hafen
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Landgang heute Nachmittag, ein Shuttlebus im Hafen nimmt uns mit zum Gate, weiter mit Taxi in diBilde Stadt.



Allerheiligen, Feiertag im katholischen Spanien, einige Cafés haben geöffnet.
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Flagge zeigen pro Spanien, gegen die Abtrünnigen aus Katalonien
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Auf der letzten Reise war ich auf dem Felsen, diese 2 Bilder stammen aus dem Jahr 2006
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Gruß

Rainer




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